Raps

Rapsfeld in Freissenbuettel
Freißenbüttel in Gelb
Keineswegs war früher alles besser als heute. Man denke nur mal an die Preise für Ferngespräche. Rapsfelder aber gehören zweifellos in meine persönliche Schade-wo-sind-sie-geblieben-Liste. Kündete der blühende Raps doch früher vom bevorstehenden Sommer wie das geöffnete Faltdach des Käfers und der helle Hut des Vaters an Himmelfahrt. „Vierfelderwirtschaft“ dozierte mein Vater dann gerne, wenn bei Überlandfahrt so ungefähr jeder vierter Acker gelb leuchtete. Mehr oder weniger zufällig übrigens, wie unsere Heimatkundelehrerin später versicherte.

Im Frühling 2012 besteht noch mehr Anlass als sonst, sich über das leuchtende Gelb wie hier in Freißenbüttel zu freuen. Der nasse Sommer des vergangenen Jahres hat die Aussaat vielerorts erschwert, so dass in manch norddeutscher Region nur gut die Hälfte der Vorjahresflächen mit Raps bestellt sind. Europaweit rechnet das Landwirtschaftsministerium mit einem Rückgang der Ernte um 5.5 Mio Tonnen. Das führt zu weiter steigenden Preisen für die Ernte, die schon lange nicht mehr nur als Speiseöl und für die Margarineproduktion Verwendung findet. 65 bis 70 Prozent des Rapsöls wird heute für die Erzeugung von Biodiesel eingesetzt.

In Schleswig-Holstein rechnet die Landwirtschaftskammer mit einem Ertrag von 3 bis 5 Tonnen je Hektar, der Preis für Raps liegt im Mai 2012 an den Rohstoffbörsen bei € 476.- pro Tonne. Beträchtliche Preissteigerung nach nur € 260.- pro Tonne Anfang 2010.

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