Alte Faun-Werke

Die bewegte Geschichte der nur noch in Teilen erhaltenen „alten Faun-Werke“ am Bahnhof wirft viele Lichter auf die wirtschaftliche Entwicklung der Region.

Die Geschichte der hier ansässigen Firmen ist in den Firmenartikeln nachzulesen:

Im April 2003 fielen die meisten der mittlerweile nur noch als Lager genutzten Hallen einem Feuer zum Opfer. An ihrer Stelle enstand die im November 2005 eingeweihte Stadthalle.

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Kaufhaus Reuter

1927 erwarb Friedrich Walter Reuter in der Rübhofstr. das Kaufhaus Schmonsees und verlegte es im gleichen Jahr in die Bahnhofstr. 26-28. Als Kaufhaus Reuter prägte es fast 80 Jahre das Wirtschaftsleben der Stadt.

1962 wurden eine Lebensmittel- und eine Haushaltswarenabteilung eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Im September 2002 feierte das Kaufhaus noch sein 75-jähriges Bestehen. 2003 musste es Insolvenz anmelden, der Betrieb konnte aber mit einer Bürgschaft des Landes Niedersachsen und dem Sortiment des Karstadt-Konzerns vorerst aufrechterhalten werden. Im August 2005 schlossen sich die Ladentüren endgültig und die 80 Mitarbeiter verloren ihren Arbeitsplatz. Im April 2007 wurden Gebäude und Grundstück zwangsversteigert, den Zuschlag erhielt für 2.22 Mio € die Kreissparkasse. (Quelle: buten un binnen)

Lt. Stadtchronik hat Kaufhaus Reuter bereits 2001 das Insolvenzverfahren beantragt. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Weitere Informationen zum Grundstück unter Bahnhofstr. 26-28.

Waldhaus

Unter dem Namen Windhorsts Gasthaus eröffnete der Bahnhofswirt Hinrich Windhorst 1864 direkt am Klosterholz (Hohetor 57, später Nr. 2) einen Saal mit Sommergarten, um die zunehmende Zahl an Ausflüglern zu bewirten. An den Wochenenden waren nach Anschluss an das Reichsbahnnetz immer mehr Gäste insbesondere aus Bremen gekommen. Ein Jahr später entstanden direkt gegenüber die Lokale Bremer Haus (bis 1896 Friedrich Zemplin) und Hansa-Haus (bis 1872 Hr. Borgeloh). 1884 weihte F. Windhorst im Neubau einen neu eingerichteten Saal ein.

Osterholz. Gestern war unser Gehölz, speciell aber die direkt daran belegenen Gastwirtschaften der Herren Stelljes und Windhorst (Hohetor), wieder durchaus stark von Vergnügungsreisenden aus Bremen und Bremerhaven besucht. Man schätzt die Zahl der Fremden, die gestern hier waren, auf ca. 600 Personen. … Gegen 10 Uhr abends marschierte der größte Teil der Fremden unter Vorantritt eines Musikchors in langem Zuge, mit Hunderten von bunten Lampions die schattigen Waldwege feenhaft beleuchtend, dem Bahnhofe zu, um per Extrazug wieder zurückzufahren. (Lokale und provinzielle Nachrichten 19. Juli 1886)

Im Jahr 1893 firmierte das Etablissement in einer Anzeige in der Festzeitschrift des Kriegervereins unter dem Namen Zum Deutschen Garten (Inh. F. Windhorst). 1907 wurde im Lokal Windhorst der Bürgerverein Osterholz mit 130 Mitgliedern gegründet. Vom 7. bis 14. Mai 1911 wurde „im Windhorstschen Saale zu Osterholz“ das „Festspiel Der deutsch-franz. Krieg 1870/71 mit verbindender Dichtung und Musik“ aufgeführt. 1913 wurde das Hohetor in Hohetorstraße umbenannt. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1

1935-1959 war Karl Hollenbeck Wirt des Waldhauses. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Gegen Ende des 2. Weltkrieges diente das Gasthaus als Lager für Fischerei-Zubehör, nach dem Krieg dann für militärisches Gerät der US-Army. Später wurde es von den US-Soldaten als Club genutzt, nach deren Abzug wieder als Gasthaus, dessen Bewirtung Windhorst an Karl Hollenbeck übergab. Quelle: Osterholzer Kreisblatt 25.8.2007

1959 übergab Hollenbeck die Gaststätte an Henry Hohenstein. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

2001 schloss Familie Heckel das Traditionslokal in der Hohetorstr. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

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Mühle am Hafen

Hafen mit Mühle1769 baute Lüer Steffens am Osterholzer Hafen einen Galerieholländer. 1864 wurde die Mühle von der Familie Wohltmann gekauft, 1879 war sie an Hr. Hauschild (Vegesack) verpachtet. 1907 verkauften die Wohltmann-Erben die Kornmühle an Albert Puff, der auch als Motorbootkapitän (vom Hafen zu den Hammehütten) tätig war. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1)

Puff legte die Mühle 1932 still, 1946 verlor sie durch Blitzschlag ihr Windwerk. Später wurde hier ein Jugendtreff eingerichtet, seit 1960 betreibt Peter Bruns sein Jazz-Lokal, das über Jahrzehnte weit überregionale Bedeutung besaß.

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Kleinbahnhof

Ebenso wie der Worpsweder Bahnhof wurde auch der Kleinbahnhof in Osterholz-Scharmbeck (ehemals „Osterholz-Scharmbeck-Ost“, heute auch Kulturzentrum oder KUZ genannt) von Heinrich Vogeler entworfen, den Auftrag der Bremervörde-Osterholzer Eisenbahn erhielt er 1910. Die Gleise verliefen unmittelbar vor dem Gebäude, wo sich heute die Straße befindet. Nach Einstellung des Kleinbahnbetriebes 1974 diente das Gebäude u. a. als Warenlager und Asylbewerberheim, bevor es 1984-1986 durch den Verein Kulturzentrum e.V. nach Plänen Vogelers restauriert wurde. Am 14.12.1986 wurde das Kulturzentrum offiziell eröffnet, Vereinsvorsitzender damals Rainer Ohntrup. Als Mieter nahm der von Eltern selbstorganisierte „Kinderladen e.V.“ seine Arbeit auf.

Der Kleinbahnhof steht heute unter Denkmalschutz.

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Geheimgang am Kloster Osterholz

Wahrscheinlicher Grundriss im Jahr 1200
Wahrscheinlicher Grundriss im Jahr 1200

Das Osterholzer Kloster, von dem nur die St. Marienkirche und vermutlich ein Wirtschaftgebäude im südlichen Teil des ehemaligen Westflügels (heute Baumhof 5) übrig sind, verfügte wahrscheinlich über einen unterirdischen Fluchtweg. Als Geheimgang zum Zisterzienserkloster Lilienthal ist er Bestandteil alter Erzählungen, in Zeichnungen ist er als unterirdischer Gang eingezeichnet. Volker Müller hat 1973 das Haus Baumhof 5 gekauft und zur 800-Jahr-Feier des Klosters (1982) in seinem Keller den Anfangsteil eines 90 cm hohen und 50 cm breiten Ganges freigelegt. Er vermutet, dass er nach einigen hundert Metern im Moor endete und von dort ein Knüppeldamm nach Lilienthal führte. Quelle: Osterholzer Kreisblatt 14.8.2007

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Christopherus-Brunnen

Christopherus-Brunnen Osterholz-Scharmbeck
„Kind, du bist so schwer, als hätte ich die Last der ganzen Welt zu tragen!“
Am 9. August 2007 enthüllten Repräsentanten der Hauptsponsoren eine Bronzeplatte am Christopherus-Brunnen, auf der die Namen der 405 „Brunnen-Spender“ aufgelistet sind. Seit 2005 ziert der vom Worpsweder Künstler Waldemar Otto geschaffene Brunnen mit der Figur des St. Christophorus den Klosterplatz in Osterholz (Standortmehr Fotos vom Klosterplatz). Er ist der Initiative des Osterholzer Erntefestkomitees zu verdanken, das 2003 sein 150-jähriges Bestehen feierte und mit dem Brunnen einen Ausgleich für die 2001 gefällte Amtslinde schaffen wollte. Neben den fünf Hauptsponsoren Erntefestkomitee, Klosterholz-Tombola, Bürgerverein, Heimatverein und Otto Arnholt haben die 400 weiteren Spender dazu beigetragen, dass der 2,40 m große Christopherus nunmehr schuldenfrei ist. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt)