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	<title>1938 &#8211; teufelsmoor.eu</title>
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	<description>Osterholz-Scharmbeck - Radfahren - Mac - Fotografie</description>
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		<title>Juden in OHZ</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 25 Oct 2015 05:26:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Osterholz-Scharmbeck]]></category>
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		<category><![CDATA[1938]]></category>
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					<description><![CDATA[Osterholz und Scharmbeck waren vor 150 Jahren eine Hochburg jüdischer Ansiedlung im Elbe-Weser-Dreieck. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren viele jüdische Mitbürger in Osterholz-Scharmbeck als Kaufleute, Ärzte, dekorierte Kriegsteilnehmer und Heimatforscher respektiert und bei Vielen im Ort beliebt. Die Geschichte ihrer Demütigung, Vertreibung und fast vollständigen Vernichtung in den Jahren 1933-45 ist wegen ihrer &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/geschichte-der-juden/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Juden in OHZ“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="juden1" aria-describedby="caption-juden1" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" src="https://lh3.googleusercontent.com/-tGmNsrswrJs/VGOa187iKYI/AAAAAAAAhc8/fBhvcB9wYLs/s400-Ic42/Synagoge1938.jpg" alt="Synagoge in Osterholz-Scharmbeck"><figcaption id="caption-juden1" class="wp-caption-text">Ehemalige Synagoge in der Bahnhofstraße<br />nach der Reichsporgromnacht 1938</figcaption></figure>Osterholz und Scharmbeck waren vor 150 Jahren eine Hochburg jüdischer Ansiedlung im Elbe-Weser-Dreieck. Noch zu Beginn des 20. Jh. waren viele jüdische Mitbürger in <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/osterholz-scharmbeck/">Osterholz-Scharmbeck</a> als Kaufleute, Ärzte, dekorierte Kriegsteilnehmer und Heimatforscher respektiert und bei Vielen im Ort beliebt. Die Geschichte ihrer Demütigung, Vertreibung und fast vollständigen Vernichtung in den Jahren 1933-45 ist wegen ihrer &#8222;Überschaubarkeit&#8220; und der lokalen Bezüge ein bedenkenswertes Lehrstück über menschliche Schwächen, Toleranz und Zivilcourage. </p>
<blockquote><p>&#8222;Das meiste Unrecht beginnt im Kleinen &#8211; und da lässt es sich mit Mut und Zivilcourage noch bekämpfen.&#8220;<br />
<small>Roman Herzog (ehemaliger Bundespräsident) im Mai 1997</small>
</p></blockquote>
<p>Beachtlich sind auch Schicksal und Auftreten <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Arons</a>, des einzigen &#8222;Volljuden&#8220; unserer Stadt, der nach diesen Ereignissen an seinen Heimatort zurückkehrte.<br />
<span id="more-28"></span></p>
<h3>Anfänge</h3>
<p>Als erster namentlich erwähnter Jude erhielt Levi Hertz 1732 einen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geleitrecht">Geleitbrief</a> für Scharmbeck. 1756 oder 1757 kaufte er ein ca. 150 m² großes Grundstück an der Chaussee zwischen Lintel und Pennigbüttel für einen jüdischen Friedhof. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a>)</small> Anderen Quellen zur Folge <small>(<a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldeiCNkijmkcDOj6H2LnyC9m2XeWXPrFzIV">Staatsarchiv Stade</a>)</small> erhielten 1731 Levy Herz und Moses Hein in Osterholz sowie Cahn Meyer und David Meyer in Scharmbeck einen Schutzbrief.</p>
<p>Die jüdische Gemeinde für Osterholz und Scharmbeck wurde am 1. Dezember 1768 gegründet. Sie bestand damals aus vier Familien mit insgesamt 18 Personen sowie einem Knecht und vier Mägden. In Scharmbeck lebten die Familien Levi Hertz (lt. Stadtchronik seit 1735), Philipp Moses (seit 1753) und Leffmann Moses Meyer (seit 1758), in Osterholz die Familie Salomon Levi seit 1761. </p>
<p>1772 gründete die spätere <a href="http://www.teufelsmoor.eu/allgemein/davidsohn/">Familie Davidsohn</a> in der Obernstraße (später Poststraße) ein Textilgeschäft, den Namen Davidsohn nahmen sie vermutlich erst später während der französischen Besatzung 1803-13 an. 1780 erhielt auch Jakob Nachmann einen Schutzbrief, um auf dem Heidkamp eine Schlachterei einzurichten. Zuvor hatte er bereits drei Jahre bei Moses Hein in Scharmbeck gearbeitet. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> 1796 wurde der Levi Lefmann in Scharmbeck gewährte Schutz auf Heine Lefmann Goldberg in Scharmbeck übertragen <small>(Quelle: <a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldex07U$(XrfQPkGeiU96s7mS4UbGMw6IiPV">Nds. Landesarchiv</a>)</small></p>
<h3>Wachstum</h3>
<p>Bis 1875 wuchs der Bevölkerungsanteil jüdischen Glaubens in Osterholz und Scharmbeck fast stetig, mit ca. 3 % lag er damals höher als in jedem heutigen Land der Welt, abgesehen von Israel. Für das Wachstum der hiesigen jüdischen Gemeinde gab es mehrere Gründe: Zum einen waren gerade die Berufe des Schlachters und des Textilhändlers unter Juden sehr verbreitet, da ihnen der Zugang zu vielen anderen Berufen bis Mitte des 19. Jh. verwehrt war. Insofern war die herausragende Stellung Scharmbecks in der Stoffproduktion und im Viehhandel für viele Juden von Belang: Sowohl die Tuchmacherzunft als auch der seit 1748 gehaltene <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/herbstmarkt/">Viehmarkt im Herbst</a> waren bis in das späte 19. Jh. weit überregional berühmt. Hinzu kam Bremens bis 1849 völlig ablehnende Haltung den Juden gegenüber, die einige von ihnen zur Ansiedlung in der unmittelbaren Umgebung veranlasste. </p>
<p>1803, zu Beginn der französischen Besatzung durch Napoleons Truppen, waren zumeist Juden für die Organisation der Verpflegung verantwortlich: Hyam Marks aus Bremerlehe, Jakob Lachmann, Levi Lefmann, Lüder Hartmann (Koppelstraße) und Oppenheimer (später Markus Kayser). 1804-09 beschäftigte die jüdische Gemeinde Benjamin Jacob, der zuvor in der Synagoge wohnte und eine Schänke betrieb, als &#8222;Schulmeister, Schecher und Vorsinger&#8220;. 1811 erhielt Salomon Meyer aus Scharmbeck vom Kanton-Maire Eickenrodt einen Schutzbrief. 1815 bestand die Gemeinde bereits aus sieben Familien mit fast 50 Personen, Gemeindevorsteher und Schullehrer war Meyer Aaron. 1824 wurde er von Nathan Cohen abgelöst, Distriktvorsteher für den Weserdistrikt des Herzogtums Bremen. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> </p>
<p>1829 lebten in Osterholz und Scharmbeck bereits 12 jüdische Familien mit 101 Personen. In Scharmbeck waren es Abraham Heidemann, Hein Lefmann Goldberg, Salomon Meyer, Meyer Aron Aronsohn Witwe, Nachmann Jacob Kugelmann, Isaac David Davidsohn, David Weinberg und Jeckel Jacob. In Osterholz lebten Nathan Cohen, Moses David Davidsohn, Levi Weinberg und Moritz Cohen. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>Das 1830 an der Teichstraße erbaute Synagogen- und Schulgebäude erhielt im vorderen Teil Schulstube und Küche und im hinteren Teil die Synagoge mit 12 Gebetspulten. Im oberen Stockwerk befanden sich die &#8222;Synagogenstände&#8220; für die Frauen und eine Lehrerwohnung. 1830 wurde der 3. Distrikt der Judenschaft im Elbe-Weserraum mit Sitz in Rotenburg aufgelöst und dem 2. Distrikt mit Sitz in Osterholz zugeschlagen, der damit die Ämter Ottersberg, Lilienthal und Osterholz sowie das Gericht Ritterhude umfasste. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a>)</small> 1840 wurde Moses Davidsohn Bezirksvorsteher, sein Nachfolger war der Osterholzer Heidemann. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small> 1841 wurde Salomon Goldberg in Scharmbeck Schutz verliehen. <small>(Quelle: <a href="http://aidaonline.niedersachsen.de/AktenAIDA.aspx?CryptPara=Cg08DNWFhfOc7wdNIFeNLTYsMVD9qldeh7/UI1g7GlK8bpNJvJBBaR3sRp43dhkS">Nds. Staatsarchiv</a>)</small></p>
<table class="ohneRand">
<tr class="ohneRand">
<td></td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;Einwohner&nbsp;</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;Juden&nbsp;</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;%&nbsp;</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1815</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right"></td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">ca. 49</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right"></td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1845</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.079</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">101</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,28</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1861</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.406</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">96</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">2,82</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1864</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.441</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">106</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,08</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1871</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3.467</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">127</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">3,66</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1895</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">4.419</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">99</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">2,24</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1905</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">4.844</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">62</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">1,28</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1925</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">5.760</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">47</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">0,82</td>
</tr>
<tr class="ohneRand">
<td>1939</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">5.568</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">27</td>
<td>&nbsp;</td>
<td align="right">0,48</td>
</tr>
</table>
<p><small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-historisches-handbuch/">Obenaus</a> und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>1844 waren im gesamten Bezirk Stade 210 jüdische Familien registriert, 33 von ihnen ohne Schutzbrief. In Scharmbeck lebten Salomon Meyer, Meyer Aaron Aaronsohn Witwe, Nachmann Jacob Kugelmann, Isaak David Davidsohn, David Weinberg, Jeckel Jacob, Abraham Heidemann und Hein Lefmann Goldberg. In Osterholz waren Nathan Cohen, Moritz Cohen, Moses David Davidsohn und Levi Weinberg registriert, auf Sandbeck Philipp Samson Feist. Seit Juli 1847 brauchten Juden im Königreich Hannover keine Schutzgelder mehr zu entrichten. <small>(Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a>)</small></p>
<p>Aus dem Jahr 1876 stammt eine Aufstellung der an den Vermögensverhältnissen orientierten Abgaben für die Synagogengemeinde für das Jahr 1877: </p>
<table width="50%">
<tr>
<td align="right"><strong>Mark</strong></td>
<td align="left"><strong>Familie</strong></td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">100.00<br /><small>(Kaufkraft 2008 ca. € 640)</small></td>
<td align="left">J. Gotthelf (Scharmbeck)<br />A. Goldschmidt (Scharmbeck)<br />S. Feist (Scharmbeck)<br />J. D. Davidsohn (Scharmbeck)<br />S. Heidemann (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">90.00</td>
<td align="left">D. Weinberg (Scharmbeck)<br />L. Feist (Scharmbeck)<br />J. Davidsohn (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">60.00</td>
<td align="left">P. S. Feist (Scharmbeck)<br />J. A. Heidemann (Scharmbeck)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">35.00</td>
<td align="left">M. Cohen (Osterholz)<br />A. Cohen (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">30.00</td>
<td align="left">J. Cohen (Ritterhude)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">20.00</td>
<td align="left">E. Ries (Scharmbeck)<br />A. Bähr Scharmbeck)<br />A. Löwenbach (Scharmbeck)<br />S. Cohen (Scharmbeck)<br />L. Weinberg (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">17.50</td>
<td align="left">M. Meyer (Worpswede<small>(?)</small>)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">15.00</td>
<td align="left">W. Cohen (Scharmbeck)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">13.00</td>
<td align="left">S. Simonsohn (Osterholz)<br />L. Simonsohn (Osterholz)<br />A. Rosbach (Osterholz)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">10.00</td>
<td align="left">M. Abraham (Worpswede)<br />J. Gunst <small>(?)</small> (Ritterhude)<br />A. Cohen (Ritterhude)</td>
</tr>
<tr>
<td align="right" valign="top">9.00</td>
<td align="left">N. Simon (Ritterhude)</td>
</tr>
</table>
<h3>Integration</h3>
<p>1881 wurde der Kaufmann Eduard Davidsohn (Poststr. 159, später Nr. 4) Scharmbecker Schützen-Vizekönig. Von 1893 bis 1915 wurde er mindestens vier mal zum Bürgervorsteher gewählt. <small>Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a></small></p>
<p>Im 1. Weltkrieg fielen zwei Kriegsteilnehmer der jüdischen Gemeinde Scharmbecks, unter ihnen am 7.5.15 Ludwig Aron, geb. 19.8.1892, der ältere Bruder  von <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a>.</p>
<p><strong><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-dr-richard/">Dr. Richard Cohen</a></strong> besuchte nach der jüdischen Elementarschule in der Bahnhofstraße eine höhere Schule in Bremen, studierte in Berlin Medizin und promovierte dort. Er übernahm 1899 die Praxis des verstorbenen Dr. Neander in Scharmbeck in der späteren <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/historische-aufnahmen/marktstr-5/">Marktstraße 5</a>. Richard war deutsch und vaterländisch orientiert, Freiwilliger im 1. Weltkrieg und diente an der französischen Front als Sanitätsrat. Ausgezeichnet mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz">Eisernen Kreuz 1. Klasse</a> wurde er 1917 in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 2. Klasse gewählt und erlangte 1919 einen Sitz im Kreistag und als Spitzenkandidat mit der Bürgerlichen Liste 9 von 15 Sitzen in der Scharmbecker Gemeindevertretung. 1920 wählte das Bürgervorsteherkollegium ihn zu seinem Wortführer. </p>
<p><strong><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/lowenstein-leopold/">Leopold &#8222;Leo&#8220; Löwenstein</a></strong> war Vorbeter und hauptamtlicher Lehrer der jüdischen Gemeinde. Er gehörte 1910 zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern des <em>Vereins der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fortschrittliche_Volkspartei">Fortschrittlichen Volkspartei</a> Osterholz-Scharmbeck</em>. Ab 1915 diente er als Soldat im 1. Weltkrieg. In den 1920er-Jahren war Löwenstein nicht nur Vorsteher der Jüdischen Gemeinde, sondern auch anerkannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, u. a. Schriftführer im einflussreichen Scharmbecker Bürgerverein und Autor zahlreicher heimatkundlicher Artikel im <em>Heimatboten</em>, einer Beilage zum <em>Osterholzer Kreisblatt</em>.</p>
<h3>Dunkle Jahre</h3>
<p><figure id="juden2" aria-describedby="caption-juden2" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><img decoding="async" src="http://lh3.google.de/moorteufel/RvP9ihaJkEI/AAAAAAAABTk/YLQkEj_VVk4/s400/IMG_1414.JPG" alt="Jüdischer Friedhof Osterholz-Scharmbeck"><figcaption id="caption-juden2" class="wp-caption-text">Grabstein <em>Moritz Meibergen</em> auf dem Jüdischen Friedhof</figcaption></figure><a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/meibergen-moritz/">Moritz Meibergen</a> (1875-1933) aus der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/bahnhofstr-90/">Bahnhofstraße 90</a> war das erste jüdische Opfer des Nationalsozialismus aus Osterholz-Scharmbeck. Am Tag nach seinem 58. Geburtstag wurde er in Ahlhorn von der SA zu Tode misshandelt. Er ist auf dem Jüdischen Friedhof beerdigt.</p>
<p>1934 wurde die Ausgrenzung jüdischer Mitbürger überall im Reich drastisch intensiviert. In jedem Ort wurden sog. &#8222;Stürmerkästen&#8220; installiert, in denen das antisemitische Wochenblatt <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Stürmer">&#8222;Der Stürmer&#8220;</a> ausgehängt wurde. Inhaber und Kunden jüdischer Geschäfte wurden zunehmenden Repressalien ausgesetzt, indem Boykottposten vor den Läden aufgestellt, Schaufenster beschmiert und eingeworfen und Kunden beim Betreten oder Verlassen der Geschäfte fotografiert und teilweise mit vollem Namen und Anschrift in den &#8222;Stürmerkästen&#8220; veröffentlicht wurden.</p>
<p><figure id="Juden3" aria-describedby="caption-Juden3" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><img decoding="async" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/a/ab/Bundesarchiv_Bild_133-075%2C_Worms%2C_Antisemitische_Presse%2C_%22Stürmerkasten%22.jpg" width="400" alt="Stürmerkasten"><figcaption id="caption-Juden3" class="wp-caption-text">Stürmerkasten in Worms (Quelle: Bundesarchiv)</figcaption></figure>Im Herbst 1934 druckte die &#8222;Nordwestdeutsche Landeszeitung&#8220; Flugblätter, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen und in zahlreichen Schaufenster aufgehängt wurden. Der 30-jährige Referendar John Davidsohn, Sohn des Inhabers der Manufakturwarenhandlung Davidsohn in der Poststraße, entfernte einige davon am 27. November und wurde darauf hin von 40-50 Männern zusammengeschlagen, in Schutzhaft genommen und nach Berlin gebracht. Auf Intervention eines vom Vater eingeschalteten Bremer Rechtsanwaltes und des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Central-Verein_deutscher_Staatsbürger_jüdischen_Glaubens">Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens (CV)</a> ließ man ihn am 15. Dezember wieder frei. <small>(Quelle: Obenaus H (Hrsg): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen Band II, 2005)</small></p>
<p>1935 wurden auch aus Osterholz-Scharmbeck Fälle gemeldet, in denen Geschäftsleute christlichen Glaubens ihren jüdischen Mitbürgern den Verkauf von Dingen des täglichen Bedarfs verweigerten. <small>(Quelle: <a href="http://books.google.de/books?id=WNk_8-TDaV4C&#038;pg=PA3&#038;dq=scharmbeck+Jude&#038;source=gbs_selected_pages&#038;cad=3#v=onepage&#038;q=&#038;f=false">Wildt M: Geschichte des Nationalsozialismus, 2008</a>)</small></p>
<blockquote><p><strong>&#8222;Juden sind hier unerwünscht</strong><br />
Ein nachahmenswertes Beispiel hat jetzt unsere Kreishauptstadt Osterholz-Scharmbeck gegeben: Seit einigen Tagen sind in sämtlichen Geschäften und Handwerksbetrieben, bis auf eine unrühmliche Ausnahme, Schilder sichtbar angebracht, die die Aufschrift tragen: Juden sind hier unerwünscht. Einige wenige Geschäftsleute und Handwerker, die bisher &#8218;Bedenken&#8216; hatten, das Plakat auszuhängen, haben sich zuletzt doch noch eines Besseren besonnen &#8230; Erfreulich ist der Gemeinschaftsgedanke &#8230; Wer beim Juden kauft, ist ein Volksverräter!&#8220; <small>(Osterholzer Kreisblatt vom 21.8.1935, zitiert nach <em>Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II</em>, R. Meenkhoff, 2009)</small></p></blockquote>
<p>Am 1.10.1937 ging das Bekleidungsgeschäft Heidemann (seit 1851) in der Findorffstraße wegen des Boykotts jüdischer Händler in &#8222;arische Hände&#8220; über und wurde als Fa. Chr. Essen fortgeführt. Stuhlfabrik und Sägewerk von S. Feist wurden 1938 vom Kaufmann Heinrich Kramer aus Oberneuland erworben. Ebenfalls 1938 wurde dem jüdischen Arzt Dr. Richard Cohen (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/historische-aufnahmen/marktstr-5/">Marktstraße 5</a>) Berufsverbot erteilt, er starb verarmt und seelisch gebrochen am 8. April in Bremen.  <small>(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)</small></p>
<p>1938 veröffentlichte der Lehrer und Heimatforscher <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/johann-segelken-heimatforscher/">Johann Segelken</a> die erste Auflage seines &#8222;Heimatbuches&#8220; mit Unterstützung durch Bürgermeister und NSDAP-Parteileitung, in dessen Anhang er die Geschichte der Juden in der Region überaus geringschätzig behandelt (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/">siehe Auszüge</a>). </p>
<p>Die Löwenstein&#8217;sche Schulchronik endet 1938 mit dem Vermerk, dass die Gemeinde noch aus 31 Personen besteht und die Synagoge wegen Ausfalls steuerkräftiger Mitglieder und zusätzlicher Belastungen nicht halten kann. Nur noch sechs Kinder (Ruth und Cläre Meyer, Sonja, Erika und Jacob Ratusch sowie Inge Cohen) besuchten den Religionsunterricht. Löwenstein verlor durch den notwendigen Verkauf der Synagoge seine Wohnung und sah sich nach 45-jähriger Tätigkeit gezwungen, zu Verwandten nach Paderborn zu ziehen. Am 16.1.44 wurde Löwenstein in Theresienstadt ermordet.</p>
<p>In der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a> 9. November 1938 drangen SA-Männer in die Häuser jüdischer Familien ein, schlugen auf männliche Bewohner ein und verletzten mehrere von ihnen schwer. In der Bremer Str. 47 (westlich der Bahnschranke) wurden Alfred, Flora und Henny Cohen in den Keller ihres Hauses getrieben und dort stehende Einweckgläser zerschlagen. Annelie Müller (damals wh. im &#8222;Judenhaus&#8220; Bördestr. 20) und Otto Arnholt erinnerten sich noch 2001 an die Namen der beteiligten SA-Männer. <small>Quelle: K. Beer <em>Ein Denkmal für Familie Cohen die in Osterholz-Scharmbeck in Niedersachsen gelebt hat</em>. Verl. H. Saade, 2001. S. 75</small></p>
<p>In unmittelbarer Folge der Novemberpogrome wurden Ende 1938 im gesamten Reich Ausgehverbote, Einkaufs- und Verkehrsbeschränkungen für Juden erlassen. Sie durften nicht mehr Autofahren, unterlagen nachts zwischen 21:00 und 5:00 Uhr (im Winter 20:00-6:00 Uhr) einem Ausgehverbot und durften nur noch zu festgelegten Zeiten in ausgewählten Geschäften einkaufen. In Osterholz-Scharmbeck waren dies Pape (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/kirchenstrase/kirchenstrase-19/">Kirchenstraße 19</a>) für Lebensmittel, Seedorf (Koppelstraße 23) für Fleischwaren und Habekost (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-117/">Bahnhofstraße 117</a>) bzw. später Minkwitz (Bremer Straße 51) für Backwaren. </p>
<p>Bei Inkrafttreten der &#8222;Polizeiverordnung  über die Kennzeichnung der Juden&#8220; am 1. September 1941 lebten hier noch sieben jüdische Mitbürger: die Brüder Moritz und Wilhelm Aron, Familie Alfred und Flora Cohen mit Tochter Henny sowie das Ehepaar Hugo und Selma Meyer-Rosenhoff. 13 Osterholz-Scharmbecker Juden befanden sich mit 570 Leidensgenossen in dem Reichsbahntransport, der am 18. November 1941 von Bremen über Hamburg in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> (Weißrussland) führte:</p>
<blockquote><p>Henny Cohen, Hohetorstraße<br />
Clara Cohen, Lindenstraße<br />
Hanni Meyer, geb. Cohen, Lindenstraße<br />
Ilse und Toni Davidsohn, Bahnhofstraße<br />
Ernst Davidsohn, Poststraße<br />
Irma, Betty und Iwan Heidemann, Findorffstraße<br />
Cläre, Ruth, Selma und Hugo Meyer-Rosenhoff, Bördestraße</p>
<p>Keiner von ihnen überlebte.
</p></blockquote>
<p>Mit Flora und Alfred Cohen, die zum Umzug nach Bremen gezwungen und später über Hannover in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Theresienstadt">Lager Theresienstadt</a> deportiert wurden, verließen am 21.3.1942 die letzten Mitglieder der in Osterholz und Scharmbeck einst zahlreichen Familie Cohen den Ort. Alfred starb im August 1942 im Lager, während Flora am 8. Mai 1945 befreit wurde. Sie kehrte zu ihrer Schwägerin Frieda (Witwe von Dr. Richard Cohen) zurück, reiste 1946 zu ihrem Sohn Fritz nach Brasilien, wo sie 1955 starb.</p>
<p>Als am 30. März 1942 alle jüdischen Wohnungen gekennzeichnet werden sollten, betraf dies hier nur noch ein Haus: Übrig waren am 2. April 1942 nur noch zwei jüdische Einwohner: Moritz und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a>. Moritz Aron wurde am 23.7.1942 ebenfalls nach Theresienstadt deportiert und kam dort oder im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Auschwitz">KZ Auschwitz</a> ums Leben.<br />
 <small>(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)</small></p>
<h3>Nachkriegsgeschichte</h3>
<p>Nur <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/aron-wilhelm/">Wilhelm Aron</a> und seine Kinder Annelie und Wilhelm (&#8222;Willi&#8220;) kehrten nach Osterholz-Scharmbeck zurück. Wilhelm senior engagierte sich in der Nachkriegszeit viele Jahre in der SPD, der Gewerkschaft sowie bei der Feuerwehr, der AOK, im Stadtrat und beim VSK. Bis 1960 arbeitete er als Leiter des Gewerkschaftsbüros in der ehemaligen Synagoge seiner Gemeinde in der Bahnhofstraße und machte vielen Zeitzeugenberichten zur Folge kein Aufheben von der erlittenen Verfolgung. </p>
<p>Der öffentliche Umgang mit dem Schicksal der jüdischen Mitbürger in den 1930er-Jahren ist aus heutiger Sicht über Jahrzehnte stark problembehaftet gewesen. Eine in verschiedenen Quellen (u.a. <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Geschichte_von_Osterholz-Scharmbeck&#038;oldid=71827082">Wikipedia-Artikel zur Geschichte Osterholz-Scharmbecks</a>, s. Kap. &#8222;Arbeitslosigkeit und Nationalsozialismus&#8220;) vermutete oder behauptete Empfindlichkeit noch in der Stadt lebender Angehöriger ehemaliger Nazis mag ein Grund gewesen sein. Sie erklärt aber beispielsweise nicht, warum dem Juden und Ex-KZ-Häftling Wilhelm Aron 1972 die Anerkennung verweigert wurde, eine Sporthalle nach ihm zu benennen, während der Judenhetzer und Ex-NSDAP-Sympathisant Johann Segelken (vgl. die <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/">Ausführungen über Juden in seinem Heimatbuch von 1938</a>) 1964 das Bundesverdienstkreuz erhielt. Ebensowenig lässt sich damit begründen, dass Oberkreisdirektor Gottschalk 1967 in einem Brief an den niedersächsischen Landesrabbiner Dr. Zvi Asaria eben jenen Segelken als Informationsquelle für das Schicksal der Juden in der Region empfiehlt, da dieser &#8222;die Aktenunterlagen über das Judentum genau kennen&#8220; dürfte (Quelle: Brief des OKD an den Landesrabbiner vom 26.1.1967, zitiert nach <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/de-geschicht-is-logenhaft/">Murken</a>).</p>
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		<title>Bahnhofstraße 105</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 20 Nov 2014 04:15:07 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bahnhofstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
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		<category><![CDATA[1865]]></category>
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					<description><![CDATA[Das Grundstück an der Bahnhofstraße 105 (früher Chausseestraße und Bahnhofstr. 136) im Zentrum von Osterholz-Scharmbeck ist überaus geschichtsträchtig. Das heutige Wohn- und Geschäftshaus mit den Hausnummern 99-105a steht erst seit 2005, an seinem unteren Ende befand sich noch bis 2004 das Gebäude der ehemaligen jüdischen Synagoge. Als die vorherige Synagoge an der Teichstraße -vor der &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Bahnhofstraße 105“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="bahnhof105a" aria-describedby="caption-bahnhof105a" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/i0H7pTdGkNMMGTOF5hwWpNMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh5.googleusercontent.com/-tGmNsrswrJs/VGOa187iKYI/AAAAAAAAhc8/TH0qt4SVB3Q/s400/Synagoge1938.jpg" height="271" width="400" alt="Jüdisches Mahnmal Osterholz-Scharmbeck"/></a><figcaption id="caption-bahnhof105a" class="wp-caption-text">Die ehemalige Synagoge nach der Reichspogromnacht 1938</figcaption></figure>Das Grundstück an der <strong>Bahnhofstraße 105</strong> (<a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/hausnummern-in-ohz">früher</a> Chausseestraße und Bahnhofstr. 136) im Zentrum von Osterholz-Scharmbeck ist überaus geschichtsträchtig. Das heutige Wohn- und Geschäftshaus mit den Hausnummern 99-105a steht erst seit 2005, an seinem unteren Ende befand sich noch bis 2004 das Gebäude der ehemaligen jüdischen Synagoge.<br />
<span id="more-85"></span><br />
Als die vorherige Synagoge an der Teichstraße -vor der heutigen Menckeschule- 1864 einem Brand zum Opfer gefallen war, entschloss sich die <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/geschichte-der-juden/">jüdische Gemeinde</a> rasch zu einem Neubau. An der damaligen Chausseestraße direkt an der Furt (=Wurth) durch den Scharmbecker Bach entstand die seinerzeit größte Synagoge in der Drostei Stade mit 150 Sitzplätzen für Männer und einer Galerie für Frauen. Im westlichen Gebäudeteil war im Erdgeschoss die Jüdische Schule untergebracht, im 1. Stock die Lehrerwohnung. </p>
<p>Hier wohnte und arbeitete von 1894 bis 1938 <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/lowenstein-leopold">Leo Löwenstein</a>, u. a. Lehrer und Vorbeter der Jüdischen Gemeinde Scharmbeck sowie anerkannte Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Die Löwenstein’sche Schulchronik endet 1938 mit dem Vermerk, dass die Gemeinde noch aus 31 Personen besteht und die Synagoge wegen Ausfalls steuerkräftiger Mitglieder und zusätzlicher Belastungen nicht halten kann.</p>
<p>In der sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a> 9. November 1938 setzten SA-Männer die Synagoge in Brand, der aber nach anfänglichem Zögern letztlich von der Feuerwehr gelöscht wurde. 1941 wurde in dem Gebäude die Kreisluftschutzschule eröffnet. </p>
<p><figure id="bahnhof105b" aria-describedby="caption-bahnhof105b" style="width: 400px" class="wp-caption alignright"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/oeDmLdX6atJkr4HYG8xS-tMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh6.googleusercontent.com/-8lYxCAAFEqQ/RvQBUBaJkOI/AAAAAAAABVM/DXhYJQhAxxI/s400/IMG_1286.JPG" height="267" width="400" alt="Gedenkstätte Osterholz-Scharmbeck"/></a></a><figcaption id="caption-bahnhof105b" class="wp-caption-text">Gedenkstätte</figcaption></figure>Ab 1948 wurde die ehemaligen Synagoge von der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde genutzt. 1982 eröffnete Rechtsanwalt Günter Kieber seine Kanzlei. 1984 zog das Kontakt- und Beratungszentrum für arbeitslose Bürger der AGO (Arbeitslosengemeinschaft Osterholz-Scharmbeck) ein. 1991 bewilligte die Stadt dem Verband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) DM 10.000 für den Umbau der Teestube im Garten des Grundstückes. 1999 wurden Sozialberatung und Nähstube vom Verein Gegenwind aufgegeben, da die von der Stadt geforderte Miete nicht gezahlt werden konnte. </p>
<p>2004 wurden die Grundstücke Bahnhofstr. 99-105 von einem auswärtigen Immobilienunternehmen aufgekauft und die bestehenden Gebäude abgerissen. Es entstand ein Wohn- und Geschäftsgebäude, Richtfest war im Oktober 2005. Dort finden sich u. a. Filialen von Aldi, Vodafone und O2. Auf einem kleinen Teil des ehemaligen Synagogengrundstückes hat die Stadt Osterholz-Scharmbeck eine <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/mahnmal-bahnhofstrasse/">Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus</a> errichtet, die 2006 eingeweiht wurde. Der Verkauf der Immobilie Bahnhofstraße 105 hat seinerzeit zu sehr emotional geführten Diskussionen über dessen Rechtmäßigkeit geführt. Bereits die Bekanntgabe der Pläne 2003 führte zu Kontroversen über etwaiige Entschädigungsansprüche, ausführlicher dargestellt u. a. <a href="http://www.hagalil.com/deutschland/nord/osterholz-syn.htm">von Harald Goergens bei hagalil.com</a>.</p>
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		<title>75 Jahre Reichspogromnacht</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 12 Nov 2013 06:23:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Osterholz-Scharmbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
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		<category><![CDATA[2013]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Synagoge]]></category>
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					<description><![CDATA[Gedenkfeier und Ausstellung im November 2013]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="75Pogrom2" aria-describedby="caption-75Pogrom2" style="width: 280px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/VEbLTCnJHopxj12C6th1iNMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh3.googleusercontent.com/-xFxC94HnsZ8/Un5FjpDSlsI/AAAAAAAAd1I/zQ6luAnXHGI/s288/20131109Pogromnacht001.jpg" height="192" width="288" /></a><figcaption id="caption-75Pogrom2" class="wp-caption-text">Einführung vom stellv. Bürgermeister Klaus Sass</figcaption></figure><figure id="75Pogrom1" aria-describedby="caption-75Pogrom1" style="width: 300px" class="wp-caption alignright"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/CMaA6FNk4l7c4fhu2S7fAtMTjNZETYmyPJy0liipFm0?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh5.googleusercontent.com/-Z9lRXPJIM1o/Un5FtLRm5-I/AAAAAAAAd1Y/sSOHo4JwDTo/s400/20131109Pogromnacht004.jpg" height="400" width="267" alt="Gedenkfeier Reichspogromnacht Osterholz-Scharmbeck"/></a><figcaption id="caption-75Pogrom1" class="wp-caption-text">Die Namen der Opfer ... <br />gelesen von Ulrich Marahrens und Volker Müller</figcaption></figure>Ohne auf die in meinen Augen sehr akademisch-abgehobene <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938#Heutige_Begriffe">Diskussion</a> um die politisch korrekte Bezeichnung der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 eingehen zu wollen, will ich unter dieser Überschrift kurz über die Gedenkfeier am Mahnmal in der Bahnhofstraße und die Ausstellungeröffnung im Rathaus berichten.</p>
<p>Samstag morgen um 10.30 Uhr trafen sich auf Einladung der Stadt etwa 30 Menschen an der Gedenkstätte, die ja bekanntlich auf einem Teil des <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105">Grundstückes der ehemaligen Synagoge</a> steht. </p>
<p>Nach der Begrüßung durch den stellv. Bürgermeister wurden die Namen und Adressen der jüdischen Bürgerinnen und Bürger Osterholz-Scharmbecks verlesen, die Opfer des Nazi-Terrors wurden. Die Erinnerung an sie fand mit einer Schweigeminute und vielen Blumen und Steinen auf dem Gedenkstein ihren Ausdruck.  </p>
<p>Im Anschluss, nach einem kurzen Fußweg zum Rathaus, eröffnete Sass dort die Ausstellung <em>&#8222;<a href="http://www.osterholz-scharmbeck.de/index.phtml?object=tx|1983.263&#038;mNavID=1983.7&#038;sNavID=1983.171&#038;La=1&#038;FID=422.2053.1">Reichspogromnacht &#8211; 75 Jahre danach</a>&#8222;</em>. Diese erstmals 2002 von Claudia Körber zusammengestellte, 2006 anlässlich der Eröffnung der Gedenkstätte von Horst Böttjer  (Stadt Osterholz-Scharmbeck) und Ilse Schröder (Ökumenischen Arbeitskreis 9. November) überarbeitete und jetzt von Sonja Sancken, Ilse Schröder und Horst Böttjer erneut aktualisierte Ausstellung wird dort bis zum 29. November im Foyer gezeigt.</p>
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		<title>Cohen, Flora und Alfred</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Apr 2010 13:12:50 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1935]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
		<category><![CDATA[1942]]></category>
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					<description><![CDATA[Alfred Cohen (1864-1942) und seine Frau Flora Cohen (1875-1955, geb. Assenheimer aus Ottersberg) waren Anfang des 20. Jh. etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die im Nationalsozialismus entrechtet und in Konzentrationslager gesperrt wurden, wo Alfred 1942 verstarb. Alfred wurde zur Blütezeit der hiesigen jüdischen Gemeinde als zweites Kind der Eheleute Meyer Cohen (1828-1900) und Elise Cohen (geb. &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-alfred-und-flora/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Cohen, Flora und Alfred“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="CohenFlora1" aria-describedby="caption-CohenFlora1" style="width: 135px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/lR_4xQEpZ_YfTQK7QOk1-w?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7TdoZdnWyI/AAAAAAAASrA/hAQleAmUYwk/s144/Cohen_Flora.jpg" alt="Flora Cohen" /></a><figcaption id="caption-CohenFlora1" class="wp-caption-text">Flora Cohen</figcaption></figure><strong>Alfred Cohen</strong> (1864-1942) und seine Frau <strong>Flora Cohen</strong> (1875-1955, geb. Assenheimer aus Ottersberg) waren Anfang des 20. Jh. etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die im Nationalsozialismus entrechtet und in Konzentrationslager gesperrt wurden, wo Alfred 1942 verstarb.<br />
<span id="more-3311"></span><br />
<figure id="CohenFlora2" aria-describedby="caption-CohenFlora2" style="width: 140px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/Azn-CUIO6XS3ov73JlWByQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7Tdp71p34I/AAAAAAAASrE/ZRfMVpWAnME/s144/Cohen_Alfred.jpg" alt="Alfred Cohen" /></a><figcaption id="caption-CohenFlora2" class="wp-caption-text">Alfred Cohen</figcaption></figure>Alfred wurde zur Blütezeit der hiesigen <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/geschichte-der-juden/">jüdischen Gemeinde</a> als zweites Kind der Eheleute Meyer Cohen (1828-1900) und Elise Cohen (geb. Hattendorf, 1836-1921) geboren, vier seiner Geschwister starben im Kindesalter. Er wuchs in Osterholz im Haus seiner Eltern in der Hohetorstraße (heute Nr. 14) auf, wo sein Vater ein Manufakturgeschäft unterhielt. </p>
<p>Alfred übernahm das väterliche Geschäft, sein jüngerer Bruder <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Siegmund</a> (*1871) erwarb 1897 oder 1898 am Bahnhof (später <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-37/">Bahnhofstraße 37</a>) ebenfalls ein Manufaktur-, Kurz- und Weißwarengeschäft und war im 1. Weltkrieg Aufsichts-Unteroffizier für den Kreis Osterholz. Sein Bruder <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-dr-richard/">Dr. Richard Cohen</a> (*1872) diente als Sanitätsrat an der Front und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.</p>
<p>Flora und Alfred hatten zwei Kinder: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-henny/">Henny</a> (1905-1942) blieb bis zu ihrer Deportation 1941 bei den Eltern. Friedrich (&#8222;Fritz&#8220;) Wilhelm (1907-1976) lernte Textilkaufmann und heiratet in Westdeutschland seine Frau Henny, beide wanderten 1937 nach Brasilien aus. </p>
<p>Der seit 1933 von den Nationalsozialisten organisierte, u. a. mit Plakaten und uniformierten Wachen vor den Geschäften durchgesetzte Boykott jüdischer Geschäfte führte 1935 zum Konkurs des Geschäftes in der Hohetorstraße. Über Zwischeneigentümer erwarb der Textilkaufmann Schröder aus Lilienthal die Immobilie. Bis 1936 blieben Alfred und die Familie als Mieter, ab 1937 konnte er nur noch als &#8222;fliegender Händler&#8220; für Manufakturen tätig sein und musste mit der Familie als Mieter zu Meta Schwenke in die Bremer Straße 47 ziehen.</p>
<p>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a>) drangen SA-Männer nach der vereitelten Brandstiftung an der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">ehemaligen Synagoge</a> auch in die Wohnung der Cohens in der Bremer Straße ein, trieben die Familie in den Keller und zerschlugen die dort stehenden Einweckgläser. </p>
<p><figure id="CohenFlora8" aria-describedby="caption-CohenFlora8" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/D6asfc1oPA_Z8Tg_-w_YyA?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7Tdu9r5K8I/AAAAAAAASrI/mE3l7ai01OQ/s400/Cohen_Alfred_Ausweis.JPG" alt="Volkskartei-Karte Alfred Cohen"/></a><figcaption id="caption-CohenFlora8" class="wp-caption-text">Volkskartei-Karte Alfred Cohen</figcaption></figure> Jede geschäftliche Tätigkeit wurde den Juden im November 1938 untersagt, so dass Alfred den Handel völlig aufgeben musste. Nachdem seine Ersparnisse augebraucht waren, musste er mit seiner Familie von der öffentlichen Fürsorge leben. Im März 1939 musste die Familie Cohen im Rathaus erscheinen, um ihre mit dem Großbuchstaben &#8222;J&#8220; für Jude versehene Karte für die <em>Volkskartei</em> zu unterschreiben. Im September 1939 wurden die Radios jüdischer Mitbürger beschlagnahmt, ab Oktober durften sie in Osterholz-Scharmbeck nur noch zu festgelegten Zeiten in drei ausgewählten Lebensmittelgeschäften einkaufen. Flora, Alfred und Henny wurden im Oktober von der Stadtverwaltung zum Umzug in ein &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenhaus">Judenhaus</a>&#8220; in der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-84/">Bahnhofstraße 84</a> zu ihrem ehemaligen Geschäftskonkurrenten Davidsohn gezwungen.</p>
<p><figure id="CohenClara5" aria-describedby="caption-CohenClara5" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/7fImzeoid80kVK-9HfOSyw?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7mXDOL9u8I/AAAAAAAAStU/UKVwXsBzqnY/s400/StolpersteinBremen_0011.jpg" alt="Stolpersteine für Flora und Alfred Cohen in der Nordstraße (ehemals Nr. 210) in Bremen" /></a><figcaption id="caption-CohenClara5" class="wp-caption-text">Stolpersteine für Flora und Alfred Cohen in der Nordstraße (ehemals Nr. 210) in Bremen</figcaption></figure>Henny wurde am 17. November 1941 in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> deportiert und kam dort vermutlich im Zuge der Massentötungen durch Vergasen oder Erschießen 1942 ums Leben.</p>
<p>Flora und Alfred wurden am 21. März 1942 in ein Bremer &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenhaus">Judenhaus</a>&#8220; in der Nordstraße 210 am Hafen umgesiedelt. Im Juli wurden sie in das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Theresienstadt">Ghetto Theresienstadt</a> deportiert, wo der 76-jährige Alfred knapp drei Wochen nach der Ankunft starb. Flora wurde am 8. Mai 1945 im Alter von 70 Jahren von der Roten Armee befreit und kehrte zu ihrer Schwägerin Frieda Cohen, der Witwe von Dr. Richard Cohen, nach Bremen zurück. 1946 zog sie zu ihrem Sohn Fritz und ihrer Schwiegertochter Henny nach Sao Paulo.</p>
<p><a href="javascript:submitHiddenForm('hiddenSearchForm','/gedenkbuch/directory.html?id=900930&#038;submit=1&#038;page=1&#038;maxview=50&#038;offset=0')">Eintrag</a> im Gedenkbuch Bundesarchiv:</p>
<blockquote><p>Cohen, Alfred<br />
* 17. Februar 1864 in Osterholz-Scharmbeck<br />
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck</p>
<p>Deportation:<br />
ab Hannover<br />
23. Juli 1942, Theresienstadt, Ghetto</p>
<p>Todesdatum:<br />
11. August 1942, Theresienstadt, Ghetto</p></blockquote>
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			</item>
		<item>
		<title>Meyer, Hanni</title>
		<link>https://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-hanni/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 05:08:23 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
		<category><![CDATA[1940]]></category>
		<category><![CDATA[1941]]></category>
		<guid isPermaLink="false">http://www.teufelsmoor.eu/?p=3274</guid>

					<description><![CDATA[Hanny Meyer (1905-1942, geb. Cohen), in vielen Quellen auch Hanni geschrieben, wurde am 31. März 1905 in Scharmbeck als zweites Kind des jüdischen Ehepaares Siegmund Cohen (1871-1939) und Clara Cohen (1871-1942, geb. Assenheimer) geboren. Ihre Eltern waren etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die ebenso wie Hanny im Nationalsozialismus entrechtet und umgebracht wurden. Der Vater Siegmund betrieb &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/menschen/meyer-hanni/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Meyer, Hanni“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="meyerhanny1" aria-describedby="caption-meyerhanny1" style="width: 288px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/u3IjIKDFAwfgDU4_GTXL2g?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7TdmiecyHI/AAAAAAAASq8/AZeuLJe2bj4/s288/Cohen_Hanni.jpg" alt="Hanny Meyer geb. Cohen"/></a><figcaption id="caption-meyerhanny1" class="wp-caption-text">Hanny Meyer geb. Cohen</figcaption></figure><strong>Hanny Meyer (1905-1942, geb. Cohen)</strong>, in vielen Quellen auch <strong>Hanni</strong> geschrieben, wurde am 31. März 1905 in Scharmbeck als zweites Kind des jüdischen Ehepaares <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Siegmund Cohen</a> (1871-1939) und <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Clara Cohen</a> (1871-1942, geb. Assenheimer) geboren. Ihre Eltern waren etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die ebenso wie Hanny im Nationalsozialismus entrechtet und umgebracht wurden.<br />
<span id="more-3274"></span><br />
Der Vater Siegmund betrieb am Bahnhof (später <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-37/">Bahnhofstraße 37</a>) ein Textilgeschäft und war während des 1. Weltkrieges Aufsichts-Unteroffizier für den Kreis Osterholz.</p>
<p>Während ihr älterer Bruder Erich Cohen (*1900) zur Zeit der nationalsozialistischen Machtergreifung 1933 nach Johannesburg in Südafrika auswanderte, blieb Hanny bei den Eltern. Der seit 1933 von den Nationalsozialisten organisierte Boykott jüdischer Läden führte zum Konkurs des Geschäftes in der Bahnhofstraße mit anschließender Zwangsversteigerung im Oktober 1934. Hanny musste mit ihren Eltern in eine Mietwohnung in der Lindenstraße 6 bei Alfred Schmarr (früherer Eigentümer Goldschmidt) ziehen, in einem gemieteten kleinen Raum in der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-34/">Bahnhofstraße 34</a> betrieb sie noch bis 1938 einen kleinen Manufakturladen.</p>
<p>In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a>) drangen SA-Männer nach der vereitelten Brandstiftung an der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">ehemaligen Synagoge</a> auch in die Wohnung der Cohens in der Lindenstraße ein und misshandelten Hannys Vater schwer. Hannys Laden in der Bahnhostraße wurde verwüstet: </p>
<blockquote><p>&#8222;Barvermögen 53,27 RM, Warenlager 500 RM. Sonstiges Vermögen ist angeblich nicht vorhanden: An dem gemieteten Laden in der Bahnhofstraße sind die Scheiben der Eingangstür undeines Aushängekastens zertrümmert.&#8220; <small>(Polizeibericht über Hannys Laden vom 10.11.1938)</small></p></blockquote>
<p><figure id="HannyMeyer2" aria-describedby="caption-HannyMeyer2" style="width: 320px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/7fdlBndAPdby61ukdIwucQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh4.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7TdlBlf2FI/AAAAAAAASq4/3WN2fHRcb1c/s400/19381110_Schutzhaft.JPG" alt="Schutzhaftverfügung" /></a><figcaption id="caption-HannyMeyer2" class="wp-caption-text">Polizeiprotokoll vom 10.11.1938</figcaption></figure>Hanny selbst wurde am 10. November in sog. &#8222;Schutzhaft&#8220; genommen, am Folgetag aber wieder entlassen. Am 14. Februar 1939 wurde bei ihr anlässlich einer von der Gestapo angeordneten Hausdurchsuchung &#8222;unerwünschtes Schrifttum&#8220; beschlagnahmt, u. a. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig">Stefan Zweigs</a> &#8222;Jeremias&#8220;, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Leonhard_Frank">Leonhard Franks</a> &#8222;Karl und Anna&#8220;, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Werfel">Franz Werfels</a> &#8222;Verdi&#8220; und Georg Hermanns <a href="http://www.geschichte-im-roman.de/jettchen_gebert.htm">&#8222;Jettchen Gebert&#8220;</a>.</p>
<p>Nachdem ihr Vater am 20. November 1939 an den Folgen seiner Verletzungen aus der Pogromnacht gestorben war, erreichte Hanny die Zustimmung des Bürgermeisters, als Trauerredner den Lehrer Ginsberg aus Bremen kommen lassen zu dürfen.</p>
<p>Hanny und ihre Mutter Clara wurden 1940 in ein Bremer &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenhaus">Judenhaus</a>&#8220; in der Elsässer Str. 114 in Schwachhausen umgesiedelt, wo Hanni den 57-jährigen Bernhard Meyer aus Halberstadt heiratete. Am 17. November 1941 wurden die drei mit 567 ihrer Leidensgenossen (440 aus Bremen und 130 aus dem Regierungsbezirk Stade) am Lloydbahnhof zusammengetrieben und über Hamburg, wo weitere 407 Juden aus Hamburg und Umgebung mitgenommen wurden, nach Minsk verfrachtet. Dort kamen sie am 23. November an, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Sie kamen entweder bereits im ersten Winter im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> oder 1942 im Rahmen der Massentötungen durch Vergasen oder Erschießen ums Leben.</p>
<p>Eintrag im Gedenkbuch beim Bundesarchiv:</p>
<blockquote><p>
Meyer, Hanni Hanny<br />
geb. Cohen<br />
* 31. März 1905 in Osterholz-Scharmbeck<br />
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck</p>
<p>Deportation:<br />
ab Hamburg<br />
18. November 1941, Minsk, Ghetto</p>
<p>Todesdatum:<br />
28. Juli 1942, Minsk, Ghetto</p></blockquote>
<figure id="HannyMeyer5" aria-describedby="caption-HannyMeyer5" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/5s7QjtSUdNC28Lhj7n34mQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7mW7oa1m0I/AAAAAAAAStE/vXOFpExrXPw/s400/StolpersteinBremen_0001.jpg" alt="Stolperstein Hanny Meyer und Bernhard Meyer in Bremen" /></a><figcaption id="caption-HannyMeyer5" class="wp-caption-text">Stolpersteine für Hanny & Bernhard Meyer vor dem Haus Elsässer Str. 114 in Bremen</figcaption></figure>
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		<item>
		<title>Cohen, Clara und Siegmund</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 27 Mar 2010 17:19:36 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1934]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
		<category><![CDATA[1939]]></category>
		<category><![CDATA[1940]]></category>
		<category><![CDATA[1941]]></category>
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					<description><![CDATA[Siegmund Cohen (geb. 19. März 1871, gest. 20.11.1939) und seine Frau Clara Cohen (geb. Assenheimer, geb. 28.05.1871 in Ottersberg / Achim, gest. 28.07.1942) waren Anfang des 20. Jh. etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die im Nationalsozialismus entrechtet und umgebracht wurden. Siegmund wurde zur Blütezeit der hiesigen jüdischen Gemeinde als sechstes Kind der Eheleute Meyer Cohen (1828-1900) &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Cohen, Clara und Siegmund“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="cohenClara1" aria-describedby="caption-cohenClara1" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/i7iXDjPG_OI3QrsDaLXgIQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh6.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7mW9S5_EyI/AAAAAAAAStI/3F__vaLZU3o/s400/StolpersteinBremen_0002.jpg" alt="Stolperstein für Clara Cohen vor dem Haus Elsässer Straße 114 in Bremen" /></a><figcaption id="caption-cohenClara1" class="wp-caption-text">Stolperstein für Clara Cohen vor dem Haus Elsässer Straße 114 in Bremen</figcaption></figure><strong>Siegmund Cohen</strong> (geb. 19. März 1871, gest. 20.11.1939) und seine Frau <strong>Clara Cohen</strong> (geb. Assenheimer, geb. 28.05.1871 in Ottersberg / Achim, gest. 28.07.1942) waren Anfang des 20. Jh. etablierte Geschäftsleute in Osterholz-Scharmbeck, die im Nationalsozialismus entrechtet und umgebracht wurden.<br />
<span id="more-3244"></span><br />
Siegmund wurde zur Blütezeit der hiesigen jüdischen Gemeinde als sechstes Kind der Eheleute Meyer Cohen (1828-1900) und Elise Cohen (geb. Hattendorf, 1836-1921) geboren, vier seiner Geschwister starben im Kindesalter. Er wuchs in Osterholz im Haus seiner Eltern in der Hohetorstraße (heute Nr. 14) auf, wo sein Vater ein Manufakturgeschäft unterhielt. </p>
<p>Das väterliche Geschäft ging an seinen ältesten Bruder Alfred Cohen (1864-1942), Siegmund übernahm 1897 oder 1898 am Bahnhof (später <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-37/">Bahnhofstraße 37</a>) das Manufaktur-, Kurz- und Weißwarengeschäft von Johannes Ehlen (Fa. H. J. Ehlen). 1901 oder 1902 erwarb er das Gebäude vom Inhaber des Bahnhofshotels für 12.500 Mark und ließ von der Fa. Torbohm einen geräumigen Neubau errichten. Während des 1. Weltkrieges war Siegmund Aufsichts-Unteroffizier für den Kreis Osterholz, sein Bruder <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-dr-richard/">Dr. Richard Cohen</a> diente als Sanitätsrat an der Front und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet.</p>
<p>Clara und Siegmund hatten zwei Kinder: Erich (*1900) übernahm 1932 die Immobilie in der Bahnhofstraße und wanderte 1933 nach Johannesburg in Südafrika aus. Hanny (*1905) blieb zunächst bei den Eltern. </p>
<p>Der seit 1933 von den Nationalsozialisten organisierte, u. a. mit Plakaten und uniformierten Wachen vor den Geschäften durchgesetzte Boykott jüdischer Geschäfte führte zum Konkurs des Geschäftes in der Bahnhofstraße mit anschließender Zwangsversteigerung im Oktober 1934. Clara und Siegmund mussten mit Tochter Hanni in eine Mietwohnung in der Lindenstraße 6 bei Alfred Schmarr (Eigentümer Goldschmidt) ziehen, Hanni betrieb in einem gemieteten Raum in der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-34/">Bahnhofstraße 34</a> noch bis 1938 einen kleinen Manufakturladen.</p>
<p><figure style="width: 280px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/Ppr0KoP3s42-HxlUJPWJXw?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/S7mW-5J-sjI/AAAAAAAAStM/l8XjomFYlnM/s400/StolpersteinBremen_0006.jpg" alt="Ehemaliges 'Judenhaus' in der Elsässer Str. 114 in Bremen" /></a><figcaption class="wp-caption-text">Ehemaliges 'Judenhaus' in der Elsässer Str. 114 in Bremen</figcaption></figure> In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (sog. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938">Reichspogromnacht</a>) drangen SA-Männer nach der vereitelten Brandstiftung an der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">ehemaligen Synagoge</a> auch in die Wohnung der Cohens in der Lindenstraße ein und misshandelten den 67-jährigen Siegmund so schwer, dass er sich danach nicht mehr erheben konnte. Von den Verletzungen erholte er sich nicht, so dass die Behörden bereits im Sommer 1939 auf die Umsiedlung in eines der sog. &#8222;Judenhäuser&#8220; verzichtete, da mit seinem baldigen Tod gerechnet wurde. Siegmund verstarb  schließlich am 20. November 1939 an den Folgen der Verletzungen aus der Pogromnacht, nachdem die Polizei zuvor noch am 23. September bei ihm einen &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Volksempfänger">Volksempfänger</a>&#8220; beschlagnahmte, dessen Besitz Juden fortan verboten war. Am 23. November wurde Siegmund auf dem im Jahr zuvor von der SA verwüsteten Jüdischen Friedhof beigesetzt. Seine Grabstelle ist nicht bekannt, ein Grabstein wurde nicht gesetzt.</p>
<p>Clara wurde 1940 mit Tochter Hanny in ein Bremer &#8222;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Judenhaus">Judenhaus</a>&#8220; in der Elsässer Str. 114 in Schwachhausen umgesiedelt. Am 17. November 1941 wurden sie mit 568 ihrer Leidensgenossen (440 aus Bremen und 130 aus dem Regierungsbezirk Stade) am Lloydbahnhof zusammengetrieben und über Hamburg, wo weitere 407 Juden aus Hamburg und Umgebung mitgenommen wurden, nach Minsk verfrachtet. Dort kamen sie am 23. November an, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Sie kamen entweder bereits im ersten Winter im <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Ghetto_Minsk">Ghetto von Minsk</a> oder 1942 im Rahmen der Massentötungen durch Vergasen oder Erschießen ums Leben.</p>
<p><a href="http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html?id=902455&#038;submit=1&#038;page=2&#038;maxview=50&#038;offset=50">Eintrag</a> im Gedenkbuch Bundesarchiv:</p>
<blockquote><p>Cohen, Clara Klara<br />
geb. Assenheimer<br />
* 28. Mai 1871 in Ottersberg<br />
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck</p>
<p>Deportation:<br />
ab Hamburg<br />
18. November 1941, Minsk, Ghetto</p>
<p>Todesdatum:<br />
28. Juli 1942, Minsk, Ghetto</p></blockquote>
<p>Volkszählung 17.05.1939:<br />
Siegmund Cohen, Lindenstr. 6, Osterholz-Scharmbeck (ID-Nr VZ275451)<br />
Clara Cohen, geb. Assenheimer, Lindenstr. 6, Osterholz-Scharmbeck (ID-Nr VZ275452)</p>
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		<title>Cohen, Dr. Richard</title>
		<link>https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/cohen-dr-richard/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 23 Mar 2010 19:48:08 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Menschen]]></category>
		<category><![CDATA[Politik]]></category>
		<category><![CDATA[Scharmbeck]]></category>
		<category><![CDATA[Stolperstein]]></category>
		<category><![CDATA[1872]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
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					<description><![CDATA[Dr. Richard Cohen (1872-1938) war zu Beginn des 20. Jh. über 30 Jahre lang ein angesehener Arzt und Lokalpolitiker in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und in den Freitod getrieben. Richard wurde als siebentes Kind der Eheleute Meyer Cohen und Elise Cohen (geb. Hattendorf) geboren, die in der Hohetorstraße 14 (damals Nr. 51, gegenüber &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/cohen-dr-richard/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Cohen, Dr. Richard“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Dr. Richard Cohen (1872-1938)</strong> war zu Beginn des 20. Jh. über 30 Jahre lang ein angesehener Arzt und Lokalpolitiker in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und in den Freitod getrieben.</p>
<p>Richard wurde als siebentes Kind der Eheleute Meyer Cohen und Elise Cohen (geb. Hattendorf) geboren, die in der Hohetorstraße 14 (damals Nr. 51, gegenüber der Einmündung Neue Straße) einen Manufakturladen besaßen. Sein Vater war ein eingesessener Kaufmann in Osterholz, aktiv im Schützenverein und einer der Mitbegründer des Erntefestes. Vier von Richards Geschwistern starben im Kindesalter, sein ältester Bruder <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-alfred-und-flora/">Alfred</a> (1864-1942) übernahm das elterliche Geschäft in Osterholz und der zweitälteste Bruder <a href="http://www.teufelsmoor.eu/menschen/cohen-clara-und-siegmund/">Siegmund</a> (1871-1939) den Manufakturladen Ehlen in der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-37/">Bahnhofstraße 37</a>. </p>
<p>Richard besuchte nach der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/osterholz-scharmbeck/bahnhofstrase/bahnhofstr-105/">jüdischen Elementarschule in der Bahnhofstraße</a> eine höhere Schule in Bremen. Danach studierte er Medizin in Berlin und promovierte dort auch. Er ließ sich dann als Arzt in Ritterhude nieder, übernahm aber wenig später im Jahr 1899 die Praxis des verstorbenen Dr. Neander in Scharmbeck in der späteren <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/historische-aufnahmen/marktstr-5/">Marktstraße 5</a>. </p>
<p>Richard war deutsch und vaterländisch orientiert, flaggte bei öffentlichen Anlässen schwarz-weiß-rot und meldete sich im 1. Weltkrieg freiwillig. An der französischen Front diente er als Sanitätsrat und wurde mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eisernes_Kreuz">Eisernen Kreuz 1. Klasse</a> ausgezeichnet. 1917 wurde er in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 2. Klasse gewählt und 1919 erlangte die Bürgerliche Liste mit dem Spitzenkandidaten Dr. Cohen bei der Wahl zur Scharmbecker Gemeindevertretung 9 von 15 Sitzen, Cohen wurde auch in den Kreistag gewählt. Als eine neue Ortsverfassung das Bürgervorsteherkollegium 1920 auf eine Ebene mit dem Magistrat hob, wählte es Cohen zu seinem Wortführer. </p>
<p>1938 wurde Dr. Cohen Berufsverbot erteilt, er starb am 8. April in Scharmbeck verarmt und seelisch gebrochen an den Folgen eines Suizids.  <small>Quellen: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/chronik-von-osterholz-scharmbeck/">Menkhoff</a> und Sterberegister</small></p>
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		<title>Buch: Heimatbuch 1938</title>
		<link>https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Mar 2010 09:30:52 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[1938]]></category>
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					<description><![CDATA[Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch von Johann Segelken mit 83 Abbildungen im Text 1. Auflage 1938 Selbstverlag Johann Segelken, Osterholz-Scharmbeck Druck von Buchdruckerei H. Saade, Osterholz-Scharmbeck 453 Seiten. Auszüge aus dem Anhang: &#8218;Juden Wie überall bei den Gastvölkern, kamen auch die hiesigen Juden nach Ausweis der Alten sehr oft mit den Gesetzesvorschriften in Konflikt. &#8230; Zur Betreuung aller &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/geschichte/ohz-heimatbuch-1938/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Buch: Heimatbuch 1938“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch</strong><br />
von <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/johann-segelken-heimatforscher/">Johann Segelken</a><br />
mit 83 Abbildungen im Text<br />
1. Auflage<br />
1938<br />
Selbstverlag Johann Segelken, Osterholz-Scharmbeck<br />
Druck von Buchdruckerei H. Saade, Osterholz-Scharmbeck</p>
<p>453 Seiten.<br />
<span id="more-3114"></span><br />
Auszüge aus dem Anhang:</p>
<blockquote><p>
&#8218;<strong>Juden</strong><br />
Wie überall bei den Gastvölkern, kamen auch die hiesigen Juden nach Ausweis der Alten sehr oft mit den Gesetzesvorschriften in Konflikt.<br />
&#8230;<br />
Zur Betreuung aller in einem Bezirk &#8222;vergleiteter Juden&#8220; wurde ein besonderer Vorsteher ernannt. Er hatte darauf zu sehen, daß die Juden seines Gebietes sich nach den bestehenden Anordnungen und &#8222;dem Inhalte ihrer Concession gemäß betragen und zu keinen begründeten Beschwerden Anlaß&#8220; gaben. &#8230; Es ist unverständlich, daß die Regierung mit einem so wichtigen Amte einen Juden betraute. Das bedeutete doch nichts anderes, als den Bock zum Gärtner zu machen.<br />
&#8230;<br />
Durch &#8222;fabelhafte Geschäftstüchtigkeit&#8220; gelangten die hiesigen Juden meist zu großem Reichtum. Bei ihrem Handeln und Schachern schreckten sie oft nicht davor zurück, den in Not geratenen Bauern und Bürgern bedeutende Warenmengen zu kreditieren oder ihnen Geld gegen Wucherzinsen zu leihen, bis die Schulden als hypothekarische Sicherheiten eingetragen werden mußten. Dadurch gerieten die Schuldner in immer größer werdende Abhängigkeit von den Juden. Mit dem so erworbenen Gelde konnte großzügig gebaut werden. Die größten Gebäude der beiden Orte waren von Juden bewohnt. Noch heute bezeichnet der bittere Wahrheit sagende Volksmund das ehemalige Haus des Juden Weinberg (jetzt Familienhaus Bruns) mit &#8222;Tränenpalast&#8220;.<br />
&#8230;<br />
Durch die Judengesetze des Dritten Reiches hat die Judenfrage die endgültige Regelung erfahren.&#8216;</p></blockquote>
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