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	<title>Juden &#8211; teufelsmoor.eu</title>
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		<title>Davidsohn, John</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 26 Jun 2021 05:35:18 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Aufnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialsmus]]></category>
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					<description><![CDATA[John Davidsohn (auch Johan Davidsohn und später John Davidson; geb. 1. August 1904, gest. Sept. 1985) war ein Sohn der alteingesessenen und angesehenen Kaufmannsfamilie Davidsohn in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und mehrmals verhaftet, bevor ihm 1939 die Flucht nach England gelang. Nach dem 2. Weltkrieg wanderte er in die USA aus. John war &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/davidson-johan/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Davidsohn, John“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="DavidsohnJohn1" aria-describedby="caption-DavidsohnJohn1" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/uSYRstzX3yUneotBgE78Pw?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/TLflwra_NKI/AAAAAAAAUCU/1c7CF8cZsH8/s400/John%20and%20Ilse%20Davidsohn2.jpg" alt="Johann und Ilse Davidson"/></a><figcaption id="caption-DavidsohnJohn1" class="wp-caption-text">Johan und Ilse Davidsohn ca. 1913</figcaption></figure> <strong>John Davidsohn</strong> (auch Johan Davidsohn und später John Davidson; geb. 1. August 1904, gest. Sept. 1985) war ein Sohn der alteingesessenen und angesehenen <a href="http://www.teufelsmoor.eu/allgemein/davidsohn/">Kaufmannsfamilie Davidsohn</a> in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und mehrmals verhaftet, bevor ihm 1939 die Flucht nach England gelang. Nach dem 2. Weltkrieg wanderte er in die USA aus.<br />
<span id="more-3975"></span></p>
<p>John war das älteste Kind von Sally Davidsohn und dessen Frau <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/davidsohn-toni/">Toni, geb. Goldschmidt</a>. Mit seiner 1906 geborenen Schwester <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/davidsohn-ilse/">Ilse</a> wuchs er schräg gegenüber der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">Synagoge</a> im Haus <a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-84/">Bahnhofstr. 84</a> (&#8222;Kohlmannsches Erbe&#8220;) auf, das die Davidsohns 1902 gekauft hatten. </p>
<p>John studierte Jura und bestand im Juli 1931 das 1. Staatsexamen. Das Referendariat absolvierte er beim Amtsgericht Wesermünde-Geestemünde. Nach der sog. Machtergreifung Hitlers wurde er in Folge des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_zur_Wiederherstellung_des_Berufsbeamtentums"> Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums</a> am 29. Mai 1933 &#8222;mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Zeitverhältnisse &#8230; von sogleich ab bis auf weiteres beurlaubt&#8220;. Im November 1934 wurde er von 40-50 Männern zusammengeschlagen, in &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen und nach Berlin gebracht, nachdem er mehrere Flugblätter entfernt hatte, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen.</p>
<p><figure id="DavidsohnJohn2" aria-describedby="caption-DavidsohnJohn2" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><a href="https://photos.app.goo.gl/Zy2SbBpsp1Si2Ppc9"><img decoding="async" src="http://lh4.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7TdlBlf2FI/AAAAAAAASq4/3WN2fHRcb1c/s400/19381110_Schutzhaft.JPG" alt="Polizeiprotokoll Johan Davidsohn Schutzhaft"></a><figcaption id="caption-DavidsohnJohn2" class="wp-caption-text">Polizeiprotokoll betr. 'Schutzhaft'</figcaption></figure>Nach der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a> (9./10. November 1938), in deren Verlauf SA-Männer im Anschluss an die vereitelte Brandstiftung an der ehemaligen Synagoge in die Wohnungen ansässiger Juden eindrangen und u. a. Johans Schwester Ilse schwer verletzten, wurden Johan und sein Cousin <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/stolperstein/davidsohn-ernst/">Ernst</a> in &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen. </p>
<p>Mindestens seit 1938 bemühte sich John um eine Ausreise in die USA. Trotz eines aktenkundigen <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Affidavit">Affidavits</a> seiner dort geborenen Cousins Edwin und James Davidson gelang ihm dies zunächst aber nicht.</p>
<p><figure id="DavidsonJohn3" aria-describedby="caption-DavidsonJohn3" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/LZW01RqzoL4Qq6MlRocZttMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="https://lh3.googleusercontent.com/-oaZFP7rduBk/T50U7pcz_MI/AAAAAAAAXts/l9llDDkTYYc/s400/PassDavidsohnJohn.jpg"/></a><figcaption id="caption-DavidsonJohn3" class="wp-caption-text">Pass 1939</figcaption></figure>Am 31. März 1939 erhielt John in Osterholz-Scharmbeck noch einen neuen Pass mit dem seit Anfang 1939 für alle Juden verbindlich vorgeschriebenen roten &#8222;J&#8220;, auch bei der Volkszählung vom 17.05.1939 wohnte er noch in der Bahnhofstr. 84 (ID-Nr. VZ275455). Am 11. August 1939 und damit nur drei Wochen vor Beginn des 2. Weltkrieges konnte er schließlich an Bord der MS Europa von Bremenhaven nach Southamptom flüchten. </p>
<p>In England lernte er die 1936 aus Gelsenkirchen geflüchtete Else Eichwald kennen, die beiden heirateten 1942 in Hammersmith. Am 3.5.1946 emigrierten beide dann von Liverpool in die USA. Im Zuge der sog. Wiedergutmachung nach dem 2. Weltkrieg wurde John zum Regierungsrat a. D. ernannt und bezog Ruhegehalt, im Jahre 1959 in Höhe von DM 851,98 monatlich. Vor seinem Tod im September 1985 lebte John in Queens im Staat New York. </p>
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		<title>Stolpersteine in Osterholz-Scharmbeck</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2021 06:00:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Osterholz-Scharmbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialsmus]]></category>
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					<description><![CDATA[Update 24.06.2021: Heute wurden auch in Osterholz-Scharmbeck die ersten Stolpersteine verlegt. Gunter Demning verlegte sie an der Stadthalle sowie in der Börde-, Sandberg-, Post- und Bahnhofstraße. Stolpersteine (siehe auch www.stolpersteine.eu und Wikipedia-Artikel &#8222;Stolpersteine&#8220;) suchte man in Osterholz-Scharmbeck bislang vergebens. Die 10 x 10 x 10 cm großen Steine mit Gedenktafeln aus Messing sind seit den &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/stolpersteine/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Stolpersteine in Osterholz-Scharmbeck“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="Stolper01" aria-describedby="caption-Stolper01" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/M9nfL1ssom8NxURTIfCiMQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S6erN0gI-ZI/AAAAAAAASpA/7x9EA8B6nME/s288/201003Stolperstein.jpg" alt="Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf"/></a><figcaption id="caption-Stolper01" class="wp-caption-text">Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf</figcaption></figure>Update 24.06.2021: Heute wurden auch in Osterholz-Scharmbeck die ersten Stolpersteine verlegt. Gunter Demning verlegte sie an der Stadthalle sowie in der Börde-, Sandberg-, Post- und Bahnhofstraße.</p>
<p>Stolpersteine (siehe auch <a href="http://www.stolpersteine.eu">www.stolpersteine.eu</a> und Wikipedia-Artikel <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine">&#8222;Stolpersteine&#8220;</a>) suchte man in Osterholz-Scharmbeck bislang vergebens. Die 10 x 10 x 10 cm großen Steine mit Gedenktafeln aus Messing sind seit den 1990er-Jahren in mittlerweile über 1.200 Orten Deutschlands und 20 Ländern Europas meist in Gehwege eingelassen und sollen am jeweils letzten selbstgewählten Wohnort an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das Projekt wurde von dem Kölner Künstler <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gunter_Demnig">Gunter Demning</a> ins Leben gerufen. </p>
<blockquote><p>&#8222;Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist&#8220; <small>(Gunter Demnig)</small>
</p></blockquote>
<p><span id="more-3204"></span><br />
1995 begann Demning in Köln zunächst ohne behördliche Genehmigung, Stolpersteine zu installieren. Die ersten genehmigten Steine wurden im Jahr 2000 ebenfalls in Köln verlegt. </p>
<blockquote><p>&#8222;Sie können ein Buch aufschlagen und lesen, dass die Nazis sechs Millionen Juden und fünf Millionen andere ermordet haben, aber Sie können nicht voll ermessen, was geschah. Wenn Sie aber über das Schicksal eines Mannes oder einer Frau erfahren, die in einem bestimmten Haus wohnten, ist das etwas anderes.&#8220; <small>(Gunter Demnig)</small></p></blockquote>
<p>Das Projekt der Stolpersteine ist nicht unumstritten. Während die Mehrzahl der bislang damit befassten Gemeinden die Idee und ihre Verbreitung unterstützten und auch das nationale und internationale Presseecho fast durchweg positiv ausfällt, erteilt München keine Genehmigungen zur Steinverlegung. Auch innerhalb der jüdischen Gemeinde herrscht Uneinigkeit: Charlotte Knobloch, ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Deutschen Juden, lehnt das Projekt seit Jahren scharf ab, andere Mitglieder des Zentralrates und beispielsweise die Jüdische Gemeinde Düsseldorf beurteilen es positiv (vgl. <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Stolpersteine">ausführliche Darstellung der Kontroverse bei Wikipedia</a>)</p>
<p>Anfang 2010 waren in <a href="http://www.lzpb-bremen.de/index.php?option=com_content&#038;task=blogcategory&#038;id=61&#038;Itemid=92">Bremen</a> ca. 400 und in <a href="http://www.stolpersteine-hamburg.de/">Hamburg</a> etwa 3.000 Stolpersteine verlegt, im Landkreis Osterholz einzelne in Lilienthal und Ritterhude. Für damals € 95.- und heute 120.- kann man die Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Steines übernehmen. </p>
<p>Im Februar 2011 lehnten Kultur- und Verwaltungsausschuss der Stadt Osterholz-Scharmbeck einen Antrag von Carsten Roman Höft auf Installation von Stolpersteinen einstimmig ab. Die Stadtverwaltung begründete ihre ablehnende Haltung mit den Bedenken Knoblochs und des Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen sowie dem bereits vorhandenen Mahnmal an der Bahnhofstraße. <small>(Quelle: Osterholzer Kreisblatt 18.2.2011)</small></p>
<p>2020 befasste sich die Kommunalpolitik auf Initiative von Hartmut Oberstech vom <a href="http://muna-luebberstedt.de">Arbeitskreis MUNA Lübberstedt</a> und Manfred Bannow (<a href="https://www.spurensuche-kreis-osterholz.de/page/erinnern-fuer-die-zukunft-projekte-im-landkreis-osterholz/">Spurensuche Kreis Osterholz</a>) erneut mit dem Thema.</p>
<p>Im Juli 2020 schließlich stimmte der Stadtrat mehrheitlich für einen gemeinsamen Antrag von SPD, Grünen und Linksfraktion, Stolpersteine auch in Osterholz-Scharmbeck zuzulassen. <small>(Quelle: Osterholzer Kreisblatt 15.7.2020)</small></p>
<h3>Mögliche Stolpersteine in Osterholz-Scharmbeck</h3>
<p>Demning als Initiator und Inhaber der Markenrechte will mit den Stolpersteinen &#8222;aller verfolgten oder ermordeten Opfer des Nationalsozialismus&#8220; gedenken. Ausdrücklich genannt sind Juden, Sinti und Roma, politisch und religiös Verfolgte, Zeugen Jehovas, Menschen mit geistiger oder körperlicher Behinderung und Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder Hautfarbe verfolgt wurden sowie als „asozial“ stigmatisierte und verfolgte Menschen wie Obdachlose oder Prostituierte, Zwangsarbeiter und Deserteure. Voraussetzung für die Verlegung von Stolpersteinen sei auch, Familien im Gedenken wieder zusammenzuführen. Auch überlebende Familienangehörige werden deshalb einbezogen und erhalten einen Stolperstein. <small>(Quelle: <a href="http://www.stolpersteine.eu/faq/">stolpersteine.eu</a>)</small></p>
<p><strong>Jüdische Mitbürger</strong></p>
<ol>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-moritz/">Moritz Aron</a> (Auf dem Kamp 14)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a> (1938: Auf dem Kamp 14, 1960: Auf dem Kamp 32, Arbeitsstelle bis 1945-1960: Bahnhofstraße 105) Überlebte den Holocaust, KZ 1944-45.</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/bahr-hedwig/">Hedwig Bähr</a>, vermutlich identisch mit Edwig Bähr (Gedenkstein Bahnhofstraße)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-alfred-und-flora/">Alfred Cohen</a> (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47). Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Nordstraße 210).</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Clara Cohen</a> (Bahnhofstraße 37, nach Konkurs und Zwangsversteigerung Lindenstraße 6) Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Elsässer Str. 114).
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-alfred-und-flora/">Flora Cohen</a>  (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47). Überlebte den Holocaust, KZ 1942-45. Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Nordstraße 210) </li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-henny/">Henny Cohen</a>.  (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47)
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-dr-richard/">Dr. Richard Cohen</a> (Marktstraße 5)
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Siegmund Cohen</a> (Bahnhofstraße 37, nach Konkurs und Zwangsversteigerung Lindenstraße 6)
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/stolperstein/davidsohn-ernst/">Ernst Davidsohn</a> (Poststraße 4, 1937 Kirchenstraße 4, 1938 vermutlich gezwungenermaßen Bahnhofstraße 84)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/davidsohn-ilse/">Ilse Davidsohn</a> (Bahnhofstraße 84)</li>
<li><a href="https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/davidson-johan/">Johan &#8222;John&#8220; Davidsohn</a> (Bahnhofstraße 84), flüchtete im August 1939 über England in die USA, wo er 1985 verstarb.</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/davidsohn-toni/">Toni Davidsohn</a> (Bahnhofstraße 84)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/heidemann-grete-und-alfred/">Alfred Heidemann</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/heidemann-betty/">Betty Heidemann</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/heidemann-grete-und-alfred/">Grete Heidemann</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/heidemann-iwan/">Irma Heidemann</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/heidemann-iwan/">Iwan Heidemann</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/lowenstein-leopold/">Leopold Löwenstein</a> (Bahnhofstraße 105)
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meibergen-moritz/">Moritz Meibergen</a> (Bahnhofstraße 90) </li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-hanni/">Hanni Meyer</a> (Lindenstraße 6) in 2 Listen mit ihrem Geburtsnamen Hanny Cohen geführt (hat aber im Bremer Judenhaus Bernhard Meyer geheiratet). Von ihr existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Elsässer Str. 114).
</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/ratusch-anna/">Anna Ratusch</a> (Sandbergstraße, identisch mit <a href="http://www.genealogy.net/vereine/maus/datenbanken/grabsteine/tomb.php?cem=172&#038;tomb=524&#038;b=R">&#8222;Chana Ratusch gest. 24.9.1938&#8220;</a>)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-rosenhoff/">Meyer-Rosenhoff, Cläre</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-rosenhoff/">Meyer-Rosenhoff, Hugo</a> (identisch mit Hugo Mejer und Hugo Meyer)</li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-rosenhoff/">Meyer-Rosenhoff, Ruth</a></li>
<li><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-rosenhoff/">Meyer-Rosenhoff, Selma</a> (identisch mit Elya Rosenhoff) </li>
</ol>
<p><strong>Politisch verfolgte Mitbürger</strong></p>
<ol>
<li><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/august-lange/">August Lange</a></li>
</ol>
<p><strong>unsicher</strong><br />
Bernhard Meyer (*1883 aus Halberstadt), hat <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-hanni/">Hanni Meyer</a> erst im Bremer Judenhaus geheiratet und war vermutlich nie in OHZ</p>
<p><strong>Zu klären</strong><br />
Ottilie Davidsohn (Poststraße 4, ab 1938 vermutlich gezwungenermaßen Bahnhofstr. 84). Starb am 7.4.1938 im Alter von 78 Jahren.</p>
<p><strong>Quelle: Gedenkstein Bahnhofstraße (23 Personen)</strong><br />
Edwig Bähr<br />
Moritz Aron<br />
Hanny Cohen<br />
Alfred Cohen<br />
Dr. Richard Cohen<br />
Henny Cohen<br />
Clara und Siegmund Cohen<br />
Leopold Löwenstein<br />
Moritz Meibergen<br />
Anna Ratusch<br />
Ilse Davidsohn<br />
Ottilie Davidsohn<br />
Ernst Davidsohn<br />
Toni Davidsohn<br />
Elya und Hugo Rosenhoff<br />
Ruth Rosenhoff<br />
Cläre Rosenhoff<br />
Irma und Iwan Heidemann<br />
Grete und Alfred Heidemann</p>
<p><strong>Quelle: Yad Vashem <em>The Central Database of Shoah Victims&#8216; Names</em> (47 Einträge, 29 Personen)</strong><br />
Aron Moritz<br />
Baehr Hedwig<br />
Cohen Alfred<br />
Cohen Clara<br />
Cohen Fritz<br />
Cohen Erich<br />
Cohen Henny<br />
Cohen Richard<br />
Cohen Sigmund<br />
Davidsohn Ottilie<br />
Davidsohn Sally<br />
Davidsohn Toni<br />
Davidsohn Ilse<br />
Davidsohn Ernst<br />
Feist Ella<br />
Heidemann Alfred<br />
Heidemann Betty<br />
Heidemann Grete<br />
Heidemann Irma<br />
Heidemann Ivan<br />
Heidemann Josef<br />
Löwenstein Leopold<br />
Meyer Hanni (Anm.: =Cohen Hanni)<br />
Mejer, Hugo (Anm.; =Hugo Rosenhoff)<br />
Neuman Selma (Quelle: <a href="https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&#038;itemId=765392&#038;ind=1">Yad Vashem</a>)<br />
Ratusch Anna<br />
Rosenhoff Claere<br />
Rosenhoff Hugo<br />
Rosenhoff Ruth<br />
Rosenhoff Selma</p>
<p><strong>Quelle: Bundesarchiv: Gedenkbuch &#8211; Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 &#8211; 1945 (Stand 2011: 11 Personen)</strong><br />
Aron, Moritz (* 11.10.1873 in Scharmbeck)<br />
Bähr, Hedwig (* 01.02.1904 in Etteln)<br />
Cohen, Alfred (* 17.02.1864 in Osterholz-Scharmbeck)<br />
Cohen, Clara (* 28.05.1871 in Ottersberg)<br />
Davidsohn, Ernst (* 27.07.1891 in Osterholz-Scharmbeck)<br />
Davidsohn, Ilse (* 22.01.1906 in Osterholz-Scharmbeck)<br />
Davidsohn, Toni (* 27.12.1877 in Harpstedt)<br />
Löwenstein, Leopold (* 14.11.1873 in Gudensberg)<br />
Meyer, Hanni (geb. Cohen, * 31.03.1905 in Osterholz-Scharmbeck)<br />
Rosenhoff gen. Meyer, Hugo (* 12.02.1887 in Kamen)<br />
Rosenhoff, Selma (* 14.04.1889 in Obermöllrich)</p>
<p>(Stand 2020: 16 Personen) zusätzlich:<br />
Bähr, Friedrich Elias Raphael Fritz (* 02.09.1890 in Prenzlau) wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck und Frankfurt a. Main<br />
Fränkel, Paula Pauline Bertha (* 08.04.1887 in Abterode) wohnhaft in Abterode, Eickedorf und Osterholz-Scharmbeck<br />
Heidemann, Greta Grete Gretchen (* 02.02.1884 in Boizenburg) wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck und Hamburg<br />
Rosenhoff gen. Meyer, Cläre (* 23.02.1927 in Osterholz-Scharmbeck) wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck und Hamburg<br />
Rosenhoff gen. Meyer, Ruth (* 08.08.1924 in Osterholz-Scharmbeck) wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck und Hamburg</p>
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		<title>Davidsohn, Ernst</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 Jul 2020 10:41:22 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1942]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Nationalsozialsmus]]></category>
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					<description><![CDATA[Ernst Davidsohn (1891-1942) war ein Sohn der alteingesessenen und angesehenen Kaufmannsfamilie Davidsohn in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet, in ein Konzentrationslager gesperrt und 1942 ermordet. Ernst wurde am 27. Juli 1891 als Sohn von Eduard Davidsohn und dessen Frau Ottilie geboren. Sein Cousin Johan Davidsohn wurde bereits im November 1934 als 30-jähriger Referendar von &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/stolperstein/davidsohn-ernst/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Davidsohn, Ernst“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="DavidsohnErnst1" aria-describedby="caption-DavidsohnErnst1" style="width: 230px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/7Nlujbo0PUMUks8U7Olg-A?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh6.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S9MkgrYYpdI/AAAAAAAASuk/yObxaYyDdmA/s288/DavidsohnErnst.jpg" alt="Ernst Davidsohn"></a><figcaption id="caption-DavidsohnErnst1" class="wp-caption-text">Ernst Davidsohn</figcaption></figure> <strong>Ernst Davidsohn (1891-1942)</strong> war ein Sohn der alteingesessenen und angesehenen <a href="http://www.teufelsmoor.eu/allgemein/davidsohn/">Kaufmannsfamilie Davidsohn</a> in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet, in ein Konzentrationslager gesperrt und 1942 ermordet. </p>
<p>Ernst wurde am 27. Juli 1891 als Sohn von Eduard Davidsohn und dessen Frau Ottilie geboren. Sein Cousin <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/davidson-johan">Johan Davidsohn</a> wurde bereits im November 1934 als 30-jähriger Referendar von 40-50 Männern zusammengeschlagen, in &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen und nach Berlin gebracht, nachdem er mehrere Flugblätter, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen, entfernt hatte.</p>
<p>Dem seit 1933 von den Nationalsozialisten organisierten, u. a. mit Plakaten und uniformierten Wachen vor den Geschäften durchgesetzten Boykott jüdischer Geschäfte hielt das Unternehmen zunächst stand, erst das völlige Verbot jüdischer Geschäftstätigkeit führte 1938 zur Geschäftsaufgabe. Geschäft und Immobilie  Bekleidungshaus wurde von Heinrich von Seggern übernommen. </p>
<p>Nach der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a> (9./10. November 1938), in deren Verlauf SA-Männer nach der vereitelten Brandstiftung an der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">ehemaligen Synagoge</a> in die Wohnungen ansässiger Juden eindrangen und u. a. Ernsts Cousine <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/davidsohn-ilse/">Ilse (geb. 1906)</a> schwer verletzten, wurden Ernst und sein Cousin Johan in &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen. </p>
<p><figure id="DavidsohnErnst2" aria-describedby="caption-DavidsohnErnst2" style="width: 250px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/7fdlBndAPdby61ukdIwucQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh4.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7TdlBlf2FI/AAAAAAAASq4/3WN2fHRcb1c/s288/19381110_Schutzhaft.JPG" alt="Polizeiprotokoll Henny Cohen Schutzhaft"></a><figcaption id="caption-DavidsohnErnst2" class="wp-caption-text">Polizeiprotokoll betr. 'Schutzhaft'</figcaption></figure>Im Oktober 1937 verkaufte Ernst für die Fa. J. D. Davidsohn eine Hammewiese von 4 ha bei Tietjens Hütte für RM 11.000 (Kaufkraft 2011 ca. € 43.000, <small>Quelle: Wikipedia</small>) an den Landwirt Gevert Blendermann aus Heilshorn. Im Kaufvertrag des Notars Heinrich Helck ist Ernsts Wohnadresse zu diesem Zeitpunkt mit <a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/kirchenstrase/kirchenstr-4/">Kirchenstraße 4</a> angegeben. Am 28.10.1938 verkaufte Ernst Geschäft und Immobilie für RM 40.000 (Kaufkraft 2011 ca. € 170.000) an von Seggern <small>(Quelle: Anzeige Osterholzer Kreisblatt)</small>. Am 6. Dezember 1938 musste Ernst seinen Führerschein, dessen Besitz Juden nunmehr untersagt war, bei der Polizei abgeben. </p>
<p>Ebenfalls 1938 musste Ernst in das von seiner Tante Toni und Cousine Ilse sowie zuvor von Johan bewohnte Haus in der Bahnhofstraße 84 ziehen. 1939 mussten die Davidsohns dort die Familie ihres ehemaligen Konkurrenten <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-alfred-und-flora/">Alfred Cohen</a> als Mieter aufnehmen, die auf Grund des <em>Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden</em> vom 30. April 1939 von der Stadtverwaltung unfreiwillig zum Umzug genötigt wurden. Die Immobilie in der Bahnhofstraße verkaufte Toni im Januar 1941, bevor sie mit Ilse in ein Bremer Judenhaus in der Wiesbadener Straße umzog. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/de-geschicht-is-logenhaft/">Murken</a>)</small></p>
<p>Ernst wurde am 18. November 1941 mit 569 seiner Leidensgenossen (440 aus Bremen und 130 aus dem Regierungsbezirk Stade) am Bremer Lloydbahnhof zusammengetrieben und über Hamburg, wo weitere 407 Juden aus Hamburg und Umgebung zusteigen mussten, nach Minsk verfrachtet. Dort kam er am 23. November an, sein weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Er kam entweder bereits im ersten Winter im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> oder 1942 im Rahmen der Massentötungen durch Vergasen oder Erschießen ums Leben.</p>
<p><a href="http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html?id=851109&#038;submit=1&#038;page=1&#038;maxview=50&#038;offset=0">Eintrag im Gedenkbuch</a> beim Bundesarchiv</p>
<blockquote><p>Davidsohn, Ernst<br />
* 27. Juli 1891 in Osterholz-Scharmbeck<br />
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck</p>
<p>Deportation:<br />
ab Hamburg<br />
18. November 1941, Minsk, Ghetto</p>
<p>Todesdatum:<br />
28. Juli 1942, Minsk, Ghetto</p></blockquote>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Pogromnacht 2015</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 10 Nov 2015 18:19:12 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bahnhofstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[2015]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
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					<description><![CDATA[Auch in diesem Jahr trafen sich eine ganze Reihe von Osterholz-Scharmbeckern am Mahnmal in der Bahnhofstraße, um anlässlich des 77. Jahrestages der sog. Reichspogromnacht ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger zu gedenken. Mit knapp 50 Teilnehmern waren es diesmal sogar deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren, die der stellv. Bürgermeister Klaus Sass begrüßen konnte. Wie in &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/pogromnacht-2015/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Pogromnacht 2015“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="Pogrom15a" aria-describedby="caption-Pogrom15a" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/RETVRI1QAjrdgwwMQBqGMtMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-AvUXO7mX9BE/VkDr174CMwI/AAAAAAAAjK0/hVrGiIJf5Bg/s400-Ic42/20151109Porgromnacht0131.jpg" height="267" width="400" /></a><figcaption id="caption-Pogrom15a" class="wp-caption-text">Stimmungsvoll am Originalschauplatz nach Einbruck der Dunkelheit</figcaption></figure>Auch in diesem Jahr trafen sich eine ganze Reihe von Osterholz-Scharmbeckern am <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/mahnmal-bahnhofstrasse/">Mahnmal in der Bahnhofstraße</a>, um anlässlich des 77. Jahrestages der sog. Reichspogromnacht ihrer ehemaligen jüdischen Mitbürger zu gedenken.</p>
<p><figure id="Pogrom15b" aria-describedby="caption-Pogrom15b" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/TTXEGPDpx1cVViiqhfCDvNMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-ZCesMHlUeug/VkDsEtfB2-I/AAAAAAAAjLM/MVHe5GSz_OE/s400-Ic42/20151109Porgromnacht0181.jpg" height="267" width="400" alt="Gedenkstunde zur Reichspogromnacht in Osterholz-Scharmbeck"/></a><figcaption id="caption-Pogrom15b" class="wp-caption-text"> </figcaption></figure>Mit knapp 50 Teilnehmern waren es diesmal sogar deutlich mehr Menschen als in den Vorjahren, die der stellv. Bürgermeister Klaus Sass begrüßen konnte. Wie in jedem Jahr überkam mich ein leichter Schauer, als Volker Müller und Ulrich Marahrens <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">am Schauplatz der 1938 in Brand gesetzten Synagoge</a> die Namen und Adressen der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Osterholz-Scharmbecks verlasen, die Opfer des Nazi-Terrors wurden. Ihnen und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/geschichte-der-juden/">ihrem hier beschriebenen Schicksal</a> galten die anschließende Schweigeminute und viele Blumen und Steine auf dem Gedenkstein.<br />
<span id="more-10282"></span></p>
<p><figure id="Pogrom15c" aria-describedby="caption-Pogrom15c" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/BU8Pb2zkdPRcKqAgzeK3IdMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-Rlv1YVYOfsw/VkDsL64_rfI/AAAAAAAAjLc/EvRiM9C00Xk/s400-Ic42/20151109Porgromnacht0231.jpg" height="267" width="400" /></a><figcaption id="caption-Pogrom15c" class="wp-caption-text">Ilse Schröder, Sigrid Korte und Anneliese Kothe (von li.) lasen aus der Dokumentation</figcaption></figure>Im Anschluss stellte die Stadt im Rathaus die druckfrische <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/buch-juedische-buergerinnen-und-buerger-in-osterholz-scharmbeck/">Dokumentation &#8222;Jüdische Bürgerinnen und Bürger in Osterholz-Scharmbeck&#8220;</a> von Ilse Schröder, Sonja Sancken und Horst Böttjer (Stadt Osterholz-Scharmbeck) vor. Zur Feierstunde im Foyer reichte zur allgemeinen Freude die vorgesehen Bestuhlung nicht, den über 100 Interessierten Platz zu bieten. </p>
<p><figure id="pogrom15d" aria-describedby="caption-pogrom15d" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/5js1R7HJ8wsFQc1lNw8G0dMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-poV7eZeGUSE/VkDsYxdqu4I/AAAAAAAAjL0/UNt2iUgNkEU/s400-Ic42/20151109Porgromnacht0261.jpg" height="267" width="400" alt="Herbert Behrens, Ilse Schröder, Reelf Menkhoff"/></a><figcaption id="caption-pogrom15d" class="wp-caption-text">Herbert Behrens, Ilse Schröder und Reelf Menkhoff (von li.)</figcaption></figure>Die kurze Feierstunde wurde von Klaus Sass eröffnet und von Klezmer eines Projektorchesters unter Leitung von Ilse Zink aufgelockert. Nach einem Grußwort und einem Blumenstrauß von Pastor Gert Glaser an die Hauptautorin Ilse Schröder wurden Abschnitte der Dokumentation gelesen. Einmal mehr, wenn sich der Jahrestag der brennenden Synagogen in Deutschland jährt, gingen mir die Sätze von Martin Niemöller durch den Kopf:</p>
<blockquote><p>Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist. Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat. Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschafter. Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.</p></blockquote>
<p>Mögen möglichst viele sich auch diese Tage daran erinnern, wenn irgendwo in Deutschland mal wieder etwas in Brand gesetzt wird.</p>
]]></content:encoded>
					
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		<title>Juden in OHZ</title>
		<link>https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/geschichte-der-juden/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2015 05:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Osterholz-Scharmbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1735]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
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					<description><![CDATA[Osterholz und Scharmbeck waren vor 150 Jahren eine Hochburg jüdischer Ansiedlung im Elbe-Weser-Dreieck. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren viele jüdische Mitbürger in Osterholz-Scharmbeck als Kaufleute, Ärzte, dekorierte Kriegsteilnehmer und Heimatforscher respektiert und bei Vielen im Ort beliebt. Die Geschichte ihrer Demütigung, Vertreibung und fast vollständigen Vernichtung in den Jahren 1933-45 ist wegen ihrer &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/geschichte-der-juden/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Juden in OHZ“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="juden1" aria-describedby="caption-juden1" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" src="https://lh3.googleusercontent.com/-tGmNsrswrJs/VGOa187iKYI/AAAAAAAAhc8/fBhvcB9wYLs/s400-Ic42/Synagoge1938.jpg" alt="Synagoge in Osterholz-Scharmbeck"><figcaption id="caption-juden1" class="wp-caption-text">Ehemalige Synagoge in der Bahnhofstraße<br />nach der Reichsporgromnacht 1938</figcaption></figure>Osterholz und Scharmbeck waren vor 150 Jahren eine Hochburg jüdischer Ansiedlung im Elbe-Weser-Dreieck. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren viele jüdische Mitbürger in <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/osterholz-scharmbeck/">Osterholz-Scharmbeck</a> als Kaufleute, Ärzte, dekorierte Kriegsteilnehmer und Heimatforscher respektiert und bei Vielen im Ort beliebt. Die Geschichte ihrer Demütigung, Vertreibung und fast vollständigen Vernichtung in den Jahren 1933-45 ist wegen ihrer &#8222;Überschaubarkeit&#8220; und der lokalen Bezüge ein bedenkenswertes Lehrstück über menschliche Schwächen, Toleranz und Zivilcourage. </p>
<blockquote><p>&#8222;Das meiste Unrecht beginnt im Kleinen &#8211; und da lässt es sich mit Mut und Zivilcourage noch bekämpfen.&#8220;<br />
<small>Roman Herzog (ehemaliger Bundespräsident) im Mai 1997</small>
</p></blockquote>
<p>Beachtlich sind auch Schicksal und Auftreten <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Arons</a>, des einzigen &#8222;Volljuden&#8220; unserer Stadt, der nach diesen Ereignissen an seinen Heimatort zurückkehrte.<br />
<span id="more-28"></span></p>
<h3>Anfänge</h3>
<p>Als erster namentlich erwähnter Jude erhielt Levi Hertz 1732 einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geleitrecht">Geleitbrief</a> für Scharmbeck. 1756 oder 1757 kaufte er ein ca. 150 m² großes Grundstück an der Chaussee zwischen Lintel und Pennigbüttel für einen jüdischen Friedhof. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a>)</small> Anderen Quellen zur Folge <small>(<a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldeiCNkijmkcDOj6H2LnyC9m2XeWXPrFzIV">Staatsarchiv Stade</a>)</small> erhielten 1731 Levy Herz und Moses Hein in Osterholz sowie Cahn Meyer und David Meyer in Scharmbeck einen Schutzbrief.</p>
<p>Die jüdische Gemeinde für Osterholz und Scharmbeck wurde am 1. Dezember 1768 gegründet. Sie bestand damals aus vier Familien mit insgesamt 18 Personen sowie einem Knecht und vier Mägden. In Scharmbeck lebten die Familien Levi Hertz (lt. Stadtchronik seit 1735), Philipp Moses (seit 1753) und Leffmann Moses Meyer (seit 1758), in Osterholz die Familie Salomon Levi seit 1761. </p>
<p>1772 gründete die spätere <a href="http://www.teufelsmoor.eu/allgemein/davidsohn/">Familie Davidsohn</a> in der Obernstraße (später Poststraße) ein Textilgeschäft, den Namen Davidsohn nahmen sie vermutlich erst später während der französischen Besatzung 1803-13 an. 1780 erhielt auch Jakob Nachmann einen Schutzbrief, um auf dem Heidkamp eine Schlachterei einzurichten. Zuvor hatte er bereits drei Jahre bei Moses Hein in Scharmbeck gearbeitet. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> 1796 wurde der Levi Lefmann in Scharmbeck gewährte Schutz auf Heine Lefmann Goldberg in Scharmbeck übertragen <small>(Quelle: <a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldex07U$(XrfQPkGeiU96s7mS4UbGMw6IiPV">Nds. Landesarchiv</a>)</small></p>
<h3>Wachstum</h3>
<p>Bis 1875 wuchs der Bevölkerungsanteil jüdischen Glaubens in Osterholz und Scharmbeck fast stetig, mit ca. 3 % lag er damals höher als in jedem heutigen Land der Welt, abgesehen von Israel. Für das Wachstum der hiesigen jüdischen Gemeinde gab es mehrere Gründe: Zum einen waren gerade die Berufe des Schlachters und des Textilhändlers unter Juden sehr verbreitet, da ihnen der Zugang zu vielen anderen Berufen bis Mitte des 19. Jh. verwehrt war. Insofern war die herausragende Stellung Scharmbecks in der Stoffproduktion und im Viehhandel für viele Juden von Belang: Sowohl die Tuchmacherzunft als auch der seit 1748 gehaltene <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/herbstmarkt/">Viehmarkt im Herbst</a> waren bis in das späte 19. Jh. weit überregional berühmt. Hinzu kam Bremens bis 1849 völlig ablehnende Haltung den Juden gegenüber, die einige von ihnen zur Ansiedlung in der unmittelbaren Umgebung veranlasste. </p>
<p>1803, zu Beginn der französischen Besatzung durch Napoleons Truppen, waren zumeist Juden für die Organisation der Verpflegung verantwortlich: Hyam Marks aus Bremerlehe, Jakob Lachmann, Levi Lefmann, Lüder Hartmann (Koppelstraße) und Oppenheimer (später Markus Kayser). 1804-09 beschäftigte die jüdische Gemeinde Benjamin Jacob, der zuvor in der Synagoge wohnte und eine Schänke betrieb, als &#8222;Schulmeister, Schecher und Vorsinger&#8220;. 1811 erhielt Salomon Meyer aus Scharmbeck vom Kanton-Maire Eickenrodt einen Schutzbrief. 1815 bestand die Gemeinde bereits aus sieben Familien mit fast 50 Personen, Gemeindevorsteher und Schullehrer war Meyer Aaron. 1824 wurde er von Nathan Cohen abgelöst, Distriktvorsteher für den Weserdistrikt des Herzogtums Bremen. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> </p>
<p>1829 lebten in Osterholz und Scharmbeck bereits 12 jüdische Familien mit 101 Personen. In Scharmbeck waren es Abraham Heidemann, Hein Lefmann Goldberg, Salomon Meyer, Meyer Aron Aronsohn Witwe, Nachmann Jacob Kugelmann, Isaac David Davidsohn, David Weinberg und Jeckel Jacob. In Osterholz lebten Nathan Cohen, Moses David Davidsohn, Levi Weinberg und Moritz Cohen. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>Das 1830 an der Teichstraße erbaute Synagogen- und Schulgebäude erhielt im vorderen Teil Schulstube und Küche und im hinteren Teil die Synagoge mit 12 Gebetspulten. Im oberen Stockwerk befanden sich die &#8222;Synagogenstände&#8220; für die Frauen und eine Lehrerwohnung. 1830 wurde der 3. Distrikt der Judenschaft im Elbe-Weserraum mit Sitz in Rotenburg aufgelöst und dem 2. Distrikt mit Sitz in Osterholz zugeschlagen, der damit die Ämter Ottersberg, Lilienthal und Osterholz sowie das Gericht Ritterhude umfasste. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a>)</small> 1840 wurde Moses Davidsohn Bezirksvorsteher, sein Nachfolger war der Osterholzer Heidemann. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> 1841 wurde Salomon Goldberg in Scharmbeck Schutz verliehen. <small>(Quelle: <a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldeh7/UI1g7GlK8bpNJvJBBaR3sRp43dhkS">Nds. Staatsarchiv</a>)</small></p>
<table class="ohneRand">
<tr class="ohneRand">
<td></td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;Einwohner&nbsp;</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Juden&nbsp;</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;%&nbsp;</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1815</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right"></td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">ca. 49</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right"></td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1845</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.079</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">101</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,28</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1861</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.406</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">96</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">2,82</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1864</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.441</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">106</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,08</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1871</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.467</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">127</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,66</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1895</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">4.419</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">99</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">2,24</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1905</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">4.844</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">62</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">1,28</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1925</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">5.760</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">47</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">0,82</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1939</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">5.568</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">27</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">0,48</td>
</tr>
</table>
<p><small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a> und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>1844 waren im gesamten Bezirk Stade 210 jüdische Familien registriert, 33 von ihnen ohne Schutzbrief. In Scharmbeck lebten Salomon Meyer, Meyer Aaron Aaronsohn Witwe, Nachmann Jacob Kugelmann, Isaak David Davidsohn, David Weinberg, Jeckel Jacob, Abraham Heidemann und Hein Lefmann Goldberg. In Osterholz waren Nathan Cohen, Moritz Cohen, Moses David Davidsohn und Levi Weinberg registriert, auf Sandbeck Philipp Samson Feist. Seit Juli 1847 brauchten Juden im Königreich Hannover keine Schutzgelder mehr zu entrichten. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>Aus dem Jahr 1876 stammt eine Aufstellung der an den Vermögensverhältnissen orientierten Abgaben für die Synagogengemeinde für das Jahr 1877: </p>
<table width="50%">
<tr>
<td align="right"><strong>Mark</strong></td>
<td align="left"><strong>Familie</strong></td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">100.00<br /><small>(Kaufkraft 2008 ca. € 640)</small></td>
<td align="left">J. Gotthelf (Scharmbeck)<br />A. Goldschmidt (Scharmbeck)<br />S. Feist (Scharmbeck)<br />J. D. Davidsohn (Scharmbeck)<br />S. Heidemann (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">90.00</td>
<td align="left">D. Weinberg (Scharmbeck)<br />L. Feist (Scharmbeck)<br />J. Davidsohn (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">60.00</td>
<td align="left">P. S. Feist (Scharmbeck)<br />J. A. Heidemann (Scharmbeck)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">35.00</td>
<td align="left">M. Cohen (Osterholz)<br />A. Cohen (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">30.00</td>
<td align="left">J. Cohen (Ritterhude)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">20.00</td>
<td align="left">E. Ries (Scharmbeck)<br />A. Bähr Scharmbeck)<br />A. Löwenbach (Scharmbeck)<br />S. Cohen (Scharmbeck)<br />L. Weinberg (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">17.50</td>
<td align="left">M. Meyer (Worpswede<small>(?)</small>)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">15.00</td>
<td align="left">W. Cohen (Scharmbeck)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">13.00</td>
<td align="left">S. Simonsohn (Osterholz)<br />L. Simonsohn (Osterholz)<br />A. Rosbach (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">10.00</td>
<td align="left">M. Abraham (Worpswede)<br />J. Gunst <small>(?)</small> (Ritterhude)<br />A. Cohen (Ritterhude)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">9.00</td>
<td align="left">N. Simon (Ritterhude)</td>
</tr>
</table>
<h3>Integration</h3>
<p>1881 wurde der Kaufmann Eduard Davidsohn (Poststr. 159, später Nr. 4) Scharmbecker Schützen-Vizekönig. Von 1893 bis 1915 wurde er mindestens vier mal zum Bürgervorsteher gewählt. <small>Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a></small></p>
<p>Im 1. Weltkrieg fielen zwei Kriegsteilnehmer der jüdischen Gemeinde Scharmbecks, unter ihnen am 7.5.15 Ludwig Aron, geb. 19.8.1892, der ältere Bruder  von <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a>.</p>
<p><strong><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-dr-richard/">Dr. Richard Cohen</a></strong> besuchte nach der jüdischen Elementarschule in der Bahnhofstraße eine höhere Schule in Bremen, studierte in Berlin Medizin und promovierte dort. Er übernahm 1899 die Praxis des verstorbenen Dr. Neander in Scharmbeck in der späteren <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/historische-aufnahmen/marktstr-5/">Marktstraße 5</a>. Richard war deutsch und vaterländisch orientiert, Freiwilliger im 1. Weltkrieg und diente an der französischen Front als Sanitätsrat. Ausgezeichnet mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz">Eisernen Kreuz 1. Klasse</a> wurde er 1917 in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 2. Klasse gewählt und erlangte 1919 einen Sitz im Kreistag und als Spitzenkandidat mit der Bürgerlichen Liste 9 von 15 Sitzen in der Scharmbecker Gemeindevertretung. 1920 wählte das Bürgervorsteherkollegium ihn zu seinem Wortführer. </p>
<p><strong><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/lowenstein-leopold/">Leopold &#8222;Leo&#8220; Löwenstein</a></strong> war Vorbeter und hauptamtlicher Lehrer der jüdischen Gemeinde. Er gehörte 1910 zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern des <em>Vereins der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fortschrittliche_Volkspartei">Fortschrittlichen Volkspartei</a> Osterholz-Scharmbeck</em>. Ab 1915 diente er als Soldat im 1. Weltkrieg. In den 1920er-Jahren war Löwenstein nicht nur Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, sondern auch anerkannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, u. a. Schriftführer im einflussreichen Scharmbecker Bürgerverein und Autor zahlreicher heimatkundlicher Artikel im <em>Heimatboten</em>, einer Beilage zum <em>Osterholzer Kreisblatt</em>.</p>
<h3>Dunkle Jahre</h3>
<p><figure id="juden2" aria-describedby="caption-juden2" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" src="http://lh3.google.de/moorteufel/RvP9ihaJkEI/AAAAAAAABTk/YLQkEj_VVk4/s400/IMG_1414.JPG" alt="Jüdischer Friedhof Osterholz-Scharmbeck"><figcaption id="caption-juden2" class="wp-caption-text">Grabstein <em>Moritz Meibergen</em> auf dem Jüdischen Friedhof</figcaption></figure><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meibergen-moritz/">Moritz Meibergen</a> (1875-1933) aus der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/bahnhofstr-90/">Bahnhofstraße 90</a> war das erste jüdische Opfer des Nationalsozialismus aus Osterholz-Scharmbeck. Am Tag nach seinem 58. Geburtstag wurde er in Ahlhorn von der SA zu Tode misshandelt. Er ist auf dem Jüdischen Friedhof beerdigt.</p>
<p>1934 wurde die Ausgrenzung jüdischer Mitbürger überall im Reich drastisch intensiviert. In jedem Ort wurden sog. &#8222;Stürmerkästen&#8220; installiert, in denen das antisemitische Wochenblatt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Stürmer">&#8222;Der Stürmer&#8220;</a> ausgehängt wurde. Inhaber und Kunden jüdischer Geschäfte wurden zunehmenden Repressalien ausgesetzt, indem Boykottposten vor den Läden aufgestellt, Schaufenster beschmiert und eingeworfen und Kunden beim Betreten oder Verlassen der Geschäfte fotografiert und teilweise mit vollem Namen und Anschrift in den &#8222;Stürmerkästen&#8220; veröffentlicht wurden.</p>
<p><figure id="Juden3" aria-describedby="caption-Juden3" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ab/Bundesarchiv_Bild_133-075%2C_Worms%2C_Antisemitische_Presse%2C_%22Stürmerkasten%22.jpg" width="400" alt="Stürmerkasten"><figcaption id="caption-Juden3" class="wp-caption-text">Stürmerkasten in Worms (Quelle: Bundesarchiv)</figcaption></figure>Im Herbst 1934 druckte die &#8222;Nordwestdeutsche Landeszeitung&#8220; Flugblätter, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen und in zahlreichen Schaufenster aufgehängt wurden. Der 30-jährige Referendar John Davidsohn, Sohn des Inhabers der Manufakturwarenhandlung Davidsohn in der Poststraße, entfernte einige davon am 27. November und wurde darauf hin von 40-50 Männern zusammengeschlagen, in Schutzhaft genommen und nach Berlin gebracht. Auf Intervention eines vom Vater eingeschalteten Bremer Rechtsanwaltes und des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Central-Verein_deutscher_Staatsbürger_jüdischen_Glaubens">Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV)</a> ließ man ihn am 15. Dezember wieder frei. <small>(Quelle: Obenaus H (Hrsg): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen Band II, 2005)</small></p>
<p>1935 wurden auch aus Osterholz-Scharmbeck Fälle gemeldet, in denen Geschäftsleute christlichen Glaubens ihren jüdischen Mitbürgern den Verkauf von Dingen des täglichen Bedarfs verweigerten. <small>(Quelle: <a href="http://books.google.de/books?id=WNk_8-TDaV4C&#038;pg=PA3&#038;dq=scharmbeck+Jude&#038;source=gbs_selected_pages&#038;cad=3#v=onepage&#038;q=&#038;f=false">Wildt M: Geschichte des Nationalsozialismus, 2008</a>)</small></p>
<blockquote><p><strong>&#8222;Juden sind hier unerwünscht</strong><br />
Ein nachahmenswertes Beispiel hat jetzt unsere Kreishauptstadt Osterholz-Scharmbeck gegeben: Seit einigen Tagen sind in sämtlichen Geschäften und Handwerksbetrieben, bis auf eine unrühmliche Ausnahme, Schilder sichtbar angebracht, die die Aufschrift tragen: Juden sind hier unerwünscht. Einige wenige Geschäftsleute und Handwerker, die bisher &#8218;Bedenken&#8216; hatten, das Plakat auszuhängen, haben sich zuletzt doch noch eines Besseren besonnen &#8230; Erfreulich ist der Gemeinschaftsgedanke &#8230; Wer beim Juden kauft, ist ein Volksverräter!&#8220; <small>(Osterholzer Kreisblatt vom 21.8.1935, zitiert nach <em>Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II</em>, R. Meenkhoff, 2009)</small></p></blockquote>
<p>Am 1.10.1937 ging das Bekleidungsgeschäft Heidemann (seit 1851) in der Findorffstraße wegen des Boykotts jüdischer Händler in &#8222;arische Hände&#8220; über und wurde als Fa. Chr. Essen fortgeführt. Stuhlfabrik und Sägewerk von S. Feist wurden 1938 vom Kaufmann Heinrich Kramer aus Oberneuland erworben. Ebenfalls 1938 wurde dem jüdischen Arzt Dr. Richard Cohen (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/historische-aufnahmen/marktstr-5/">Marktstraße 5</a>) Berufsverbot erteilt, er starb verarmt und seelisch gebrochen am 8. April in Bremen.  <small>(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)</small></p>
<p>1938 veröffentlichte der Lehrer und Heimatforscher <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/johann-segelken-heimatforscher/">Johann Segelken</a> die erste Auflage seines &#8222;Heimatbuches&#8220; mit Unterstützung durch Bürgermeister und NSDAP-Parteileitung, in dessen Anhang er die Geschichte der Juden in der Region überaus geringschätzig behandelt (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/">siehe Auszüge</a>). </p>
<p>Die Löwenstein&#8217;sche Schulchronik endet 1938 mit dem Vermerk, dass die Gemeinde noch aus 31 Personen besteht und die Synagoge wegen Ausfalls steuerkräftiger Mitglieder und zusätzlicher Belastungen nicht halten kann. Nur noch sechs Kinder (Ruth und Cläre Meyer, Sonja, Erika und Jacob Ratusch sowie Inge Cohen) besuchten den Religionsunterricht. Löwenstein verlor durch den notwendigen Verkauf der Synagoge seine Wohnung und sah sich nach 45-jähriger Tätigkeit gezwungen, zu Verwandten nach Paderborn zu ziehen. Am 16.1.44 wurde Löwenstein in Theresienstadt ermordet.</p>
<p>In der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a> 9. November 1938 drangen SA-Männer in die Häuser jüdischer Familien ein, schlugen auf männliche Bewohner ein und verletzten mehrere von ihnen schwer. In der Bremer Str. 47 (westlich der Bahnschranke) wurden Alfred, Flora und Henny Cohen in den Keller ihres Hauses getrieben und dort stehende Einweckgläser zerschlagen. Annelie Müller (damals wh. im &#8222;Judenhaus&#8220; Bördestr. 20) und Otto Arnholt erinnerten sich noch 2001 an die Namen der beteiligten SA-Männer. <small>Quelle: K. Beer <em>Ein Denkmal für Familie Cohen die in Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen gelebt hat</em>. Verl. H. Saade, 2001. S. 75</small></p>
<p>In unmittelbarer Folge der Novemberpogrome wurden Ende 1938 im gesamten Reich Ausgehverbote, Einkaufs- und Verkehrsbeschränkungen für Juden erlassen. Sie durften nicht mehr Autofahren, unterlagen nachts zwischen 21:00 und 5:00 Uhr (im Winter 20:00-6:00 Uhr) einem Ausgehverbot und durften nur noch zu festgelegten Zeiten in ausgewählten Geschäften einkaufen. In Osterholz-Scharmbeck waren dies Pape (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/kirchenstrase/kirchenstrase-19/">Kirchenstraße 19</a>) für Lebensmittel, Seedorf (Koppelstraße 23) für Fleischwaren und Habekost (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-117/">Bahnhofstraße 117</a>) bzw. später Minkwitz (Bremer Straße 51) für Backwaren. </p>
<p>Bei Inkrafttreten der &#8222;Polizeiverordnung  über die Kennzeichnung der Juden&#8220; am 1. September 1941 lebten hier noch sieben jüdische Mitbürger: die Brüder Moritz und Wilhelm Aron, Familie Alfred und Flora Cohen mit Tochter Henny sowie das Ehepaar Hugo und Selma Meyer-Rosenhoff. 13 Osterholz-Scharmbecker Juden befanden sich mit 570 Leidensgenossen in dem Reichsbahntransport, der am 18. November 1941 von Bremen über Hamburg in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> (Weißrussland) führte:</p>
<blockquote><p>Henny Cohen, Hohetorstraße<br />
Clara Cohen, Lindenstraße<br />
Hanni Meyer, geb. Cohen, Lindenstraße<br />
Ilse und Toni Davidsohn, Bahnhofstraße<br />
Ernst Davidsohn, Poststraße<br />
Irma, Betty und Iwan Heidemann, Findorffstraße<br />
Cläre, Ruth, Selma und Hugo Meyer-Rosenhoff, Bördestraße</p>
<p>Keiner von ihnen überlebte.
</p></blockquote>
<p>Mit Flora und Alfred Cohen, die zum Umzug nach Bremen gezwungen und später über Hannover in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt">Lager Theresienstadt</a> deportiert wurden, verließen am 21.3.1942 die letzten Mitglieder der in Osterholz und Scharmbeck einst zahlreichen Familie Cohen den Ort. Alfred starb im August 1942 im Lager, während Flora am 8. Mai 1945 befreit wurde. Sie kehrte zu ihrer Schwägerin Frieda (Witwe von Dr. Richard Cohen) zurück, reiste 1946 zu ihrem Sohn Fritz nach Brasilien, wo sie 1955 starb.</p>
<p>Als am 30. März 1942 alle jüdischen Wohnungen gekennzeichnet werden sollten, betraf dies hier nur noch ein Haus: Übrig waren am 2. April 1942 nur noch zwei jüdische Einwohner: Moritz und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a>. Moritz Aron wurde am 23.7.1942 ebenfalls nach Theresienstadt deportiert und kam dort oder im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz">KZ Auschwitz</a> ums Leben.<br />
 <small>(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)</small></p>
<h3>Nachkriegsgeschichte</h3>
<p>Nur <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a> und seine Kinder Annelie und Wilhelm (&#8222;Willi&#8220;) kehrten nach Osterholz-Scharmbeck zurück. Wilhelm senior engagierte sich in der Nachkriegszeit viele Jahre in der SPD, der Gewerkschaft sowie bei der Feuerwehr, der AOK, im Stadtrat und beim VSK. Bis 1960 arbeitete er als Leiter des Gewerkschaftsbüros in der ehemaligen Synagoge seiner Gemeinde in der Bahnhofstraße und machte vielen Zeitzeugenberichten zur Folge kein Aufheben von der erlittenen Verfolgung. </p>
<p>Der öffentliche Umgang mit dem Schicksal der jüdischen Mitbürger in den 1930er-Jahren ist aus heutiger Sicht über Jahrzehnte stark problembehaftet gewesen. Eine in verschiedenen Quellen (u.a. <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geschichte_von_Osterholz-Scharmbeck&#038;oldid=71827082">Wikipedia-Artikel zur Geschichte Osterholz-Scharmbecks</a>, s. Kap. &#8222;Arbeitslosigkeit und Nationalsozialismus&#8220;) vermutete oder behauptete Empfindlichkeit noch in der Stadt lebender Angehöriger ehemaliger Nazis mag ein Grund gewesen sein. Sie erklärt aber beispielsweise nicht, warum dem Juden und Ex-KZ-Häftling Wilhelm Aron 1972 die Anerkennung verweigert wurde, eine Sporthalle nach ihm zu benennen, während der Judenhetzer und Ex-NSDAP-Sympathisant Johann Segelken (vgl. die <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/">Ausführungen über Juden in seinem Heimatbuch von 1938</a>) 1964 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Ebensowenig lässt sich damit begründen, dass Oberkreisdirektor Gottschalk 1967 in einem Brief an den niedersächsischen Landesrabbiner Dr. Zvi Asaria eben jenen Segelken als Informationsquelle für das Schicksal der Juden in der Region empfiehlt, da dieser &#8222;die Aktenunterlagen über das Judentum genau kennen&#8220; dürfte (Quelle: Brief des OKD an den Landesrabbiner vom 26.1.1967, zitiert nach <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/de-geschicht-is-logenhaft/">Murken</a>).</p>
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		<title>75 Jahre Reichspogromnacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2013 06:23:50 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[Gedenkfeier und Ausstellung im November 2013]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="75Pogrom2" aria-describedby="caption-75Pogrom2" style="width: 280px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/VEbLTCnJHopxj12C6th1iNMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-xFxC94HnsZ8/Un5FjpDSlsI/AAAAAAAAd1I/zQ6luAnXHGI/s288/20131109Pogromnacht001.jpg" height="192" width="288" /></a><figcaption id="caption-75Pogrom2" class="wp-caption-text">Einführung vom stellv. Bürgermeister Klaus Sass</figcaption></figure><figure id="75Pogrom1" aria-describedby="caption-75Pogrom1" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/CMaA6FNk4l7c4fhu2S7fAtMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh5.googleusercontent.com/-Z9lRXPJIM1o/Un5FtLRm5-I/AAAAAAAAd1Y/sSOHo4JwDTo/s400/20131109Pogromnacht004.jpg" height="400" width="267" alt="Gedenkfeier Reichspogromnacht Osterholz-Scharmbeck"/></a><figcaption id="caption-75Pogrom1" class="wp-caption-text">Die Namen der Opfer ... <br />gelesen von Ulrich Marahrens und Volker Müller</figcaption></figure>Ohne auf die in meinen Augen sehr akademisch-abgehobene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938#Heutige_Begriffe">Diskussion</a> um die politisch korrekte Bezeichnung der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 eingehen zu wollen, will ich unter dieser Überschrift kurz über die Gedenkfeier am Mahnmal in der Bahnhofstraße und die Ausstellungeröffnung im Rathaus berichten.</p>
<p>Samstag morgen um 10.30 Uhr trafen sich auf Einladung der Stadt etwa 30 Menschen an der Gedenkstätte, die ja bekanntlich auf einem Teil des <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105">Grundstückes der ehemaligen Synagoge</a> steht. </p>
<p>Nach der Begrüßung durch den stellv. Bürgermeister wurden die Namen und Adressen der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Osterholz-Scharmbecks verlesen, die Opfer des Nazi-Terrors wurden. Die Erinnerung an sie fand mit einer Schweigeminute und vielen Blumen und Steinen auf dem Gedenkstein ihren Ausdruck.  </p>
<p>Im Anschluss, nach einem kurzen Fußweg zum Rathaus, eröffnete Sass dort die Ausstellung <em>&#8222;<a href="http://www.osterholz-scharmbeck.de/index.phtml?object=tx|1983.263&#038;mNavID=1983.7&#038;sNavID=1983.171&#038;La=1&#038;FID=422.2053.1">Reichspogromnacht &#8211; 75 Jahre danach</a>&#8222;</em>. Diese erstmals 2002 von Claudia Körber zusammengestellte, 2006 anlässlich der Eröffnung der Gedenkstätte von Horst Böttjer  (Stadt Osterholz-Scharmbeck) und Ilse Schröder (Ökumenischen Arbeitskreis 9. November) überarbeitete und jetzt von Sonja Sancken, Ilse Schröder und Horst Böttjer erneut aktualisierte Ausstellung wird dort bis zum 29. November im Foyer gezeigt.</p>
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