Lastenräder im Kurierdienst

E-Lastenfahrrad
E-Lastrad iBullitt
(Quelle: Dt. Zentrum für Luft- und Raumfahrt)
Wissenschaftler des Instituts für Verkehrsforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) sehen ein großes Potenzial für Elektro-Lastenräder im innerstädtischen Güterverkehr hinsichtlich des Klimaschutzes und der Wirtschaftlichkeit. Die Ergebnisse ihres Projektes „Ich ersetze ein Auto“ stellten sie auf der Tagung „iKEP 2014 – Innovationstag der KEP-Branche“ vor, den der Bundesverband der Kurier-Express-Post-Dienste e.V. (BdKEP) in Kooperation mit dem DLR veranstaltete. (Quelle: Presseinfo des Deutschen Instituts für Luft- und Raumfahrt 6.5.2014)

Mit Förderung durch die Nationale Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums hatten die Verkehrsforscher untersucht, wie sich Elektro-Lastenräder in den städtischen Kurierdienstalltag integrieren lassen. Seit Juli 2012 waren 40 iBullitts in acht Städten, darunter Berlin, Hamburg und München, eingesetzt. Sie wurden gut angenommen und bei > 8 % aller von den beteiligten Unternehmen durchgeführten Sendungen eingesetzt. Im Untersuchungszeitraum verzeichneten die Kurierfirmen eine Zunahme an Lastenrad-Aufträge, in Berlin von 43 %. Einige Kunden fordern mittlerweile aktiv das Lastenrad an.

Eine Kurierfahrt mit dem Lastenrad war durchschnittlich 4 km lang, die Lastenrad-Kuriere legten täglich durchschnittlich 90 km zurück. Witterungsbedingte Ausfälle, etwa durch Eisglätte, waren nur an einzelnen Tagen zu verzeichnen. Nach Meinung der beteiligten Kuriere werden sich Elektro-Lastenräder langfristig durchsetzen. Befragt wurden neben den 46 iBullitt-Nutzern weitere 48 „klassische Fahrradkuriere“ und 77 Autokuriere, dabei hielten neun von zehn Kurieren den Einsatz von Elektro-Lastenrädern in ihren Städten für sinnvoll. Zudem ist die Mehrheit der Befragten jeden Fahrzeugtyps (sowohl Auto-, Fahrrad- als auch Lastenradkuriere) der Meinung, dass sich Elektro-Lastenräder grundsätzlich im Kuriergeschäft durchsetzen werden. Die Kuriere schätzen die größere Flexibilität, mit einem Elektro-Lastenrad vielfältigere Aufträge annehmen zu können. In Kombination mit den niedrigen Betriebskosten bietet dies einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Kurieren und damit höhere Verdienstmöglichkeiten.

Das Elektro-Lastenrad bietet gegenüber dem Fahrrad den Vorteil, mehrere Aufträge zu kombinieren. Ein weiteres Plus ist die geringere körperliche Belastung für den Kurierfahrer, der so mehr Aufträge bearbeiten und ein höheres Einkommen erzielen kann. Zu den Nachteilen des Elektro-Lastenrads gegenüber dem Fahrrad gehört unter anderem die Abstellsituation nachts, denn die Elektro-Lastenräder werden auf den Betriebsgeländen abgestellt und dort über Nacht geladen. Bislang waren Fahrradkuriere es gewöhnt, ihr Fahrrad zu Hause abzustellen. Eine Konsequenz daraus ist die Gruppe der „Fahrzeugwechsler“: Kuriere fahren am Anfang oder am Ende des Tages mit dem Fahrrad und steigen im Laufe des Tages, etwa wenn eine Sendung zum Betriebsgelände gebracht werden muss, auf das Lastenrad um. Auch wird das Fahrrad gegenüber dem Elektro-Lastenrad als umweltfreundlicher angesehen. Zudem weist das Fahrrad eine höhere Geschwindigkeit und in den Augen der Kuriere einen größeren Spaßfaktor aus. Gegenüber einem Auto als Kurierfahrzeug kann das Elektro-Lastenrad aber gerade in den Kategorien Spaßfaktor, Umweltschutz und Parksituation beim Kunden punkten. So etwa beim schwedischen Möbelhaus Ikea in Hamburg, welches vom Hamburger Projektpartner als neuer „Key Account“ gewonnen werden konnte. Ab Sommer 2014 können Kunden ihre Einkäufe nun auch per Elektro-Lastenrad nach Hause geliefert bekommen.

Eine Antwort auf „Lastenräder im Kurierdienst“

  1. Das Elektrolastenrad macht wirklich einen tollen Eindruck. Der Artikel hat mein Interesse geweckt, ich werde gleich mal rausfinden ob wir soetwas nicht auch einsetzen können. Bei den Kunden kommt das bestimmt super an.

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