Flüchtlingshilfe OHZ 2015/2016

VolksbankHalle in Osterholz-Scharmbeck
Notunterkunft bis März 2016
2015 hat sich auch in Osterholz-Scharmbeck viel getan in Sachen Flüchtlingshilfe. Anlässlich der ersten Notunterkunft in Osterholz-Scharmbeck von Dezember 2015 bis Ende März 2016 in der VolksbankHalle hörte ich anfangs von einigen frustrierten Bürgern der Stadt, die ihr ins Auge gefasstes ehrenamtliches Engagement nicht „an den Mann bringen“ konnten. Weder bei der Stadt Osterholz-Scharmbeck noch auf deren „Flüchtlingsplattform“ OHZ-hilft oder im Haus der Kulturen war es ihnen gelungen, Ansprechpartner für die Neuankömmlinge zu finden.

Die Stadt Osterholz-Scharmbeck rechnete mit etwa 490 neuen Flüchtlingen bis Ende Januar im Stadtgebiet, im gesamten Landkreis waren allein im Jahr 2015 ca. 1.100 neue Flüchtlinge aufgenommen worden. Hilfsbereitschaft und ehrenamtliches Engagement waren groß, Hilfswillige und verantwortliche Betreiber mussten damit aber erst umzugehen lernen.

Erschwert wurde die Organisation der Hilfsangebote durch ein Wirrwar an Zuständigkeiten, das sich aus den verschiedenen „Flüchtlingsströmen“ ergab. Bis September 2015 kannten wir in Osterholz-Scharmbeck nur die per Quote aus niedersächsischen Erstaufnahmeeinrichtungen zugeteilten Flüchtlinge, für deren Unterbringung die jeweilige Kommune zuständig ist. Ende 2015 aber war die Mehrzahl der Neuankömmlinge in Notaufnahmeeinrichtungen untergebracht, für die das Land Niedersachsen (Schwanewede) oder im Zuge der Amtshilfe der Landkreis Osterholz (VolksbankHalle) zuständig war. Die beauftragten Betreiber (DRK in Schwanewede, Johanniter in Osterholz-Scharmbeck) waren neu in diesem „Geschäft“ und mit örtlichen Hilfsangeboten kaum oder gar nicht vertraut.

Eine „übergeordnete“ oder „organisierende“ Institution gab es nicht, ehrenamtlich Hilfswillige mussten vorerst mit diesem Wirrwar leben und sich quasi entscheiden, wo bzw. wen sie gerne unterstützen wollten:

Der Kommune zugeteilte Flüchtlinge

haben in der Regel bereits in der BAMF-Außenstelle der Erstaufnahme einen Asylantrag gestellt, der bearbeitet wird oder entschieden ist. Daraus ergeben sich Aufenthaltsrecht (Aufenthaltsgestattung, Abschiebungsandrohung oder Aufenthaltserlaubnis für 1-3 Jahre) und ggf. Arbeitserlaubnis. Kinder unterliegen der Schulpflicht, die Kosten der Gesundheitsversorgung übernimmt in Nds. die Kommune.

Für diese Menschen gibt es in der Stadt Osterholz-Scharmbeck seit Jahren recht vielfältige Hilfsangebote, u. a. Haus der Kulturen, Migrationsarbeit beim Diakonischen Werk OHZ, Mehrgenerationenhaus und Yezidische Gemeinde Osterholz-Scharmbeck e.V.. Im März 2015 wurde mit dem „Bürgerforum Willkommenskultur“ und der zugehörigen Webseite OHZ-hilft eine bessere Vernetzung der Angebote angestoßen. Ansprechpartnerin von Seiten der Stadt Osterholz-Scharmbeck ist Flüchtlingssozialarbeiterin Julia Lanzendörfer (Mail: Lanzendoefer@osterholz-scharmbeck.de, Tel. 04791 / 17-266).

Flüchtlinge in der Notunterkunft

sind per Bahn und Bus direkt von Passau nach Osterholz-Scharmbeck gebracht und erst hier beim Landkreis erfasst und registriert worden. Sie waren bei Ankunft erst 1-2 Tage in Deutschland und sprachen in der Regel kein Wort deutsch, etwa ein Drittel von Ihnen mäßiges bis ordentliches Englisch. Sie kamen fast ausschließlich aus Syrien, Afghanistan, Iran und dem Irak und waren mit „deutschen Gepflogenheiten“ überhaupt noch nicht in Kontakt gekommen. Sowohl der Landkreis als auch die als Betreiber tätigen Johanniter mussten sich innerhalb weniger Tage mit der neuen Aufgabe vertraut machen und waren mit anderen vor Ort Tätigen anfangs wenig vernetzt. Sechs Ehrenamtliche übernahmen die Koordination der Hilfsangebote (Organisationsteam NUK Flüchtlingshilfe OHZ, Mail: fluechtlingshilfe.ohz@gmail.com). Mit Beginn des Jahres 2016 hatten sie regelmäßig Wochenpläne erstellt, die in der Notunterkunft aushingen. Fast täglich war jemand aus dem Team anwesend und stand für Fragen zur Verfügung. Darüber hinaus war eine Sprechstunde für Ehrenamtliche Helfer eingerichtet, regelmäßig jeden Freitag in der Zeit von 12:00 bis 15:00 im Büro in Halle 1 (über dem Lager). Ansprechpartnerin beim Landkreis war Susanne Greinert (Mail: hauptamt@landkreis-osterholz.de), bei den Johannitern Dennis Schmidt (Mail: Dennis.Schmidt@johanniter.de).

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