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Teufelsmoor

Teufelsmoor

Teufelsmoor

Der Begriff “Teufelsmoor” ist mehrdeutig, meist wird damit eine Landschaft in Niedersachsen bezeichnet, die einen großen Teil der Hammeniederung nördlich von Bremen einnimmt (vgl. den Wikipedia-Artikel Teufelsmoor). Eine verbindliche Grenzdefinition gibt es nicht, Größenangaben schwanken zwischen einer Ausdehnung von max. 20 x 20 km und einer Fläche von 500-600 km². Dieses “Teufelsmoor im erweiterten Sinn” ist als Kulturland Teufelsmoor oder Erlebnis Teufelsmoor zu einem Symbol für die natur- und kulturorientierten Bemühungen um eine Stärkung des Tourismus in der Region geworden. Wohldefiniert hingegen ist Teufelsmoor (damals Düwelsmoor) als der im 14. Jh. erstmals dokumentierte Name einer kleinen Ortschaft, die heute zur Stadt Osterholz-Scharmbeck gehört.

Diese Ortschaft bildet den Kern des “Teufelsmoores im engeren Sinne”, eines Hochmoorkomplexes nördlich der Teufelsmoorstraße mit dem Günnemoor, den Randmooren am Torfkanal, dem Niedersandhauser Moor, dem Hamberger Moor und dem Oenersmoor sowie den zwischen den Hochmoorbereichen sich erstreckenden Niederungen, insbesondere der oberen Beek.

Erst im Laufe des 19. Jh. wurde Teufelsmoor zum überregionalen Oberbegriff für die nur vage zusammenhängenden Moorflächen der Region, die noch heute oft als eines der größten zusammenhängenden Moorgebiete Norddeutschlands bezeichnet werden. Tatsächlich jedoch existiert das ursprüngliche, auch als Regenmoor oder ombotrophes Moor bezeichnete Hochmoor nach jahrhundertelanger Entwässerung und landwirtschaftlicher Nutzung kaum noch. Im Huvenhoopsmoor bei Gnarrenburg, dem nördlichen Ausläufer des Teufelsmoors, kann im Naturschutzgebiet einer der wenigen Reste intakten Moores und mit dem ca. 30 ha großen Huvenhoopsee eines der letzten großen, natürlichen Moorgewässer in Niedersachsen in Augenschein genommen werden.

Der heutige hochdeutsche Name Teufelsmoor ergab sich aus dem plattdeutschen Duvelsmoor, zu dem sich das einstige duves Moor (hochdeutsch: taubes, unfruchtbares Land) im Sprachgebrauch gewandelt hatte. Teufel waren dabei nicht im Spiel, im Grunde ist das heutige Teufelsmoor Folge eines Übersetzungsfehlers.

Neben der landschaftlichen Merkmale hat das Teufelsmoor mit der Künstlerkolonie Worpswede eine kulturelle Attraktion von weit überregionaler Bedeutung aufzuweisen. Im ausgehenden 19. Jh. ließen sich hier am Weyerberg eine Reihe namhafter deutscher Im- und Expressionisten nieder, unter ihnen Fritz Mackensen, Hans am Ende, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler und Paula Modersohn-Becker.

Ich habe Mitleid mit diesem schönen Stück Erde, seine Bewohner wissen nicht, wie schön es ist. Man sagt es ihnen, sie verstehen es nicht. (Paula Modersohn-Becker, 1897)

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