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Apr 052012
 

Wasserturm

Wasserturm

Der Wasserturm an der Lindenstraße in Osterholz-Scharmbeck (Standortmehr Fotos …) war ein wichtiger Bestandteil des neuen städtischen Wassernetzes, das 1933-35 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im sog. “Dritten Reich” installiert wurde. Als Wasserspeicher am höchsten Punkt der Stadt (37.2 m über NN) sorgte er mit dem gespeicherten Wasser für einen konstanten Druck im Wassernetz der Stadt. Vor 1935 hatte sich die Bevölkerung über einige private und im Stadtgebiet verteilte öffentliche Brunnen mit Wasser versorgt, u. a. auf dem Scharmbecker Markt und an der heutigen Kreuzung Bahnhofstr./Lange Str..

Im Turm wurden zwei Wassertanks angelegt: Der größere im Erdgeschoss enthielt 160 Kubikmeter Wasser für die “Niederdruckzone” und der höher gelegene 50 Kubikmeter für die “Hochdruckzone” der am 1. Dezember 1935 in Betrieb genommenen Wasserversorgung. Das Wasser wurde in Osterholz am Rande der Hammeniederung gewonnen, in zwei großen Brunnen gesammelt und aufbereitet. Zuvor waren Probebohrungen an der Loge, am Sandbeckerbruch und im Krummenwinkel unergiebig ausgefallen. Zur Wasserverteilung wurden 25 km Ortsrohrleitungen und 15 km Hausanschlussleitungen verlegt. (Quelle: J. Segelken Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch. Selbstverlag, 1938.)

Seit Inbetriebnahme des Erdbehälters am Gartel dient der Wasserturm nur noch als Aussichtsturm. Seit 2008 ist er allerdings wegen notwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen, sonst stand die Aussichtsplattform von Mitte Mai bis Mitte Oktober an Sonn- und Feiertagen nachmittags von 15:00 bis 18:00 Uhr offen. Die Oberkante der Mauerbrüstung liegt 63.42 m über NN.

Anfang April 2012 wurde dann publik, dass die Osterholzer Stadtwerke den unter Denkmalschutz stehenden Wasserturm veräußern möchten. Das Exposé steht zur Ansicht im Internet bereit. Angebote können bis zum 2. Mai 2012 eingereicht werden. Ich bin ja mal gespannt, ob es dazu irgendwelche Ideen und insbesondere das dafür nötige Kleingeld geben wird …

Mrz 292012
 
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Martin Neumann
Glücklicher Zufall. Ich wollte eigentlich nur eine Kleinigkeit bei der Bank erledigen und laufe Martin Neumann in die Arme. Hinterherlaufen wäre auch zwecklos gewesen, er läuft die 5.000 m in 17 Minuten. Herr Neumann war zehn Jahre lang “unser Herr Kaiser” bei der Volksbank Osterholz und er ist in all den Jahren nicht einen Monat älter geworden. Vielleicht sollte ich das mit dem Laufen doch auch nochmal probieren …

Diesmal war uns Herr Neumann nurmehr vertretungsweise behilflich, vielen Dank. “Unser neuer Herr Kaiser” hatte nämlich Urlaub, aber ich nehme die Kamera jetzt immer mit zur Bank. Dazu also später mehr … ;-)

Mrz 282012
 

Windpark Lange Heide

Windpark Lange Heide

Lange Heide ist einerseits eine zwischen Osterholz-Scharmbeck und dem Elm gelegene Anhöhe von bis zu 48 m über NN und andererseits ein benachbarter und danach benannter Ortsteil von Heilshorn, das wiederum zur Stadt Osterholz-Scharmbeck gehört.

Von Osterholz-Scharmbeck kommend, liegt die Lange Heide gleich hinter Bargten und dem Tierpark Ludwigslust. Sie erreicht mit ihren 48 m fast die Höhe des Weyerbergs (54 m) und ist damit der höchste Punkt des Geestrückens westlich von Osterholz-Scharmbeck. Sie ist Quellgebiet und Wasserscheide für eine Reihe von Bächen. Neben dem nach Norden fließenden Giehler Bach, Quellgewässer der Hamme und dem nach Süden abfließenden Scharmbecker Bach entspringen hier auch Drepte und Schönebecker Aue. Die exponierte Höhe hat dazu beigetragen, dass hier 1966-95 HAWK-Raketen stationiert und zwischen 2001-08 elf Windräder errichtet wurden.

Die 11 Windräder des Windparks leisten insgesamt 7.3 MW und produzieren bei angenommenen 2.500 Volllaststunden jährlich 18 GWh Strom, was etwa dem Bedarf von 4.600 Haushalten entspricht. Ein Windrad mit 0.5 MW wurde 1996/07 in Betrieb genommen, der Windpark Lange Heide (2001) besteht aus 6 Enercon E 40 mit einer Leistung von je 0.6 MW und im Windpark Lange Heide IV (2007/09, Betreiber Natenco) stehen 4 Enercon E 48 mit einer Turmhöhe von 55 m und einer Leistung von je 0.8 MW. (Quelle: The WindPower)

Anfang 2012 wird in den Gremien der Stadt und mit Bürgern diskutiert, welche maximale Höhe der städtische Flächennutzungsplan für zukünftige Windkraftanlagen ausweisen soll. Die Bremer wpd AG plant dort neue Windräder vom Typ Enercon E 82 und hat sich entsprechende Grundstücke bereits gesichert. Die Frage soll jetzt sein, ob entweder fünf neue Windräder mit einer Nebenhöhe von 108 m (Höhe über alle ca. 150 m) oder aber sieben Anlagen mit einer Nabenhöhe von 138 m (über alles ca. 180 m) aufgestellt werden. Die Leistung der Anlagen beträgt 2.3 MW pro Stück, insgesamt also 11.5 oder 16.1 MW. Mir ist zwar unklar, warum von den höheren Anlagen mehr als von den niedrigen geplant werden, lt. Planung sollen die neuen Anlagen aber den Strombedarf von 6600 bzw. 10900 Haushalten decken können.

Mrz 272012
 

Torfmoos

Torfmoos im Niedersandhausener Moor

Hochmoore (auch Regenmoore oder ombotrophe Moore) sind die Keimzelle des Teufelsmoores, die dessen besondere Entwicklung und Geschichte begründen. Das “Teufelsmoor im engeren Sinn” rund um die heutige Ortschaft Teufelsmoor bestand aus Hochmooren, namentlich dem Günnemoor, den Randmooren am Torfkanal, dem Niedersandhauser Moor, dem Hamberger Moor und dem Oenersmoor. Die Kolonisation des Teufelsmoores ist eine Geschichte der Trockenlegung dieser Hochmoore und die wirtschaftliche Entwicklung der Region war über Jahrhunderte mit der Zerstörung der Hochmoore durch Torfabbau verknüpft.

Intaktes, “lebendes” Hochmoor ist heutzutage in größerem Umfang nur noch in Westsibirien und Kanada zu finden. Es ist karg, unwegsam und über viele Monate oder ganzjährig mit Regenwasser vollgesogen. Notwendige Voraussetzungen für die Entstehung eines Hochmoores sind ein halbwegs ausgeglichenes Klima und ein über Jahrhunderte andauernder Netto-Überschuss an Feuchtigkeit, bei dem also mehr Regen fällt als abfließen und verdunsten kann. In einer solchen Umgebung können Torfmoose gedeihen, deren Wachstum eine weitere Voraussetzung zur Entstehung eines Hochmoores ist. Torfmoose haben keine Wurzeln und können mehr als das 30-fache ihres Trockengewichts an Flüssigkeit wie Schwämme speichern, während sie in Trockenperioden ihren Stoffwechsel drastisch vermindern. In Feuchtgebieten haben sie anderen Pflanzen gegenüber einen bedeutsamen Vorteil, weil sie geringste Nährstoffkonzentrationen aus Regenwasser zu nutzen und ihre Umgebung durch Wasserstoffionen anzusäuern verstehen. Während sie nach oben stetig wachsen, sterben die Torfmoose unten ab und zersetzen sich durch Luftabschluss nur unvollständig zu Torf. Auf diese Weise wächst ein “lebendes” Hochmoor etwa 1 mm jährlich.

Mrz 182012
 

FSL AE Sensor der 5D Mark III

Ein Punkt, der mich an der Mark II stört, ist die inkonsequente Umsetzung der im Grunde willkommenen ISO Auto Funktion. Und ich bin etwas enttäuscht, dass die Verbesserungen in der neuen Canon EOS 5D Mark III erneut inkonsequent geblieben sind. Aus meiner Sicht jedenfalls.

Wofür ISO Auto?

Früher war ich gewohnt, die Lichtempfindlichkeit des Sensors (ISO) im Kameramenü fest einzustellen. Die 5D Mark II bot mir erstmals die Option “ISO Auto” an. Drei Monate lang glaubte ich, diese Automatik völlig unnütz finden zu müssen: Hab’ ich noch nie vermisst, gerade die ISO werde ich tunlichst per Hand und mit Köpfchen selbst bestimmen. Möglichst niedrig natürlich, um möglichst wenig gefürchtetes Rauschen zu erhalten. Das ist in der Theorie auch goldrichtig, führte aber in der Praxis immer wieder zu Bildern mit unnötig hoher ISO, die ich ihnen erst später anmerkte. In glücklichen Momenten noch “am Set”, dann konnte ich sie manchmal wiederholen. In mindestens ebenso vielen Fällen aber erst nach dem Download am PC, dann war die Chance vertan. Ursache waren entweder rasch wechselnde Lichbedingungen oder schlichte SchusseligkeitHektik. ISO war dann eben auf 800 programmiert und das Licht reichte doch für 1/250 Sek mit dem 50mm-Objektiv. Schade drum. Auto-ISO sorgt bei solchen Bedingungen schön bequem (und zuverlässig!) für die jeweils geringst-mögliche ISO.

ISO Auto an der 5D Mark II

Nach anfangs zögerlichen Versuchen mit ISO Auto war ich dann eine Weile ganz angetan. Besonders sinnvoll schien mir die ISO-Automatik in meinem “Lieblingsprogramm”, der Blendenvorwahl AV. Hier wählt ISO Auto nämlich die Belichtungszeit in Abhängigkeit von der aktuell verwendeten Brennweite. Beispiel: Grundsätzlich wird ISO 100 verwendet, solange das Licht reicht. Bei Blendenvorwahl (also im AV-Modus) wird mit abnehmender Lichtmenge die Belichtungszeit bis ca. 1/Brennweite verlängert. Das sind max. 1/40 Sek beim 50mm und 1/80 beim 80mm-Objektiv. Erst dann wird die ISO unter Beibehaltung dieser “längstmöglichen” Belichtungszeit bis max. 3.200 erhöht.

Diese scheinbar nützliche Logik hat leider zwei kleine Haken, die in der Praxis aber von manchmal entscheidender Bedeutung waren:

  • Bei 1/40 Sek Belichtungszeit steigt bei mir der Anteil verwackelter Bilder leider schon deutlich an. Das hat sicher mit dem Alter, dem Maß an Entspanntheit und vielleicht sogar schon mit der Erschütterung durch den Spiegelschlag zu tun, ist aber (leider) Fakt. 1/60 Sek würde bei mir deutlich bessere Ergebnisse bringen, das habe ich ausgiebig probiert. Kann ich aber für ISO Auto leider nicht einstellen.
  • ISO Auto berücksichtigt leider nicht, ob das Objektiv bildstabilisiert und der IS aktiviert ist. Das führt bei diesen Objektiven zu unnötig kurzen Belichtungszeiten, die man lieber in geringere ISO “investiert” hätte. Kann man aber leider ebenfalls nicht einstellen.

Am praktikabelsten wäre vielleicht der manuelle Modus M: Blende und Zeit vorgeben und die Kamera wählt die passende ISO. Aber leider Pustekuchen: die 5D Mark II wählt bei ISO Auto im M-Modus stur ISO 400 und weicht davon auch keinen Millimeter ab.

ISO Auto an der 5D Mark III

Die gute Nachricht: Canon hat die ISO Auto-Funktion verbessert. ISO Auto funktioniert jetzt auch im manuellen Modus M und die maximale Belichtungszeit kann vorgegeben werden. Mir würde beides gerade bei low-light-Porträts und Kinderfotografien eine Ecke weiterhelfen. Ich könnte dann beispielsweise bei 50mm Brennweite als kürzeste Belichtungszeit 1/60 Sek vorgeben oder gleich den M-Modus wählen … und wäre eine Ecke zufriedener.

Die schlechte Nachricht: Canon ist irgendwie auf halbem Weg stecken geblieben. Eine evtl. aktivierte Bildstabilisierung wird weiterhin nicht berücksichtigt, die max. Belichtungszeit kann nur im Bereich 1-1/250 Sek vorgegeben werden und ist nicht Brennweiten-abhängig. Eine Enttäuschung für alle Wildlife- und Sportfotografen, die bei Gläsern oberhalb von 200mm Brennweite und/oder diversen Sportarten sicher auch mal Verschlusszeiten von weniger als 1/250 Sek würden erzwingen wollen. Und gerade bei der (insgesamt sicher häufigen) Verwendung bildstabilisierter Zoom-Objektive wäre eine Verknüpfung von Brennweiten- und Stabilisator-abhängiger Verschlusszeit mit zusätzlich individueller Korrektur eine echte Hilfe. Beispiel: Verschlusszeit mit Stabi 2/Brennweite, Verschlusszeit ohne Stabi 1/Brennweite, Korrektur in Drittel Blendenstufen.

Die neutrale Nachricht: Der von ISO Auto nutzbare ISO-Bereich kann jetzt eingegrenzt werden, was ich ehrlich gesagt für völlig unnötig halte. Die Philosophie von ISO Auto ist ja nun mal eindeutig: “So wenig ISO wie möglich, aber besser ein verrauschtes Bild als gar kein Bild”. Was macht es da für einen Sinn, den ISO-Bereich zu beschränken? Wegwerfen kann ich die Aufnahme schließlich immer noch …

Fazit

Ich denke, dass ich persönlich von der ISO-Automatik der Mark III sehr profitieren würde. Wäre mir schon was wert. Wenn man bedenkt, dass häufig unscharfe “low-light-Porträts” die einzigen wirklich enttäuschenden Bilder mit meiner Mark II sind, wäre das vermutlich schon eine sehr relevante Verbesserung. Für mich, wohlgemerkt. Wer viel Sport oder andere bewegte Motive womöglich mit großen Brennweiten fotografiert, wird auch in der neuen Version nur begrenzte Freude an ISO Auto haben und allenfalls von deren Verfügbarkeit jetzt auch im M-Modus profitieren.

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Mrz 152012
 

AF Sensor

AF-Sensor der 5D Mark III (Foto: Canon)

Sie lässt mich nicht los, die neue Canon EOS 5D Mark III. Siehe auch: hier. Fast täglich erwische ich mich dabei, die hier erwähnten Vorteile gegen die 3299 hier (ganz unten) erwähnten Nachteile aufzurechnen und meine persönliche SchönfärbereiKosten-Nutzen-Analyse zu verfeinern. Canon Deutschland in Gestalt ihrer Presseabteilung hat sich meinem Ansinnen, das gute Stück auf Herz & Nieren zu testen, leider freundlich aber hartnäckig verweigert. Bleibt also keine andere Chance, als mich selbst Stück für Stück der komplexen Frage anzunähern:

Ist das wirklich 3299.- Euro wert?

Ich gehe mal getrost davon aus, dass genau diese Frage aktuell viele Gleichgesinnte umtreibt. Will deswegen meine Gedanken dazu sammeln, vielleicht können wir uns derart gegenseitig ein wenig bei der Beantwortung helfen. Dabei sollte klar sein, dass jeder diese Frage letztlich nur für sich selbst beantworten kann, weil die Antwort vorrangig vom derzeit vorhandenen Equipment und dem voraussichtlichen Einsatzgebiet abhängt.

Der Übersichtlichkeit halber will ich die wesentlichen Fragen einzeln behandeln und beginne heute mit dem Autofokus.

AF-System der 5D Mark II

Derzeit fotografiere ich mit der Mark II und habe noch eine 400D als Zweitbody. Für meine Bedürfnisse ist die Mark II (fast) ideal. Für Landschaftsaufnahmen und Porträts halbwegs geduldiger Mitmenschen ist das Ding in meinen Augen perfekt. Tatsache ist aber, dass der Autofokus (AF) aus dem Vorgängermodell 5D übernommen ist und den Entwicklungsstand von 2005 repräsentiert. Der AF war dann auch Hauptkritikpunkt in allen Foren. Es ist kein Zufall, dass 4 von 7 Rezensionen des Profi-Modells EOS 1D Mark IV auf den deutschen Amazon-Seiten genau diesen Punkt als entscheidenden Vorteil der 1D im Vergleich zur 5D Mk II herausstellen. Insbesondere bewegte Motive werden mit entschieden höherer Treffsicherheit fokussiert.

AF-System der 5D Mark III

Für mich war es eine der Überraschungen bei der Vorstellung der Mark III, dass sie das absolute High-End-AF-System der kurz zuvor präsentierten 1D X erhält: 61 Sensoren, davon 41 Kreuzsensoren (1:4) inkl. 5 Doppelkreuzsensoren bei 1:2.8 (Anzahl der Kreuzsensoren abhängig vom Objektiv). Lt. Chuck Westfall (technical advisor, Professional Engineering & Solutions Division, Canon USA) ist das AF-System der 5D Mark III durch folgende Eigenschaften charakterisiert:

  • Die overall AF detection speed der EOS 5D Mark III übertrifft die der EOS-1D Mark IV.
  • Die AF-Präzision von 5 der zentralen AF-Sensoren, den dual X-shaped cross-type points, übertrifft die sämtlicher Sensoren der 1D Mark IV.
  • 21 Kreuzsensoren im Zentrum funktionieren bis f/5.6; sämtliche Kreuzsensoren der EOS-1D Mark IV funktionieren nur bis f/4 als Kreuzsensoren.
  • Der AF-Sensor der 5D Mark III hat eine doppelt so hohe low light sensitivity wie der Sensor der 1D Mark IV (EV -2 vs. EV -1).
  • Das AF-System der 5D Mark III unterstützt AI Servo III, das dem AI Servo II der EOS-1D Mark IV hinsichtlich der Stabilität und Konsistenz bei der Objektverfolgung überlegen ist.
  • Das AF-System der 5D Mark III deckt 20 % mehr Sensorfläche ab (19mm vs. 15mm).

Von der Papierform habe ich keinen Zweifel, dass der Autofokus der 5D Mark III einen Quantensprung “besser” sein wird als derjenige der Mark II, möglicherweise sogar “besser” als jener der 1D Mark IV. Was natürlich in der Realität zu prüfen sein wird und sicher auch getestet wird.

Was habe ich davon?

1. Tag: Euphorie. Am Tag der Vorstellung der Mark III war ich begeistert und überzeugt, dass dieser Quantensprung des Autofokus genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt ist. Er alleine rechtfertigte eigentlich schon die geschätzte Zuzahlung von gut 2.000.- € für das “upgrade” auf die Mark III. Ist doch der Autofokus das “Hauptproblem” der Mark II.
2. Tag: Ernüchterung. Bringt ein besserer Autofokus auch mir wirklich mehr gute Bilder? Soll ich 61 AF-Sensoren bezahlen, wenn ich für 95 % der Aufnahmen eh’ nur den zentralen aktiviere? Unstrittig ist, dass ich auch nach dem Wechsel von der 400D zur 5D eine ganze Reihe unbefriedigend “unscharfer” Fotos wegwerfe. Mal mehr und mal weniger. Aber liegt das wirklich am Autofokus? Auffällig ist, dass Urlaubsfotos mit dem 24-105mm und Blende 4.0 bis 11 praktisch nie wegen Unschärfe in den Papierkorb wandern (da hat es andere Gründe!), von den “low-light”-Porträts der quirligen 2-Jährigen mit Blende 1.4 und ISO 800-3200 hingegen mindestens jedes zweite. Bin ich nicht eher zu dämlichunaufmerksam für perfekte Schärfe als dass die Technik schuld dran ist?
Ab Tag 3: Unsicherheit und Neugierde. Ich bin ziemlich sicher, dass das neue AF-System erhebliche Vorteile bieten würde, wenn ich häufig Sport oder Möven im Vorbeiflug aufnehmen würde. Mach’ ich aber nicht. Unsicher bin ich, welches Ausmaß an Verbesserung für meine “Problemfälle” zu erwarten ist: weit offene Blende, hohe ISO, grenzwertige Belichtungszeiten. Damit meine ich zum Beispiel 1/40 und 1/50 s mit dem 50mm. Bei diesen Aufnahmen gibt es so viele potentielle Fehlerquellen!

Vorläufiges Resümee

Der Autofokus der neuen 5D Mark III ist zumindest seiner Papierform nach deutlich “besser” als jener der Mark II. Ich nehme an, dass er unter Alltagsbedingungen das (sehr hohe) Niveau der 1D Mark IV erreichen wird. Das neue AF-System wird seine Überlegenheit besonders bei bewegten Motiven und bei Nutzung aller oder mehrerer AF-Sensoren in den Modi AI Focus und AI Servo ausspielen.

Für meine “Schärfe-Probleme” (“One Shot”, zentraler AF-Sensor, lange Belichtungszeiten, hohe ISO) wird das neue AF-System vermutlich keine Zauberlösung sein. Allerdings sind jeweils kleine und in der Summe vielleicht doch entscheidende Verbesserungen möglich, weil

  • auch der zentrale AF-Sensor offenbar eine doppelt so hohe low light sensitivity aufweist,
  • das ISO-Rauschen geringer ausfallen soll (die von Canon beworbenen 2 Blendenstufen besserer ISO-Empfindlichkeit beziehen sich allerdings auf das JPG-Format bei Kamera-interner Umwandlung, wird lt. Westfall im RAW-Format deutlich geringer ausfallen),
  • die Auto-ISO-Funktion bei der Mark III auch im manuellen Modus (Programmschalter auf “M”) funktionieren soll (bei der Mark II sind in “M” immer ISO 400 fest eingestellt) und
  • die aus der 1D Mark IV bekannten neuen AI-Servo-Funktionen “Zentraler Sensor plus 4 oder 8 angrenzende Sensoren” für meine Zwecke vielleicht besser geeignet sind als “Zentraler Sensor” alleine.

Fazit: Es hilft nichts, ich muss abwarten und versuchen, irgendwie ein Exemplar der Neuen in die Hand zu bekommen. Bleibt spannend, finde ich.

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Mrz 072012
 

Weg ins Teufelsmoor

Frühnebel über den Postwiesen

Unter dem Titel Wege ins Moor veranstaltet die Biologische Station Osterholz seit 1991 Vorträge und Führungen, die einen naturverträglichen Einblick in die Entwicklung, Flora und Fauna der Teufelsmoorregion gewähren sollen. Das Programm können Sie im Internet ansehen.

“Echtes Moor” ist heutzutage nicht mehr leicht zu Gesicht zu bekommen. Die größten Teile des ehemals zusammenhängenden Teufelsmoores sind mindestens trockengelegt, überwiegend aber auch “kultiviert” und landwirtschaftlich genutzt.
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Mrz 012012
 

Ferdinand Krogmann
“Worpswede im Dritten Reich 1933-1945″
1. Aufl. 2011, Donat-Verlag
Hardcover, 304 S. , € 19.80

Krogmann (*1948) ist ehemaliger Geschichts- und Politiklehrer und schied 1994 aus dem Schuldienst aus. Ende der 1990er-Jahre kam er als “Auswärtiger” nach Worpswede, wo er sich über viele Jahre intensiv mit der Geschichte des Ortes und seiner teils prominenten Bewohner insbesondere während des Nationalsozialismus befasste. Seit 2007 lebt er in Vegesack. (Quellen: Webseite Krogmann und taz 2006) “Worpswede im Dritten Reich 1933-1945″ ist sein jüngstes und nicht nur in Worpswede umstrittenes Buch, das diesem Thema gewidmet ist.

Meinungen dazu

Sehr informative Interviews mit dem Autor führten Christian Palm (Weserkurier 21.2.2012)

Palm: Ihre Hauptquelle für die Forschungen waren die historischen Jahrgänge der Lokalzeitung. Wie wahrscheinlich ist es, darin auf der Suche nach Widerständlern fündig zu werden?
Krogmann: Wo es Widerstand gab, wurde auch in den staatstreuen Medien darüber berichtet. Auch die “Wümme-Zeitung” hätte über den Widerstand berichtet, wenn es ihn wirklich gegeben hätte. Da bin ich mir sicher.

und Lars Fischer (Weserkurier 14.01.2012).

Fischer:Es gibt keine Belege für Widerstand oder zumindest “zivilen Ungehorsam”?
Krogmann: Nein, auch im Bundesarchiv finden Sie nichts zum Thema Widerstand in Worpswede. Gefunden habe ich noch eine Angelegenheit, die bezog sich auf den Maler Bernhard Huys. Der soll verbotenerweise “Feindsender” gehört haben, ist aufgeflogen und wurde verhaftet. Daraufhin hat sich Fritz Mackensen bei Gauleiter Otto Telschow für Huys eingesetzt. In einem Brief haben Mackensen und Waldemar Augustiny versucht, ihn da rauszupauken, indem sie ihn als harmlosen, national denkenden Menschen beschreiben.

In diesem Zusammenhang bedenkenswert: Bernhard Huys.
Arn Strohmeyer im Schattenblick:

Krogmann weist in unendlicher und fast schon quälender Fülle nach. wie sehr die Künstlerschaft des Ortes dem Nationalsozialismus erlag und wie sie und ihre Verteidiger Mythen und Legenden schaffen mussten, um sich zu rechtfertigen, als der braune Spuk vorbei war.

Ralf Rospeck in marktplatz-osterholz.de:

Ferdinand Krogmanns Buch ist schwer, ja, mitunter regelrecht langweilig zu lesen, was er auch selber zugibt. Das ist seiner peniblen Fleißarbeit zuzuschreiben, alle genannten Fakten mit Quellen, Daten und Zitaten zu versehen. Ein bisschen erschlägt diese Informationsflut. Doch darin sieht Krogmann auch ein großes Plus. „Ich kann alle meine Behauptungen belegen. Meine Kritiker sparen sich das leider meistens und antworten lieber mit persönlichen Beleidigungen.“

Verlagstext:

Auch in Worpswede, der wohl bekanntesten deutschen Künstlerkolonie, saßen die Nationalsozialisten fest im Sattel. Ortsgruppenleiter Ferdinand Stolte tat mit den über 300 Parteigenossen alles, „damit man in der Welt einmal von dem neuen, dem nationalsozialistischen Worpswede“ spricht. Wie es sich präsentierte und die Künstler bei seiner Gestaltung mithalfen, ist ebenso zentrales Thema des Buches wie die Pläne des Propagandaministeriums und der Gauleitung von Ost-Hannover, Worpswede zum Kulturzentrum des gesamten niederdeutschen Raumes sowie zum Mittelpunkt niederdeutscher Heimatkunst auszubauen.
Der Autor hat neben den Archiven die wichtigsten Presseorgane ausgewertet und die Rolle von Worpsweder Künstlern und Schriftstellern ebenso beachtet wie die der Handwerker, Bauern, Gewerbetreibenden, Händler, Lehrer, Pastoren, Frauen sowie der Verbände und Vereine. Persönlichkeiten aus anderen Orten sind ebenfalls einbezogen, sofern sie mit Worpswede oder mit dort lebenden Künstlern eng verbunden waren. Zahlreiche Abbildungen dokumentieren, wie sich Worpswede mit dem „Leben unter dem Hakenkreuz“ einrichtete, was man sich von ihm erhoffte und wie man sich von ihm leiten ließ. Dabei sind vor allem jene Bekanntgaben, Bilder und Ankündigungen berücksichtigt, die zeigen, wie vielfältig der Alltag und für jedermann sichtbar von NS-Vorstellungen durchsetzt gewesen ist.

Feb 282012
 

Die Muna in Lübberstedt war im 2. Weltkrieg eine Produktions- und Lagerstätte für Munition und Außenstelle des KZ Neuengamme.

Nach Planungen aus dem Jahr 1936 entstanden in Axstedt und Lübberstedt 1939-40 zunächst sieben Barackenlager für Reichsarbeitsdienst und Wehrmacht. Ab August 1941 wurden unter der Bezeichnung Lufthauptmunitionsanstalt 2/XI Lübberstedt Seeminen, Fliegerbomben und Flak-Munition produziert und in etwa 60 Bunkern gelagert. Etwa 1.600 Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen sowie 1944-45 auch etwa 500 ungarische Jüdinnen aus dem Lager Auschwitz wurden zur Arbeit gezwungen und von überwiegend deutschen dienstverpflichteten Frauen und Gefolgschaftsleuten beaufsichtigt.

Die Produktionsanlagen wurden bei Kriegsende von der Wehrmacht gesprengt. 1945 besetzten zunächst die Briten das Gelände, übergaben es aber wenig später an die US-Truppen. Einzelne Gebäude wurden vorübergehend als Schule, Jugendheim und Notunterkunft genutzt. 1956 übergaben die Amerikaner die ehemalige Muna an die Bundeswehr, die es viele Jahre als Munitionsdepot und Unterkunft für Flugabwehrraketeneinheiten nutzte. Auch US-Truppen lagerten dort während ihrer Stationierung in Garlstedt Munition. 2009 hat die Bundeswehr den Standort vollständig aufgegeben.

2010 führte das “site-specific theatre” Das letzte Kleinod das Stück “Muna Lübberstedt – Dokumentarische Inszenierung einer Militärbrache” auf.

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Feb 272012
 

Das Canon EF 24-105mm 1:4L IS USM und das Canon EF 24-70mm 1:2.8L USM sind sogenannte Standard-Zoomobjektive für Spiegelreflexkameras mit Vollformat-Sensor (ca. 24 x 36 mm), mit Einschränkungen auch an sog. Crop-Kameras mit kleinerem Sensor. Die Entscheidung für ein solches Objektiv und bei Canon-Anwendern die Auswahl zwischen Lichtstärke einserseits (EF 24-70 2.8 L) und Brennweite plus Bildstabilisator andererseits (EF 24-105 4.0 L IS) beschäftigt viele Fotografen.
Update 7. Februar 2012: Canon hat das EF 24-70mm 1:2.8L II USM offiziell angekündigt, verfügbar ab April 2012. Das neue 24-70 hat 2 Linsen mehr (dann 18), ist mit 805 vs. 950 g deutlich leichter und hat einen Filterdurchmesser von 82 (statt jetzt 77) mm. Der von einigen erwartete IS (Stabilisator) ist nicht dabei, als Listenpreis sind € 2299.- aufgerufen, somit € 1000.- mehr als beim Vormodell.
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