Meyer-Rosenhoff

Selma Meyer-Rosenhoff
Selma Meyer-Rosenhoff
Selma und Hugo („Meyer“) Rosenhoff waren Kaufleute in Osterholz und lebten mit ihren Töchtern Ruth und Cläre in der Bördestraße 20 in Osterholz. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden sie entrechtet, in Konzentrationslager gesperrt und umgebracht.

Selma („Elya“) Meyer-Rosenhoff (1889-1942, geb. Löwenstein in Obermöllrich) wurde am 18. April 1889 geboren. Näheres über ihre Herkunft ist nicht bekannt. Die Tatsache aber, dass ihr Geburtsort nur ca. 10 km von Gudensberg entfernt liegt, lässt auf eine engere Verwandtschaft (Schwester?) zum 1873 dort geborenen Leo Löwenstein, seit 1894 Vorbeter und Lehrer der Jüdischen Gemeinde Scharmbeck, schließen.

Hugo Meyer-Rosenhoff (1887-1942) wurde am 12. Februar 1887 in Kamen geboren. Der Familienname wird in den Quellen unterschiedlich wiedergegeben, die offiziellen Schreiben der Stadt lassen vermuten, dass der Geburtsname Rosenhoff „inoffiziell“ zu Meyer geändert wurde.

Hugo Meyer Rosenhoff
Hugo Meyer-Rosenhoff
Die Töchter Ruth (1924-42) und Cläre (1927-42) wurden in Osterholz-Scharmbeck geboren.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 (sog. Reichspogromnacht) drangen SA-Männer nach der vereitelten Brandstiftung an der ehemaligen Synagoge auch in das Haus der Meyer-Rosenhoffs in der Bördestraße ein. Die Eltern wurden in den Keller getrieben, dort mit Weckgläsern beworfen und so schwer misshandelt, dass sie am darauf folgenden Tag nicht wie andere jüdische Mitbürger in Schutzhaft genommen werden konnten. Die Rechnung über 10,75 Reichsmark für das Ersetzen von drei zerstörten Fensterscheiben, beauftragt von den Hauptwachtmeistern Stitzing und Leimbrock, ließ die Stadt zwei Wochen später an den Handwerker mit der Bemerkung zurückgehen, er solle sich das Geld bei Meyer-Rosenhoffs holen. Quelle: Menkhoff

Am 17. November 1941 wurden Selma und Hugo zusammen mit ihren wegen ihres Schulbesuchs in Hamburg gemeldeten Töchtern Ruth und Cläre verhaftet, am 18. November mit 566 ihrer Leidensgenossen (440 aus Bremen und 130 aus dem Regierungsbezirk Stade) am Lloydbahnhof zusammengetrieben und über Hamburg, wo weitere 407 Juden aus Hamburg und Umgebung zusteigen mussten, nach Minsk verfrachtet. Dort kamen sie am 23. November an, ihr weiteres Schicksal ist nicht bekannt. Sie kamen entweder bereits im ersten Winter im Ghetto von Minsk oder 1942 im Rahmen der Massentötungen durch Vergasen oder Erschießen ums Leben.

Einträge im Gedenkbuch beim Bundesarchiv

Rosenhoff, Selma
geb. Löwenstein
* 14. April 1889 in Obermöllrich
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck

Deportation:
unbekannter Deportationsort

Meyer, Hugo
geb. Rosenhoff
* 12. Februar 1887 in Kamen
wohnhaft in Osterholz-Scharmbeck

Deportation:
unbekannter Deportationsort

Rosenhoff-Meyer, Ruth
* 08. August 1924 in Osterholz-Scharmbeck
wohnhaft in Hamburg

Deportation:
unbekannter Deportationsort

Rosenhoff, Cläre
* 23. Februar 1927 in Osterholz-Scharmbeck
wohnhaft in Hamburg

Deportation:
unbekannter Deportationsort

Boerdestraße 20
Bördestraße 20 - Haus und Laden der Meyer-Rosenhoffs
Deportationsmeldung Rosenhoff
Aktenvermerk betr. Deportation 1941

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