Juden in Worpswede

Die wenigen in Worpswede lebenden Juden zählten bis 1938 zur Synagogengemeinde Scharmeck. Als vermutlich erster Jude erhielt 1804 der Schlachter und Kaufmann Leeser Abraham mit Unterstützung dortiger Anwohner einen Schutzbrief für Worpswede. 1816 betätigte er sich nach Angaben des Amtes Osterholz als Schlachter und Lumpensammler, seine Vermögensverhältnisse wurden als mittelmäßig bezeichnet. Die jüdische Gemeinde wuchs in Worpswede 1825 um eine weitere und am 24. Januar 1851 um zwei weitere Familien. Ende 1851 erwarb die Jüdische Gemeinde Scharmbeck vom Worpsweder Isaac Steckler eine Tora. 1885 lebten noch zwei der 30 steuerpflichtigen Gemeindemitglieder in Worpswede, 1897 waren es neun von insgesamt 145 Personen. 1927 war nur noch eines der 18 steuerpflichtigen Gemeindemitglieder in Worpswede ansässig. (Quelle: Obenaus H, 2005)

Im Oktober 1893 verstarb in ihrem Heimatort Bürstadt bei Worms Jettchen Abraham (1862-1893, geb. Lösermann), die sich auf Anraten ihres Arztes mit ihrem 1-jährigen Sohn von Worpswede aus zu ihren Eltern begeben hatte. Sie war seit Frühjahr 1891 mit einem Worpsweder Abraham verheiratet. (Quelle: „Der Israelit“ 30.10.1893)

Während der nationalsozialistischen Herrschaft sei lt. Erinnerung von Wilhelm Aron eine Frau Abraham aus Worpswede ausgewandert, das Schicksal einer weiteren Frau Abraham sei ungeklärt (vermutlich Rosa Abraham, s. u.). Die in Worpswede geborenen Mary Leeser (1863-1942, geb. Abraham) und Sophie Schwabe (1879-1943, geb. Abraham) kamen in Theresienstadt um. (Quelle: Murken J, 1999)

Das beim Bundesarchiv geführte Gedenkbuch für die Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 – 1945 weist mit Rosa Abraham (*10.10.1873 in Bürstadt, geb. Lösermann) ein zuvor in Worpswede lebendes Opfer nach. Sie wurde am 23. Juli 1942 in das Ghetto Theresienstadt und am 23. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert. Weitere drei der im Gedenkbuch aufgeführten Opfer der Nazi-Verfolgung sind in Worpswede geboren:

  • Marri (Merri) Leeser (* 24. Dezember 1863, geb. Abraham in Worpswede, wohnhaft in Bremen), am 23. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 6. September 1942 verstorben.
  • Johanna Sanders (* 28. März 1870, geb. Abraham in Worpswede, wohnhaft in Straelen), am 25. Juli 1942 nach Theresienstadt und am 21. September 1942 in das Vernichtungslager Treblinka deportiert.
  • Sophie Schwabe (* 05. Oktober 1879, geb. Abraham in Worpswede, wohnhaft in Bremen), am 23. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert und dort am 14. März 1943 verstorben).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.