Bahnhofstr. 14 in Osterholz-Scharmbeck

Bahnhofstr. 14 in Osterholz-Scharmbeck
Bahnhofstraße. 14 (re.) und 16 in Osterholz-Scharmbeck ca. 1935
Anfang des 20. Jh. entstand im damaligen Flecken Osterholz entlang der Bahnhofstraße ein neues Villenviertel. Dazu waren im März 1905 im Klosterholz zwischen Bördestraße und Trägers Garten (heute Bahnhofstraße. 22) insgesamt 18 Bauplätze vermessen worden. Neben der 1906 entstandenen Kaiserlichen Hauptpost (Bahnhofstraße. 18) und dem Wohnhaus von Kreistierarzt Gustav Düwell (Bahnhofstr. 16) baute sich auch Apotheker a. D. Friedrich Ruyter eine repräsentative Villa, die heutige Bahnhofstr. 14 in Osterholz-Scharmbeck (auf den Fotos re., früher Bahnhofstr. 83). Das Grundstück dafür hatte er 1907 dem Fabrikanten C. W. Schröder abgekauft.

Von 1938 bis in die 1950er-Jahre wohnte hier Walther von Zatorski mit seiner Familie, bevor er sich mit seiner Frau nebenan mit der Bahnhofstraße. 12 seinen „Altersruhesitz“ neben den Henkes baute. (Quelle: persönlich Auskunft Benno von Zatorski)

Bahnhofstr. 14 in Osterholz-Scharmbeck
... und 2007
Seit spätestens Mai 1959 führte Dr. Helmut Kraussmüller in der Villa seine Hausarztpraxis. Er war als einer der letzten Kriegsgefangenen erst im Oktober 1955 aus russischer Gefangenschaft zurückgekehrt und hatte am 1. Juli 1956 als 1. Assistenzarzt im hiesigen Kreiskrankenhaus angefangen.

1972 war in der Bahnhofstr. 14 auch die Geschäftsstelle des VdK Ortsgruppe Osterholz-Scharmbeck aufgeführt. Dr. Kraussmüller betrieb seine Praxis bis ins 69. Lebensjahr. Nach dem Verkauf des Hauses an einen anderen Arzt aus Osterholz-Scharmbeck und dem Tod seiner Ehefrau Dorothea gab er sie Ende März 1981 auf. Der neue Besitzer plante einen Abriss des Gebäudes und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses. Seine Pläne stießen auf vehemente Ablehnung bei vielen Osterholzern wie etwa dem Architekten und Mitbegründer des Loccumer Kreises Kurt Schulze-Herringen: „Der Abriß wäre eine Schande für die Kreisstadt“. Das Gebäude wurde im Zuge dieser Auseinandersetzungen vom Landkreis unter Denkmalschutz gestellt und vom neuen Eigentümer in Mietwohnungen aufgeteilt, im Sommer 1982 wurden per Inserat zwei Wohnungen im Haus „jeweils 2 Zimmer, Küche, Abstellraum, Duschbad, ab DM 520.- exkl.“ angeboten.

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