Gestern war ich mit Johannes Graf in der Fußgängerunterführung am Bahnhof verabredet. Dort ist er im Auftrag der Stadt damit beschäftigt, das Entrée zur Stadt aufzuhübschen. Ich hatte mich sehr gefreut, als er vor einigen Monaten um mein Einverständnis bat, eines meiner Fotos als Vorlage zu verwenden (es sind die Rinder bei Sonnenaufgang…).
Einem Antrag von Stadtratsmitglied Kristian Kugeler aus dem Jahr 2024 folgend hatte die Stadt EU-Fördergelder aus dem LEADER-Topf akquiriert und in die Neugestaltung der Wände im Zuge der Unterführung gesteckt. Vier große zuvor weiße Flächen sind jetzt leuchtend und farbenfroh mit lokalen Motiven bemalt, die bei einer Umfrage meistgenannt waren: Torfkähne, Teufelsmoor-Rinder, Mühle von Rönn und Paula Modersohn-Becker. Bereits im Frühjahr hatten neun Schülerinnen und Schüler aus dem Kunst-Leistungskurs des Gymnasiums und aus der Partnerstadt Grimmen unter Johannes‘ Anleitung zwei großflächige Wandmalereien im Seitenarm der Unterführung geschaffen.
Johannes war in seiner Jugend Sprayer und hat später Kunsttherapie an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg und Freie Kunst an der Hochschule für Künste Bremen (Klasse Prof. Kati Barath) studiert. Seine Werke meist in Öl auf Papier, Holz oder Leinwand waren in zahlreichen Gruppenausstellungen zu sehen, unter anderem in der Kunsthalle Bremen, im mumok Wien und im Weserburg Museum Bremen. Als Urban Artist arbeitet er an Projekten im öffentlichen Raum, siehe beispielsweise muralcity und HFK Bremen.
