Mrz 022009
 

Die 1864 von der Fa. Frerichs & Co erbauten und 1931-59 von den Drettmann-Werken benutzten Werkshallen am Bahnhof Osterholz-Scharmbeck (auch als “alte FAUN-Werke” bekannt) waren von 1959 bis zum Konkurs Mitte 1961 im Besitz der Borgward-Gruppe von Carl F. W. Borgward. Bereits 1956 hatte Borgward Teile der Werkshallen erworben, im September 1959 wurde das letzte Drittel hinzugekauft. (Quelle: Hamburger Abendblatt 30.9.1959) Insgesamt fertigte Borgward in Osterholz-Scharmbeck die Aufbauten für ca. 6758 Stück des 9-sitzigen Kübelwagens B 2000 A/O für die Bundeswehr, deren Fahrgestelle im Werk Sebaldsbrück entstanden.

Unter anderem auf Grund eines Exportrückgang bei der Borgward Isabella (“schönster PKW Deutschlands”) und durch Qualitätsmängel verursachter Absatzschwierigkeiten beim Lloyd Arabella sowie anderer öffentlich kritisierter Fehlentscheidungen innerhalb des Konzerns (u.a. in der Titelgeschichte „Der Bastler” in “Der Spiegel” vom Dezember 1960) geriet das Unternehmen Anfang der 1960er-Jahre zunehmend in eine finanzielle Schieflage. Im Januar 1961 zog der Bremer Senat die nötige Bürgschaftserklärung über weitere 10 Mio. DM Kredit der Bremer Landesbank zurück. Damit stand Carl F.W. Borgward vor der Wahl, Konkurs für sein Firmengeflecht anzumelden oder dem Land Bremen seine Unternehmen zu übereignen.

Anlässlich einer Pressekonferenz in Osterholz-Scharmbeck versuchte Direktor Gieschen, stellvertretender Geschäftsführer der Carl F. W. Borgward GmbH in Bremen, noch im März 1961 im Beisein von Staatssekretär Wendt die Bedenken hinsichtlich des Schicksals der Borgward-Werke zu zerstreuen. Man habe in Osterholz-Scharmbeck seit Mitte 1959 ca. 5 Mill. DM neu investiert, das Werk Osterholz habe einen neuen Großauftrag für die Fertigung von 800 Frontlenkern (1.8-t-Lkw-Fahrzeuge) aus Argentinien erhalten. Außerdem seien für ein anderes Land Aufträge für 500 Kleinbusse zu erwarten, für Spanien baue man monatlich rund 150 bis 200 Frontlenker. Von den insgesamt 1450 Entlassungen in der gesamten Borgward-Gruppe entfielen auf Osterholz 120 Arbeiter. Mit einer Belegschaft von 1200 Arbeitskräften würden in Osterholz 24 Fahrzeuge täglich gebaut werden. (Quelle: Hamburger Abendblatt 28.03.1961)

Im Sommer 1961 musste die gesamte Borgward-Gruppe Konkurs anmelden. Die Osterholzer Werke wurden 1962 von der Fa. Büssing aus Braunschweig übernommen, bis 1969 wurde der B 2000 A/O Kübelwagen für Bundesgrenzschutz und Polizei mit einer Borgward-Lizenz weiter gefertigt.

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