Ritterhuder Schleuse

Ritterhuder Schleuse
Ritterhuder Schleuse: Sonnenaufgang mit Graureiher
Die Ritterhuder Schleuse (Standortmehr Fotos) wurde 1875 in Betrieb genommen und steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Sie ist vom 1.4. bis zum 15.10. jeweils 9.00-12.00 und 14.00-19.00 Uhr in Betrieb (außerhalb dieser Zeiten 3 Tage vorher telefonisch anmelden), zwischen 16.10. und 31.3. nur nach Voranmeldung (Tel. 0151-15030640). Die Schleusenkammer ist 26 m lang und 6.30 m breit, die Durchfahrtshöhe beträgt 4.70 m über NN. Sohle im Unterwasserbereich NN – 2.50 m, im Oberwasserbereich NN – 1.60 m (Angaben ohne Gewähr). (Quelle: GLV Teufelsmoor)

Bis 1875 wurde das 40.000 ha große Einzugsgebiet der Hamme regelmäßig von Sturmfluten heimgesucht, die zu umfangreichen Schlickablagerungen führten und so wesentlich zur Entstehung der bis zu 15 m mächtigen Moore beitrugen. Dem sollte die Schleuse in den Sommermonaten ein Ende setzen, während die Winterfluten bis in die 1930er-Jahre zwecks Düngung der Hammeniederung ungehindert blieben. Die zum Zwecke des Schleusenbaues gegründete „Hammeschleusenacht“ beschloss am 11.06.1873, das Bauwerk in Auftrag zu geben. Die Bauzeit betrug nur zwei Jahre, Planung und Bauleitung für das Sielbauwerk mit drei Öffnungen von 7.30 m und einer Schleuse von 6.15 m Breite lagen in den Händen des späteren königlichen Baurates Tolle der Königlich-preußischen Wasserbaudirektion Blumenthal, der später u. a. auch das Schöpfwerk Höftdeich plante. Da die größten damals auf der Hamme verkehrenden Schiffe (Bockschiffe) gut 47 m lang waren, wurde eine Schleusenlänge von 51.72 m gewählt. Gewölbte Eisentore, von der Strömung selbständig zu schließen und zu öffnen, verschlossen die Sielöffnungen und die Kammerschleuse.

So wurde die Schleuse in Ritterhude auf einem der wichtigsten Wirtschaftswege der Region zum „Tor zum Teufelsmoor“. Damals verkehrten etwa 1.500 Torfschiffe auf den hiesigen Gewässern, etwa 500 von ihnen passierten in der Hochsaison täglich die Schleuse. Gleichzeitig jedoch setzte der Schleusenbau die zu Findorffs Zeiten begonnene systematische Entwässerung der Moorgebiete fort. Indem zunächst nur die Sommer-, später aber auch die Winterfluten von ihnen ferngehalten wurden, besiegelte die Schleuse gleichzeitig auch das Ende des eigentlichen Moores.

Die erste (1887-1895), zweite (1913-1916), dritte (1921-1924) und vierte (1925-1929) sogenannte Weserkorrektion führten in ihren Bemühungen, immer tiefergehenden Schiffen Einfahrt in die Bremer Häfen zu ermöglichen, zu einer drastischen Zunahme des Tidenhubes von 1.0 auf 3.9 m. Die Ritterhuder Schleuse musste regelmäßig „nachgebessert“ werden, um die neuen Pegelstände zu verkraften. Im Januar 1944 wurde die Schleuse durch eine schwere Sturmflut stark beschädigt und funktionsunfähig. Im Zuge des 1953 abgeschlossenen Wiederaufbaus wurde die Schleusenkammer auf 26.50 m verkürzt. Seit 1985 steht die Ritterhuder Schleuse unter Denkmalschutz. (Quelle: Wiezorek H. (2000) 125 Jahre Ritterhuder Schleuse)

Für die Grundüberholung im Rahmen einer alle sechs Jahre durchgeführten „Hauptuntersuchung“ wurden 2009 Kosten in Höhe von € 200.000 angesetzt. 1989-2009 wurden insgesamt ca. € 2.000.000 aufgewendet, höchster Einzelposten war die Sanierung der Wehrpfeiler mit Erneuerung der Führungsrollen für € 488.000 im Jahr 2000. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 10.10.2009) Gut € 90.000 mussten der Gewässer- und Landschaftspflegeverband (GLV) Teufelsmoor und das Wasser- und Schifffahrtsamt Bremen Anfang 2016 aufbringen, um zwei der jeweils 5 to. schweren Wehrtore (Baujahr 1932) ersetzen zu lassen. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 29.1.2016)

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