Teufelsmoor

Teufelsmoor
Teufelsmoor
Der Begriff „Teufelsmoor“ ist mehrdeutig. Meist ist eine Landschaft in Niedersachsen gemeint, die einen großen Teil der Hammeniederung nördlich von Bremen umfasst. Eine verbindliche Grenzdefinition gibt es nicht, Größenangaben schwanken zwischen 20 x 20 km und einer Fläche von 500-600 km². Dieses „Teufelsmoor im erweiterten Sinn“ ist als Kulturland Teufelsmoor oder Erlebnis Teufelsmoor zu einem Symbol für die natur- und kulturorientierten Bemühungen um eine Stärkung des Tourismus in der Region geworden. Wohldefiniert hingegen ist Teufelsmoor (damals Düwelsmoor) als Name einer kleinen Ortschaft, die im 14. Jh. erstmals dokumentiert und heute ein Teil der Stadt Osterholz-Scharmbeck ist.
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Wegesperrung per Sammelverordnung

Postwiesen in Osterholz-Scharmbeck
Um diesen Weg geht es ... Blick von der Himmelstreppe
Eigentlich wollte ich es mir verkneifen, die sog. Sammelverordnung des Landkreises Osterholz hier groß zum Thema zu machen. Weil ich erstens geraume Zeit gar nicht kapiert habe, worum es dabei genau geht. Und weil ich sie zweitens eigentlich auch nicht gerade besonders wichtig finde. Erst als sie im Sommer 2016 zum Aufreger-Thema im Kommunalwahlkampf gemacht wurde, regte sich das Gewissen des „Teufelsmoor-Fans“. Also fing ich Stück für Stück an, mich durch die gefühlt 6 Mio. Seiten Verordnungstext zu kämpfen. Frustran übrigens, falls das jemanden interessiert … ich habe bei weitem nicht die Hälfte geschafft.
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Moorkate Hambergen

Museumsanlage Hambergen
Heimathaus in der Museumsanlage
Die Museumsanlage Moorkate in Hambergener Ortsteil Spreddig entstand ab 1980 auf Initiative des ehemaligen Ratsherren Hans-Georg Taube, der 1991 auch den Heimatverein Ströhe-Spreddig gründete. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 26.5.2010) Sie ist im Besitz der Gemeinde Hambergen, wird vom Heimatverein Ströhe-Spreddig e.V. gepflegt und bietet vielfältige Einblicke in das seinerzeit entbehrungsreiche Leben im Moor. Das Heimathaus dient als Vereinstreffpunkt und beherbergt auch kleinere Veranstaltungen. Anfang September werden die „Handwerkertage“ ausgerichtet, bei denen historische Werkzeuge und Maschinen sowie traditionelle Handwerksarbeiten demonstriert werden.
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Buch: Im Teufelsmoor

Buchcover: Im Teufelsmoor
Im Teufelsmoor
Maren Arndt, Grit Klempow

Gebunden, 144 Seiten, ca. 80 Abbildungen
ISBN 978-3-88132-980-4, 29,80 Euro

Fast 80 Fotos aus zwölf Jahre ihres engagierten Wirkens als Natur- und Landschaftsfotografin hat Maren Arndt für diesen Fotoband ausgewählt und ansprechend präsentiert. Sieben kurze Texte von Grit Klempow sollen die moorige Stimmung der Teufelsmoorlandschaften verdichten.

Natur pur im Teufelsmoor

Maren Arndt, Dr. Karen Hammer und Karl-Heinz Marg
Maren Arndt (Mitte) mit Karen Hammer und Karl-Heinz Marg
von der Kulturstiftung Landkreis Osterholz
„Natur pur im Teufelsmoor“ ist der Titel der Ausstellung von Maren Arndts Naturfotografien im Norddeutschen Vogelmuseum. Bis zum 15. Juni zeigt sie dort eine Auswahl ihrer Vogelbilder, das Vogelmuseum ist Samstags und Sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die gestrige Eröffnung der Ausstellung war sehr gut besucht. Erst nachdem fleißige Helfer aus allen Winkeln der Museumsanlage noch Sitzgelegenheiten beschafft hatten, konnten Dr. Karen Hammer, Geschäftsführerin der Kulturstiftung, und Maren selbst ihre Begrüßungsreden halten.

Außer einiger Störche, Kraniche und Graureiher habe ich mit dem Ablichten von Vögeln keine Erfahrung. Wenn ich mir Marens Bilder so ansehe, ahne ich aber lebhaft, wieviel Geduld und Brennweite man für solche Ergebnisse aufbringen muss. Respekt! Auch vor der „Taktung“ deiner Ausstellungsaktivitäten übrigens, Maren! Nach unserer gemeinsamen Ausstellung vor genau einem Jahr brauche ich definitiv noch etwa vierzehn Jahre, um mich von dem Stress zu erholen 🙂 .

Zukunft des Moorexpress

Moorexpress am letzten Oktoberwochenende 2010 in Ahrensfelde
Bleibt er uns erhalten? Der Moorexpress auf langsamer Fahrt durch die Hammeniederung, ein liebgewordener Anblick in Zeitungen, Broschüren, Ausstellungen und auf Postkarten. Gerne am letzten Samstag im Oktober fotografiert, weil sich der 8-Uhr-Express ab Worpswede am letzten Tag vor der Zeitumstellung in der Morgendämmerung am Kirchdammgraben manchmal recht fotogen präsentiert. In der jetzt 15. Saison seit dem Expo-Fahrplan im Jahr 2000 ist die Zukunft des Moorexpress erneut ungewiss. Bereits im Juni 2013 wurde bei der Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Moorexpress mit Vertretern der Landkreise, Städte und Gemeinden, Tourismusorganisationen und Verkehrsverbänden deutlich, dass die Ersatzteilsuche für die historischen Fahrzeuge immer problematischer wird und deren Ausfallwahrscheinlichkeit steigt.
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Foto-Ausstellung Teufelsmoor

Ab Ostersamstag im Kreiskrankenhaus
Jemand Lust auf viele schöne Fotos aus unserer Gegend?

Dann mal ab ins Kreiskrankenhaus! Da zeigen Maren Arndt und ich ab Ostersamstag knapp 70 unserer aktuellen Lieblingsfots und freuen uns über Schaulustige. Die Bilder sind vom 30. März 2013 bis Ende Juni in den Eingangsfluren der Klinik für Jedermann und Jederfrau frei zugänglich.

Neben vielen aus teufelsmoor.eu und teufelsmoor.org bekannten einschlägigen Motiven in oftmals ungewöhnlichem Licht zeigen wir ein paar Makros (Maren) und Porträts (ich). Alles zusammen soll zeigen, wie zufrieden wir mit unserem „Zu Hause“ sind.

Ich finde es übrigens auch interessant, bei dieser Gelegenheit Bilder unterschiedlicher Technik auf unterschiedlichen Materialien vergleichen zu können. Ausgestellt sind Fotopapier im Wechselrahmen, Leinwand, Alu-Dibond Direktdruck und Alu-Dibond FineArt glänzend.

Wege ins Moor

Weg ins Teufelsmoor
Frühnebel über den Postwiesen
Unter dem Titel Wege ins Moor veranstaltet die Biologische Station Osterholz seit 1991 Vorträge und Führungen, die einen naturverträglichen Einblick in die Entwicklung, Flora und Fauna der Teufelsmoorregion gewähren sollen. Das aktuelle Programm 2013 gibt es im Internet (auch als Flyer der Touristikagentur im PDF-Format).

„Echtes Moor“ ist heutzutage nicht mehr leicht zu Gesicht zu bekommen. Die größten Teile des ehemals zusammenhängenden Teufelsmoores sind mindestens trockengelegt, überwiegend aber auch „kultiviert“ und landwirtschaftlich genutzt.
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Kranich-watch

Immer beliebter: Kraniche beobachten
Immer mehr Kraniche ziehen im Herbst über Deutschland, um von ihren Sommerresidenzen in Skandinavien und dem Baltikum nach Südfrankreich und Spanien zu gelangen. Und in der Teufelsmoor-Region interessieren sich immer mehr Menschen für sie. Noch vor drei Jahren war man meist allein, wenn man vor Sonnenaufgang am Rand des Günnemoores das Teleobjektiv in Anschlag brachte. An den letzten Wochenenden hingegen fand sich fast immer eine ganze Schar warm eingepackter Zuschauer, die sich dieses Schauspiel nicht entgehen lassen wollten. Abends sind die einschlägigen Beobachtungsorte für den Einflug der Kraniche schon seit Jahren gut bevölkert, auch hier mit deutlich zunehmender Tendenz.

Lohn der Mühe
Dabei fristet die Teufelsmoor-Region ein mittlerweile fast nicht mehr gerechtfertigtes Schattendasein unter den deutschen „Kranich-Raststätten“. Nach dem vorpommerschen Bodden (ca. 65.000 Kraniche), dem Rhin- und Havelluch (ca. 80.000) und dem Diepholzer Moor (ca. 30.000) dürften die mehr als 20.000 Vögel des Glücks, die 2012 im Günnemoor und am Huvenhoopssee rasten, schon einen respektablen Platz in der zweiten Reihe rechtfertigen. Immerhin ein Zehntel der von Bird-watch 2012 verzeichneten etwa 180.000 majestätisch wirkenden Lufthansa-Wappentiere kommen zu uns in die Teufelsmoor-Region, um sich für den Flug gen Süden aufzupäppeln.

Die diesjährige Saison neigt sich jetzt dem Ende zu, im November werden die hier nicht ansässigen Tiere uns verlassen. Den besten Einstieg, 2013 in den Genuss ihres Anblickes zu kommen, bieten die engagiert geführten Beobachtungstouren von BioS Osterholz und NABU Hambergen. Schauen Sie im kommenden Jahr rechtzeitig auf ihren Internetseiten vorbei, um sich einen Termin auszusuchen.

Aussichtsturm Linteler Weiden

Aussichtsturm Linteler Weiden
Aussichtsturm Linteler Weiden
Der Aussichtsturm Linteler Weiden (auch Weidenkorb) am Altarm der Hamme zwischen Tietjenshütte und Scharmbeckstotel (Standortmehr Bilder) wurde als zweiter von zunächst drei geplanten Aussichtstürmen im Rahmen des GR-Projektes „Hammeniederung“ Anfang März 2011 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Als Bestandteil eines „naturverträglichen Wegenetzes“ soll der Turm der Öffentlichkeitsarbeit und Besucherlenkung dienen. Die Anfahrt ist für Ortsunkundige nicht einfach zu finden.
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Radtour OHZ-Worpswede

Route
Es ist ein echter „Feierabend-Klassiker“. Gute 20 km lang und mit dem Fahrrad bequem in anderthalb Stunden zu schaffen. Dabei radelt man fast autofrei durch die Hammeniederung und hat unterwegs bei Neu-Helgoland oder Melchers Hütte gute Gelegenheit zum Auffüllen der Flüssigkeitsspeicher. Mit mehr Zeit am Wochenende bietet sich die Tour auch in Kombination mit einem Miet-Kanu (bei Neu-Helgoland oder vom Campingplatz Waakhausen) als Moor-Biathlon an.

Start- und Zielpunkt in meinem Routenplan ist der Klosterplatz in Osterholz, ebenso gut lässt sich der Rundweg vom Heimatmuseum oder Tinzenberg beginnen. Gegen den Uhrzeigersinn gefahren führt er über den 2011 erfreulich neu befestigten Kirchdamm und Mulldamm zur Abzweigung nach Melchers Hütte (kurz vor dem unbeschrankten Übergang über das Gleis des Moorexpress). Wer dem Tourenvorschlag in dieser Richtung folgt, wird bei Melchers Hütte noch keinen Boxenstopp benötigen. In Gegenrichtung aber, also im Uhrzeigersinn gefahren, findet man hier den aus meiner Sicht idealen Ort, um die Tour und den Abend bei einem Alster oder Moorbier am Hammeufer ausklingen zu lassen. Aber Achtung: außer Flüssignahrung bietet die Restauration nur Schokoriegel.

Entfernung 21.2 km
Fahrzeit ca. 1.5 Std.
Steigung max. 2 %
Verkehr

sehr wenig
Kinder geeignet
Route
 
naviki (inkl. GPS)
google maps

Übersicht
Zurück zur Tour: Am Parkplatz von Melchers Hütte zweigt der Weg zur (nun auch nicht mehr ganz) neuen Hammebrücke ab, auf der anderen Hammeseite geht’s auf dem 2006 angelegten Waakhauser Polder zur Alten Semkenfahrt. Kurz vor der Kreisstraße (K11: Waakhauser Str. nach Worpswede) passieren wir den Campingplatz Waakhausen. Wer viel Zeit für die Tour mitbringt, kann dort ins Kanu umsteigen und ein wenig auf Semkenfahrt, Hamme und Beek umherschippern.

Mit dem Fahrrad geht es zunächst einige hundert Meter auf dem Fahrradweg entlang der K11 weiter, bis nach links die Weyermoorer Str. abzweigt. Diese führt uns wieder zum Gleis des Moorexpress, direkt am ehemaligen Bahnhof Weyermoor. Er wird heute privat genutzt und ist ebenso wie der Worpsweder Bahnhof und der Kleinbahnhof OHZ von Vogeler entworfen worden. Die Weyermoorer Straße knickt dort nach rechts ab und nach etwa 600 m besteht eine Gelegenheit, auf dem sehr holprigen Feldweg nach links Richtung Moorexpress und Hammeweg abzukürzen. Die Komfort-Variante ist nur einen knappen Kilometer länger und führt unmittelbar zur Worpsweder Mühle. Von dort führt der Hammeweg direkt zur Gaststätte Neu Helgoland. Dort lässt sich direkt an der Hamme an manchen Abenden unbegreiflich schön vor theatralischen Sonnenuntergängen Sitzen, Trinken, Essen und Plaudern.

mit dem Fahrrad an der Beek
Abends an der Beekbrücke
Über die Hammebrücke führt uns der Weg dann mitten durch das teilweise trocken gelegte Breite Wasser, ehemaliges Mündungsdelta der Beek und heute Naturschutzgebiet. Nach etwa 3 km zweigt nach links der anfangs kleine Weg nach Osterholz-Scharmbeck ab. Gleich nach der kleinen Beekbrücke biegen wir links ab und gelangen nach etwa 600 Metern zu einem der neuen Siele des Retentionsraumes Westlich Beek. Dort kann man nach Pennigbüttel abkürzen (re. entlang) oder (gradaus oder li. entlang) meinem Rundweg folgen, der unweit der Moorexpress-Brücke auf den Kirchdammgraben stößt. Wer ihn im Sommer fast überwuchert von Seerosen idyllisch daliegen sieht, mag kaum daran glauben, den über Jahrhunderte wichtigsten Verkehrsweg zwischen Worpswede und dem Amt Osterholz vor sich zu haben. Gute 1.200 m weiter stoßen wir wieder auf den Bahnübergang des Moorexpress und können für den Heimweg entweder Ahrensfelder Damm / Ahrensfelder Straße wählen oder – wie auf dem Hinweg – die autofreie Variante via Mulldamm / Kirchdamm.

Hochmoor

Torfmoos
Torfmoos im Niedersandhausener Moor
Hochmoore (auch Regenmoore oder ombotrophe Moore) sind die Keimzelle des Teufelsmoores, die dessen besondere Entwicklung und Geschichte begründen. Das „Teufelsmoor im engeren Sinn“ rund um die heutige Ortschaft Teufelsmoor bestand aus Hochmooren, namentlich dem Günnemoor, den Randmooren am Torfkanal, dem Niedersandhauser Moor, dem Hamberger Moor und dem Oenersmoor. Die Kolonisation des Teufelsmoores ist eine Geschichte der Trockenlegung dieser Hochmoore und die wirtschaftliche Entwicklung der Region war über Jahrhunderte mit der Zerstörung der Hochmoore durch Torfabbau verknüpft.

Intaktes, „lebendes“ Hochmoor ist heutzutage in größerem Umfang nur noch in Westsibirien und Kanada zu finden. Es ist karg, unwegsam und über viele Monate oder ganzjährig mit Regenwasser vollgesogen. Notwendige Voraussetzungen für die Entstehung eines Hochmoores sind ein halbwegs ausgeglichenes Klima und ein über Jahrhunderte andauernder Netto-Überschuss an Feuchtigkeit, bei dem also mehr Regen fällt als abfließen und verdunsten kann. In einer solchen Umgebung können Torfmoose gedeihen, deren Wachstum eine weitere Voraussetzung zur Entstehung eines Hochmoores ist. Torfmoose haben keine Wurzeln und können mehr als das 30-fache ihres Trockengewichts an Flüssigkeit wie Schwämme speichern, während sie in Trockenperioden ihren Stoffwechsel drastisch vermindern. In Feuchtgebieten haben sie anderen Pflanzen gegenüber einen bedeutsamen Vorteil, weil sie geringste Nährstoffkonzentrationen aus Regenwasser zu nutzen und ihre Umgebung durch Wasserstoffionen anzusäuern verstehen. Während sie nach oben stetig wachsen, sterben die Torfmoose unten ab und zersetzen sich durch Luftabschluss nur unvollständig zu Torf. Auf diese Weise wächst ein „lebendes“ Hochmoor etwa 1 mm jährlich.

Landes-Raumordnungsprogramm

Geplante Vorranggebiete für den Torfabbau (blau)
Das Nds. Landwirtschaftsministerium (Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung) bereitet seit 2009 eine weitere Aktualisierung des Landes-Raumordnungsprogramms vor. Im Oktober 2010 und im Februar 2012 fanden bzw. finden dazu „Öffentlichkeitsbeteiligungen“ statt. Einzelheiten dazu u. a. hier. Die laufenden Aktualisierungsbestrebungen sind für die Teufelsmoorregion überaus interessant, weil zwei sog. Vorranggebiete für Rohstoffgewinnung (VRR) ausgewiesen werden sollen. Dabei handelt es sich um eine Fläche von insgesamt 89 ha in unmittelbarer Nachbarschaft zum wiedervernässten Torfabbau im Günnemoor.

Diese Planung hat zu erheblichen Protesten von Seiten vieler Naturschützer und Organisationen geführt, auch der Landkreis Osterholz als untere Naturschutzbehörde lehnt einen Torfabbau aus naturschutzfachlichen Gründen und vor dem Hintergrund des Naturschutzgroßprojekts „Vision Teufelsmoor“ ab.

Im März 2011 veröffentlichte der NLWKN (Nds. Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) als Fachbehörde für Naturschutz eine „Naturschutzfachliche Einschätzung zu den geplanten Vorranggebieten Rohstoffsicherung Torf nach dem Änderungsentwurf 2010 zum Landes-Raumordnungsprogramm Niedersachsen“. Er kommt darin zu folgendem Urteil:

Eine teilweise Abtorfung zur Niveauangleichung mit dem Ziel der Moorregeneration erscheint aus landesweiter Sicht naturschutzfachlich vertretbar. Es wird aber empfohlen auf eine Festsetzung als VRR zu verzichten. MU hat sich bereits ablehnend zur Festsetzung eines VRR geäußert.

In meinen Augen eine phantasievolles Resümee, heißt es doch zuvor sehr viel konkreter: „Darüber hinaus sind großflächig erhebliche Auswirkungen auf avifaunistisch wertvolle Bereiche für Brut- und Gastvögel mit internationaler Bedeutung zu erwarten“. Gemeint ist offenbar, dass sich die Kraniche bei ihrer Durchreise im Herbst und Frühjahr dann andere Rastplätze aussuchen werden. Kann mir jemand erklären, inwiefern das aus „landesweiter Sicht naturschutzfachlich vertretbar“ ist? Geradezu humorvoll ist der Versuch, die Abtorfung im Günnemoor zum Instrument der Moorregeneration mittels Niveauangleichung zu deklarieren. Gerade im Günnemoor besteht bereits seit Jahren eine in dieser Größe nahezu einmalig „niveaugleiche“ Fläche zerstörten Moores. Wir können scheinbar froh sein, dass MU (gemeint ist der damalige Umweltminister Sander) sich schon mal ablehnend geäußert hat.

In der überarbeiteten Vorschlagsversion vom Februar 2012 sind die im Günnemoor geplanten zusätzlichen Vorranggebiete dann in der Tat gestrichen (vgl. Entwurf S. 18).

Semkenfahrt

Semkenfahrt zwischen Hamme und Waakhausen
Semkenfahrt zwischen Hamme und Waakhausen
Die künstlich angelegte Eisfläche an der neuen Semkenfahrt (siehe Bremer Eisverein) wurde am 2.2.12 für die Benutzung auf eigene Gefahr freigegeben (automatischer Ansagedienst für Bremen unter 0421/ 361-5500). Sowohl die frühere „Alte Semkenfahrt“ in Waakhausen (Standortmehr Fotos …) als auch die „Neue Semkenfahrt“ im Bremer Blockland werden heute im Allgemeinen nur noch Semkenfahrt genannt, was gelegentlich Verwechslungen zur Folge hat. Die beiden ehemaligen Schifffahrtskanäle wurden als Verkehrswege für die Torfschiffer auf ihrem Weg aus dem Teufelsmoor nach Bremen angelegt.
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Winterfahrt ins Teufelsmoor

Wolf-Dietmar Stock/Jürgen Petschull
Verleger Wolf-Dietmar Stock (re.) im Gespräch mit Autor Jürgen Petschull
Winterfahrt ins Teufelsmoor hat Wolf-Dietmar Stock vom Verlag Atelier im Bauernhaus die heutige „multimediale“ Lesung für seine neu gegründete Moorbibliothek genannt. Sozusagen als Auftakt für die Lesung habe ich eine kleine Auswahl von Herbst- und Winterbildern zusammengestellt und mit Hilfe von iPhoto eine Diashow gebastelt. Die haben wir heute auf Gut Sandbeck gezeigt, untermalt vom accordioso. Verzeihung: Detlef Gödicke natürlich. Ich habe mich prächtig amüsiert und war von allen vier Autoren (Tatjana Gräfin Dönhoff, Ruth Hunfeld, Grit Klempow und Jürgen Petschull) sehr angetan. Und ich hatte den Eindruck, dass diese Form der Präsentation auch beim Publikum sehr gut angekommen ist. Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Stadt Osterholz-Scharmbeck (Susanne Stelljes) und der Buchhandlung die Schatulle (Ute und Sabine Gartmann).

Ich habe die Diashow als Video bei Youtube geladen. Wer möchte und 14 Minuten Zeit hat, kann sie sich jetzt auch hier mal ansehen:

Diashow (13:40 min)

Verlüßmoor

Birdwatch bei Sonnenaufgang
Guten Morgen, Verlüßmoor!

Während an schönen Abenden bereits recht viele Schaulustige den allabendlichen Einflug der Kraniche zu ihren Übernachtungsplätzen im Günnemoor verfolgen, bleibt die Zahl der „Sehleute“ am Morgen meist überschaubar. 1.5 Minusgrade waren heute bei Sonnenaufgang zu verzeichnen, als sich wieder einmal Tausende von Rastvögeln zu den Futterplätzen in der Region aufmachten. Seit Jahren haben mehrere Tausend der “westziehenden” Kraniche die Teufelsmoorregion zum Zwischenstopp erkoren, um sich während einer mehrwöchigen Rast auf dem Weg nach Frankreich, Spanien oder Nordafrika zu sammeln und Reserven für den Weiterflug anzufressen.

Die Biologische Station Osterholz (BioS) bietet am 22. und 23. sowie 29. und 30. Oktober 2011 geführte Kranichbeobachtungen an, zu Fuß oder kombiniert mit einem Moorexpress-Ausflug.

Verlüßmoor ist übrigens ein Ortsteil der Gemeinde Vollersode, die ihrerseits zur Samtgemeinde Hambergen gehört. Mehr Fotos aus Verlüßmoor gibt es hier.

Moor-Biathlon spezial

Beek im Teufelsmoor bei Nacht
Beekbrücke um halb elf: Blick nach Bremen
Auf die Idee muss man erstmal kommen: Den lieben Besuch aus Hannover nachts um elf bei dichtem Bodennebel quer durch die Hammeniederung zu scheuchen. Und das auch noch Anfang Oktober.

Aber nur so kamen wir zu diesem Genuss der besonderen Art. Als wir auf dem Heimweg von Worpswede nach OHZ am bekanntlich ganz außergewöhnlich warmen 1. Oktober 2011 kurz nach zehn Uhr abends bei der Worpsweder Mühle in den Herbstnebel eintauchten, verringerte sich die Sichtweite fast schlagartig auf 20-30 m. Kühl-feucht kroch es die Ärmel hoch und spätestens bei Neu Helgoland fühlten wir uns wie Horst Tappert auf der Flucht vor dem Hund von Blackwood Castle. Die Abzweigung zur Beekbrücke war im Nebel erst im letzten Moment zu erkennen, über der Beek aber lichtete sich plötzlich der Nebel und wir konnten bis Bremen schauen.

Diese nachhaltig beeindruckende Nacht- und Nebelfahrt war aber nur das i-Tüpfelchen auf einem äußerst gelungenen Ausflug, den ich deshalb als Moor-Biathlon spezial wärmstens zur Nachahmung empfehlen kann:

Die eingangs geschilderte Abenteuer-Heimfahrt kann diesen Ausflug natürlich nur bei geeigneten Wetterbedingungen abrunden, trotz Klimawandel wird der Oktober sicherlich nicht jedes Jahr dafür in Frage kommen.

Buch: Water över Weyerdamm

Heinrich Schmidt-Barrien: „Water över Weyerdamm“

Sowat as ’n Novellen von ehrgistern (1666-1756)

72 Seiten
1995, Verlag H. Saade, Osterholz-Scharmbeck
ISBN 3-922642-31-4