Günnemoor

Das Günnemoor zwischen den Ortschaften Teufelsmoor, Bornreihe und Verlüßmoor wird als Kern des Moorkomplexes westlich der Hamme angesehen, die Dicke der Torfschicht betrug hier bis zu 9,60 m.

Seit 1920 wird der Torf im Günnemoor industriell abgebaut, zunächst von der Kreistorfwerk Teufelsmoor GmbH und seit 1980 von der TURBA-Torfindustrie GmbH. Dieser Torfabbau (insgesamt ca. 15 Millionen m³) hat über Jahrzehnte zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen mit Naturschützern geführt.

1998 schien mit einem Vertrag zwischen Abbauunternehmen und Landkreis über die schrittweise Wiedervernässung des Geländes und die Beendigung des Abbaues bis 2013 eine Trendwende in Richtung Naturschutz besiegelt. Große Flächen wurden wiedervernässt, seit 1999 wird das Günnemoor wieder von Kranichen als Brutregion genutzt.

Im Unterschied zu den typischen Kuhlen, die durch den kleingewerblich-bäuerlichen Torfstich entstanden sind, bieten die hier großflächig ebenen Abbauflächen eine einmalige Chance, wieder ein Hochmoor entstehen zu lassen.

Interessanterweise stellte die TURBA 2003 einen Erweiterungsantrag auf Abtorfung von zusätzlichen 250 an das bisherige Abbaugebiet angrenzende Hektar Moor. Die Naturschutzverbände haben dagegen entschiedenen Widerstand angekündigt (mehr dazu bei Radio Bremen …).

Im November 2010 wurden Pläne des Landes Niedersachsen bekannt gemacht, zwei zusätzliche Vorranggebiete für den Torfabbau in der Ortschaft Teufelsmoor und in Hambergen mit einer Größe von zusammen 90 ha auszuweisen (vgl. Landes-Raumordnungsprogramm). In Teufelsmoor betrifft dies eine 20 ha große Heidelbeer-Plantage sowie angrenzende Flurstücke in unmittelbarer Nachbarschaft zum bereits großflächig abgetorften und jetzt mühsam renaturierten Areal von 240 ha. Gegen den Entwurf für eine Änderung des Landes-Raumordnungsprogramms in Niedersachsen haben sowohl die Stadt Osterholz-Scharmbeck als auch der Landkreis Osterholz Stellung bezogen. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 18.11.2010)

In der überarbeiteten Vorschlagsversion für das Raumordnungsprogramm vom Februar 2012 sind die im Günnemoor geplanten zusätzlichen Vorranggebiete dann in der Tat gestrichen (vgl. Entwurf S. 18).

2013 wurde ein sehr interessanter „Moorlehrpfad“ (siehe Verbindungsweg Teufelsmoor-Verlüßmoor) eingeweiht, der am Südwestrand der ehemaligen Abbaufläche verläuft und einen guten Einblick in die Geschichte vermittelt.

Kraniche

Sonnenaufgang im Günnemoor
Die Wiedervernässung von Torfabbauflächen hat das Teufelsmoor für Kraniche (Grus grus, mehr Fotos) wieder interessant gemacht.

Seit 1999 legt ein Teil der „westziehenden“ Vögel auf dem Weg nach Frankreich, Spanien oder Nordafrika alljährlich eine mehrwöchige Rast im Teufelsmoor ein, um sich zu sammeln und Fettreserven für den Weiterflug anzufressen. Diese Tendenz wurde durch Waldentwicklung und landwirtschaftliche Extensivierung weiter gefördert. Mittlerweile sind alljährlich im Herbst und auch auf dem Rückflug im Frühjahr einige Tausend der „Glücksvögel“ in unserer Region zu Gast.
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Himmelstreppe

Aussichtsturm im Teufelsmoor bei Neuenfelde
Aussichtsturm an den Postwiesen
Die „Himmelstreppe“ (Standortmehr Fotos …) schwebt in 9.40 m Höhe über den Postwiesen am Rande des Ahrensfelder Moores südlich von Neuenfelde. Sie gehört zum ersten von zunächst drei geplanten Aussichtstürmen im Rahmen des GR-Projektes „Hammeniederung“ und wurde am 23. Januar 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Bestandteil eines „naturverträglichen Wegenetzes“ soll der Turm der Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung dienen.
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Worpsweder Himmel

Breites Wasser im Teufelsmoor
Weiter Himmel über dem Breiten Wasser
Der Begriff „Worpsweder Himmel“ beschreibt die besondere Bedeutung des Himmels für die Landschaftsmalerei der 1. Generation Worpsweder Künstler im ausgehenden 19. Jh. insbesondere beim Blick vom Weyerberg über das Teufelsmoor. Der Himmel wurde anfangs besonders von Fritz Overbeck hervorgehoben. Eine verbindliche Beschreibung der Eigenschaften dieses Himmels scheint nicht zu existieren, häufig genannt werden der Eindruck besonderer Weite, Höhe oder Größe sowie Veränderlichkeit. Heute gehört der „Worpsweder Himmel“ zu den touristischen Markenzeichen der Teufelsmoor-Region, das einen Bezug zu der damaligen Künstlerbewegung herstellt, „in der es um Nähe zur Natur und zum Menschen, gleichzeitig um neue Ausdrucksformen und Befreiung von bürgerlichen Konventionen ging. Der hohe Himmel und das weite Land waren Symbole der Orientierung nach neuen Horizonten.“ (Quelle: Begleittext zur Kunstausstellung „Hoher Himmel – Weites Land“ im Bachman-Museum in Bremervörde 2010)
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Breites Wasser

Breites Wasser im Teufelsmoor
Weiter Himmel über dem Breiten Wasser
Das Breite Wasser (Standortmehr Fotos) ist ein kleiner See im Teufelsmoor, der nach Regulierung der Hamme als Altwasser erhalten geblieben ist. Das Wasser fließt im Breiten Wasser so langsam, dass es zunehmend verlandet ist. Im Rahmen des GR-Projektes „Hammeniederung“ wurden im Herbst 2008 mehr als 7.000 Tonnen Schlamm aus dem Gewässer und seinen Seitenarmen ausgebaggert und in Sandgruben bei Wallhöfen transportiert.
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Teufelsmoor (engl.)

I’m sorry, there is no complete english version of this website. Anyway, with a lot of help from Jonathan Strauss we did translate a few articles since Oktober 2010, you’ll find a list here.

This site is about the Teufelsmoor, which literally translates to devil’s bog, an area of outstanding historical and scenic interest as long as you ask enthusiastic residents like me. I launched this site back in 2005 as a kind of digital notebook for my impressions and details about people, landscape and history gathered over the years from all kinds of sources. When we moved in 1999, I was attracted by the light, the openness and the cosyness of this region from the very first moment. I translated one of the main articles about the Teufelsmoor itself to give you an idea of what this is about. Please feel free to contact me (see Impressum) in case of any further interest. Cheers!

Teufelsmoor
Early morning in the midst of the Teufelsmoor
The term „Teufelsmoor“ is ambiguous, most commonly applied to a landscape in Lower Saxony surrounding the little river Hamme just north of Bremen. As there is no binding definition for Teufelsmoor, the reported size varies between 20 x 20 km and 500-600 km². „Teufelsmoor“ in this extended sense is nowadays used as a brand to promote tourism in the region.

On the other hand, Teufelsmoor is well defined as the name of a small village, first documented as „Düwelsmoor“ in the 14th Century and now part of the city of Osterholz-Scharmbeck. This village is situated at the heart of the „Teufelsmoor in the strict sense“, an area north of the Teufelsmoorstraße including the Günnemoor, the Torfkanal, the Niedersandhauser Moor, the Hamberger Moor and the Oenersmoor and the stretching valleys of the upper Beek inbetween them.
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Torfkahn

Torfkahn auf der Hamme
Torfkahn 'Anna Lena'
Anfang der 1980er-Jahre wurden in der Teufelsmoor-Region erste Nachbauten historischer Torfkähne (mehr Fotos …) gefertigt und wenig später für den Tourismus entdeckt. Torfkahnfahrten werden in der Regel von Mai bis September angeboten, das Faltblatt „Torfkahnfahrten 2014“ der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser e.V. enthält alle regelmäßigen Torfkahnfahrten und die Kontaktadressen der verschiedenen Anbieter für Chartertouren.
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Buch: Ein Ausflug ins Teufelsmoor

Ein Ausflug in’s Teufelsmoor.
Von J. G. Kohl.
aus Die Gartenlaube (1863). Leipzig. Ernst Keil, Seite 460-64
zitiert nach Wikisource

„Mit dem Namen „Teufelsmoor“ bezeichnen die Geographen auf unsern Landkarten einen beinahe acht Quadratmeilen großen Moorstrich, der ungefähr die Mitte des Herzogthums Bremen ausfüllt und ehemals eine zusammenhängende Wildniß gebildet haben mag, jetzt aber durch die eingedrungene Cultur und die ihm nun einverleibten Dorfschaften und Ackerfluren in eine Menge einzelner Moorstriche zerlegt ist, deren jede ihren besonderen Namen trägt.
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Cafe zum Brinkhof

Cafe zum Brinkhof
Das Cafe zum Brinkhof ist ein typisches Hofcafe, gelegen mitten in der Ortschaft Teufelsmoor und damit auch im Herzen des Teufelsmoores im engeren Sinne.

Inh. Gisela Wellbrock
Teufelsmoor 4
27711 Osterholz-Scharmbeck
Tel: 04796-263 und 04796-951095
Fax: 04796-951096
www.cafezumbrinkhof.de

geöffnet
April bis Oktober: Di-So 13-18 Uhr
November bis März: Mi-So 14-18 Uhr

Waakhausen

Waakhausen liegt süd-östlich der Hamme zwischen Osterholz-Scharmbeck und Worpswede. Die ursprünglich eigenständige Gemeinde gehört heute zur Einheitsgemeinde Worpswede im Landkreis Osterholz.

Das sog. „schwimmende Land von Waakhausen“ war im 19. Jh. überregional bekannt als eines der in Deutschland wenigen Flott tegar (»schwimmenden Beete«). Die untersten Torfschichten der durch Gräben unterteilten Moorflächen trockneten im Sommer aus und füllten sich im Laufe des Herbstes mit Wasser, welches dann im Winter gefror. Während der Frühjahrs-Überschwemmungen gerieten diese Moorflächen durch ihren Luft- und Eisgehalt ins Schwimmen und konnten zuweilen vertreiben.

Beschreibung des Bremer Bibliothekars Kohl um 1850 (zitiert nach Friedrich Kühlken: „Zwischen Niederweser und Niederelbe“, 2. Aufl. 1965, Verl H. Saade):

‚So lange das Wasser in den Häusern noch leidlich niedrig steht, machen die Bewohner für das Vieh im Stalle ein hohes Brettergerüst, auf das sie die Kühe wie auf eine Tribüne hinauftreiben. Zuweilen fahren sie mit einem großen Schiffe auch in die weite Haudiele hinein, binden es an einem Balken fest und bringen ihr Vieh hinauf. Auch für ihr Herdfeuer mitten im Hause bauen sie ein Brettergerüst, bedecken es mit Sand und zünden daruf dicht über dem Wasserspiegel die häusliche Flamme an. Sie selber schlafen und hausen auf dem Boden und steigen auf Leitern zu dem Feuerherde und Vieh in der Haushalle, die zu einem Wasserkeller geworden ist, hinab. Steigt das Wasser noch weiter, so retten sie alles über Stege und Brücken auf das schwimmende Land. Ein alter Mann erzählte, daß er sich während seines Lebens schon viermal auf diese Weise haben retten müssen.‘

Weyerdamm

Weyerdamm in Osterholz-Scharmbeck
Weyerdamm heute (Blick von Ahrensfelde nach Osterholz)

Weyerdamm, im 18. Jh. auch „der Weier Damm“, war etwa 110 Jahre lang eine dem Flecken Osterholz östlich vorgelagerte Moorsiedlung (ehemaliger Standort) noch aus der Zeit vor Jürgen Christian Findorff. Auf Grund immer wieder kehrender Überschwemmungen ihrer Äcker und Höfe gab die Mehrheit der Siedler schließlich auf, demontierte ihre Häuser und baute sie andernorts wieder auf. An die einst wenige Minuten vom Kloster gelegene Moorsiedlung erinnern heute nur noch der letzte von ehemals 19 Höfen und zwei ebenfalls Weyerdamm genannte Seitenwege des Ahrensfelder Damms.
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Hamberger Moor

Wollgrasblüte im Hamberger Moor
Wollgrasblüte im Hamberger Moor
Das Hamberger Moor (Standortmehr Fotos …) ist ein ehemaliges Hochmoor, das wie Günnemoor, Niedersandhausener Moor und Önersmoor zum „Teufelsmoor im engeren Sinne“ gerechnet wird (vgl. Teufelsmoor). Es liegt zwischen der Beek im Osten und den Ortschaften Ströhe und Spreddig (an der Bundestraße 74) im Westen. Nach jahrhundertlangem Torfabbau -hier ausschließlich als bäuerlicher Torfstich im Sodenstechverfahren- ist das heutige ca. 300 ha große Landschaftsschutzgebiet Hamberger Moor (vgl. Verordnung des Landkreises von 1978) planmäßig und großflächig wiedervernässt worden.
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Teufelsmoor um 1853

Das Bremische Moor.
(Nach zwei Aufsätzen im Bremer Sonntagsblatte, 1853, No 26 und 1854 No 46, 47; von Herrn Hermann Allmers.)

Aus: Alterthümer, Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden, gesammelt und herausgegeben von D. Friedrich Köster. 1856. Gefunden bei und zitiert nach Wikisource.

Diese drei Landstriche geben nun auch den Bewohnern desselben einen eigenthümlichen Charakter; dem Lande wie den Leuten nach, könnte man der Geest ein sanguinisches Temperament zuschreiben, der Marsch ein phlegmatisches und dem Moor ein melancholisches.

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Bargschütt

Bargschütt in der Ortschaft Teufelsmoor (Teufelsmoor, Flur 14, Flstck. 9/2) war früher eine Beekhütte (vergleichbar mit den Hammehütten) an der Einmündung des Torfkanals in die Beek, heute ist es in Privatbesitz.

Bis mindestens 1936 lebten hier der in Bargschütt geborene Johann Wendelken (-1946) und seine Frau Catharina Adelheid Wendelken geb. Brünjes aus Friedensheim (1869-1936). Ihre acht Kinder wurden zwischen vermutlich 1895 und 1912 in Bargschütt geboren, die drei ältesten Söhne kamen im 1. Weltkrieg und der jüngste Sohn im 2. Weltkrieg ums Leben.
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