Mahnmal Bahnhofstraße

Mahnmal in Osterholz-Scharmbeck
Granitplatte und Stelen
Gedenktafel am Mahnmal Osterholz-Scharmbeck
Gedenktafel
An der Bahnhofstraße 105 in Osterholz-Scharmbeck befindet sich heute eine Gedenkstätte für die hiesigen jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Das von Steinmetzmeister Wolfgang Strauß aus der Langen Straße geschaffene Mahnmal steht auf dem Grundstück der ehemaligen jüdischen Synagoge, die in der Reichspogromnacht 1938 von SA und sympathisierenden Bürgern der Stadt in Brand gesetzt, von der örtlichen Feuerwehr unter dem Kommando von Fritz Torbohm aber gelöscht und vor der Zerstörung bewahrt wurde.

Die Gedenkstätte besteht aus einer Granitplatte, 19 Stelen, dem Untergrund aus Pflastersteinen und einer Gedenktafel am Nachbarhaus. Sie wurde am 9. November 2006 eingeweiht, dem 68. Jahrestag der Novemberpogrome.

  • Die mittig platzierte polierte Granitplatte wiegt 2 Tonnen und trägt die 23 Namen der jüdischen Gemeindemitgliedern, die im Nationalsozialismus ums Leben kamen. Sie ist symbolisch mehrfach gebrochen und wird von rostenden Flacheisen scheinbar notdürftig zusammengehalten.
  • 19 teilweise polierte hellgraue Stelen stellen sich Passanten sinnbildlich in den Weg und sollen an die in Konzentrationslagern ermordeten jüdischen Bürger der Stadt erinnern.
  • Die Pflastersteine des Bodens stammen von der ehemaligen Ladestraße am Bahnhof, auf der viele Juden den letzten Weg auf dem Abtransport in die KZ zurückgelegt haben sollen.
  • Die Gedenktafel am Nachbarhaus trägt die Inschrift

    IN DER ZEIT DER NATIONALSOZIALISTISCHEN GEWALTHERRSCHAFT WURDEN JÜDISCHE BÜRGERINNEN UND BÜRGER DER STADT OSTERHOLZ-SCHARMBECK IN DEN KONZENTRATIONSLAGERN LODZ-MINSK-THERESIENSTADT-AUSCHWITZ UND AN ANDEREN ORTEN ERMORDET ODER IN DEN TOD GETRIEBEN

    AN DIESEM STANDORT BEFAND SICH DAS GEBÄUDE DER FRÜHEREN SYNAGOGE DER JÜDISCHEN GEMEINDE

Jüdisches Mahnmal Osterholz-Scharmbeck
Die ehemalige Synagoge nach der Reichspogromnacht 1938
Die 23 Namen auf der Granitplatte, fälschlicherweise wurde oft nur von 22 Namen berichtet, sind diese:

Edwig Bähr
Moritz Aron
Hanny Cohen (Anm.: Cohen war Hannys Geburtsname, nach ihrer Hochzeit mit Bernhard Meyer 1940 oder 1941 während ihrer Zeit im Bremer Judenhaus hieß sie eigentlich Hanny Meyer)
Alfred Cohen
Dr. Richard Cohen
Henny Cohen
Clara und Siegmund Cohen
Leopold Löwenstein
Moritz Meibergen
Anna Ratusch
Ilse Davidsohn
Ottilie Davidsohn (Anm.: Ottilie starb am 7.4.1939 im Alter von 79 J. lt. Sterbeurkunde an „spastischer Spinalparalyse“)
Ernst Davidsohn
Toni Davidsohn
Elya u. Hugo Rosenhoff
Ruth Rosenhoff
Cläre Rosenhoff
Irma u. Iwan Heidemann
Grete u. Alfred Heidemann

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