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Längst kein Geheimtipp mehr: Susanne Bödeker hat 2011 am Scharmbecker Markt das Carpe Diem (“Kaffee, Köstlichkeiten und Kreatives”, Marktstraße 9) eröffnet und erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Der mittlerweile (fast) obligatorische Latte macchiato am Marktfreitag ist so lecker, dass wir jetzt auch den Außer-Haus-Verkauf von Lloyd-Caffee sehr gerne nutzen. Unser aktueller Spitzenreiter für Filterkaffee: Best of Brazil von der Fazenda de Lagoa.
Ich freue mich jetzt schon seit Monaten in wöchentlicher Regelmäßigkeit über diesen Zuwachs am Scharmbecker Markt. Zeigt er doch auch, dass der Ortskern keineswegs zum Aussterben verurteilt ist. Wenn nur jemand ein bisschen Schwung, Qualitätsbewusstsein, Freundlichkeit und Durchhaltevermögen mitbringt. Gutes Gelingen, Frau Bödeker, schön dass Sie da sind!

Manfred ist, er möge das auf keinen Fall falsch verstehen, “unser Wurstmann”. Freitag nachmittag auf dem Wochenmarkt in Scharmbeck in seinem Sortiment zu stöbern, ist seit vielen Jahren “Kult”. Ein Sonntagsfrühstück ohne seine(n) Serrano, Wurstsalat, Frischkäse, Parma, Hausmachermettwurst, Crémeux oder Mortadella ist kein wirkliches Frühstück. Seit Jahren harrt er mit manchmal nur noch wenigen Marktbeschickern bei Wind und Wetter, Frost und Hitze bis zum späten Nachmittag aus, um auch arbeitenden Nachzüglern wie uns noch zu den wohlverdienten Delikatessen zu verhelfen.
Ohne dich und deine Kalorien wären wir zwei Striche in der Landschaft, Manfred. Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kahn und AC/DC auf dem Player, bis nächsten Freitag!
1924 erweiterte Schneidermeister Bernhard Seevers seinen Betrieb um ein hiesiges Lager für Herrenstoffe. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)
1952 Schneider Severs. (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren. Hrsg. S. Hofmann, ca. 2004)
1956 zog die Zweigstelle der Post von der Marktstr. 3 in das neu errichtete Geschäftshaus Poststr. 8 der Fa. Gottfried Stehnke. 1959 eröffnete ein “Konfitüren-Spezialgeschäft” (u. a. Marzipanschmuck). 1969 Friedrich Beisner (Versicherungen). 1974 verlegte Heinz Dietrich seinen Damen- und Herrensalon ins eigene Haus (Am Krankenhaus 5). (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
Das Gebäude wurde später abgerissen, an seiner Stelle baute die Volksbank Osterholz-Scharmbeck ihr neues Bankhaus (Postadresse heute Marktstr. 1-5).
Erbaut von der Familie das Landwirts Otto Fischer, spätere Besitzer waren Steenken und Tietjen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
1952 Malergeschäft Stehnken. (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren. Hrsg. S. Hofmann, ca. 2004)
Das Gebäude wurde 1976 von der Stadt für Maßnahmen der Stadtsanierung aufgekauft und 1977 abgerissen. An seiner Stelle baute die Volksbank, 1977 eröffnete der Orthopäde Dr. Rüdiger Hartmann seine Praxis in deren Haus, 1978 der HNO-Arzt Dr. Roland Scherer. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
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| Marktstr. 2 (re. im Bild) (Postkarte vermutlich um 1915. Die Kirchenstraße ist eigentlich nicht abgebildet, sie beginnt erst an der Willehadi-Kirche im Hintergrund) |
Vormals Hinter der Wurth bzw. Marktplatz.
Über Jahrhunderte stand hier einer der acht Vollhöfe Scharmbecks, das alte Bauernhaus existierte bis 1957. Heute wird die Ecke Marktstraße/Bahnhofstraße von einem Geschäftshaus eingenommen und war bis 2009 Standort der letzten Postfiliale Osterholz-Scharmbecks.
Besitzer: 1534/36 Segelke Tytken; 1629 Hinrich Titken. 1637, 1650 und 1670 Hinrich Tietjen (auch Titken und Titcken). 1677-1712(?) Jacob Titjen (1649-1717). 1712(?)-1716 Hinrich Tietjen. 1716-31 Karl Tietjen (1690-1731). 1731-33 Witwe von Karl Tietjen, 1733-47 dann ihr 2.Mann Albert Schnibben. 1747-73 Johann Friedrich Tietjen (1720-1804). 1773-1805 Johann Otto Flathmann (1752-1813, verheiratet mit Margarete Adelheid geb.Tietjen). 1805-28 Peter Friedrich Flathmann. 1828-77 Johann Flathmann (“Jan Grönland”, 1806-1896). 1877-1938 Johann Flathmann (1852-1938). 1938-51 Witwe von Johann Flathmann und Johann Flathmann (USA). Seit 1951 Fa. Gottfried Stehnke. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967 und Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
1838 wurde die Durchgangsstraße -neuerdings ein Teil der Landstraße Bremen-Stade- gepflastert und auf 32 Fuß verbreitert, dafür musste das Bauernhaus auf die gegenüberliegende Straßenseite versetzt werden. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)
Das Bauernhaus wurde 1957 vom Eigentümer (Fa. Stehnke) abgerissen und durch eine vom Architekten Johannes Plantikow entworfene Esso-Tankstelle ganz im Stil der 50er-Jahre ersetzt. Bei den Baggerarbeiten fanden Mitarbeiter der Firma in einer Tiefe von 1.20 m einen Tonkrug mit ca. 360 Gold- und Silbermünzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, hauptsächlich aus dem späten Mittelalter (ca. 1512). Der restaurierte Schatz steht heute als Dauerleihgabe der Fa. Stehnke im Kreisheimatmuseum in der Museumsanlage Osterholz. 1969 übernahm G. Sikora die Tankstelle. (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren, Hrsg. Sigrid Hofmann, ca. 2004 und: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
1975 wurde an Stelle der Tankstelle ein Geschäftshaus errichtet. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983) Dort wurde im selben Jahr ein PLUS-Discountmarkt eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
1998 eröffnen die Frauenärztinnen Elisabeth Plümpe-Maaß und Dr. Lioba Wekenborg ihre Praxis (zuvor Praxis Ahlers nebenan in der Bahnhofstr. 100). Im April 1999 wurde hier das neue Postamt eröffnet und das bisherige Hauptpostamt in der Bahnhofstr. 18 für den Publikumsverkehr geschlossen. 1999 Umzug der Naturheil-Praxis Reinhard Scheibel und Eröffnung des Lernzentrums Hansen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
Da das bisherige Schulhaus (heute Kirchenstr. 4) aus allen Nähten platzte, stellte der Flecken Scharmbeck 1823 dieses Grundstück “Auf der Wurth” (später Marktstr. 7) zur Verfügung. Die Kirchengemeinde errichtete ein größeres Schulhaus, Hauptschullehrer wurde Marcus Rathje. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)
Die Schule wurde bis 1868 benutzt, dem Einweihungsjahr der von Johann Mencke gestifteten späteren Menckeschule. Das bisherige Schulgrundstück wurde an den Kaufmann J. W. Schlüter verkauft, der das Gebäude abreißen und ein Geschäfsthaus errichten ließ. Später residierte hier das Textilhaus W. Christgau. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983)
1866-77 war der Kaufmann J. W. Schlüter Gemeindevorsteher Scharmbecks. 1884 übergab Schlüter den Laden an J. H. Grohmann, der das Modehaus 1901 vergrößerte und mit vier großen Schaufenstern entlang der ganzen Gebäudefront ausstatten ließ. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)
1952 Zeuggeschäft Prahl (vorher Christgau). (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren. Hrsg. S. Hofmann, ca. 2004)
1961 wurde die “Express-Reinigung Tip-Top” eröffnet, 1972 das Spielwaren-Spezialgeschäft “Kinderland”. Das Gebäude wurde 1983 abgerissen und von seinem Eigentümer (Volksbank) durch einen Neubau ersetzt. Erste Mieter 1983 waren Hiller-Optik/Foto, Galerie Lohes und die Fleischerei Kuball mit Schlemmer-Diele. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
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| Marktstr. 5 (3. Haus von li.) (Postkarte vermutlich um 1915. Die Kirchenstraße ist eigentlich nicht abgebildet, sie beginnt erst an der Willehadi-Kirche im Hintergrund) |
Früher Marktstr. 75.
1844-45 ließ Zimmermeister Johann Tietjen hier an der “Kreuzstraße”, wie die Häuser an der Kreuzung damals allgemein genannt wurden, von Maurermeister Hinrich Segelken ein 2-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Als sein Schwiegersohn Johann Steeneck 1896 in sein neues Haus in der Bahnhofstraße 44 zog, verkaufte er die Marktstr. 5 an den Kaufmann Bernhard Ruroede, der hier ein Kolonialwarengeschäft etablierte.
1861-99 wohnte und praktizierte im Obergeschoss Dr. Neander (Arzt aus Geismar in Hessen, Nachfolger von Dr. Tasche). Nach dem Weggang von Dr. Kettler aus Osterholz war Neander von 1865 bis 1888 der einzige Arzt in Osterholz und Scharmbeck. Nach seinem Tod übernahm 1899 Dr. Richard Cohen die Praxis. Zunächst quartierte er sich in Stagge’s Hotel ein, 1901 zog er in die Marktstr. 5 (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004) und 1902 kaufte er das Gebäude. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983)
1899 eröffnete Fritz Saade noch im Haus von Ruröde eine Buchdruckerei und Papierhandlung, sowie (im selben Haus nebenan) einen Zigarren-, Zigaretten- und Tabakladen. 1901 machte Wilhelmine Meyer ein Putz- und Hutgeschäft auf. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004) Die Buchdruckerei wurde 1902 zur Bahnhofstr. 81 verlegt. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967)
1923 wurde das Gebäude von der 17 Jahre zuvor gegründeten Spar- und Leihkasse bezogen (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967), die 1975 zur “Volksbank” umgenannt wurde.
1945 eröffnete Dr. K. Schliemann (Chefarzt des Krankenhauses) seine Praxis, 1946 verlegt er sie zur Lindenstr. 17. 1947-49 betrieb die “Hannoversche Presse” eine Lokalredaktion. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)
Das Gebäude wurde 1968 abgerissen, nachdem die Spar- und Leihkasse auf dem ehemaligen Holzplatz hinter dem Haus einen Neubau errichtet und am 22. Juni in Betrieb genommen hatte.
Heute residiert die Volksbank Osterholz-Scharmbeck im neuen Bankhaus Ecke Marktstraße/Baustraße (Postadresse Marktstr. 1-5).
siehe Stagge’s Hotel

Scharmbecker Markt ca. 1902 (Nr. 9 direkt hinter der Kaiser-Wilhelm-Eiche)
1966 eröffnete Heinz Brandhorst ein Geschäft für Farben und Fußbodenbeläge. 1967 betrieb Paul Januschewitsch ein Fachgeschäft für Büromaschinen.
Im Jahr 2000 übernahm die Fam. Sengstake das Eiscafe Dolomiti und Edeltraud Heins eröffnete die Boutique Kai. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009) Beide sind heute noch hier ansässig. 2011 eröffnete Susanne Bödeker das Carpe Diem.




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