Melchers Hütte

Melcher Hütte an der Hamme
Der neue Biergarten Sommer 2016
Bei Melchers Hütte hat sich was getan. Im Juli 2016 haben die Teichmeiers mit 6 neuen rustikalen Tischen echte Biergarten-Atmosphäre installiert. Melchers entwickelt sich sehr angenehm und einmal mehr muss ich feststellen, dass die 3-Hütten-Tour zum Feierabend ein Urlaubsgrinsen ins Gesicht zaubern kann.

Melchers Hütte (Standortmehr Fotos …), früher auch Neu-Kamerun oder Buschkaroff-Hütte, ist eine der traditionellen Hammehütten und liegt am westlichen Ende der ehemaligen Holtstelle, dem Haupthandelsplatz für Torf im 19. Jh.. Seit Februar 2016 wird sie von Wolfgang Teichmeier bewirtschaftet und ist ein beliebtes Ausflugsziel für Spaziergänger, Fahrradfahrer und Boot- bzw. Torfkahnfahrten.

Melchers Hütte
1_005 (04791) 2513
Was Imbiss – Biergarten
Wo An der Hamme 3
27711 Osterholz-Scharmbeck
Wann Di-Fr ab 15:00 Uhr
Sa & So ab 11
im Sommer Di-So ab 11:00 Uhr
Web nö 🙂
Andere Locations


In Sichtweite der Hütte liegen flussaufwärts die neue Hammebrücke und die Eisenbahnbrücke des Moorexpress sowie flussabwärts die in Privatbesitz befindliche ehemalige Hammehütte Kiautschau. Im Dezember 2013 hat der Segelclub Hamme hier im Tausch mit einem Grundstück an der Moorexpress-Brücke einen neuen Anlegepunkt für Mitglieder und Clubgäste errichten können. Schräg gegenüber von Melchers steht ein in den 1930er-Jahren erbautes Wochenendhaus, das in den 1960er-Jahren vorübergehend Felix von Eckardt gehörte. (Quelle: Siewert) Der CDU-Politiker von Eckardt war 1945 Chefredakteur und 1947-51 Mitinhaber und -herausgeber des Weserkuriers sowie in den 1950er-Jahren Sprecher der Adenauer-Regierung. Etwas weiter flussaufwärts, ungefähr auf Höhe der neuen Hammebrücke, stand von ca. 1900 bis in die 1990er-Jahre das Fachwerkhaus des Bremer Fischhändlers Bodes, der seinerzeit die Fischereirechte an der Hamme besaß. Es fiel einem Brand zum Opfer, der vom Besitzer selbst gelegt worden sein soll, weil die Grundpacht nicht verlängert wurde. (Quelle: Siewert)

Geschichte von Melchers Hütte

Am 7. März 1814 beantragte das Amt Osterholz bei der Stader Regierung die erste Schankkonzession an der Hamme. Am 28. März bewilligte das Königlich und Churfürstlich Braunschweig-Lüneburgische Cammer Collegium dem Anbauer Otto Schnaars vom Heidkamp den Betrieb eines Kruges „auf dem Hamme Strohm“ für 5 Reichsthaler vorerst für ein Jahr, beginnend im Mai 1814.

1815 bot Schnaars für eine 3-jährige Konzessionsverlängerung 10 Reichsthaler jährlich und vertäute hier ein altes Schiff mit einem Zelt an Deck, baute aber wenig später auch eine Hütte. Übermäßiger Alkoholgenuss, Schlägereien und anderer Unfug im Umfeld des Kruges führte bald zu Überlegungen des Amtes, die Hütte wieder abreißen zu lassen. Auf Schnaars Einspruch hin wurde die Konzession dann aber doch schrittweise bis 1821 verlängert. (Quelle: Menkhoff)

Melchers Hütte an der Hamme
Melchers Hütte an der Hamme
Nach Schnaars Tod im Sommer 1820 übernahm der Branntweinbrenner und Bierbrauer Lüer Wrieden im Januar 1821 den Krug, jetzt für 30 Reichsthaler jährlich. Mitte des 19. Jh. ließ Wrieden den Standplatz mit Sand um etwa 10 Fuß aufschütten und ein stabiles Fachwerkhaus bauen, nachdem die Hütte im Winter 1843 durch Hochwasser und Eisgang weggetrieben und im Winter 1845 erneut durch Eisschollen stark in Mitleidenschaft gezogen worden war. (Quelle: Menkhoff)

Bis 1888 führte den Krug dann Johann Lilienthal alias Jan Captain bzw. Jann Kaptein, der auch das Gasthaus Böttjer in Hohenfelde übernahm und dessen Enkel der Heimatschriftsteller Karl Lilienthal war. Ihm folgten Ernst August von Oehsen bis 1892, Hinrich Buschkaroff bis 1910, Metta Buschkaroff bis 1915, Albert Böttjer bis 1921, Friedrich Buschkaroff bis 1936 und schließlich Wilhelm Melchers, der die Hütte 1952 umbaute und dem Melchers Hütte ihren heutigen Namen verdankt. (Quellen: J. Segelken: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967 und Menkhoff)

Anderen Angaben zur Folge übernahm Willi Melchers die Gaststätte bereits 1928. Während des 2. Weltkrieges war sie außer Betrieb und diente zeitweise der in Bremen ausgebombten Familie Behrens als Unterkunft. Nach 1945 war dann einige Jahre lang Herbert Teichmeyer Pächter der Hütte, bevor sie wieder von Dora und Willy Melchers übernommen wurde. 1951 verursachten vermutlich Wassersportler, die auf dem Dachboden nächtigten, einen Brand, der das Gebäude zerstörte. Melchers erwarb ein 1792 bei Tarmstedt gebautes Fachwerkhaus und ließ es neben dem alten Standort der Hütte aufbauen. Nach Dora Melchers Tod 1968 half Else Wohltmann 10 Jahre lang in der Wirtschaft, die nach Willy Melchers Tod 1975 von seinem Sohn Fritz mit Ehefrau und Tochter weitergeführt wurde. (Quelle: Siewert)

1978 verabschiedete sich die Wirtin Else Wohltmann („Tante Else“) nach vielen Jahren von ihren Gästen, 1990-2015 wurde Melchers Hütte von Anneliese und Jürgen Steiz bewirtschaftet. 1997 kaufte die Fa. Gottfried Stehnke die Hütte. (Quelle: Menkhoff)

5 Antworten auf „Melchers Hütte“

  1. Dieses Ziel ist ein echter Geheimtipp für beschauliche Mittag und Abende während der Woche.
    Von Bremen aus mit dem Rad über Lilienthal/Jan-Reiners/Weg und weiter hinter dem Golfplatz entlang verkehrsarmer Pisten (ohne RadrennerInnen) über Worphausen bis zur Umgehungsstrasse nach Worpswede. Geradeaus weiter direkt über den 2006 angelegten Rad- und Wanderweg erreicht man nach ca. 2 km die ebenfalls 2006 entstandene Hammebrücke, wo der Blick nach links auf Melchers fällt und nach rechts auf das behäbig dahinfliessende Wasser, im Sommer mit malerischen Seerosen. Nach der Brücke führt der Weg direkt zur Hütte. Es gibt einen weiträumigen Vorplatz mit Bänken und Schaukel und einen freundlichen Empfang durch die Pachtfamilie, selbstverständlich auch einen Imbiss nach solch einer Anreise. Sehr sehr idyllisch. Am Wochenende / Feiertagen vermutlich stärker besucht, aber das muss auch sein, damit die Gastgeber über die Runden kommen.

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