Waakhausen

Waakhausen liegt süd-östlich der Hamme zwischen Osterholz-Scharmbeck und Worpswede. Die ursprünglich eigenständige Gemeinde gehört heute zur Einheitsgemeinde Worpswede im Landkreis Osterholz.

Das sog. „schwimmende Land von Waakhausen“ war im 19. Jh. überregional bekannt als eines der in Deutschland wenigen Flott tegar (»schwimmenden Beete«). Die untersten Torfschichten der durch Gräben unterteilten Moorflächen trockneten im Sommer aus und füllten sich im Laufe des Herbstes mit Wasser, welches dann im Winter gefror. Während der Frühjahrs-Überschwemmungen gerieten diese Moorflächen durch ihren Luft- und Eisgehalt ins Schwimmen und konnten zuweilen vertreiben.

Beschreibung des Bremer Bibliothekars Kohl um 1850 (zitiert nach Friedrich Kühlken: „Zwischen Niederweser und Niederelbe“, 2. Aufl. 1965, Verl H. Saade):

‚So lange das Wasser in den Häusern noch leidlich niedrig steht, machen die Bewohner für das Vieh im Stalle ein hohes Brettergerüst, auf das sie die Kühe wie auf eine Tribüne hinauftreiben. Zuweilen fahren sie mit einem großen Schiffe auch in die weite Haudiele hinein, binden es an einem Balken fest und bringen ihr Vieh hinauf. Auch für ihr Herdfeuer mitten im Hause bauen sie ein Brettergerüst, bedecken es mit Sand und zünden daruf dicht über dem Wasserspiegel die häusliche Flamme an. Sie selber schlafen und hausen auf dem Boden und steigen auf Leitern zu dem Feuerherde und Vieh in der Haushalle, die zu einem Wasserkeller geworden ist, hinab. Steigt das Wasser noch weiter, so retten sie alles über Stege und Brücken auf das schwimmende Land. Ein alter Mann erzählte, daß er sich während seines Lebens schon viermal auf diese Weise haben retten müssen.‘

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