Schlauchturm

Schlauchturm in Osterholz-Scharmbeck
Schlauchturm in Osterholz-Scharmbeck ca. 1930 - Foto: E. Krohn
Der Schlauchturm genannte ehemalige Steigerturm am Marktplatz in Osterholz-Scharmbeck wurde 1926 auf Antrag der Feuerwehr nach Beratung im Scharmbecker Magistrat erbaut. Der 17.35 m hohe Klinkerbau am Spritzenhaus sollte eine trockene Aufbewahrung der Schläuche ermöglichen und zudem als Zierde des Marktplatzes dienen. Den damals noch aus Hanf gefertigten Schläuchen drohte andernfalls Schimmelbefall. Nach jahrelangem Leerstand und einem tristen Bauruinen-Desaster 2012-14 ist im neu errichteten Anbau jetzt das griechische Restaurant Kreta von Theodora Lefteroglou und Vasili Diamantakis untergebracht.
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Kriegerdenkmal am Marktplatz

Kriegerdenkmal Marktplatz Osterholz-Scharmbeck
Marktplatz Osterholz-Scharmbeck (ca. 1930)
Das Kriegerdenkmal am Scharmbecker Markt gibt es jetzt schon über 50 Jahre nicht mehr. Es wurde Ende Mai 1922 vom damalig selbstständigen Flecken Scharmbeck in Gedenken an die 108 im 1. Weltkrieg gefallenen Scharmbecker am damaligen Kirchplatz errichtet und am 8. Dezember 1964 von einem Lastzug zerstört, dessen Fahrer sich mit der davor befindlichen Linkskurve der damaligen Hauptstrecke Bremen-Stade offenbar nicht anfreunden konnte.
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Herbstmarkt

Herbstmarkt
Quelle: J. Segelken Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch. Selbstverlag, 1938
Der traditionell eigentlich im Oktober abgehaltene Scharmbecker Herbstmarkt galt lange Zeit neben dem Markt in Leer als bedeutendster Viehmarkt im Nordwesten der Provinz Hannover. Der 267. Herbstmarkt vom 25. bis 29. September 2015 ist wie in den Jahren zuvor kein „echter“ Viehmarkt, auch wenn durch den Verkauf von allerlei Kleinvieh (Hühner, Gänse etc.) und die alljährliche Bullenwette Anklänge an alten Zeiten gepflegt werden. Heutzutage handelt es sich um ein fünf Tage währendes Stadtfest mit Fahrgeschäften, Live-Konzerten, Disco-Abenden und einem verkaufsoffenen Sonntag.
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Fesenfeldsche Mühle

Wassermühle OHZ
Scharmbecker Bach
Das Foto des Mühlrads am Scharmbecker Bach ist eigentlich ein wenig irreführend, auch wenn es genau am Standort der Fe(h)senfeldschen Mühle oder Fe(h)senfeld’schen Kornmühle in Osterholz-Scharmbeck entstanden ist. Die Mühle selbst existiert nämlich seit 1964 nicht mehr.

Das hier sichtbare Mühlrad wurde 1997 mit Geldern der Klosterholz-Tombola gebaut. Zuvor war an diesem Ort schon 1973 in Erinnerung an die ehemals neun Wassermühlen entlang des Scharmbecker Bachs ein Mühlrad installiert worden, das nach Angaben verschiedener Quellen entweder von der letzten mit Wasserkraft betriebenen Mühle am Sandbeckerbruch (1926 demontiert) oder von der Fesenfeldschen Mühle selbst (1902 demontiert) stammte.

Der Stadtchronik zur Folge stand seit dem 13. Jh. am Scharmbecker Bach hinter der Willehadikirche eine Kornmühle für die an das Kloster Osterholz bzw. später das Amt Osterholz bemeierten Hofstellen. Den zuvor üblichen Mühlenzins in Höhe von zuletzt 6 Rth. 58 Grote jährlich löste Müller Starke Anfang des 19. Jh. durch Einmalzahlung ab. An ihn, Besitzer der Mühle bis 1842, erinnert noch heute Starkes Teich, das ehemalige Wasserreservoir der Mühle für Trockenzeiten.

Nachfolger Starkes war Diedrich Kohlmann, dem dann 1851 Gutsbesitzer von Sandbeck die Mühle abkaufte. 1856-1934 war sie im Familienbesitz von Johann Hinrich Schröder und seinen Nachfahren, die 1902 das Mühlrad demontierten und auf Turbinenantrieb umrüsteten. Nachfolger war der Müller H. A. Fehsenfeld (Quelle: Menkhoff) bzw. Fesenfeld (Quelle: Segelken), der die Mühle 1963 an den Arzt Dr. Dreibholz verkaufte. Dieser ließ sie 1964 abreißen und durch einen Neubau ersetzen. Einige Jahre später verließ er Osterholz-Scharmbeck und verkaufte die Immobilie an die St.-Willehadi-Gemeinde.

Pootjengang

Pootjengang in Osterholz-Scharmbeck
Eingang Sandbergstraße
Der Pootjengang in Osterholz-Scharmbeck verbindet Sandbergstraße und Am Langen Land auf dem Heiligenberg. Den recht versteckt liegenden und fast unbekannten Pfad (Standort) stellte Bürgervereinsvorsitzender Joachim Lübbert im Herbst 2011 in einem „historischen Stadtrundgang“ mit Christian Valek im Osterholzer Kreisblatt vor. Seinen Namen (Pootje = plattdeutsch und niederländisch für Pfötchen) soll er von den Klauen der Schweine haben, die früher hier hinunter getrieben wurden. Zwischen Bauernhäusern, die hier fast so dicht standen, dass sich ihre Dächer über dem Gang berührten.

Vom höchsten Punkt des Pootjenganges bietet sich ein interessanter und ungewöhnlicher Ausblick auf Poststraße, Willehadikirche und den Gartel.

Tivoli

Tivoli Osterholz-Scharmbeck 1908
Etablissement Tivoli (Postkarte 1908)
Das Hotel Tivoli (Tel. 04791 8050 • StandortWebseite) ist ein traditionsreiches Hotel mit Gaststättenbetrieb und Festsaal in der Stadtmitte von Osterholz-Scharmbeck. Es wird seit 75. Jahren in mittlerweile dritter Generation von der Familie Sandschulte betrieben.

Bereits 1850 stand in der Beckstraße 133 (später Beckstraße) ein Gasthaus Tivoli, betrieben von Hinrich Seedorf. 1886 eröffnete er eine Kegelbahn, 1887 wurde ein Gesellschaftsgarten angelegt. Mitte 1893 noch als Seedorfs Tivoli erwähnt, wechselt es im Laufe des Jahres wohl den Besitzer, firmiert jedenfalls im Dezember des Jahres als Meyers Tivoli. 1900 allerdings war Johann Seedorf, der in Pennigbüttel den Hof Puckhaber mit Gaststätte kaufte, Besitzer des Tivoli. 1901 verkaufte er es an Johann Tapking. Im April 1904 zelebrierte der ein Jahr zuvor gegründete Pyramiden- und Athletenklub Siegfried im Tivoli seinen ersten öffentlichen Auftritt. Angespornt durch Erweiterungspläne seiner Nachbarin Wohltmann, Besitzerin der Centralhalle, kaufte Tivoli-Besitzer Friedrich Dreyer 1907 seinem rechten Nachbarn, dem Landwirt Hinrich Spreen, für 1.400 Mark einen Teil des Gartens ab, um den Saal ebenfalls zu vergrößern. Im selben Jahr gründeten 160 Einwohner im Tivoli den Scharmbecker Bürgerverein. 1910 ging das Tivoli per Zwangsversteigerung für 50.000 Mark an Johann Tapking, im selben Jahr werden Restaurant und Etablissement von Friedrich Wiegand übernommen. Der ehemalige Tivoli-Besitzer Dreyer kaufte 1911 das Restaurant “Worpsweder Hof” in der Bahnhofstr. 49. 1922 wurden säle und Klubräume von Martha Janssen übernommen, das Restaurant erlebte die Eröffnungsvorstellung eines „modernen Lichtspieltheaters“. 1928 übernahm Johann Helmers die Gaststätte. (Quelle: Menkhoff)

Am 1. Juli 1936 verkaufte Tapking das Tivoli an Angela und Bernhard Sandschulte. Während des Kriegsdienstes und der Kriegsgefangenschaft ihres Mannes führte Angela Sandschulte das Haus von 1939 bis 1949 alleine. 1940 traf eine der ersten Bomben auf Osterholz-Scharmbeck das Nachbargrundstück Am Deich, 1941 wurden Keller und großer Saal durch Hochwasser des Scharmbecker Bachs überschwemmt. Der große Saal wurde von 1942 bis 1945 als Notunterkunft für ausgebombte Bremer genutzt, der kleine Saal im 1. Stock als Kleiderkammer.

1946 wurde der Saal wieder eröffnet. 1952 bauten die Sandschultes das Tivoli zum Hotel um, 1964 wurde eine Kegelbahn eingerichtet. Der große Saal war von 1964 bis 1992 an eine Supermarktkette und später einen Restpostenmarkt verpachtet. Im Jahr 1971 übernahmen der 1938 geborene Herbert Sandschulte und seine Frau Doris das Tivoli von Herberts Eltern und erweiterten das Hotel 1975 auf 20 Zimmer mit Dusche und WC.

2004 übernahmen die Söhne der Besitzer, Bernd und Klaus Sandschulte, das Unternehmen und wandelten es zur Hotel Tivoli GmbH & Co. KG um, Geschäftsführerin wurde Andrea Nuckel. (Quelle: Webseite Hotel Tivoli)

Gut Sandbeck

Postkarte ca. 1920er-Jahre
(Verl. Heinrich Künne, Bremen ... thank you, Bob!)
1856 starb Friedrich Christian Heinrich August von Sandbeck als Letzter derer von Sandbeck „in fast ärmlichen Verhältnissen, weil er mit der Leitung des Gutes überfordert war“. Für 140.000 Thaler erwarb der Celler Bankier C. Hostmann das Gut. Quelle: Menkhoff

1957 gekauft von Friedrich Meyer. 1962 verkauft an den Dipl.-Volkswirt Hubertus Bultjer aus Bremen, der hier ein Agrarkulturinstitut plante.

Bultjer geriet 1964 in die Schlagzeilen, nachdem er in der nahe gelegenen „Weinstube Adam“ auf seine Lebensgefährtin Liselotte Thomsen einstach. Er war in Folge der aufwändigen Restaurierung des Gutes in finanzielle Schwierigkeiten geraten, Petroleum-Behälter auf dem Gut führten zu der Annahme, dass er das Gutshaus abbrennen wollte. Das Gut wurde im März 1966 zwangsversteigert, das einzige Gebot über DM 380.000.- kam von der Iduna-Versicherung. Als diese Pläne schmiedete, die historischen Gebäude abzureißen und durch 8-geschossige Hochhäuser zu ersetzen, kaufte die Stadt der Versicherung das Gut samt 29.930 m² Grundstück 1975 für DM 380.000.- ab. Quelle: Menkhoff

Jewish graveyard

Plan of tombs (incomplete)
The Jewish graveyard on “Klosterkamp” (location more photographs) dates back to the mid 1700’s, over 100 years prior to the construction of the neighbouring railway line. The last burial took place in 1939. As a result of the desecration by the Nazi’s, it is not possible to determine the exact number of graves present. According to the Heidelberger Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland there are 74 gravestones. This information was provided following research undertaken by Klaus-Peter Schulz in 1968-69. In 1997 Klaus Beer documented 71 individual gravestones as well as 2 family tomb stones for 76 plots. In 2000, there were 2 missing gravestones (source: Beer). Other sources refer to 75 graves dating from between 1854 and 1935 (source: Obenaus).
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Jüdischer Friedhof

Belegungsplan (noch unvollständig)
Der Jüdische Friedhof am Klosterkamp (Standortmehr Fotos …) entstand Mitte des 18. Jh. auf damals freiem Feld, mehr als 100 Jahre vor Inbetriebnahme der benachbarten Eisenbahnstrecke. Die letzte Bestattung fand 1939 statt, die Gesamtzahl der Gräber ist nach der Verwüstung im „3. Reich“ nicht mehr zuverlässig zu klären. Eine Auflistung des Heidelberger Zentralarchivs zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland gibt 74 Grabsteine an, vermutlich auf Basis einer Dokumentation durch Klaus-Peter Schulz aus den Jahren 1968-69. K. Beer fand 1997 noch 71 Grabsteine für 76 Grabstellen und 2 Familiengrabsteine vor, im Jahr 2000 fehlten davon 2 Steine. (Quelle: Beer) Andere Quellen sprechen von 75 Grabsteinen aus den Jahren 1854-1935. (Quelle: Obenaus)
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Cohen, Dr. Richard

Dr. Richard Cohen (1872-1938) war zu Beginn des 20. Jh. über 30 Jahre lang ein angesehener Arzt und Lokalpolitiker in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und in den Freitod getrieben.

Richard wurde als siebentes Kind der Eheleute Meyer Cohen und Elise Cohen (geb. Hattendorf) geboren, die in der Hohetorstraße 14 (damals Nr. 51, gegenüber der Einmündung Neue Straße) einen Manufakturladen besaßen. Sein Vater war ein eingesessener Kaufmann in Osterholz, aktiv im Schützenverein und einer der Mitbegründer des Erntefestes. Vier von Richards Geschwistern starben im Kindesalter, sein ältester Bruder Alfred (1864-1942) übernahm das elterliche Geschäft in Osterholz und der zweitälteste Bruder Siegmund (1871-1939) den Manufakturladen Ehlen in der Bahnhofstraße 37.

Richard besuchte nach der jüdischen Elementarschule in der Bahnhofstraße eine höhere Schule in Bremen. Danach studierte er Medizin in Berlin und promovierte dort auch. Er ließ sich dann als Arzt in Ritterhude nieder, übernahm aber wenig später im Jahr 1899 die Praxis des verstorbenen Dr. Neander in Scharmbeck in der späteren Marktstraße 5.

Richard war deutsch und vaterländisch orientiert, flaggte bei öffentlichen Anlässen schwarz-weiß-rot und meldete sich im 1. Weltkrieg freiwillig. An der französischen Front diente er als Sanitätsrat und wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet. 1917 wurde er in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 2. Klasse gewählt und 1919 erlangte die Bürgerliche Liste mit dem Spitzenkandidaten Dr. Cohen bei der Wahl zur Scharmbecker Gemeindevertretung 9 von 15 Sitzen, Cohen wurde auch in den Kreistag gewählt. Als eine neue Ortsverfassung das Bürgervorsteherkollegium 1920 auf eine Ebene mit dem Magistrat hob, wählte es Cohen zu seinem Wortführer.

1938 wurde Dr. Cohen Berufsverbot erteilt, er starb verarmt und seelisch gebrochen an den Folgen eines Suizids am 8. April in Bremen. Quelle: Menkhoff

Menckeschule

Die 1868 eingeweihte und 1928 nach ihrem Stifter benannte Grundschule Menckeschule des ehemaligen Fleckens Scharmbeck (heute Osterholz-Scharmbeck) bietet verlässliche Öffnungszeiten für alle Jahrgänge. Seit 2006 gehört auch der Schulkindergarten Lindenstraße zur Menckeschule.

Als Mitglied im Kooperationsverbund Hochbegabtenförderung fördert die Grundschule Menckeschule besonders begabte Kinder in den Bereichen Naturwissenschaften, Sprache und Theater. 1993 wurde ein Verein zur Förderung der Menckeschule gegründet.

Geschichte

Bereits um 1860 war die erst 1824 errichtete Schule des Fleckens Scharmbeck (heute Marktstraße 7) chronisch überfüllt, so dass Schulklassen ausgelagert werden mussten. Der in der Scharmbecker Koppelstraße geborene und in Berlin zu Wohlstand gekommene Johann Mencke entschloss sich bei einem Weihnachtsbesuch im Jahr 1864, dem Flecken Scharmbeck eine neue Schule zu stiften, die „ansehnlichen Eindruck“ hinterlassen sollte. Auf seine Initiative erwarb die Gemeinde das Gelände an der Teichstraße, wo das gerade erst errichtete Haus des Schuhmachermeisters Martin Heilshorn abgebrochen und an der Bahnhofstr. (später Nr. 52) neu errichtet werden musste. Mencke stiftete insgesamt 7.000 Reichsthaler, von denen 2.500 für den Grundstückskauf benötigt wurden. Das Schulhaus mit 6 Klassenzimmern und einer Wohnung für den Hauptlehrer J. Bremer wurde von Baumeister Friedrich Steeneck erbaut und am 4. November 1868 feierlich eingeweiht.

1904 wurde in den Räumen der Schule die Kaufmännische Fortbildungsschule gegründet, die auch von Rektor Lodders geleitet wurde. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

Anlässlich ihres 60. Geburtstages erhielt die Scharmbecker Volksschule am 4. November 1928 den Namen Menckeschule.
(Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1 und J. Segelken: Heimatbuch – 1938)

Schulleiterinnen und Schulleiter
1868 erfolgte die Schlüsselübergabe an den ältesten Schulvorsteher Schlichtermann.
1897-1904 Fritz H. Lüdemann (1904 mit 59 J. verstorben)
1904-1922 Ernst Lodders (von der Mittelschule in Stade, 1922 verstorben)
1923-1947 Wilhelm Vagts
1947- Dr. Walter Stache
2009 Gudula Thurm-Meyer (komm.)

Altdeutsches Haus

1626 erbaut, heute Hundestraße 11.

1924 wurde das Altdeutsche Haus vom Kreis Osterholz gekauft, um das vorhandene Heimatmuseum weiter auszubauen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Teichstraße

1997 wurde an der ehemaligen Fehsenfeldschen Mühle im Verlauf des Scharmbecker Bachs an der Teichstraße wieder ein Mühlrad installiert. Das ca. 2 to. schwere Mühlrad war in Steden hergestellt worden.(Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Haus am Barkhof

Das „Haus am Barkhof“ ist ein privates Senioren- und Pflegeheim mit neurologischem Fachbereich.

Am 1.1.1993 wurde der Betrieb aufgenommen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Haus am Hang

Das Altenpflegeheim „Haus am Hang“ (Am Hang 7) ist ein privates Pflegeheim, das vom Diakonieverein Seniorenzentrum Osterholz-Scharmbeck e.V. getragen wird.

Seit 1972 wurden von Seiten der ev. Kirchengemeinde Überlegungen für ein größeres Altenheim mit Pflegestation angestellt. Acht Jahre lan wurde über Trägerschaft und Standort verhandelt, bis im März 1980 im Gemeindehaus der Willehadi-Gemeinde der „Diakonieverein Seniorenzentrum Osterholz-Scharmbeck e. V.“ gegründet wurde.

Ende 1984 bewilligte das Nds. Sozialministerium DM 2.73 Mio. für den Bau des Heimes. Zu diesem Zeitpunkt wurde noch zwischen den Standortalternativen Stadtpark (Bahnhofstr.) oder Schnibbe’sche Weide (Gymnasium/Barkhof) gestritten, während die Stadt mit Bullwinkels Weide am Hang (dem heutigen Standort) einen dritten Vorschlag unterbreitete. 1985 wurden Flächennutzungs- und Bebauungsplan für die Weide auf Betreiben von Bürgermeister Pissarczyk und Stadtdirektor Mackenberg (von Reihenhausbebauung zu Sonderbaufläche) geändert. Die Stadt erwarb das Grundstück von den Bullwinkel-Erben und stellte es dem Diakonieverein im Erbbaurecht zur Verfügung.

Am 19.9.1986 wurde Richtfest gefeiert, am 22.6.1987 war offizielle Einweihung. Am 1. Juli 1987 schließlich nahm das „Haus am Hang“ mit der Leiterin Hildegard Glaubach und der Pflegedienstleitung Martha von Oehsen seinen Betrieb auf. Im März 1992 wurde der Grundstein für einen großzügigen Erweiterungsbau gelegt, der am 12.3.1993 feierlich eröffnet wurde und die Kapazität des Heimes fast verdoppelte. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Maimarkt

Maimarkt 2009: Premiere für das Riesenrad

Der traditionelle Maimarkt auf dem Scharmbecker Marktplatz wurde erstmals am 3. Mai 1749 abgehalten. 2006 hat die Stadt den Maimarkt wegen zu hoher Defizite aufgegeben, er wurde seitdem von einer privaten „Arbeitsgruppe Scharmbecker Maimarkt“ in Eigenregie veranstaltet. 2009 war Premiere für das erstmals auf einem Scharmbecker Markt aufgestellte Riesenrad.

Rönn, Albertus von

„Der Alte aus der Mühle“ lebte 1867-1958 und genoss in Osterholz-Scharmbeck hohes Ansehen. Albertus von Rönn stammt aus einer alten Müllerfamilie, bereits sein Großvater Martin Hinrich von Rönn (1788-1841) und sein Vater Christian Wilhelm von Rönn (1831-1911) übten dieses Handwerk aus. Albertus wurde 1867 in Cadenberge geboren und wurde zunächst Kaufmann. 1895 übernahm er die Windmühle in Scharmbeck von seinem verstorbenen älteren Bruder Wilhelm von Rönn (1663-1895), der diese 7 Jahre zuvor gekauft hatte. 1910 wurde er Müllermeister. (Quelle: Chronik der Familie von Rönn)

1908 wurde Albertus in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 3. Klasse, 1909 in den Magistrat, 1910 zum 1. Ratsherrn und 1929 zum Landtagsabgeordneten in Hannover gewählt. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1).

Anlässlich seines 90sten Geburtstages erhielt Albertus 1957 das Bundesverdienstkreuz, überreicht vom Regierungspräsidenten im Namen des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. 1958 starb Albertus von Rönn in seinem 91. Lebensjahr.

Kreiskrankenhaus

Kreiskrankenhaus Osterholz
Kreiskrankenhaus Osterholz
Das Kreiskrankenhaus Osterholz (WebseiteStandortmehr Fotos) mit etwa 350 Mitarbeitern ist heute ein Gesundheitszentrum für die Region. Neben der stationären Krankenhausversorgung (Grund- und Regelversorgung) mit ca. 150 Planbetten und den Abteilungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin sowie Gynäkologie und Geburtshilfe und einem Belegarzt für Orthopädie bietet es eine umfangreiche ambulante Versorgung mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (Chirurgie, Innere Medizin/Gastroenterologie, Innere Medizin/Kardiologie, Kinderheilkunde und Urologie) sowie Ermächtigungsambulanzen der Chefärzte für Abdominal-, Gefäß- und Orthopädische Chirurgie, Hämatologie und Onkologie und Radiologie an. Auch die Physiotherapieabteilung behandelt ambulant und stationär, eine Gesundheitsschule mit dreijähriger Krankenpflegeausbildung sowie Kursen, Vorträgen und Seminaren für die Bevölkerung rundet das Angebot ab.
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Am weißen Sande

Die Straße Am weißen Sande verbindet die heutige Bahnhofstraße mit der heutigen Lindenstraße. Über den Ursprung des Straßennamens hört man verschiedene Überlieferungen. Meist beziehen sie sich auf den Fahrbahnbelag, der bis in die 1960er-Jahre sandig und sehr weiß gewesen sein soll.

Tatsächlich jedoch war der weiße Sand eine Anhöhe im Osten der ursprünglich um den Scharmbecker Bach gelegenene Ansiedlung Scharmbeck, die bis zum Ende des 19. Jahrhunderts als Sandkuhle zur Gewinnung von Baumaterial genutzt wurde. Im Jahr 1831 wurde „an der sandigen südlichen Höhe des Weißen Sandes“ der neue Scharmbecker Friedhof (Johannisfriedhof) angelegt, nachdem der alte Friedhof an der St. Willehadikirche nur noch eine errechnete „Ruhezeit“ von 13 Jahren erlaubte. 1871 wurde der Land- und Gastwirt Johann Kattenhorn (Im weißen Sande 14, später Bahnhofstr. 76) Scharmbecker Schützenkönig. 1887 verkaufte die Gemeinde Osterholz die in der „Feldmark“ liegende Sandkuhle an den Maurermeister Johann Steeneck. Er planierte den abgetragenen Teil, der fast bis an den Passweg (später Lindenstraße) reicht, und bereitete dort Bauplätze vor. 1925 erfolgte aus Beschluss des Scharmbecker Magistrates die Umbenennung von „Hohlweg“ in „Richtweg“.

1926 wird bei einer Magistratssitzung diskutiert, den Bauplatz an dem Richtweg Nr. 12 „unter der Hand“ zu verkaufen, um Mittel für den Bau einer Warmwasserbadeanstalt aufzubringen.Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1

St. Willehadi-Kirche

Willehadi-Kirche in Osterholz-ScharmbeckBereits im Jahr 850 wurde am Scharmbecker Markt aus Holz die älteste Kirche der Gegend gebaut und erhielt den Namen des ersten Bremer Bischofs, des Heiligen Willehad. Von der 1150 neu errichteten Kirche aus Feldsteinen sind die Turmmauern bis heute erhalten. Das Kirchenschiff wurde 1745 durch ein wesentlich größeres Gebäude ersetzt, das bis heute erhalten ist. 1883 mussten die vier kleinen Ecktürmchen des Turmes von Maurermeister Johann Steeneck wegen Einsturzgefahr entfernt werden. Die kleine Glocke und die Uhrschlagglocke wurden 1915 für die Kriegsindustrie geopfert.

Eine 1678 von Arp Schnitger für 250 Reichsthaler gebaute Orgel wurde 1734 durch das noch heute gespielte und vom Schnitger-Schüler Erasmus Bielfeldt gebaute Instrument ersetzt, die sog. Erasmus Bielfeldt Orgel. Dem renommierten Orgelsachverständigen und Organisten Prof. Harald Vogel zur Folge ist „ein solches original erhaltenes Instrument … einzigartig“. Es sei das vollständigste und klanglich am besten erhaltene Werk aus der Schnitger-Schule und gehöre zu den wichtigsten historischen Orgeln Deutschlands. (Quelle: Hamme Report 28.1.2009)
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