Max und Moritz Lesung

Martin Leßmann in der Rönn'schen Mühle

2010 könnte als Gründungsjahr der Kulturmühle in die Osterholz-Scharmbecker Stadtchronik eingehen. Glaskugel-Prophezeiungen sind ja sonst nicht meine Art, und der Name Kulturmühle ist zugegebenermaßen ausgedacht. Aber was Ideengeber Paul Mahrt, Veranstalter Bürgerverein und Sponsor Volksbank am 15. September in der Rönn’schen Mühle auf die Beine gestellt haben (mehr Fotos hier), verlangt ganz einfach nach hoffentlich vielen Wiederholungen und Ergänzungen.

Der Schauspieler Martin Leßmann bot eine “szenische Lesung” verschiedener Werke von Wilhelm Busch, unter Anderem natürlich “Max und Moritz“, wofür sich diese Bühne auf’s Trefflichste anbot. Die Anwesenden waren sich einig, dass dies der Auftakt für eine regelmäßige Nutzung der Mühle als Kulturstätte sein sollte.

Update 2011: Die Veranstalter des letztjährigen events haben weitergemacht: am 29. und 30. Juni stand Martin Leßmann erneut auf der Bühne des Maschinenbodens, diesmal mit einer szenischen Lesung von Morgenstern. Wir haben es ebenso genossen wie im Jahr zuvor!

 
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Joachim Lübbert

Joachim Lübbert kennt jeden hier und jeder kennt ihn. Im wörtlichen Sinn mag das nicht zutreffen, im übertragenen aber ist es einfach eine Tatsache. Ich jedenfalls erfahre fast immer irgend etwas Interessantes, wenn ich ihn treffe. Gestern sah ich ihn von Weitem, als ich mit den Sonntagsbrötchen an der Mühle vorbei radelte. Also habe ich nach dem Frühstück rasch die Kamera umgehängt und mich nochmals auf den Weg zur Mühle gemacht. Und ich hatte Glück, seine Mühlenführung war bald beendet und ich durfte ihn -noch in “Müller-Uniform”- auf dem Maschinenboden in der 1. Etage fotografieren.

Das passt haargenau, denn für mich gehört er zur Mühle von Rönn an der Lindenstraße wie die vier Mühlenflügel. Deren vertikale Stellung übrigens schon von Weitem den Feierabend des Müllers anzeigt, wie er mir mal vor Jahren erklärt hat. Was in diesem Fall nicht so ganz zutrifft, denn mit “Feierabend” wäre sein Verhältnis zur Mühle höchst unzureichend charakterisiert. Dass die 1992 von der Stadt gekaufte Mühle heute als Mühlenmuseum ihrer Bedeutung als eines der Wahrzeichen der Stadt auch gerecht wird, ist auch seinem Engagement und einer vierstelligen Zahl freiwilliger Arbeitsstunden zu verdanken, die er in “seine Mühle” investiert hat.

Als Vorsitzender des Bürgervereins Osterholz-Scharmbeck e.V., der 2002 die Restaurierung und den Betrieb des Museums übernahm, kümmert er sich seither um die Sanierung der aufwändigen Technik. Hunderte von sachkundigen und sehr kurzweiligen Führungen hat Hr. Lübbert seither durchgeführt, vor einigen Jahren selbst das Müllerdiplom erlangt und 2010 zusammen mit Paul Mahrt und der Volksbank die Kulturmühle ins Leben gerufen.

Auch sonst treffe ich Hr. Lübbert immer wieder, wenn es etwas für das Gemeinwohl zu tun gibt. So 2009 in der Loger Straße, wo er für die Diakoniestiftung mit vielen anderen Freiwilligen tatkräftig das Haus saniert und renoviert hat, in dem heute Wärmestube und Osterholzer Tafel residieren.

„Glück zu“ und danke für das Foto, Herr Lübbert.

 

Mühle von Rönn im Schnee

Mühle im Schnee

Aus vielen Blickrichtungen bestimmt die Mühle von Rönn (Standortmehr Fotos) an der Lindenstraße 40 (früher 332) das Stadtbild, sie gilt als eines der Wahrzeichen von Osterholz-Scharmbeck. In den letzten Jahren ist sie mit viel privater Initiative saniert und zu einem Mühlenmuseum erweitert worden. Besichtigungen können vereinbart werden (Kontakt: Joachim Lubbert, Bürgerverein Osterholz-Scharmbeck e.V., Tel. 04791-59356). Im Mühlengebäude sind die Biologische Station Osterholz (BioS) und das Mühlencafe der Stiftung Maribondo da Floresta (geöffnet Di-So 10:00-18:00 Uhr) beheimatet. Auf Anregung von Paul Mahrt veranstalteten Bürgerverein und Volksbank am 15. September 2010 eine szenische Lesung aus “Max und Moritz” mit dem Schauspieler Martin Leßmann, möglicherweise als Auftakt für eine regelmäßige Nutzung der Mühle als Kulturstätte (siehe auch Kulturmühle).
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1956 übernahm Bäckermeister Adolf Heinkenschloß aus Lesumstotel die Bäckerei von Hinrich Dahnken und betrieb dort zusätzlich einen Gemischwarenladen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

 

1946 verlegte Chefarzt Dr. Schliemann seine Praxis von der Marktstr. 5 hierher. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

 

„Der Alte aus der Mühle“ lebte 1867-1958 und genoss in Osterholz-Scharmbeck hohes Ansehen. Albertus von Rönn stammt aus einer alten Müllerfamilie, bereits sein Großvater Martin Hinrich von Rönn (1788-1841) und sein Vater Christian Wilhelm von Rönn (1831-1911) übten dieses Handwerk aus. Albertus wurde 1867 in Cadenberge geboren und wurde zunächst Kaufmann. 1895 übernahm er die Windmühle in Scharmbeck von seinem verstorbenen älteren Bruder Wilhelm von Rönn (1663-1895), der diese 7 Jahre zuvor gekauft hatte. 1910 wurde er Müllermeister. (Quelle: Chronik der Familie von Rönn)

1908 wurde Albertus in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 3. Klasse, 1909 in den Magistrat, 1910 zum 1. Ratsherrn und 1929 zum Landtagsabgeordneten in Hannover gewählt. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1).

Anlässlich seines 90sten Geburtstages erhielt Albertus 1957 das Bundesverdienstkreuz, überreicht vom Regierungspräsidenten im Namen des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. 1958 starb Albertus von Rönn in seinem 91. Lebensjahr.

 

Wasserturm

Wasserturm

Der Wasserturm an der Lindenstraße in Osterholz-Scharmbeck (Standortmehr Fotos …) war ein wichtiger Bestandteil des neuen städtischen Wassernetzes, das 1933-35 als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme im sog. “Dritten Reich” installiert wurde. Als Wasserspeicher am höchsten Punkt der Stadt (37.2 m über NN) sorgte er mit dem gespeicherten Wasser für einen konstanten Druck im Wassernetz der Stadt. Vor 1935 hatte sich die Bevölkerung über einige private und im Stadtgebiet verteilte öffentliche Brunnen mit Wasser versorgt, u. a. auf dem Scharmbecker Markt und an der heutigen Kreuzung Bahnhofstr./Lange Str..

Im Turm wurden zwei Wassertanks angelegt: Der größere im Erdgeschoss enthielt 160 Kubikmeter Wasser für die “Niederdruckzone” und der höher gelegene 50 Kubikmeter für die “Hochdruckzone” der am 1. Dezember 1935 in Betrieb genommenen Wasserversorgung. Das Wasser wurde in Osterholz am Rande der Hammeniederung gewonnen, in zwei großen Brunnen gesammelt und aufbereitet. Zuvor waren Probebohrungen an der Loge, am Sandbeckerbruch und im Krummenwinkel unergiebig ausgefallen. Zur Wasserverteilung wurden 25 km Ortsrohrleitungen und 15 km Hausanschlussleitungen verlegt. (Quelle: J. Segelken Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch. Selbstverlag, 1938.)

Seit Inbetriebnahme des Erdbehälters am Gartel dient der Wasserturm nur noch als Aussichtsturm. Seit 2008 ist er allerdings wegen notwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen, sonst stand die Aussichtsplattform von Mitte Mai bis Mitte Oktober an Sonn- und Feiertagen nachmittags von 15:00 bis 18:00 Uhr offen. Die Oberkante der Mauerbrüstung liegt 63.42 m über NN.

 

Die heutige Grundschule mit jahrgangsübergreifenden Klassen hat eine bewegte Geschichte. 1905 kaufte die Gemeinde Scharmbeck dem Bauern Johann Freese vom Bergerhof für 10.000 Mark eine Weide ab, die zwischen der Volksschule (später Menckeschule) und der Bergerhofstraße (später Lindenstraße) lag. Im gleichen Jahr bewilligte der Bezirksausschuss in Stade das Ortsstatut für die dort geplante kaufmännische und gewerbliche Fortbildungschule. Das Statut verpflichtete alle im Gemeindebezirk Scharmbeck wohnhaften Handlungsgehilfen und Lehrlinge, die Fortbildungsschule zu besuchen und am Unterricht teilzunehmen. Das Schulgeld sollte für hiesige Schüler 30 und für Auswärtige 45 Mark jährlich betragen. 1906 wurde dann dem Maurermeister Johann Steeneck der Bauauftrag erteilt (Preis 44.000 Mark).

1910 wurden das Büro des Scharmbecker Magistrats und das Standesamt in das Gebäude verlegt. Vom 1. Oktober 1927 bis zum 15. Mai 1928 fand die Verwaltung der neuen Gemeinde Osterholz-Scharmbeck vorübergehend hier Raum, bevor sie in das neue Rathaus zog. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1

1943 wurde in der Kreisberufsschule ein Kindergarten der NS-Volkswohlfahrt (NSV) eröffnet.

1957 beschloss der Stadtrat, dass nach Auszug des Kreiskrankenhauses in dessen neues Domizil die Mittelschule wegen ihrer jahrelangen Raumnot von der Bahnhofstraße 36 in die Lindenstraße ziehen soll. Dafür erhielt die Schule einen 2- und 3-geschossigen Anbau (Architekt Schulze-Herringen), der am 22. September 1959 eingeweiht wurde. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

 

siehe Schule Lindenstraße.

 

1909 verkaufte Hofbesitzer Bernhard Bullwinkel (Marktstr. 94) dem Ratsherrn Carl Straat ein Grundstück an der Lindenstr., auf dem jener ein “der Neuzeit entsprechendes Wohnhaus” errichten wollte. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1, S. 291