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	<title>1978 &#8211; teufelsmoor.eu</title>
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	<description>Osterholz-Scharmbeck - Radfahren - Mac - Fotografie</description>
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		<title>Moorexpress</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Oct 2015 16:01:27 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Ausflüge]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[Mit historischen Triebwagen durch die Natur: Die Strecke der romantischen Kleinbahn Bremen-Stade führt mitten durch das Teufelsmoor.]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="Moorexpress01" aria-describedby="caption-Moorexpress01" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/ZqH2lUDY_E_7wjVDF2QivQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="https://lh6.googleusercontent.com/-YqVtsaqHYdI/TloaE8p0qdI/AAAAAAAAWCg/LON_YY3IHfU/s400/20110828Moorexpress15.jpg" height="267" width="400" alt="Moorexpress in Osterholz"/></a><figcaption id="caption-Moorexpress01" class="wp-caption-text">Moorexpress in Osterholz  (<a href='http://www.teufelsmoor.eu/?p=493'>mehr Fotos ...</a>)</figcaption></figure>Seit Anfang Oktober ist Winterpause für den <strong>Moorexpress</strong>. Wie in den Vorjahren gibt es Sonderfahrten (<a href="http://www.evb-elbe-weser.de/fileadmin/user/reise_u_freizeit/PDF/moorex_winter-2016-17_web.pdf">Info-Flyer</a>) zu den Weihnachtsmärkten in der Region.</p>
<p>Ab Mai 2017 verkehrt der Moorexpress dann wieder gemäß Sommerfahrplan und zuckelt an Wochenenden und Feiertagen gemächlich zwischen Bremen und Stade durch das Elbe-Weser-Dreieck. Die vor über 100 Jahren erbaute und zur EXPO 2000 reaktivierte Traditionsbahn dient heute ausschließlich touristischen Zwecken, ihre Zukunft ist seit einigen Jahren <a href="http://www.teufelsmoor.eu/region/teufelsmoor/zukunft-des-moorexpress/">leider ungewiss</a>.<br />
<span id="more-123"></span><br />
2009 feierte der Moorexpress seinen 100sten Geburtstag für die am 23. Juni 1909 offiziell eröffnete Teilstrecke Gnarrenburg-Bremervörde. Er verkehrt hauptsächlich auf der Trasse der früheren <em>Kleinbahn Bremervörde-Osterholz</em>, die 1942 in <em>Bremervörde-Osterholzer-Eisenbahn (BOE)</em> umbenannt wurde. Abgebildet sind Dieseltriebwagen vom Typ VT 168 (Baujahr 1962, Hersteller MAN, Betriebsnummer 168, Gewicht 20,7 t, Motorleistung 221 kW, Höchstgeschwindigkeit 90 km/h, Länge über Puffer 13,95 m), weitere Typen siehe <a href="http://www.evb-elbe-weser.de/Historische-Fahrzeuge.98.0.html">Historische Fahrzeuge</a> auf den Seiten der EVB &#8211; Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH.</p>
<h5>Geschichte</h5>
<p>Erste Planungen einiger Moorgemeinden für eine Eisenbahnverbindung Bremen-Stade datieren aus den 1890er-Jahren. Insbesondere bei der in Gnarrenburg ansässigen Glas- und Ziegelindustrie bestand ein vitales Interesse an einer solchen Verbindung, um die benötigten Rohstoffe (statt mit Pferdefuhrwerken von Oldenbüttel) heranzuschaffen und die gefertigen Waren (statt mit Lastkähnen in Richtung Elbe) abzutransportieren. Hermann Lamprecht, Besitzer der Gnarrenburger “Marienhütte”, vermachte seiner Gemeinde 50.000 Mark, um deren Anteil am Bahnbau zu finanzieren. Im 19. Jh. blieb dieser Plan aber unrealisierbar, weil die königliche Eisenbahnverwaltung in Hannover ihre Zustimmung auf Grund eines Eigeninteresses der Staatsbahn verweigerte. Erst im Juni 1903 wurde der Bau einer privaten Bahnstrecke Bremervörde-Gnarrenburg-Osterholz zugelassen.</p>
<p><figure id="Moorexpress02" aria-describedby="caption-Moorexpress02" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.com/lh/photo/PvKEtZsmDl1xGOw3rekuag?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="http://lh5.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/SuSSINVArzI/AAAAAAAAORM/ae_Z4iTHBRs/s400/200910Moornebel_0036kb.jpg" height="207" width="400" alt="Moorexpress im Teufelsmoor"/></a><figcaption id="caption-Moorexpress02" class="wp-caption-text">Im Teufelsmoor am Kirchdammgraben</figcaption></figure>Um auch das mitten im Teufelsmoor gelegene Worpswede mit der damals gerade aufstrebenden Künstlerkolonie anzubinden, entschloss man sich für die ingenieurtechnisch wesentlich anspruchsvollere und teurere von zwei erwogenen Streckenführungen, die über die Hamme und mitten durch das Moor führen musste. Preußischer Staat, Provinz Hannover, die Landkreise Bremervörde und Zeven sowie die Gemeinde Gnarrenburg und 22 Gemeinden des Landkreises Osterholz als Gesellschafter gründeten im Oktober 1907 die <em>Kleinbahn Bremervörde-Osterholz GmbH</em>. Die Königliche Staatsregierung bewilligte 867.000 Mark als Anteil des preußischen Staates. </p>
<p>1908 wurde in Ahrensfelde mit den Erdarbeiten begonnen. 1909 streikten die Bauarbeiter für eine Erhöhung des Stundenlohnes auf 40 Pfennige. Ebenfalls 1909 entstand in Ahrensfelde eine Bahnhofsgaststätte mit Saal. Die Teilstrecke Gnarrenburg-Bremervörde konnte bereits am 23. Juni 1909 eröffnet werden. 1910 wurden die Arbeiten für das Stationsgebäude in Osterholz-Scharmbeck vergeben (Stationgebäude: Maurermeister Wilhelm Torbohm aus Osterholz, Maschinenschuppen: Zimmermeister Heinrich Volger aus Osterholz, Geräteschuppen: Maurermeister Gottfried Stehnke aus Scharmbeck). Am 23.12.1910 wurde auch die Strecke zwischen Osterholz und Worpswede offiziell in Betrieb genommen und am 10.2.1911 schließlich die gesamte Verbindung zwischen Osterholz-Scharmbeck und Bremervörde vor 300 Ehrengästen offiziell dem Verkehr übergeben. <small>(Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1)</small></p>
<p><figure id="Moorexpress00" aria-describedby="caption-Moorexpress00" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="https://picasaweb.google.com/lh/photo/G0IuZX4LVsidDmisYx9CDQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" loading="lazy" src="https://lh5.googleusercontent.com/-ebtXnm2m3kE/TrTlGpjOMBI/AAAAAAAAWmY/mU-_E_N12Lo/s400/20101204_Winter_0022o1.jpg" height="267" width="400" alt="Moorexpress im Winter"/></a><figcaption id="caption-Moorexpress00" class="wp-caption-text">Moorexpress im Winter</figcaption></figure>Nach dem 2. Weltkrieg mussten zunächst gesprengte Brücken wiederhergestellt werden, bevor der durchgehende Betrieb OHZ-Bremervörde 1946 wieder aufgenommen werden konnte. Das Jahr 1949 brachte der BOE mit täglich durchschnittlich über 2.600 und im Jahr fast 1 Mio. Passagieren die höchste Fahrgastzahl ihres Bestehens. Viele Menschen nutzten den Moorexpress in den Nachkriegsjahren für “Hamsterfahrten” auf das Land.</p>
<p>Am 18.3.1978 wurde der Personenverkehr eingestellt, in den folgenden 22 Jahren verkehrten lediglich Güterzüge und gelegentliche Sonderfahrten zu touristischen Zwecken. </p>
<h5>Der Neubeginn</h5>
<p>Ende 1997 stellten Jens Tiedemann vom <a href="http://www.vcd.org/">Verkehrsclub Deutschland (VCD)</a> und Dr. Wolfgang Konukiewitz, damals Pastor in Bremen-Findorff, mit Thorsten Groß dessen Studienarbeit &#8222;Die neue Moorbahn &#8211; Chance für die Region&#8220; vor. 1998 entstand die Moorbahn AG, die 1999 mit Hilfe Ehrenamtlicher und unterstützt durch Ausfallbürgschaften vom Landkreis Osterholz sowie Bremervörde, Gnarrenburg und Worpswede einen fahrplanmäßigen Verkehr organisierte.</p>
<p>Zur EXPO 2000 fand dann im Rahmen eines Sonderprogrammes vom 1. Juni bis zum 31. Oktober regelmäßiger Personenverkehr an den Wochenenden statt. <small>Quelle: <a href="http://www.teufelsmoor.eu/geschichte/buch-die-findorff-siedlungen">Konukiewitz W, Weiser D (Hrsg.): Die Findorff-Siedlungen im Teufelsmoor bei Worpswede</a></small></p>
<p>Das Land, die Landkreise und anliegende Gemeinden teilen sich seit 2004 zunächst für 5 Jahre die erforderlichen Investitionen. Seit dem 29.4.2006 werden durchgehende Fahrten zwischen Stade und Bremen als Tourismus-Projekt durchgeführt. Diese &#8222;Durchbindung&#8220; nach Bremen hat die Fahrgastzahlen noch einmal nahezu verdoppelt.</p>
<p>Anfang 2009 wurden die nötigen Investitionen für den Zeitraum bis 2013 in Höhe von ca. 1 Mio. € erneut in den Kommunen verhandelt. Eine Hälfte trägt das Land Niedersachsen, die andere soll von den Landkreisen Osterholz und Rotenburg (je € 17.000/Jahr), den Städten Bremervörde, Osterholz-Scharmbeck und Stade (je € 8.000/Jahr), den Gemeinden bzw. Samtgemeinden Gnarrenburg, Worpswede, Geestequelle und Fredenbeck (je € 6.000/Jahr) sowie der Gemeinde Ritterhude (€ 1.000/Jahr) aufgebracht werden.</p>
<table style="width:45%; ">
<tr>
<td width="40%" align="right"><strong>Jahr</strong></td>
<td align="right"><strong>Fahrgäste</strong></td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">1928</td>
<td align="right">207.121</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">1949</td>
<td align="right">955.775 </td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">1960</td>
<td align="right">605.415 </td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">1970</td>
<td align="right">491.900 </td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">Expo 2000</td>
<td align="right">23.000</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2001</td>
<td align="right">15.000</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2002</td>
<td align="right">18.000</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2003</td>
<td align="right">18.000</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2004</td>
<td align="right">11.734</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2005</td>
<td align="right">11.000</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2006</td>
<td align="right">22.500</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2007</td>
<td align="right">22.600</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2008</td>
<td align="right">21.058</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2009</td>
<td align="right">21.952</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2010</td>
<td align="right">17.306</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2011</td>
<td align="right">18.775</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2012</td>
<td align="right">18.847</td>
</tr>
<tr>
<td width="40%" align="right">2013</td>
<td align="right">ca. 19.000</td>
</tr>
</table>
<p>Im Jahr 2008 wurde der Moorexpress an jedem Betriebstag von 200 bis 240 Fahrgästen genutzt, etwa jeder siebte von ihnen hat sein Fahrrad mitgenommen (2008: 2.823 Fahrräder; 2011: 2.592;  2012: 2334 Räder)<br />
<br /><strong>Weblinks:</strong> <a href="http://www.moorexpress.net">Moorexpress</a> (Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH), <a href="http://www.boefreun.de/">Bremervörde-Osterholzer Eisenbahnfreunde</a></p>
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		<title>Osterholzer Reiswerke</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Heuser J]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 30 Jan 2009 18:44:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Bahnhofstraße]]></category>
		<category><![CDATA[Historische Aufnahmen]]></category>
		<category><![CDATA[Osterholz-Scharmbeck]]></category>
		<category><![CDATA[1875]]></category>
		<category><![CDATA[1978]]></category>
		<category><![CDATA[Reiswerke]]></category>
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					<description><![CDATA[Wo heute am Bahnhof das Gebäude mit dem Extra-Markt steht, imponierte 100 Jahre lang eines der bedeutendsten Unternehmen der Orte Osterholz und Scharmbeck bzw. Osterholz-Scharmbeck. 1875 nahmen die Osterholzer Reiswerke ihren Betrieb auf, ihre Blütezeit erlebten sie Anfang der 1880er-Jahre und noch einmal während des Nationalsozialismus und in den Nachkriegsjahren. Später wurde das Werk von &#8230; <p class="link-more"><a href="https://www.teufelsmoor.eu/region/osterholz-scharmbeck/osterholzer-reiswerke/" class="more-link"><span class="screen-reader-text">„Osterholzer Reiswerke“</span> weiterlesen</a></p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><figure id="reiswerke01" aria-describedby="caption-reiswerke01" style="width: 400px" class="wp-caption alignleft"><a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/y64dCbjbNL4gHA0oP30OJA?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/RvTopRaJkpI/AAAAAAAABZE/gn9CK1xBBFg/s400/SCAN0127.JPG" alt="Osterholzer Reiswerke"/></a><figcaption id="caption-reiswerke01" class="wp-caption-text">Osterholzer Reiswerke (aus J. Segelken 'Heimatbuch', 1938)</figcaption></figure>Wo heute am Bahnhof das <a href="http://www.teufelsmoor.eu/?p=73">Gebäude mit dem Extra-Markt</a> steht, imponierte 100 Jahre lang eines der bedeutendsten Unternehmen der Orte Osterholz und Scharmbeck bzw. Osterholz-Scharmbeck. 1875 nahmen die <strong>Osterholzer Reiswerke</strong> ihren Betrieb auf, ihre Blütezeit erlebten sie Anfang der 1880er-Jahre und noch einmal während des Nationalsozialismus und in den Nachkriegsjahren. Später wurde das Werk von der US-amerikanischen <em>Kellogg Company</em> übernommen und schließlich stillgelegt, 1978-79 die Werksanlagen abgerissen.<br />
<span id="more-1057"></span><br />
Während ihres 100-jährigen Bestehens haben die Reiswerke viele Menschen in mehrerlei Hinsicht beeindruckt:</p>
<ul>
<li>Unmittelbar am Bahnhof gelegen fielen die recht imposanten Fabrikgebäude jedem Neuankömmling und auch jedem Pendler unweigerlich ins Auge.</li>
<li>Zum Leidwesen vieler erinnerten neben den Augen auch Nase und Ohren viel zu häufig an die Existenz der Reiswerke. Vom ersten Jahr an gab es nahezu immerwährende Proteste gegen die sehr intensiven Ausdünstungen der Abwässer, die oftmals im ganzen Ort zu riechen waren. Und viele Anwohner waren wenig begeistert über das allmorgendliche Pfeifkonzert der Dampfmaschine zum Schichtbeginn um 6:00 Uhr.</li>
<li>Tausende von Flüchtlingen und Vertriebenen hingegen, die 1945-46 in überfüllten Zügen den Bahnhof Osterholz-Scharmbeck erreichten, haben die Reiswerke in angenehmer Erinnerung. Ihnen hat die Werksküche zur Begrüßung in der neuen Heimat die oftmals erste warme  Mahlzeit nach Tagen der Entbehrung bereitet. </li>
</ul>
<p><strong>Geschichte:</strong> Der Osterholzer Fabrikant Hermann Hunte und der Bremer Kaufmann Gerhard Lange stellten 1874 beim Amt Osterholz den Bauantrag für eine mit Dampfkraft betriebene Stärkefabrik am Bahnhof. Dort hatten sie vom Rentier Jakob Finken und dem Schiffer Johann Friedrich Schmonsees etwa 7.500 m³ Ackerland zwischen der Bahnhofstr., den Bahngleisen, dem Grundstück des Gastwirtes Müller im Nordosten und dem Schmonseesschen Grundstück im Nordwesten erworben. Am 5. Oktober 1874 erteilte das Amt Osterholz dem Bremer Gerhard Lange die Genehmigung zum Bau einer Reisbearbeitungsfabrik an der Bahnhofstr. 352 (später Nr. 30). Ende 1875 begann mit zunächst 30 Arbeitern die Produktion von 50 Zentnern Stärke täglich. Der Dampfkessel mit 3.25 Atm Überdruck war &#8222;gegenüber&#8220; in der <a href="http://www.teufelsmoor.eu/?p=38">Fa. Frerichs &#038; Co</a> hergestellt worden. </p>
<p>Das Werk erlebte in den ersten Jahren einen raschen Aufstieg. 1878 wurde die Anlage um eine Reismühle erweitert, entlang der Bahngleise wurde eine zusätzliche Werkshalle von 98 x 13.5 m gebaut. 1879 wurde ein zweiter und 1880 ein dritter Dampfkessel installiert. Bereits im Jahr 1880 beschäftigte das Werk 370 Mitarbeiter, jährlich wurden 750.000 Zentner Reis verarbeitet. Auf dem Werksgelände wurde für Betriebsangehörige die Siedlung Pappstraße gebaut.</p>
<blockquote><p>Das Wohngrundstück &#8218;Pappstraße&#8216; ist mit 19 kleinen Miethäusern, die als Doppelhäuser oder als Reihenhäuser 1880 errichtet wurden, gebaut. Die Gebäude besitzen mehrere kleine Stallanbauten. Bewohnt werden die Wohnungen von Betriebsangehörigen der &#8218;Osterholzer Reiswerke&#8216;. </p>
<div style="align:right"><small>(Beschreibung durch das Katasteramt)</small></div>
</blockquote>
<p>1882 verschlechterte sich die Absatzsituation auf Grund zunehmender Konkurrenz, das Werk reagierte mit zusätzlicher Sirupproduktion und einer Ochsenmast auf dem Betriebsgelände, wo zeitweise annähernd 300 Ochsen in den Ställen standen. Um den anfallenden Dünger nutzbringend zu verwenden, erwarb und kultivierte Lange große Heideflächen in der Nähe der Elm und gründete dort das Gut Elm, das Anfang der 1890er-Jahre von Upmann übernommen wurde. </p>
<p>1893 wurde das Werk zur Aktiengesellschaft umgewandelt. 1901 schlossen sich die <em>Osterholzer Reiswerke</em> mit 8 weiteren Reisfabriken zur Reis- und Handels-Aktiengesellschaft zusammen: </p>
<ul>
<li>aus Bremen <em>Rickmers Reismühlen, Reederei und Schiffbau AG </em>, <em>Gebr. Nielsen Stärkefabrik und Reismühle GmbH</em> und <em>Bremer Reismühle vorm. Anton Nielsen &#038; Co. AG</em>,</li>
<li>aus Hamburg <em>Norddeutsche Reismühle GmbH</em> , <em>Reismühle Reiherstieg</em>, <em>Hammerbrooker Reiswerke</em> und <em>Hansa Reismühle</em> und</li>
<li> aus Flensburg die <em>Flensburger Reismühle</em></li>
</ul>
<p>Im Vergleich mit den Werken in Hamburg und Bremen ließen die höheren Transportkosten die hiesige Reismühle zunehmend unwirtschaftlich werden, so dass diese 1911 geschlossen wurde. 1924 begann man mit der Produktion von Teigwaren, 1933 auch von Puffreis. </p>
<table align="left">
<tr>
<td>
<a href="http://picasaweb.google.de/lh/photo/_I_QtbzwUt-AElKDjgtFdQ?feat=embedwebsite"><img decoding="async" src="http://lh3.ggpht.com/_OV4xvtkBx0M/RvToIRaJkiI/AAAAAAAABYM/-8QgEq_QvOQ/s400/SCAN0128.JPG" alt="Osterholzer Reiswerke"/></a>
</td>
</tr>
<tr>
<td align="center">
<small>Auszeichnung &#8222;Nationalsozialister Musterbetrieb (aus J. Segelken &#8222;Heimatbuch&#8220;, 1938)</small>
</td>
</tr>
</table>
<p>In der Zeit des Nationalsozialismus vollzog sich ein starker Aufschwung von Produktion und scheinbar auch öffentlichem Ansehen. Die Belegschaftsstärke stieg von 137 im Jahr 1933 auf über 400 im Jahr 1938. Auftragsvergaben der öffentlichen Hand, Auszeichnungen wie &#8222;Gau-Diplom für hervorragende Leistungen&#8220; und &#8222;Nationalsozialistischer Musterbetrieb&#8220; (1938) sowie die über den Betriebsleiter Karl Henke euphorisch vorgetragenden Lobeshymnen im 1938 erschienenen &#8222;Heimatbuch&#8220; von Johann Segelken, damals bekennendem Anhänger der NSDAP, lassen als Ursache des Aufschwungs auch die politische Gesinnung der Geschäftsleitung erahnen.</p>
<p>Von allen Stärkefabriken blieben im 2. Weltkrieg nur die Fabrikanlagen in Osterholz-Scharmbeck unbeschädigt, was die hiesige Produktion sowohl in den Kriegsjahren als auch in der Nachkriegszeit zusätzlich erheblich beflügelte. Im Dezember 1950 erreichte die Mitarbeiterzahl mit 512 ihren absoluten Höhepunkt.</p>
<p>1954 kam es zum ersten Streik seit 1918: nach 14 Streiktagen wurde eine Lohnerhöhung um 7 Pfennige vereinbart. 1960 stürzte der Fabrikschornstein zusammen, wurde aber neu aufgebaut. <small>(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)</small></p>
<p>1962 erwarb die US-amerikanische <a href="http://www.kelloggs.de/unternehmen/geschichte/konzern_geschichte.html">Kellogg Company</a> Aktienanteile der seit 1901 in Bremen und Hamburg börsennotierten Reis- und Handels AG, die den Vertrieb der Kellog&#8217;s-Produkte in Deutschland übernahm.</p>
<p>Nach ihrer Gründung im Jahr 1963 stellte die Kellogg GmbH 1964 den ersten Bauabschnitt ihres Werkes in Bremen fertig und nahm die Produktion in Deutschland auf. 1972 fusionierte sie mit der 1965 zur GmbH umgewandelte Reis- und Handels GmbH, die 1968 erstmals einen Umsatz von mehr als 100 Mio DM erzielt hatte. In den folgenden Jahren wurde das Bremer Werk erweitert (1977 Fertigstellung einer bedeutenden Erweiterung), während die Produktionsstätte in Osterholz-Scharmbeck zunehmend verfiel. Die Anlagen wurden dann 1975 von der Stadt aufgekauft und die Gebäude 1978-79 abgerissen. Der Fabrikschornstein, über Jahrzehnte eines der Wahrzeichen von OHZ, wurde am 17.3.1979 gesprengt.</p>
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