Westlich Beek

Verbindungsweg Ahrensfelder Damm/Aussichtsturm im Dezember
Westlich Beek oder Retentionsraum 1 (Standort) wird der 2007 fertiggestellte nördlichste der drei Retentionsräume genannt, die 2007 bis 2009 im Rahmen des GR-Projektes Hammeniederung angelegt worden sind.

Mit Hilfe künstlicher Dämme und zusätzlicher Sielbauwerke wird der Wasserstand im Winter auf einer Fläche von 475 ha um 20-60 cm erhöht. Bis zu 2.3 Mio m³ Wasser verwandeln dann die Postwiesen und Umgebung in “wiedervernässte Feuchtwiesen”, um die landwirtschaftliche Nutzung der Hammewiesen zu erleichtern und der Vogelwelt natürlichere Lebensbedingungen zu schaffen. In den ersten Wintern nach Fertigstellung konnte Westlich Beek nicht nachhaltig geflutet werden, weil die Entwässerung Pennigbüttels dann gefährdet war. Erst nachdem im Oktober 2011 der Mitteldammgraben zwischen Altenbrücker und Neuenfelder Str. nach Norden zur Teufelsmoorstraße umgeleitet wurde, konnten die Postwiesen im Winter 2011/2012 erstmals anhaltend geflutet bleiben.

Sternschnuppen fotografieren

Tietjenshütte mit Sternschnuppe
Hamme bei Tietjenshütte
Ausschnittsvergrößerung: Sternschnuppe oben li. - Canon 5D MkII, 24 mm, 1:6.3, 25 s, ISO 640

Gar nicht so einfach, Sternschnuppen zu fotografieren. Gestern war das Maximum des diesjährig besonders ergiebigen Sternschnuppenstroms der Draconiden vorhergesagt, 300 bis 600 Sternschnuppen pro Stunde waren prognostiziert worden. Ihr Radiant, aus dem sie zu entstehen scheinen, ist das Sternbild Drachen (lat. draco).

Wir suchten uns also einen Ort mit guter Sicht nach Westnordwest und einem fotogenen Vordergrund, in diesem Fall die Hammebrücke bei Tietjenshütte. Letztlich war die ganze Aktion zumindest hinsichtlich der Sternschnuppen von nur magerem Erfolg gekrönt, hat mir aber wertvolle Erkenntnisse eingebracht. Die will ich hier mal archivieren:

  1. Wolken sind natürlich schlecht, ist klar.
  2. Zu viel Mond (gestern war 4 Tage vor Vollmond) ist auch schlecht, anderweitige Lichtquellen ebenso. Ganz so negativ wie vielerorts diskutiert empfinde ich diese „Lichtverschmutzung“ aber nicht, immerhin will man in 10-30 Sek. (Belichtungszeit, dazu später) ja nicht nur den Himmel mit Sternen und (idealerweise auch) Sternschnuppen, sondern auch irgendeinen Vordergrund belichten. Ich jedenfalls, nur Himmel finde ich langweilig. Völlige Dunkelheit würde ich also nicht gerade bevorzugen. Gestern war die Mischung eigentlich gar nicht so schlecht, direkt bei Tietjens aber doch zu hell (und viel zu viele Autos auf der Straße…).
  3. Sternschnuppen sind ungeheuer schnell, schneller als ich sie in Erinnerung hatte. Dabei sollen die Draconiden sogar zu den eher „langsamen“ gehören. Deren 24.000 m/s lassen sie von mir geschätzte 0.5 s am Himmel ihre Spur ziehen. Aussichtslos also, sie gezielt abzulichten. Einzig sinnvolle Technik ist die Aneinanderreihung von Langzeitbelichtungen, wobei die Kometen-Trefferquote dem Zufall überlassen bleibt.
  4. Je geringer die Brennweite des Objektivs, umso höher die statistische Wahrscheinlichkeit, einen Kometen einzufangen. Umso kleiner andererseits auch die Sterne und Kometenspuren auf den Fotos. Ca. 35 mm (KB-Äquivalent) scheint mir ein guter Kompromiss zu sein.
  5. Bei dieser Brennweite zeigen Sterne je nach Entfernung zum Horizont etwa ab 15 s Belichtungszeit die typischen durch die Erdrotation bedingten Bewegungsartefakte, die mich zumindest bei diesen Aufnahmen stören. Eine Belichtungszeit von 15-25 s sehe ich als guten Kompromiss zwischen „Kometenwahrscheinlichkeit“ und Bewegungsunschärfe der Sterne an. Ich habe im Internet allerdings auch Fotografen gefunden, die diese „Sternschweife“ auf ihren Fotos als Sternschnuppen verkaufen, dann sollte man ruhig 5-10 Minuten Belichtungszeit wählen 🙂
  6. Handschuhe nicht vergessen, warmer Kakao wäre auch nicht schlecht gewesen.

Auch wenn ich letztlich nur ein einziges Bild (von 48) mit sichtbarer Sternschnuppe nach Hause gebracht habe und dieses auch noch durch die Wolken etwas beeinträchtigt wirkt, der Sternenhimmel über der Hamme ist schon sehenswert! Auch ohne Sternschnuppe:

Sternenklarer Himmel ... Wolken- und (leider auch) Kometenfrei

Torfkahn-Armada

Torfkahn-Armada 2011

2011 bot die mittlerweile fünfte Torfkahn-Armada bei besten Wetterbedingungen wieder zahlreichen Schaulustigen die Gelegenheit, ein wenig „alte Zeiten“ zu schnuppern. Das von den Besitzern und Skippern der Torfkähne alle drei Jahre zu Saisonbeginn im April aufwändig inszenierte Spektakel wurde wieder von der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser organisiert. Knapp 20 der zum Teil sehr liebevoll geschmückten und mit authentisch gekleideten „Moorbauern und -bäuerinnen“ besetzten Torfkahn-Nachbauten sind am Samstagmorgen in Worpswede aufgebrochen. Im Verband ging es dann über die Wümme und den Kuhgraben zum Bremer Findorff-Hafen.

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Kirchdammgraben

Moorexpress in Ahrensfelde
Der Moorexpress am Kirchdammgraben
Der Kirchdammgraben (Standort) mündet unmittelbar an der Eisenbahnbrücke des Moorexpress in die Hamme. Während er sich heute als von Seerosen nahezu bedeckter Seitenarm der Hamme idyllisch neben dem Bahndamm des Moorexpress präsentiert, war er im 17. und 18. Jh. der wichtigste Verkehrsweg zwischen Worpswede und Osterholz bzw. Scharmbeck. Bis zur Einweihung der Worpsweder Zionskirche 1759 gehörten die Gemeinden Worpswede, Waakhausen, Weyerdeelen, Überhamm und Hüttenbusch zum Pfarrbezirk Scharmbeck, so dass deren Einwohner für Gottesdienste, Taufen und Begräbnisse eine beschwerliche Reise durch die Hammeniederung auf sich nahmen. Diese führte sie in einem Fährkahn von der Worpsweder Mühle über die Hamme und den deshalb so genannten Kirchdammgraben zum östlichen Rand der damaligen Siedlung Weyerdamm.

Weyerdamm ca. 1764
Kirchdammgraben (zw. Hamme und Weyerdamm) ca. 1764
Von dort ging es zu Fuß oder mit dem Fuhrwerk über Weyerdamm und Kirchdamm zum Klosterplatz in Osterholz und dann weiter nach Scharmbeck.

Dies blieb bis zur Einweihung der Kleinbahnlinie zwischen Osterholz und Worpswede 1910 die wichtigste Verbindung der Worpsweder und ihrer Nachbarn mit dem Amt Osterholz, zu dem sie verwaltungstechnisch gehörten.

Ritterhuder Schleuse

Ritterhuder Schleuse
Ritterhuder Schleuse: Sonnenaufgang mit Graureiher
Die Ritterhuder Schleuse (Standortmehr Fotos) wurde 1875 in Betrieb genommen und steht seit 1985 unter Denkmalschutz. Sie ist vom 1.4. bis zum 15.10. jeweils 9.00-12.00 und 14.00-19.00 Uhr in Betrieb (außerhalb dieser Zeiten 3 Tage vorher telefonisch anmelden), zwischen 16.10. und 31.3. nur nach Voranmeldung (Tel. 0151-15030640). Die Schleusenkammer ist 26 m lang und 6.30 m breit, die Durchfahrtshöhe beträgt 4.70 m über NN. Sohle im Unterwasserbereich NN – 2.50 m, im Oberwasserbereich NN – 1.60 m (Angaben ohne Gewähr). (Quelle: GLV Teufelsmoor)
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Breites Wasser

Breites Wasser im Teufelsmoor
Weiter Himmel über dem Breiten Wasser
Das Breite Wasser (Standortmehr Fotos) ist ein kleiner See im Teufelsmoor, der nach Regulierung der Hamme als Altwasser erhalten geblieben ist. Das Wasser fließt im Breiten Wasser so langsam, dass es zunehmend verlandet ist. Im Rahmen des GR-Projektes „Hammeniederung“ wurden im Herbst 2008 mehr als 7.000 Tonnen Schlamm aus dem Gewässer und seinen Seitenarmen ausgebaggert und in Sandgruben bei Wallhöfen transportiert.
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Torfkahn

Torfkahn auf der Hamme
Torfkahn 'Anna Lena'
Anfang der 1980er-Jahre wurden in der Teufelsmoor-Region erste Nachbauten historischer Torfkähne (mehr Fotos …) gefertigt und wenig später für den Tourismus entdeckt. Torfkahnfahrten werden in der Regel von Mai bis September angeboten, das Faltblatt „Torfkahnfahrten 2014“ der Touristikagentur Teufelsmoor-Worpswede-Unterweser e.V. enthält alle regelmäßigen Torfkahnfahrten und die Kontaktadressen der verschiedenen Anbieter für Chartertouren.
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Torfkahnunfall 2008

Am 13. August 2008 kam es bei einer Torfkahnfahrt in Worpswede bei der Hammehütte Neu Helgoland zu einem tragischen Unfall. Eine 70-jährige Ausflüglerin aus der Region Bad Segeberg ertrank, als der mit einer Gruppe von Landfrauen besetzte Torfkahn „Neu Helgoland“ an diesem stürmischen Mittwoch-Nachmittag beim Anlegemanöver kenterte. Ein weiterer Passagier wurde schwer verletzt, viele erlitten leichte Verletzungen. Aus zunächst nicht geklärter Ursache war während der Fahrt Wasser in den Kahn eingedrungen. Beim Versuch der Fahrgäste, aus dem Torfkahn auszusteigen, war Panik ausgebrochen. (Quelle: Weserkurier, 16.8.2008)
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Hammebrücke Melchers Hütte

Brücke Melchers Hütte
Hammebrücke bei Melchers Hütte
Ein wunderschöner Ausflug für Frühaufsteher: Der Sonnenaufgang über Teufelsmoor und Hamme ist ein Naturschauspiel. Ein gut geeigneter Aussichtspunkt ist die am 23. September 2006 offiziell eingeweihte Hammebrücke bei Melchers Hütte (Standortmehr Fotos …), offiziell auch Melchers Brücke.

Gleichzeitig wurde am östlichen Ufer der Waakhauser Polder, ein Fuß- und Fahrradweg als Verbindung zwischen Brücke und Waakhauser Straße neu angelegt. Von ca. 740.000 Euro Gesamtbaukosten für Brücke und Zuwege wurden 80 % von der EU und dem Land Niedersachsen getragen, den Rest übernahmen zu gleichen Teilen von jeweils ca. 50.000 Euro die Stadt Osterholz-Scharmbeck, die Gemeinde Worpswede und der Landkreis Osterholz.

Am höchsten Punkt -etwa 4.50 m über der Wasseroberfläche- erweitert sich die ca. 115 m lange Brücke zu einer 3.20 m breiten Aussichtsplattform und knickt dann zu ihrem Auflagepunkt auf dem Deich des Waakhauser Polders etwas nach Osten ab. Die Planung der Brücke stammt -ebenso wie die des Aussichtsturmes in Neuenfelde– vom Bremer Architektenbüro Johannes Schneider.

Bockschiff

Ein Bockschiff ist lt. Meyers Großes Konversations-Lexikon von 1905 eine mit Mastenbock versehene Hulk (antriebsloses Schiff) zum Auf- und Abtakeln von Segelschiffen.

Auch auf der Hamme wurden über Jahrhunderte Bockschiffe eingesetzt, die auch als Böcke oder Weserböcke bezeichnet wurden und hauptsächlich dem Transport von Torf dienten. Es waren antriebslose lange Lastkähne mit geringem Tiefgang, die auf der Weser und den benachbarten Gewässern betrieben wurden.
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Nadelkissen

Hamme 1764 und 2008
Hammeniederung 1764 (Kurhannoversche Landesaufnahme)
Überlagert sind der heutige Verlauf von Hamme (blau), Kreisstraßen (gelb) und Bahnlinien (schwarz) sowie die 5 bekannten Standorte von Hammehütten (rot)
Das Nadelkissen war eine kleine Insel an der Mündung der Beek, die Spitze des von Beek und Hamme eingerahmten Dreiecks. Ihren Namen verdankt sie der leicht abgerundeten Oberfläche und dem Bewuchs mit Schilf und Rohrkolben. Auf dem Nadelkissen stand von 1877 bis 1893 (oder 1906) eine der Hammehütten, die von „Mudder Murken“ bewirtschaftet wurde und in der u. a. der Wegezoll zum Befahren der Beek zu entrichten war.

Im Zuge der weitgehend im 19. Jh. erfolgten Hammebegradigung erhielt das Nadelkissen eine feste Verbindung zum Festland und verlandete schließlich komplett.

Buch: Hammefahrt

Hammefahrt
Herausgeber: Hans Siewert
Herstellung: Verleger M. Simmering – Lilienthal, 2010
ca. € 19.-

„Hintergründige Betrachtungen sowie interessante Erlebnisse auf einer Torfschifffahrt vom Osterholzer Hafen über ‚Tietjens Hütte‘ nach „Neu-Helgoland'“

Hans Siewert, 1932 in Osterholz-Scharmbeck geboren und Enkel, Urenkel sowie Ur-Urenkel dreier alteingesessener Bockschiffer der Familie Schmonsees, beschreibt auf 80 interessant illustrierten Seiten die Geschichte der Torfkähne, ihre Bedeutung für die Teufelsmoor-Region und die ihm gut vertraute landschaftliche Entwicklung der Hamme im Bereich zwischen Tietjens Hütte und Neu-Helgoland.

Hammehütte Kiautschou

Postkarte (1906)
Die Hammehütte Kiautschou (Standort der Hütte), auch „Hütte Kiautschau“, „Rust’s Hütte“, „Fuhses Hütte“, „Puffs Hütte“, „Wedermanns Hütte“ oder „Tweete Hutten“ genannt, liegt am Ende der traditionellen „Holtstelle“ etwa 150 m flussabwärts von Melchers Hütte an der Hamme. Ihren Namen erhielt sie in der Kolonialzeit Ende des 19. Jh. in Anlehnung an die deutsche Kolonie Kiautschou in China.

Nach Ende des Schankbetriebes 1925 diente die Hütte zunächst als Wochenendhaus. 1930 fanden umstrittene Ex-Angehörige der Schwarzen Reichswehr hier Unterschlupf, von denen einer im Januar 1931 unter etwas mysteriösen Umständen auf der Hamme ums Leben kam.
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Tietjens Hütte

Bei Tietjens Hütte
Tietjens Hütte
Tietjens Hütte (Tel. 04791-9829560 • Fax 04791-9829620 • www.tietjens-huette.deStandortmehr Fotos …) ist eine der ehemals wohl sieben Hammehütten, die im 19. Jh. als Rast- und Handelsplätze der Torfbauern und -schiffer entstanden sind.

Der renommierte Restaurant- und Hotelbetrieb wurde 2005 insolvent. 2008 ersteigerte die Hollenbeck Verwaltungsgesellschaft (Geschäftsführerin Meike Hollenbeck) das Anwesen für € 400.000 und begann eine umfangreiche Sanierung. Die neue Pächterin T&H Restaurant GmbH mit Lokalchef Jörg Böhnke hat am 13.3.2010 mit der „Moordiele“ zunächst einen Teilbereich eröffnet. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 15.12.2009 und Webseite Tietjens Hütte)
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Schmales Wasser

Schmales Wasser - Planungsskizze Landkreis Osterholz
Planungsskizze Landkreis Osterholz
Das Schmale Wasser (Standort) ist ein künstliches Gewässer links der Hamme, das 2008-2009 im Zuge des GR-Projektes Hammeniederung im Bereich der sog. Worpsweder Pferdeweiden angelegt wurde. Als Pendant zum weiter flussabwärts rechts der Hamme gelegenen Breiten Wasser soll so der ursprüngliche Verlauf der begradigten Hamme als „naturnaher Lebensraum“ entwickelt werden.
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