Nov 042010
 

Gedenkstätte Osterholz-Scharmbeck

Gedenkstätte

Früher Chausseestraße und Bahnhofstr. 136.

1865 weihte die Jüdische Gemeinde ein Jahr nach dem Brand der alten Synagoge an der Teichstraße (vor der heutigen Menckeschule) hier die neue Synagoge mit Schule und Lehrerwohnung ein. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1 Eine ausführliche Darstellung zur Geschichte der Synagoge findet sich bei
hagalil.com.

Hier wohnte und arbeitete 1927 Leo Löwenstein, Vorsteher der Jüdischen Gemeinde Scharmbeck und anerkannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Die Löwenstein’sche Schulchronik endet 1938 mit dem Vermerk, dass die Gemeinde noch aus 31 Personen besteht und die Synagoge wegen Ausfalls steuerkräftiger Mitglieder und zusätzlicher Belastungen nicht halten kann.

In der sog. Reichspogromnacht 9. November 1938 setzten SA-Männer die Synagoge in Brand, der aber nach anfänglichem Zögern letztlich von der Feuerwehr gelöscht wurde. 1941 wurde in dem Gebäude die Kreisluftschutzschule eröffnet.

Ab 1948 wurde die ehemaligen Synagoge von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde genutzt. 1982 eröffnete Rechtsanwalt Günter Kieber seine Kanzlei. 1984 zog das Kontakt- und Beratungszentrum für arbeitslose Bürger der AGO (Arbeitslosengemeinschaft Osterholz-Scharmbeck) ein. 1991 bewilligte die Stadt dem Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) DM 10.000 für den Umbau der Teestube im Garten des Grundstückes. 1999 wurden Sozialberatung und Nähstube vom Verein Gegenwind aufgegeben, da die von der Stadt geforderte Miete nicht gezahlt werden konnte. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

2004 wurden die Grundstücke Bahnhofstr. 99-105 von einem auswärtigen Immobilienunternehmen aufgekauft und die bestehenden Gebäude abgerissen. Es entstand ein Wohn- und Geschäftsgebäude, Richtfest war im Oktober 2005. 2007 residieren dort u. a. Filialen von Aldi, Vodafone und O2. Auf einem kleinen Teil des ehemaligen Synagogengrundstückes hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck eine Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus errichtet.

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