Bockschiff

Ein Bockschiff ist lt. Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1905 eine mit Mastenbock versehene Hulk (antriebsloses Schiff) zum Auf- und Abtakeln von Segelschiffen.

Auch auf der Hamme wurden über Jahrhunderte Bockschiffe eingesetzt, die auch als Böcke oder Weserböcke bezeichnet wurden und hauptsächlich dem Transport von Torf dienten. Es waren antriebslose lange Lastkähne mit geringem Tiefgang, die auf der Weser und den benachbarten Gewässern betrieben wurden.

Der ursprünglich aus Eichen- und Fichtenholz gebaute Weserbock hatte eine Länge über alles von 47,12 m, eine größte Breite von 6,58 m, eine kleinste Seitenhöhe bis zum Schandeck von 1,6 m, einen Leertiefgang von 30 cm und bei einer Tauchtiefe von 1,35 m eine Tragfähigkeit von 250 t. (Quelle: Teubert O: Die Binnenschiffahrt – Ein Handbuch für alle Beteiligten. Bd. 1., Leipzig 1912)

Etwa seit 1770 befuhren Bremer Händler („Eichenfahrer“) mit ihren Bockschiffen die Hamme und ankerten im Bereich der Holtstelle, um den Torfbauern dort ihre Ladung abzukaufen und ihnen so die etwa 4-tägige Reise nach Bremen und zurück zu ersparen und am Torfhandel mitzuverdienen. (Quelle: Siewert)

Am 27. April 1829 wurde die Societät der inländischen Bockschiffer mit Zwangsmitgliedschaft aller Bockschiffer gegründet. Sogenannte Torfschätzer (Moorvogt Bergmann und Dieter Reiners aus Osterholz sowie Heinrich Müller aus Neuendamm) überwachten die Geschäfte, wenn die Bockschiffer den Moorbauern an der Holtstelle ihren Torf nach Qualität gestaffelt in bar bezahlten.

1864 wurden 11 Bockschiffe auf der unteren Hamme gezählt, die den Weg von der Holtstelle nach Bremen und zurück jeweils etwa 30-mal im Jahr zurücklegten. (Quelle: Halenbeck)

Die Länge der Schleusenkammer der 1875 fertiggestellten Ritterhuder Schleuse wurde auf 51.72 m festgelegt, um die Durchfahrt der Bockschiffe zu ermöglichen.

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