Mizgin Ciftci

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Mizgin Ciftci

Mizgin, du warst nicht nur dem Veranstaltungs-Transparent eine Stütze. 🙂 Ohne dich hätte es das Willkommensfest im September so nicht gegeben.

Zusammen mit Malte und einer von beiden initiierten Facebook-Gruppe hat Mizgin Ciftci dieses Fest in wenigen Wochen auf die Beine gestellt. Und es war nicht nur kurzweilig und bewegend, es hat zur richtigen Zeit auch etwas angestoßen, die richtigen Leute nebeneinander auf die Weide gebracht. Ich kenne Mizgin noch nicht lange, unsere Begegnungen in diesem knappen Jahr haben mich aber nachhaltig beeindruckt. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie meist in irgendeiner Weise mit der „Flüchtlingsfrage“ zu tun hatten, in meinen Augen einer der größten Herausforderungen dieser Tage. Mizgin ist Yezide, und als wir im Dezember 2014 die hiesige Yezidische Gemeinde anlässlich ihres Cejna Êzîd besuchten, war es u. a. Mizgin, der über die aktuelle Lage im Nord-Irak berichtete. Das Fest war vom IS-Terror schmerzlich überschattet und dieser Schmerz blieb mir nach diesem Abend viele Wochen ganz anders präsent als „nur“ nach den allgegenwärtigen Nachrichtensendungen.

Nach der anfänglichen Betroffenheit sind es mittlerweile auch ganz andere Dinge, die mich beeindrucken: Wenn ich mir so anschaue, wie sich Mizgin als ältestes von fünf Kindern einer kurdischen Arbeiterfamilie hier in Deutschland für seine eigene Zukunft und ganz besonders für die Zukunft von Anderen engagiert, beruhigt mich das ungemein. Mizgin studiert Politikwissenschaft und ist Jugendreferent seiner Yezidischen Gemeinde, die sich vor Ort in bemerkenswerter Weise um Integration und interkulturellen Dialog bemüht. Für seine Partei DIE LINKE wurde er im Februar 2015 in den niedersächsischen Landesvorstand und im September 2015 zum Kreisvorsitzenden gewählt. Auch wenn das jetzt nicht „meine“ Partei ist, bestärkt es mich in der Annahme, dass menschenwürdiger und kluger Umgang mit zunächst Fremden dazu beitragen kann, unsere Renten zu finanzieren und unser Gemeinwesen zu erhalten. Ich freue mich, dass es Menschen wie dich gibt, Mizgin 🙂

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