Buch: Vom Kaiserreich …

Vom Kaiserreich zur Bundesrepublik – 125 Jahre Sozialdemokratie in Osterholz-Scharmbeck
Hans Jürgen Otte
1997. Druckerei und Verlag H. Saade GmbH, Osterholz-Scharmbeck
213 S.

Chronik der SPD in Osterholz-Scharmbeck anlässlich ihres 125-jährigen Bestehens. Mit vielen Originaldokumenten besonders aus der Zeit der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Entkusseln

Mit Entkusseln oder Entkusselung wird in der Landschaftspflege die Beseitigung junger Gehölze von Heideflächen, Feuchtwiesen und entwässerten Moorheiden bezeichnet. Dabei werden sog. Pionierbaumarten wie Kiefer oder Birke mit Spaten oder Motorsägen entfernt, um in nährstoffarmen, offenen  Biotopen die Entwicklung von Wäldern zu verhindern. Auf diese Weise sollen die für das Biotop typischen Pflanzengesellschaften wie Torfmoos, Rosmarinheide und Moosbeere erhalten und einer übermäßigen Verdunstung durch die Gehölze vorgebeugt werden.

Im Heilsmoor in Wallhöfen wird seit 1997 systematisch entkusselt, seit 2002 im Rahmen eines gemeinsamen Projektes der NABU und des jeweils 7. Jahrgangs der Kooperativen Gesamtschule Hambergen zusammen mit Landkreis und der Biologischen Station Osterholz. Um den Eingriff in die Natur so gering wie möglich zu halten, erfolgt die Entkusselung in der Frostperiode. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 28.1.2009)

Bahnhofstr. 43/45

Früher Bahnhofstr. 351 (und fraglich Bahnhofstr. 337).

1864 baute der Gärtner Teltow in unmittelbarer Bahnhofsnähe sein Haus. Dr. Adolf Schmidt machte hier 1894 seine Praxis auf, die er dann 1903 in sein neues Haus in der Bahnhofstr. 96 verlegte.

1895 übernahm der Gärtnermeister Wilhelm Albrecht das Geschäft von Gärtner Teltow. Albrecht erreichte 1902 den 1. Platz bei einer Ausstellung des Garten- und Gemüsebauvereins. Im Haus Nr. 337 des Fotografen Carl Stüben (später Bahnhofstr. 45) machte sich 1902 der Zahntechniker Adolf Degen selbständig. 1924 machte der Ingenieur Ernst Markus in Nr. 43 einen Großhandel für Elektrotechnikbedarf auf. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1, 2004)

1969 erwarb die Kreissparkasse das Grundstück der ehemaligen Gärtnerei Albrecht und die Fa. Stehnke begann nach Plänen des Düsseldorfer Architekten Prof. Dußmann mit dem Bau einer neuen Hauptstelle, die 1972 eingeweiht wurde. 1988 kam Raumnot auf, so dass die Kreissparkasse zunächst einen kompletten Neubau auf dem gegenüberliegenden Meyerhoff-Gelände zwischen Klosterkamp und Bahnlinie plante. Der Stadtrat hatte daraufhin im November 1988 bereits beschlossen, wegen Platznot mit dem Rathaus ca. 1992/93 in das Sparkassengebäude zu ziehen. Es kam aber anders: 1992 entschloss sich die Kreissparkasse für einen Anbau zum derzeitigen Gebäude anstatt eines Neubaus. Der „Rathausvertrag“ platzte. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Im Oktober 1997 wurde das Gebäude nach umfangreichen An- und Umbauten wieder eröffnet. Eine Attraktion stellte das in dieser Art in Europa einmalige Aquarium mit einer Höhe von 6.70 m und einem Durchmesser von 2.50 m im Hauptschalterraum dar. 1998 wurde vor dem Gebäude die Skulptur „Bulle und Bär“ des renommierten Worpsweder Bildhauers Prof. Waldemar Otto eingeweiht. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)