Schöpfwerk Höftdeich

Schöpfwerk Höftdeich
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Das Schöpfwerk Höftdeich am Maschinenfleet im St.-Jürgensland wurde Ende des 19. Jh. nach Plänen von Baurat Tolle (Königlich-preußische Wasserbaudirektion Blumenthal) erbaut und 1894 in Betrieb genommen. Die drei Zentrifugalpumpen mit Dampfantrieb brachten es auf eine Förderleistung von 14 m³/s.

Das Überschwemmungswasser der Wümme wurde damals in den Wintermonaten zwischen den Deichen im St. Jürgensland aufgestaut, um den Schlick zur Düngung des Grünlandes zu nutzen. Im April wurde das Wasser dann mehrere Wochen lang in die Wümme zurückgepumt. Die Bewohner des St. Jürgenslandes widmeten sich damals mehr der Jagd auf Wasservögel, dem Sammeln von Vogeleiern und dem Fischfang als der Landwirtschaft.

Ab 1936 wurde die Fläche dann auch im Winter trocken gehalten, was u. a. auch zur „Austrocknung“ des über 100 ha großen Flachwassersees Truper Blänken führte.

1951 wurde das Schöpfwerk auf Elektroantrieb umgestellt, wobei die dekorativen alten Pumpengehäuse belassen wurden.

Eine Antwort auf „Schöpfwerk Höftdeich“

  1. Zu dem Artikel in dem Weser Kurier vom 21.04.2019
    Guten Tag Herr Helmken,
    mein Name ist Lothar Neimke, mit der Anschrift Loignystr. 48 28211 Bremen.
    im Weser Kurier vom 21.04.2019 stand ein sehr informativer Artikel über das Schöpfwerk Höftdeich. Dazu kann ich Ihnen eine kleinen, ergänzenden Beitrag liefern:
    Mein Vater hat als Dipl. Ing. der Elektrotechnik damals das Schöpfwerk vom Dampf- auf Elektroantrieb umgestellt. Er war der Bremer Büroleiter des Dresdner Elektrokonzerns „Sachsenwerk“. Durch die Teilung unseres Landes verlor er die Verbindung nach Dresden, und arbeitete selbstständig. Und so fuhr er mit seinen kleinen KIndern täglich auf den Bauernhof Arps, lud uns Kinder dort ab und wurde mit einem Ruderboot zum Schöpfwerk gebracht. Wir Kinder bekamen erst ein Frühstück, dann ein traumhaftes Mittagessen und noch Stullen als Abendbrot mit nach Hause. Hinter dem Hof stand eine gesprengte Flakstellung, in der wir mit Begeisterung herumsuchten und technische Teile ausbauten. Eine Motor gibt es noch heute bei mir. Der Landwirt Arps hatte zwei Töchter, etwa im gleichen Alter, mit denen wir uns gut verstanden. Eines Tages war dann die Umstellung fertig und der nun nicht mehr benutze Schornstein wurde gesprengt. Mein Vater war leidenschaftlicher Filmer und hat den Zeitpunkt, als der Schornstein zusammenbrach, im Film festgehalten. Im Vordergrund stehen verschiedene Personen, die mir aber nicht mehr bekannt sind. Vielleicht der Landwirt Arps selber oder Arbeiter, die dort beschäftigt waren. Es ist wirklich nur ein kleiner Filmabschnitt, aber wohl der wichtigste Teil.
    Sollten Sie oder der Deichverband interessiert sein? Das Filmstück ist von mir auf eine CD ROM überspielt worden, und könnte vermutlich auch kopiert werden.
    Wenn ja, dann lassen Sie von sich hören, irgendwie kämen wir dann zusammen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Lothar Neimke

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