Schwiethal, Manfred

<<    #014 von 999 Gesichtern    >>

Manfred Schwiethal
Manfred ist, er möge das auf keinen Fall falsch verstehen, „unser Wurstmann“. Freitag nachmittag auf dem Wochenmarkt in Scharmbeck in seinem Sortiment zu stöbern, ist seit vielen Jahren „Kult“. Ein Sonntagsfrühstück ohne seine(n) Serrano, Wurstsalat, Frischkäse, Parma, Hausmachermettwurst, Crémeux oder Mortadella ist kein wirkliches Frühstück. Seit Jahren harrt er mit manchmal nur noch wenigen Marktbeschickern bei Wind und Wetter, Frost und Hitze bis zum späten Nachmittag aus, um auch arbeitenden Nachzüglern wie uns noch zu den wohlverdienten Delikatessen zu verhelfen.

Ohne dich und deine Kalorien wären wir zwei Striche in der Landschaft, Manfred. Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kahn und AC/DC auf dem Player, bis nächsten Freitag!

Fotografin

<<    #013 von 999 Gesichtern    >>

Fotografin
Gestern war „Tag der verrückten Schuhe“ in OHZ. Was das mit diesem Gesicht zu tun hat? Tja, die eine fotografiert eben verrückte Schuhe, der andere hübsche Gesichter. In diesem Fall mal eine gerechte Aufteilung, finde ich.

Nee, im Ernst: Ich war also wie berichtet gestern auf dem Markt und die Band take a cake (sehr nett übrigens) machte grade Pause. Da sah ich, wie eine Fotografin aus der Fotoscheune fortwährend fremden Menschen die Füße ablichtete. Wie sich herausstellte, war dies ein Teil der OHZ-bewegt-Aktion: Jeder, der sich mit zwei unterschiedlichen Schuhen fotografieren ließ, erhielt einen 10%-Rabatt-Gutschein für den Schuhkauf.

Während ich mich für ihre Bilderserie mit meinen stinknormalen Chucks spontan als „nicht qualifiziert“ einstufte, fand ich ihr Gesicht doch in höchstem Maße geeignet für mein Projekt. Und ich durfte sie auch fotografieren, danke! Leider habe ich vergessen, nach ihrem Namen zu fragen.

Heute beim Schreiben dieser Zeilen fällt mir übrigens auf, dass ich auch für den 10%-Gutschein qualifiziert gewesen wäre: selbstverständlich trug auch ich „unterschiedliche“ Schuhe, einen rechten und einen linken!

Sudbrink, Heinz-Dieter

<<    #012 von 999 Gesichtern    >>

Dr. Heinz-Dieter Sudbrink
Gestern war ein guter Tag für meine 999 Gesichter. Auf dem üblichen Weg zum Markt trug jede zweite der teils recht stürmischen Windböen schon von Weitem ein paar Musikfetzen die Bahnhofstraße hinauf. Irgendwas schien auf dem Markt los zu sein. Den Hinweis im Kreisblatt hatte ich am Morgen wohl übersehen: Es sollte der „Tag der Schuhe“ im Zuge des Projektes OHZ bewegt.Kreativität sein, die „verrücktesten Schuhe in OHZ“ wurden gesucht.

Zwischen Fisch- und Obststand spielte eine Band und recht bald entdeckte ich in der überschaubaren Menschenmenge dann auch Dr. Heinz-Dieter Sudbrink, sozusagen den „Vater des Projektes„. Er hat maßgeblich dazu beigetragen, 52.200 € aus dem Wettbewerb Ab in die Mitte! nach Osterholz-Scharmbeck zu holen. Seit dem 6. März versuchen jetzt Einzelhändler, Wirtschaftstreff und städtische Wirtschaftsförderung, 12 Wochen lang allerlei Projekte zur Belebung der Innenstadt umzusetzen.

Ich habe Herrn Sudbrink in sehr guter Erinnerung, vor über vier Jahren (ist das wirklich schon sooo lange her?) hat er sich sehr engagiert und zielführend um die Bewerbung Osterholz-Scharmbecks als T-City gekümmert und u. a. am Konzept der Beteiligung des Kreiskrankenhauses gefeilt. Ohne Zweifel gehört sein Gesicht zu denen, die den Landkreis für mich ausmachen und so bin ich dankbar, dass ich ihn jetzt für dieses Projekt ablichten durfte. Danke!

Eymers, Harald

Harald Eymers
Harald ist „unser Fischmann“, streng genommen muss ich wahrscheinlich schreiben: er war unser Fischmann. Während meiner gestrigen Ausgabe des so lieb gewordenen „Freitag-nach-Feierabend-gemütlich-auf-den-Wochenmarkt-Schlenderns“ hat er mir zwischen Büsumer und rotem Heringssalat so ganz nebenbei eröffnet, dass wir uns hier womöglich das letzte Mal sehen. Er geht „in Rente“, was bei Harald allerdings nur heißt, dass er nicht mehr zwischen den Wochenmärkten in Stade, Scharmbeck und sonstwo im Elbe-Weser-Dreieck hin- und herpendelt, sondern „nur noch“ hier und da im Imbiss am Strand von Sahlenburg behilflich sein wird.

Zum Glück hatte ich die Kamera dabei und durfte nach kurzer Erläuterung das Foto für mein Projekt machen. Ich bin froh, das nicht verpasst zu haben, denn Haralds Gesicht gehört für mich zum Lebensgefühl hier. Er gehört seit Jahren zum „harten Kern“ der leider nur noch wenigen Marktbeschicker, die auch bei 30 Plus- und 15 Minusgraden bis zum späten Nachmittag ausharren, bis endlich auch die letzten Stammkunden ihren Weg zum Markt gefunden haben. Sein Fisch und seine Fischsalate aus eigener Zubereitung haben überaus viele Fans gefunden und so hoffen sicherlich viele mit uns auf einen „würdigen“ Nachfolger.

Harald, vielen Dank für all‘ die Jahre und genieße den verdienten Müßiggang! Wir sehen uns garantiert, am Imbiss oder vielleicht ja auch bei deinem Bruder in Spieka-Neufeld.

Update August 2012: Haralds (Un-)Ruhestand hat uns den würdigsten denkbaren Nachfolger beschert: Er selbst steht seit Januar wieder jeden Freitag da, wo wir ihn am liebsten sehen. Wunderbar, Harald!!

Grossi, Antonio

<<    #010 von 999 Gesichtern    >>

Antonio Grossi
Antonio und sein Eiscafe Cortina (Bahnhofstr. 88) gehören für mich zu den „gefühlten Fixpunkten“ meiner Heimat. Ich meine, es war 2001, als er das vor bald 50 Jahren gegründete Cortina übernahm. In diesen zehn Jahren hat Antonio geschätzte vier Wochen Urlaub gemacht. Immer wenn es ihn um die Weihnachtszeit zur Familie in die Berge hinter Salerno treibt. Ansonsten treffen wir Toni Tag für Tag in „unserem“ Cortina. Nach all‘ den Jahren hat sich unter der zahlreichen und bunt gemischten Stammkundschaft fast so etwas wie Seelenverwandtschaft eingestellt und ich bin sicher, dass Tonis unaufdringlich freundliche Gastgebermentalität daran Mitschuld trägt.

Wenn die Spiele von Tonis Lieblingsverein bei Sky übertragen werden, sollte man sehr rechtzeitig erscheinen oder einen Stehplatz auf der Straße einplanen, die Bude ist dann gerammelt voll. Ich werde nie die Stimmung im Laden und auf der Straße vergessen, als Italien Weltmeister wurde und Antonio von seinen Fans fast eine halbe Stunde lang auf den Schultern kreuz und quer über die Bahnhofstraße getragen wurde.

Übrigens: am 15. Mai feiert das Cortina seinen Fünfzigsten!

Raschka, Thomas

<<    #009 von 999 Gesichtern    >>

Dr. Thomas Raschka
Auch Claudia und Thomas, Pauls Hausärzte, haben wir vorgestern am verkaufsoffenen Sonntag im Ort getroffen. Kurz nach ihrer Rückkehr vom Tierärzte-Seminar in Thailand kontrastierte Thomas Teint sehr harmonisch zum neuen Anstrich der Willehadikirche im Hintergrund, wie ich finde.

Das neue 85mm-Objektiv entpuppt sich für mich immer mehr als ideale Porträt-Linse. Am Sonntag hatte ich von 38 Aufnahmen eine einzige Fehlfokussierung, und die war eindeutig auf meine Unachtsamkeit zurückzuführen. Das Bildzentrum ist auch bei Blende 1.4 ausgesprochen scharf abgebildet, in der 100%-Ansicht lassen sich die Augenwimpern mühelos durchzählen.

Birn, Klaus

<<    #008 von 999 Gesichtern    >>

Klaus Birn
Gestern war mächtig was los in OHZ: Verkaufsoffener Sonntag zum Start von OHZ bewegt • Kreativität. Und das bis auf die Temperaturen schon frühlingshafte Strahlewetter lockte getreu dem Titel der „City-Offensive“ tatsächlich Tausende Ab in die Mitte.

Kaum in der Fußgängerzone, trafen wir als einen der ersten Bekannten Klaus. Eigentlich bezeichnend, denn seit einigen Jahren treffen wir immer Klaus, wenn es einen netten event in OHZ gibt. Was sehr angenehm ist, denn er scheint immer guter Laune zu sein und hat die Gabe, diese auch zu verbreiten. Danke dafür, Klaus.

Per Emil

<<    #007 von 999 Gesichtern    >>

Per Emil

So, nach langer Pause jetzt endlich Porträt No. 7. Bei der Geschwindigkeit werde ich 999 in diesem Jahrtausend nicht mehr auf die Reihe bekommen, aber die Zahl soll ja eigentlich auch die „Fast-Unendlichkeit“ des Projektes symbolisieren. Ich hatte in der letzten Woche mentale Ladehemmung, die einem überaus traurigen Ereignis geschuldet ist.

Heute kam nun Emil zu Besuch und bei unserem gemeinsamen Bummel durch die ungewöhnlich belebte Scharmbecker Fußgängerzone („Innenstadt“ soll ich nicht schreiben, mahnt der Hamburger Besuch) entstand dieses Bild. Und zwei weitere harren noch der Bearbeitung … an einem anderen Tag. Bis dann.

Leseberg, Wieland

<<    #006 von 999 Gesichtern    >>

Wieland Leseberg
Wieland ist überzeugter (Bremer) Viertel-Bewohner, aber sowohl beruflich als auch privat recht häufig auch im Landkreis präsent. Mit seiner Firma konsequent wohnen hat er als Einrichter unter Anderem hier, hier, hier und hier Spuren hinterlassen.

Wieland, dass Du Dich zum Winterausgang am Ende einer fordernden Arbeitswoche Freitag abends als Testperson für mein neues 85er-Objektiv zur Verfügung stellst, rechne ich Dir hoch an! Wir gehen es nochmal an, wenn Ihr im Frühjahr entspannt und lässig aus Asien zurück seid. Versprochen.

Kim Kathrin

<<    #005 von 999 Gesichtern    >>

Kim Kathrin

Dieses Bild ist bereits im Dezember 2010 auf dem Weihnachtsmarkt entstanden, gehört aber ganz unverzichtbar in meine Serie 999 Gesichter. Ich mag die Farben, ich mag das Bokeh und ich mag vor allem diese Augen! Kim war zu Besuch aus Hamburg, erfreulicherweise öfter mal in den letzten Jahren.

Das Foto spielt für mein Projekt eine wichtige Rolle, weil es viele meiner damit verbundenen Ideen perfekt repräsentiert. Es hat mich für diese Aufnahmetechnik sehr eingenommen: (fast) unvorbereitet, mit weit offener Blende und ohne Blitz. Mit seinen Belichtungsdaten (Blende 1.4 – 1/40 s – ISO 2500) ist es fast ein wenig zum ersten Motto der Serie geworden: Blende auf, wenig Licht ist auch gut!

Danke, Kim!

Ute Gartmann

<<    #004 von 999 Gesichtern    >>
Ute Gartmann

Ute betreibt zusammen mit ihrer Schwester Sabine die schatulle, einen feinen Buchladen in Osterholz-Scharmbeck. Beide gehörten für uns schon bald zu den unstrittigen Vorzügen der Region: ihre Buchtipps anlässlich der Geburtstage unserer damals 8- bis 10-jährigen Nichten und Neffen steigerten unser Ansehen in dieser Generation nachhaltig. Zeitweilig gehörte ein Besuch im Buchladen „im Dorf“ zum festen Programm der erfreulich regelmäßigen Besuche Hamburger Großstadt-Teenager bei Tante & Onkel.

Mit Vorlesewettbewerben, zahlreichen Lesungen teils sehr namhafter Autoren und engagierter Beteiligung an vielen Bemühungen zur vorteilhaften Innenstadt-Entwicklung tragen Ute und Sabine mittlerweile Jahrzehnte dazu bei, unserer Region ein Gesicht zu geben.

Nino Puliatti

<<   #003 von 999 Gesichtern    >>
Nino Puliatti

Nino Puliatti hat es von Sizilien nach Pennigbüttel verschlagen, der Liebe wegen. Auch wenn es nicht die Liebe zum Teufelsmoor war, für mich ist sein Gesicht hier nicht mehr wegzudenken. Unter anderem ist es integraler Bestandteil „unseres“ bella italia, der italienischen Enklave in OHZ rund um Antonios Cortina und das Costa Smeralda der Muras.

Sofern Nino grad keinen caffè speciale genießt und auch sein Lieblingsverein nicht spielt (kleiner Tipp: Ninos Kater heißt Juve …), dann ist er der freundliche Mann, der für die schatulle zuweilen die Bücher bringt und diese bei Nichtgefallen auch remittieren muss.

Heuser, Jürgen

   #001 von 999 Gesichtern    >>
Jürgen Heuser

Der Start zum Projekt 999 Gesichter. Der Fairness halber beginne ich mal mit mir selbst, also: Vorsicht, Selbstdarstellung! Das Foto ist eines der wenigen, die ich von mir mag. Danke, Schwager Tom! Damit komme ich sogleich auf eines der Grundprinzipien von 999 Gesichter zu sprechen: Ich werde mir große Mühe bei den Porträts geben und möchte, dass sich jeder Abgebildete damit wohl fühlt.

1999 sind meine Frau und ich aus beruflichen Gründen aus Hannover in den Landkreis Osterholz zugezogen, uns hat es hier fast von Anfang an gut gefallen. Für einen waschechten Hamburger, vor etlichen einigen Jahrzehnten im legendären Schanzenviertel geboren, gehört schon Einiges dazu, von HH gen Süden ins Teufelsmoor zu fahren und dabei „nach Hause“ zu denken. Ist aber schon seit Jahren so.

999 Gesichter: ein Projekt

Das Teufelsmoor ist eine wunderschöne Landschaft, aber lebenswert wird die Region in meinen Augen hauptsächlich durch die Menschen hier. Die möchte ich jetzt auch mal zeigen.

Warum 999? Weil das Projekt vermutlich nie „fertig“ sein wird. Und weil 1000Gesichter.de schon besetzt war.

Welche Gesichter? Alle, die mir oder Anderen etwas bedeuten und deren Eigentümer mit der Veröffentlichung einverstanden sind. Einheimische, Zugewanderte und Besucher. Anonym oder mit Namen. Gerne mit einer Geschichte dazu … oder auch nicht.

Sie sind/Du bist dabei? Wenn ich Sie bereits angesprochen und das Foto gemacht habe: Vielen Dank für’s Mitmachen! Wenn Sie Interesse haben, stelle ich Ihnen das Foto gerne zur Verfügung.

Wenn Sie dabei sein wollen: Gerne, freut mich. Schicken Sie mir doch eine Mail an j.heuser…teufelsmoor.eu (… durch @ ersetzen).