Melchers Hütte

Melchers Hütte an der Hamme
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Melchers Hütte, früher auch Neu-Kamerun oder Buschkaroff-Hütte ist eine der traditionellen Hammehütten und liegt am westlichen Ende der ehemaligen Holtstelle, dem Haupthandelsplatz für Torf im 19. Jh.. Sie wird von Anneliese Steiz und ihrem Mann bewirtschaftet und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Boot- bzw. Torfkahnfahrten (Tel. 04791 – 2513, Mo Ruhetag).

In Sichtweite der Hütte liegen flussaufwärts die neue Hammebrücke und die Eisenbahnbrücke des Moorexpress sowie flussabwärts die in Privatbesitz befindliche ehemalige Hammehütte Kiautschau. Schräg gegenüber von Melchers steht ein in den 1930er-Jahren erbautes Wochenendhaus, das in den 1960er-Jahren vorübergehend Felix von Eckardt gehörte. (Quelle: Siewert) Der CDU-Politiker von Eckardt war 1945 Chefredakteur und 1947-51 Mitinhaber und -herausgeber des Weserkuriers sowie in den 1950er-Jahren Sprecher der Adenauer-Regierung. Etwas weiter flussaufwärts, ungefähr auf Höhe der neuen Hammebrücke, stand von ca. 1900 bis in die 1990er-Jahre das Fachwerkhaus des Bremer Fischhändlers Bodes, der seinerzeit die Fischereirechte an der Hamme besaß. Es fiel einem Brand zum Opfer, der vom Besitzer selbst gelegt worden sein soll, weil die Grundpacht nicht verlängert wurde. (Quelle: Siewert)

Geschichte

Am 7. März 1814 beantragte das Amt Osterholz bei der Stader Regierung die erste Schankkonzession an der Hamme. Am 28. März bewilligte das Königlich und Churfürstlich Braunschweig-Lüneburgische Cammer Collegium dem Anbauer Otto Schnaars vom Heidkamp den Betrieb eines Kruges “auf dem Hamme Strohm” für 5 Reichsthaler vorerst für ein Jahr, beginnend im Mai 1814.

1815 bot Schnaars für eine 3-jährige Konzessionsverlängerung 10 Reichsthaler jährlich und vertäute hier ein altes Schiff mit einem Zelt an Deck, baute aber wenig später auch eine Hütte. Übermäßiger Alkoholgenuss, Schlägereien und anderer Unfug im Umfeld des Kruges führte bald zu Überlegungen des Amtes, die Hütte wieder abreißen zu lassen. Auf Schnaars Einspruch hin wurde die Konzession dann aber doch schrittweise bis 1821 verlängert. (Quelle: Menkhoff)

Nach Schnaars Tod im Sommer 1820 übernahm der Branntweinbrenner und Bierbrauer Lüer Wrieden im Januar 1821 den Krug, jetzt für 30 Reichsthaler jährlich. Mitte des 19. Jh. ließ Wrieden den Standplatz mit Sand um etwa 10 Fuß aufschütten und ein stabiles Fachwerkhaus bauen, nachdem die Hütte im Winter 1843 durch Hochwasser und Eisgang weggetrieben und im Winter 1845 erneut durch Eisschollen stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. (Quelle: Menkhoff)

Bis 1888 führte den Krug dann Johann Lilienthal alias Jan Captain bzw. Jann Kaptein, der auch das Gasthaus Böttjer in Hohenfelde übernahm und dessen Enkel der Heimatschriftsteller Karl Lilienthal war. Ihm folgten Ernst August von Oehsen bis 1892, Hinrich Buschkaroff bis 1910, Metta Buschkaroff bis 1915, Albert Böttjer bis 1921, Friedrich Buschkaroff bis 1936 und schließlich Wilhelm Melchers, der die Hütte 1952 umbaute und dessen Namen sie noch heute trägt. (Quellen: J. Segelken: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967 und Menkhoff)

Anderen Angaben zur Folge übernahm Willi Melchers die Gaststätte bereits 1928. Während des 2. Weltkrieges war sie außer Betrieb und diente zeitweise der in Bremen ausgebombten Familie Behrens als Unterkunft. Nach 1945 war dann einige Jahre lang Herbert Teichmeyer Pächter der Hütte, bevor sie wieder von Dora und Willy Melchers übernommen wurde. 1951 verursachten vermutlich Wassersportler, die auf dem Dachboden nächtigten, einen Brand, der das Gebäude zerstörte. Melchers erwarb ein 1792 bei Tarmstedt gebautes Fachwerkhaus und ließ es neben dem alten Standort der Hütte aufbauen. Nach Dora Melchers Tod 1968 half Else Wohlmann 10 Jahre lang in der Wirtschaft, die nach Willy Melchers Tod 1975 von seinem Sohn Fritz mit Ehefrau und Tochter weitergeführt wurde. (Quelle: Siewert)

1978 verabschiedete sich die Wirtin Else Wohltmann (“Tante Else”) nach vielen Jahren von ihren Gästen, 1997 wurde die Hütte an die Fa. Gottfried Stehnke verkauft. (Quelle: Menkhoff)

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