Stolpersteine

Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf
Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf
Stolpersteine (siehe auch www.stolpersteine.com und Wikipedia-Artikel „Stolpersteine“) sind ca. 10 x 10 x 10 cm große Steine mit Gedenktafeln aus Messing, die seit den 1990er-Jahren in mittlerweile über 500 Orten Deutschlands und mehreren Ländern Europas ins Trottoir eingelassen sind. Sie sollen am jeweils letzten selbstgewählten Wohnort an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das Projekt wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demning ins Leben gerufen.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ (Gunter Demnig)


1995 begann Demning in Köln, ohne Genehmigung Stolpersteine zu installieren. Die ersten behördlich genehmigten Steine wurden in Deutschland im Jahr 2000 ebenfalls in Köln verlegt.

„Sie können ein Buch aufschlagen und lesen, dass die Nazis sechs Millionen Juden und fünf Millionen andere ermordet haben, aber Sie können nicht voll ermessen, was geschah. Wenn Sie aber über das Schicksal eines Mannes oder einer Frau erfahren, die in einem bestimmten Haus wohnten, ist das etwas anderes.“ (Gunter Demnig)

Das Projekt der Stolpersteine ist nicht unumstritten. Während die Mehrzahl der bislang damit befassten Gemeinden die Idee und ihre Verbreitung unterstützten und auch das nationale und internationale Pressecho fast durchweg positiv ausfällt, erteilt München keine Genehmigungen zur Steinverlegung. Auch innerhalb der jüdischen Gemeinde herrscht Uneinigkeit: Charlotte Knobloch, Präsidentin des Zentralrates der Deutschen Juden, lehnt das Projekt seit Jahren scharf ab, andere Mitglieder des Zentralrates und beispielsweise die Jüdische Gemeinde Düsseldorf beurteilen es positiv.

In Bremen sind bislang ca. 400, in Hamburg etwa 3.000 Stolpersteine verlegt, im Landkreis Osterholz bislang (Stand März 2010) einzelne in Lilienthal und Ritterhude. Für € 95.- kann man die Patenschaft für die Herstellung und Verlegung eines Steines übernehmen.

Im Februar 2011 lehnten Kultur- und Verwaltungsausschuss der Stadt Osterholz-Scharmbeck einen Antrag von Carsten Roman Höft auf Installation von Stolpersteinen einstimmig ab. Die Stadtverwaltung begründete ihre ablehnende Haltung mit den Bedenken Knoblochs und des Vorsitzenden des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen sowie dem bereits vorhandenen Mahnmal an der Bahnhofstraße. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 18.2.2011)

Mögliche Stolpersteine in Osterholz-Scharmbeck

sicher

  1. Moritz Aron (Auf dem Kamp 14)
  2. Wilhelm Aron (1938: Auf dem Kamp 14, 1960: Auf dem Kamp 32, Arbeitsstelle bis 1945-1960: Bahnhofstraße 105) Überlebte den Holocaust, KZ 1944-45.
  3. Hedwig Bähr, vermutlich identisch mit Edwig Bähr (Gedenkstein Bahnhofstraße)
  4. Alfred Cohen (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47). Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Nordstraße 210).
  5. Clara Cohen (Lindenstraße 6) Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Elsässer Str. 114).
  6. Flora Cohen (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47). Überlebte den Holocaust, KZ 1942-45. Es existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Nordstraße 210)
  7. Henny Cohen. (Hohetorstraße 14 oder Bremer Str. 47)
  8. Dr. Richard Cohen (Marktstraße 5)
  9. Siegmund Cohen (Lindenstraße 6)
  10. Ernst Davidsohn
  11. Ilse Davidsohn
  12. Toni Davidsohn
  13. Alfred Heidemann
  14. Betty Heidemann
  15. Grete Heidemann
  16. Irma Heidemann
  17. Iwan Heidemann
  18. Leopold Löwenstein (Bahnhofstraße 105)
  19. Moritz Meibergen (Bahnhofstraße 90)
  20. Hanni Meyer (Lindenstraße 6) in 2 Listen mit ihrem Geburtsnamen Hanny Cohen geführt (hat aber im Bremer Judenhaus Bernhard Meyer geheiratet). Von ihr existiert bereits ein Stolperstein in Bremen (ehem. Judenhaus Elsässer Str. 114).
  21. Anna Ratusch (Sandbergstraße, vermutlich identisch mit „Chana Ratusch gest. 24.9.1938“)
  22. Meyer-Rosenhoff, Cläre
  23. Meyer-Rosenhoff, Hugo (identisch mit Hugo Mejer und Hugo Meyer)
  24. Meyer-Rosenhoff, Ruth
  25. Meyer-Rosenhoff, Selma (identisch mit Elya Rosenhoff)

unsicher
Bernhard Meyer (*1883 aus Halberstadt), hat Hanni Meyer erst im Bremer Judenhaus geheiratet und war vermutlich nie in OHZ

Zu klären
Ottilie Davidsohn

Quelle: Gedenkstein Bahnhofstraße (23 Personen)
Edwig Bähr
Moritz Aron
Hanny Cohen
Alfred Cohen
Dr. Richard Cohen
Henny Cohen
Clara und Siegmund Cohen
Leopold Löwenstein
Moritz Meibergen
Anna Ratusch
Ilse Davidsohn
Ottilie Davidsohn
Ernst Davidsohn
Toni Davidsohn
Elya und Hugo Rosenhoff
Ruth Rosenhoff
Cläre Rosenhoff
Irma und Iwan Heidemann
Grete und Alfred Heidemann

Quelle: Yad Vashem The Central Database of Shoah Victims‘ Names (47 Einträge, 29 Personen)
Aron Moritz
Baehr Hedwig
Cohen Alfred
Cohen Clara
Cohen Fritz
Cohen Erich
Cohen Henny
Cohen Richard
Cohen Sigmund
Davidsohn Ottilie
Davidsohn Sally
Davidsohn Toni
Davidsohn Ilse
Davidsohn Ernst
Feist Ella
Heidemann Alfred
Heidemann Betty
Heidemann Grete
Heidemann Irma
Heidemann Ivan
Heidemann Josef
Löwenstein Leopold
Meyer Hanni (Anm.: =Cohen Hanni)
Mejer, Hugo (Anm.; =Hugo Rosenhoff)
Neuman Selma (Anm.: Friedhof Osterwede: Hawlisch, Selma (geb. Neumann) * 1908, + 1980)
Ratusch Anna
Rosenhoff Claere
Rosenhoff Hugo
Rosenhoff Ruth
Rosenhoff Selma

Quelle: Bundesarchiv: Gedenkbuch – Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 (11 Personen)
Aron, Moritz (* 11.10.1873 in Scharmbeck)
Bähr, Hedwig (* 01.02.1904 in Etteln)
Cohen, Alfred (* 17.02.1864 in Osterholz-Scharmbeck)
Cohen, Clara (* 28.05.1871 in Ottersberg)
Davidsohn, Ernst (* 27.07.1891 in Osterholz-Scharmbeck)
Davidsohn, Ilse (* 22.01.1906 in Osterholz-Scharmbeck)
Davidsohn, Toni (* 27.12.1877 in Harpstedt)
Löwenstein, Leopold (* 14.11.1873 in Gudensberg)
Meyer, Hanni (* 31.03.1905 in Osterholz-Scharmbeck)
Meyer, Hugo (* 12.02.1887 in Kamen) Anm.: =Hugo Rosenhoff
Rosenhoff, Selma (* 14.04.1889 in Obermöllrich)

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