und Radfahren, Fotografie & Mac

Archiv zum Thema: Osterholz

Erntefest Osterholz

Der Festumzug des 146. Osterholzer Erntefestes hat mir gut gefallen. Entweder ich habe in den letzten Jahren nicht richtig aufgepasst, oder es deutet sich tatsächlich ein neuer Trend an:

Neben traditionellen Eindrücken wie den Strohhüten des Festkommitees ...

gab es auch viel Lässiges zu sehen, wie den Hippie-Bus von Bremen Eins, ...



den Bel Air für das Theater in OHZ ...

und den Hammer-Bautrupp von Stehnke.



Einige der vor wenigen Jahren noch dominierenden Love-Parade-vom-Lande-Wagen mit S’Arenal-Sangria-Flair sind auch noch dabei, jetzt aber eher als bunte Beimischung und nicht mehr in so großer Überzahl. Rührig wie immer gefiel mir die Präsentation lokaler Kindergärten, Sport- und Freizeitvereine. Man spürt, dass ein großer Teil des regen Schaulustigen-Interesses ihnen gilt. Mein Highlight 2013 war die Fa. Stehnke, da wird manch’ männliches Wesen am Straßenrand über eine Umschulung zum Baufacharbeiter sinniert haben ;-) .

Biogasanlage Osternheide

2012 als Szenario einer Übung von Feuerwehr und Rettungsdienst

Seit Ende November 2010 produziert die Biogasanlage am Butenpad beim Landwirt Hermann Knoop auf der Osternheide. Sie soll jährlich bis zu 2.3 Mio. m3 Biogas erzeugen. Die Osterholzer Stadtwerke leiten das Gas über eine im September/Oktober verlegte etwa 2 km lange Rohrleitung zu ihrem Blockheizkraftwerk am Allwetterbad, das von Erd- auf Biogas umgerüstet wurde und bis zu 4 Mio. kwh Strom und bis zu 3 Mio. kwh Wärme im Jahr erzeugen soll.
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Bahnhofstr. 02-08

Unter der Adresse Bahnhofstr. 2-8 ist am südöstlichen Beginn der Bahnhofstr. (Ecke Bördestr., sog. “AOK-Kreuzung”) ein Standort der Berufsbildenden Schulen (BBS) Osterholz zu finden.

1956 wurde die Haushaltungsschule als Teil der Kreisberufsschule in Betrieb genommen. 1961 wurde die Kreisberufsschule eingeweiht. Quelle: Menkhoff

Ende 2010 wurde über Pläne des Landkreises Osterholz berichtet, die Außenstelle der BBS aus wirtschaftlichen Gründen zu Gunsten eines Neubaus am Hauptstandort aufzugeben. Während für eine Sanierung des Komplexes etwa 7.7 Mio € aufgebracht werden müssten, sei ein Neubau mit geschätzten 6 Mio € günstiger, so der Landkreis. Entsprechende Planungskosten wurden für 2012 bereits veranschlagt, dabei sollen alternative Lösungen beleuchtet werden. Einerseits könnte der L-förmige mittlere Gebäudeteil B (Hausnr. 4) erhalten und beispielsweise für Jugendamt, Bildungswerk und Ländliche Erwachsenenbildung genutzt werden, die bislang in der Bremer Str. 35 untergebracht sind. Andererseits sei auch ein Abriss des gesamten Komplexes auf dem 7.900 m² großen Areal mit einer Neubebauung evtl. unter Einbeziehung der seit Mitte 2006 leerstehenden AOK-Immobilie denkbar. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 9.11.2010)

Ende 2012 waren diese Pläne dann erstmal auf Eis gelegt, weil die in Niedersachsen 2013/14 verbindlich einzuführenden Inklusionsschulen Unsicherheit über die weitere Nutzung der Pestalozzischule erzeugt hatten. Da die BBS dort zukünftig Räume wird nutzen können, besteht Unklarheit über deren zusätzlichen Raumbedarf. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 31.12.2012)

Weyerdamm

Weyerdamm in Osterholz-Scharmbeck

Weyerdamm heute (Blick von Ahrensfelde nach Osterholz)

Weyerdamm, im 18. Jh. auch “der Weier Damm”, war etwa 110 Jahre lang eine dem Flecken Osterholz östlich vorgelagerte Moorsiedlung (ehemaliger Standort) noch aus der Zeit vor Jürgen Christian Findorff. Auf Grund immer wieder kehrender Überschwemmungen ihrer Äcker und Höfe gab die Mehrheit der Siedler schließlich auf, demontierte ihre Häuser und baute sie andernorts wieder auf. An die einst wenige Minuten vom Kloster gelegene Moorsiedlung erinnern heute nur noch der letzte von ehemals 19 Höfen und zwei ebenfalls Weyerdamm genannte Seitenwege des Ahrensfelder Damms.
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Schule am Klosterplatz

Das Gebäude wurde 1735 als Amtshaus für das Amt Osterholz errichtet. Es war Amtssitz des Amtmannes (damals Amtmann von Schwanewede, Amtmänner waren die Vorgänger der späteren Landräte). Später diente es als Landratswohnung und schließlich bis zum Bezug der heutigen Landkreisverwaltung im Klosterholz 1968 als Büroraum für die Abt. Wirtschaft/Verkehr (Straßenverkehrsamt) des Landkreises. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967)

Abweichend davon wird das Gebäude in der Stadtchronik als ehemaliger Wohnsitz der Äbtissin bezeichnet, danach sei 1735 das “Amtshaus in der Bördestraße … (später Nr. 42 und Museumsanlage)” gebaut worden. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I+II, R. Meenkhoff, 2004+2009) Lage, Baustil und Größe des Gebäudes am Klosterplatz sprechen aber gegen die Deutung als Äbtissinnenwohnsitz des 1650 aufgelösten Klosters.

1970 jedenfalls wurde die Schule für geistig behinderte Kinder (heute Schule am Klosterplatz) eingerichtet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Upmann’sche Villa

Upmann-Villa ca. 1935

(aus J. Segelken 'Heimatbuch', 1938)

1903 setzten Maurermeister Wilhelm Torbohm und Zimmermeister Heinrich Volger ein zusätzliches Stockwerk auf das Landhaus des Bremer Kaufmanns Upmann. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004) 1936 wurde das Parkgrundstück mit Villa und Hofmeierhaus “zu günstigen Bedingungen” von der Stadt gekauft. Die Gebäude wurden an den Reichsarbeitsdienst vermietet.

Die Upmann’sche Villa am Stadtpark wurde 1998 vom Landkreis an Susanne Mandt-Rauch verkauft. Mit einem Investitionsvolumen von DM 16 Mio. war auf dem Grundstück von insgesamt 14.277 m² ein Heim für Schwerstpflegefälle geplant. Das Projekt stieß aber auf großen Widerstand in der Bevölkerung, der sich u. a. gegen die geplante hohen Mauer um das Gelände richtete. Eine Bürgerinitiative übergab im März 2000 eine Liste “Rettet den Stadtpark!” mit 976 Unterschriften an den Landkreis. Im Juni 2000 wurde der Kaufvertrag schließlich aufgehoben. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Altes Kreishaus

Das damalige Landratsamt ca. 1937 (aus: J. Segelken “Heimatbuch”, 1938)
Amtsgericht OHZ
… und 2008

Das heutige Nebengebäude des Amtsgerichts Osterholz-Scharmbeck in der Rübhofstr. 4 war bis 1968 Sitz des Landkreises Osterholz. Das Gebäude wurde 1907-1908 als Landratsamt (Kreishaus) erbaut. Zuvor war das Kreishaus (bis 1885 Amtsverwaltung) seit 1858 in der 1. Etage des Amtsgerichtes untergebracht. Quelle: Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten, Band 2


[Standort][mehr Fotos aus der Umgebung]

Parkstift Osterholz

Das Parkstift Osterholz (Webseite) ist ein Pflegeheim im Osterholzer Stadtpark unmittelbar am Bahnhof. Es wurde von der Diakonischen Altenhilfe im November 2004 unmittelbar neben der Upmannschen Villa eröffnet.

Das Parkstift ist nach dem Modell der Hausgemeinschaften organisiert, bei dem jeweils 12 Bewohner in Einzelzimmern leben und gemeinsam je eine Wohnküche bewirtschaften. Anfang 2009 waren die 60 Plätze des Heimes voll belegt, das Jahresbugdet 2008 betrug 1.7 Mio €. Neben dem Geschäftsführer Hans Mencke und der Pflegedienstleiterin Susanne Lihsek waren knapp 50 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 27 Pflegerinnen und Pfleger.
Quelle: Osterholzer Kreisblatt 21.2.2009

Muskau

Die Muskau (früher auch Moscau oder Klein-Ahrensfelde genannt) war früher ein zum Flecken Osterholz gehörender Ortsteil. Heute erinnert nur noch die Muskaustraße (hier) daran.

Ein Haushaltungsbuch aus dem Jahre 1692 listet als Bewohner von “Klein-Ahrensfeld, ansonsten auch die Moscau genannt” den Handkötner Joh. Schnibbe und die Brinkkötner Gevert Grimm, Johann Steeneck, Marten Mehrtens, Gevert Schmonsees, Peter Hohorst, Johann Bödeker, Lür Prigge und Henrich Gefken auf. Quelle: J. Segelken Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967. Verl. H. Saade, 1967.
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Kloster Osterholz

Wahrscheinlicher Grundriss im Jahr 1200

Wahrscheinlicher Grundriss im Jahr 1200

Im heutigen Ortsteil Osterholz von Osterholz-Scharmbeck existierte von 1182 bis 1650 das Kloster Osterholz, von dem nur noch die ehemalige Basilika (heute Klosterkirche St. Marien) und vermutlich ein Wirtschaftgebäude im südlichen Teil des ehemaligen Westflügels (heute Baumhof 5) erhalten sind.

Der Bau des Klosters wurde 1182 auf Geheiß des Bremer Erzbischofs Siegfried begonnen. Nach dessen Tod 1184 ließ sein Nachfolger Hardvicus den Bau fortsetzen. Als Anhänger der Welfen setzte er sich aber gegen die ursprünglich geplante Verwendung als Mönchskloster des Benediktinerordens ein, da diese den Staufern sehr verbunden waren. Die 1188 von Papst Clemens III. erteilte Klosterbestätigung sah dann auch bereits eine Belegung durch Nonnen und Mönche vor. Am 7. September 1196 wurde das Kloster eingeweiht, erster Probst war Eylhardus. 1202 wurde das Kloster nach Abzug der Benediktinermönche zu einem reinen Nonnenkloster.
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Findorffhaus

Das ehemalige Amtshaus des Klostervogts wurde 1753 vom später zum Moorkommissar ernannten Jürgen Christian Findorff (1720-1792) erweitert und diente ihm als Amtssitz. Seit 1960 ist hier das Kreisheimatmuseum beheimatet, heute gehört das Gebäude zur Museumsanlage Osterholz-Scharmbeck und beherbergt neben dem Norddeutschen Vogelmuseum Schauräume, welche die bürgerliche Wohnkultur und die Industriegeschichte der Region widerspiegeln. Vorgestellt werden die Tuchmacherzunft, die Stellmacher, Stielmacher, Seiler, Imker, Reepschläger und Zimmerleute. Auch die um 1900 in der Region bedeutsame Zigarrenfertigung findet ihren Niederschlag.

Fahrzeugwerke Fritz Drettmann

Nach dem Konkurs der Frerichswerke während der Weltwirtschaftskrise 1931 standen die Werkshallen am Bahnhof Osterholz-Scharmbeck (auch als “alte FAUN-Werke” bekannt) leer. Grundstück und die Fabrikgebäude waren zunächst im Besitz der Stadt und wurden dann von den Drettmann-Werken übenommen.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden auf Hochtouren Drehkreuze für die 8.8-cm-Flakgeschütze der Wehrmacht hergestellt, während des Krieges sollen bis zu 500 überwiegend russische Zwangsarbeiter im Werk eingesetzt worden sein.

Nach dem Krieg erhielt das Werk von der US-amerikanischen Property Control recht rasch eine Genehmigung zur Produktion von Lkw-Anhängern. Später wurden Lastkraftwagen produziert und ein Einstieg in den Schiffbau versucht. Unter anderen stammten die ersten Möbelwagen der Fa. Meyerhoff (damals Bahnhofstr. 37) aus dem Hause Drettmann. Ende der 1950er-Jahre jedoch geriet die Firma in finanzielle Schwierigkeiten, was auf ein zu langes Festhalten an der manuellen Fertigung und ausbleibende Anpassung an industrielle Produktionsverfahren zurückgeführt wird. 1959 wurde das hiesige Werk stillgelegt, Anfang der 1960er-Jahre stellte das nach Bremen-Burg umgezogene Unternehmen die Produktion ganz ein.
Quelle: J. Wilke: Nach dem Krieg wurden Maschinen ausgebuddelt. Osterholzer Kreisblatt 27.10.2007

Bördestr. 41

Der ehemalige „Philippis Hof“ wurde 1835 erbaut und 2002 durch die Volksbank umfangreich restauriert. Die Hausfassade steht unter Denkmalschutz. Die vor dem Gebäude stehende Eiche (Philippis Eiche) ist etwa 350 Jahre alt und zum Naturdenkmal erklärt worden.

Auf dem Osterholzer Friedhof findet sich das Grab von Margarethe Elisabeth Philippi (geb. Suhr, * 1777, † 1864).

1843 wurde Adolf Philippi (* 11. Januar 1843; † 5. Mai 1918), später angesehener klassischer Philologe und Kunsthistoriker in Gießen, als eines von 6 Kindern von Rechtsanwalt Dr. August Philippi und Louise Kestner geboren. In seiner 1886 im Biographischen Jahrbuch für Altertumskunde veröffentlichten Selbstbiografie notierte er:

Geboren bin ich am 11. Januar 1843 in Osterholz, einem nicht weit von Bremen zwischen Wald und Wiesen reizend gelegenen Marktflecken. Der Ort bot in hannoverschen Zeiten als Sitz mehrer Behörden, Garnison einer Husarenschwadron und Mittelpunkt eines kleinen Verkehrs umwohnender Leute verschiedener Interessen und Stellung mehr Leben und Anregung als manche viel größere altpreußische Stadt. Nach der Annexion im Jahre 1866 beschränkte die sparsamere preußische Verwaltung den menschenreichen Apparat. Auch die blauen Gardehusaren verschwanden. Es entstanden Fabriken, und eine Eisenbahn führte die Menschen, die früher durch den Ort kommen mußten, daran vorüber oder höchstens zu flüchtigem Aufenthalt oder eiligem Geschäfte heran, und verschwunden war das Idyll, und an seiner Stelle liegt jetzt eines der vielen schnell anwachsenden, stadtartigen, bäurischen Industriedörfer, von wo, wer nicht bleiben muß, bald und gern nach der wirklichen Stadt übersiedelt. Mein Vater war Rechtsanwalt und hatte sich eine hübsche, kleine eigene Besitzung geschaffen. Dort wuchs ich auf mit fünf Geschwistern in der glücklichen Mitte zwischen dem Zuwenig und dem Zuviel, die zu der Frage nach der Verteilung der äußeren Güter mich zunächst in ein leidliches Verhältnis setzte. Ich lernte äußeres Gut als Quelle des Wohlseins hinlänglich schätzen, um es als Ziel mit auf die Bahn meines Strebens zu setzen, wenn ich auch nicht erfolgreich dabei war. Aber es hat mir dafür auch nie ungebührlich imponiert, wo es mir bei anderen entgegentrat, und so begann ich mit genügendem Idealismus meinen Lebensweg. Wenn ich an die weite Freiheit meiner ersten Jugend, an meine Beschäftigungen und meine Spiele und meine vielen Beziehungen zu Menschen und Tieren später zurückdachte, als ich unter das Joch der städtischen Kultur eingespannt war, glaubte ich immer in diesen reichen Erinnerungen viel vor anderen vorauszuhaben, und was mir und meinesgleichen fehlte, der Schliff der Stadtknaben, wurde, wenn auch unter unangenehmen Erfahrungen, schließlich doch auch uns zu teil.

Zu solchen Betrachtungen hätte ich nie Anlaß gehabt und äußerlich wäre mir und wahrscheinlich auch meinen Eltern das Leben leichter geworden, wenn wir in einer größeren Stadt gewohnt hätten. So aber kam ich im Alter von 13 Jahren zugleich mit meinem Bruder auf das Gymnasium zu Verden, in die Tertia. Dieser Übergang vom blöden Landfuchs, der den Briefträger in dem damals dort üblichen langen roten Rock für einen General hält, zum Abiturienten, der hinter seinen vornehmen städtischen Kameraden nun nicht mehr zurücksteht, bedeutet für die innere Entwickelung des Menschen unendlich viel mehr als das Griechisch und Latein, das er in den zurückgelegten fünf Jahren gelernt hat. Aber zunächst muß ich doch hiervon reden.

Am 27. September 1926 erwarb die Gemeinde Osterholz “Philippis Hof” für 25.000 Mark vom Zigarrenfabrikanten Friedrich Schröder.

Büssing-Werke

1961 erwarben die Braunschweiger LKW-Bauer Büssing die ehemaligen Frerichs-Werke aus der Konkursmasse der Borgward-Werke und wurden damit der größte LKW-Produzent in Europa. Quelle: Die Büssing Automobilwerke in Braunschweig
1962-68 erwarb die Salzgitter AG die Aktien der Büssing AG. Mit dem Ende des “Wirtschaftswunders” erlebt Fa. Büssing ab 1963 einen kontinuierlichen Umsatzrückgang. 1965-69 wurde mit der BS-Serie die letzte neue Modellreihe vorgestellt und gefertigt, die ersten Büssing-LKW mit “kantigem” Führerhaus. 1968 schied die Fam. Büssing endgültig aus dem ehemaligen Familienunternehmen aus, von 1968 bis 1971 wurde die Aktienmehrheit des Unternehmens schrittweise von der Fa. MAN übernommen. Seit 1972 wurden die Fahrzeuge als MAN-Büssing gebaut, aber bereits nur noch als “Marke: MAN” in den Fahrzeugpapieren geführt. Das Werk in Osterholz-Scharmbeck wurde bereits 1969 an die Faun-Werke verkauft.

[Ehemaliger Standort]

Frerichs & Co

Das ehemalige Fabrikgelände südlich des Bahnhofs, auf dem heute u. a. die Stadthalle steht, hat eine wechselvolle und interessante Geschichte hinter sich.

1864 oder 1865 baute die aus Rönnebeck zugezogene Firma Frerichs & Co unmittelbar am damals neu entstandenen Bahnhof eine Eisengießerei und Maschinenfabrik. 1904 wurde das Werk für den Bau größerer Schiffe erheblich vergrößert. Vor dem Ersten Weltkrieg wurden überwiegend Schiffe und Schiffsdieselmotoren, während des Krieges hauptsächlich Granaten produziert. Zwischen 1900 und 1929 entstanden hier etwa 50 Heckraddampfer, die vorwiegend auf den großen Flüssen Südamerikas und Afrikas zum Einsatz kamen.

1927 brannte die Eisengießerei ab und wurde wegen finanzieller Probleme nicht wieder aufgebaut. Im Juli 1929 übernahm der Magistrat der Stadt eine Bürgschaft bis zu 300.000 Mark und entsandte Bürgermeister Karl Stephan in den Aufsichtsrat. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1) Die Weltwirtschaftskrise führte schließlich zum Konkurs des Unternehmens, im Juli 1931 wurde der Betrieb eingestellt. Als Hauptgläubiger übernahm die Stadt das Grundstück und die Fabrikgebäude. (Quellen: geschichtsatlas.de: Fahrzeugwerke Fritz Drettmann und J. Meyer-Korte: Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten Band 2, 1990)

[Ehemaliger Standort]

Alte Faun-Werke

Die bewegte Geschichte der nur noch in Teilen erhaltenen “alten Faun-Werke” am Bahnhof wirft viele Lichter auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Die Geschichte der hier ansässigen Firmen ist in den Firmenartikeln nachzulesen:

Im April 2003 fielen die meisten der mittlerweile nur noch als Lager genutzten Hallen einem Feuer zum Opfer. An ihrer Stelle enstand die im November 2005 eingeweihte Stadthalle.

[Standort ]

Kaufhaus Reuter

1927 erwarb Friedrich Walter Reuter in der Rübhofstr. das Kaufhaus Schmonsees und verlegte es im gleichen Jahr in die Bahnhofstr. 26-28. Als Kaufhaus Reuter prägte es fast 80 Jahre das Wirtschaftsleben der Stadt.

1962 wurden eine Lebensmittel- und eine Haushaltswarenabteilung eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Im September 2002 feierte das Kaufhaus noch sein 75-jähriges Bestehen. 2003 musste es Insolvenz anmelden, der Betrieb konnte aber mit einer Bürgschaft des Landes Niedersachsen und dem Sortiment des Karstadt-Konzerns vorerst aufrechterhalten werden. Im August 2005 schlossen sich die Ladentüren endgültig und die 80 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Im April 2007 wurden Gebäude und Grundstück zwangsversteigert, den Zuschlag erhielt für 2.22 Mio € die Kreissparkasse. (Quelle: buten un binnen)

Lt. Stadtchronik hat Kaufhaus Reuter bereits 2001 das Insolvenzverfahren beantragt. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Weitere Informationen zum Grundstück unter Bahnhofstr. 26-28.

Waldhaus

Unter dem Namen Windhorsts Gasthaus eröffnete der Bahnhofswirt Hinrich Windhorst 1864 direkt am Klosterholz (Hohetor 57, später Nr. 2) einen Saal mit Sommergarten, um die zunehmende Zahl an Ausflüglern zu bewirten. An den Wochenenden waren nach Anschluss an das Reichsbahnnetz immer mehr Gäste insbesondere aus Bremen gekommen. Ein Jahr später entstanden direkt gegenüber die Lokale Bremer Haus (bis 1896 Friedrich Zemplin) und Hansa-Haus (bis 1872 Hr. Borgeloh). 1884 weihte F. Windhorst im Neubau einen neu eingerichteten Saal ein.

Osterholz. Gestern war unser Gehölz, speciell aber die direkt daran belegenen Gastwirtschaften der Herren Stelljes und Windhorst (Hohetor), wieder durchaus stark von Vergnügungsreisenden aus Bremen und Bremerhaven besucht. Man schätzt die Zahl der Fremden, die gestern hier waren, auf ca. 600 Personen. … Gegen 10 Uhr abends marschierte der größte Teil der Fremden unter Vorantritt eines Musikchors in langem Zuge, mit Hunderten von bunten Lampions die schattigen Waldwege feenhaft beleuchtend, dem Bahnhofe zu, um per Extrazug wieder zurückzufahren. (Lokale und provinzielle Nachrichten 19. Juli 1886)

Im Jahr 1893 firmierte das Etablissement in einer Anzeige in der Festzeitschrift des Kriegervereins unter dem Namen Zum Deutschen Garten (Inh. F. Windhorst). 1907 wurde im Lokal Windhorst der Bürgerverein Osterholz mit 130 Mitgliedern gegründet. Vom 7. bis 14. Mai 1911 wurde “im Windhorstschen Saale zu Osterholz” das “Festspiel Der deutsch-franz. Krieg 1870/71 mit verbindender Dichtung und Musik” aufgeführt. 1913 wurde das Hohetor in Hohetorstraße umbenannt. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1

1935-1959 war Karl Hollenbeck Wirt des Waldhauses. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Gegen Ende des 2. Weltkrieges diente das Gasthaus als Lager für Fischerei-Zubehör, nach dem Krieg dann für militärisches Gerät der US-Army. Später wurde es von den US-Soldaten als Club genutzt, nach deren Abzug wieder als Gasthaus, dessen Bewirtung Windhorst an Karl Hollenbeck übergab. Quelle: Osterholzer Kreisblatt 25.8.2007

1959 übergab Hollenbeck die Gaststätte an Henry Hohenstein. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

2001 schloss Familie Heckel das Traditionslokal in der Hohetorstr. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)


[Standort]