Time Machine per WLAN

Desktop des Synology DSM
Desktop des 'Disk Station Managers'
Unser neues NAS ist eine Synology 115j und macht mir seit einer Woche viel Freude:

  • Automatische und allzeit aktuelle Datensicherung über das WLAN mit der Time Machine,
  • endlich ein vernünftiger und weitgehend sicherer Speicherplatz für meine Fotos und
  • bequemer Zugriff auf die mit eyeTV erstellten Videos direkt am Fernseher.

Und das für € 210.-, wobei man übrigens mit 130.- auch ausgekommen wäre, dazu nachher noch mehr.

Eigentlich hatte mich über die Jahre schon daran gewöhnt, wöchentlich die kleine externe Festplatte an das MacBook zu hängen. So hatte ich mit Hilfe der bei allen Macs integrierten Time Machine fast immer eine passabel aktuelle Datensicherung. Wobei ich schon ein bisschen neidisch war auf Freunde mit der Time Capsule, Apples eigener eleganter Kombination aus WLAN-Router und NAS (=Netzwerkfestplatte). Außerdem ignorierte meine bessere Hälfte die allwöchentlichen Meckereien ihrer Time Machine hartnäckig, was mir schon lange Angstschweiß beim Gedanken an die Festplatte ihres Macbooks bescherte.

Der Preis für die Time Capsule war mir aber immer schon etwas hoch. Wer noch keinen Router hat, ist gut mit ihr bedient, ich aber wollte die FritzBox behalten. Mit einigen Tricks kann man die Time Machine zwar dazu bewegen, eine an der FritzBox eingesteckte USB-Festplatte als Speichermedium zu akzeptieren. Die Datenübertragung über die USB-Schnittstelle ist aber recht langsam, Fotodateien im RAW-Format mit 20-25 MB pro Bild lassen sich sich auf diesem Weg bestenfalls sichern, nicht aber sinnvoll bearbeiten.

Datensicherung mit der Time Machine

Einrichtung völlig problemlos. Ich habe für jedes Macbook einen eigenen Benutzer eingerichtet, um über dessen „Quote“ den maximal von seiner Time Machine beschreibbaren Speicherplatz zu begrenzen. Ich habe jeweils 150 % der Macbook-HD-Kapazität gewählt, das reicht für uns völlig. Ein gemeinsamer Ordner (z. B. „TimeMachine“) mit Schreibrecht für diese beiden Benutzer genügt, für diesen Ordner sollte man in der Systemsteuerung die Mac Dateidienste aktivieren. Danach haben beide Macbooks dieses Verzeichnis bereitwillig als Speicherort für ihre Time Machine angeboten und die Datensicherung gestartet. Die erste Sicherung dauerte bei mir ca. 5 Std. für ca. 90 Gb und auf dem zweiten Macbook merkwürdigerweise 26 Std. für nur 75 Gb. Die daran anschließenden, bei Time Machine standardmäßg stündlichen Ergänzungssicherungen werden fast unbemerkt innerhalb meist weniger Sekunden abgewickelt.

Das NAS als Speicherort für die Fotos

Ich habe nur die Fotos des laufenden Jahres auf dem Macbook behalten und alle älteren Jahrgänge auf das NAS ausgelagert. Wenn man die Verschiebe-Aktion aus Lightroom heraus anschiebt, sind die Verweise auf den neuen Speicherort der Originaldateien automatisch korrekt. Andernfalls meldet Lightroom „Originaldatei nicht gefunden“ und man muss ihm das neue Verzeichnis beibringen. Das Nachladen einer RAW-Datei über WLAN dauert 3-4 Sekunden und ist nur erforderlich, wenn das Bild nochmal bearbeitet oder exportiert werden soll. Da ich ein NAS mit nur einer Festplatte ohne RAID gewählt habe, sichere ich alle Fotodateien auf einer zweiten externen Festplatte, die über USB mit der NAS verbunden ist. Diese Sicherung brauche ich nur anzustoßen, wenn ich einen zusätzlichen Jahrgang vom Macbook auf die NAS verschoben habe. Der aktuelle Jahrgang und die Lightroom-Kataloge mit den dort gespeicherten Bildretuschen sind ja auf dem Macbook und werden automatisch von der Time Machine mitgesichert.

eyeTV-Videos

Ein Mac Mini mit eyeTV dient mir seit Jahren als Videorecorder. Bislang musste ich gespeicherte Filme immer auf DVD brennen, wenn wir sie woanders im Haus ansehen wollten. Jetzt exportiere ich die Aufnahmen einfach als MPEG-Stream in das Video-Verzeichnis des NAS. Unser LCD-Fernseher (Samsung) hat praktischerweise LAN-Anschluss, das haben die scheinbar jetzt alle oder fast alle. Ich habe ihn per DLAN an die FritzBox gehängt und kann jetzt super bequem mit der Fernbedienung unter „Andere Quellen“ das NAS auswählen, mir die dort gespeicherten Videodateien anzeigen lassen und auswählen. Funktioniert auch in HD bestens. Der Export von typischen 90 Min. HD-Aufnahme mit dem schon etwas älteren Mac Mini auf die NAS dauert 20-25 Min., Abspielen über DLAN klappt ohne Ruckler und Aussetzer.

Alternativen, auch günstiger

Die WD My Cloud mit 3 Tb-Platte gibt’s bei Amazon aktuell für € 154.-, bei den Sofortangeboten in letzter Zeit öfter auch mal für 125.-. Die derzeit von mir genutzten Funktionen (siehe oben) bietet sie scheinbar ebenso an wie die Synology, letztere ist aber etwas vielseitiger hinsichtlich möglicher Erweiterungen (WLAN-Kameraüberwachung, mobile Apps für iOS und Android etc.).

2 Antworten auf „Time Machine per WLAN“

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