Das ehemalige Pfarrhaus am Eichhof wurde zwischen 1730 und 1740 erbaut, 1892 wurde ein Giebelhaus davorgesetzt und ein Nebenhaus mit Wirtschaftsräumen und Konfirmandensaal errichtet. Letzteres wurde 1938 mit Mitteln der Gründelmann-Stiftung umgebaut, um zwei Diakonissinnen-Wohnungen zu ermöglichen. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967)

Heute dient das Haus als Dienstsitz der Superintendentin.

 

Kirchenstraße (Skizze)

Kirchenstraße vom Marktplatz (unten) bis zur Kreuzung Kattrepel/Poststraße (oben)

Die Kirchenstraße in Osterholz-Scharmbeck ist heute eine beschauliche Geschäftsstraße und ebenso wie Marktplatz, Marktstraße und “untere” Bahnhofstraße Teil des “Innenstadt-Kerngebietes”, das beispielsweise auch Zielgebiet der “WerkStadt Innenstadt” ist.

Seit 1986 ist die Kirchenstraße eine Fußgängerzone, zuvor aber war sie bis zur Eröffnung des südlichen Abschnittes der Umgehungsstraße 1973 mehr als 130 Jahre lang ein stark befahrener Teil der Fernstraße von Bremen nach Stade.
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Vor 1934 Kirchenstraße 376

1864 verkaufte Friedrich Wilhelm Isaak Ruete seinen Tuchladen an den Kaufmann J. H. Lidecke, der 1866 zum Bürgervorsteher 1. Klasse gewählt wurde. 1890 eröffnete Uhrmachermeister Johann Schriever ein Uhrenfachgeschäft. Im Jahr darauf erhielt er von der Gemeinde den Auftrag für die große Hausuhr für das im Bau befindliche Armen-Arbeitshaus (später Rathaus). 1921 wurden Schriefer bei einem Einbruch Uhren und Schmuck für ca. 20.000 Mark entwendet, die beiden Täter aus Bremen wurden verhaftet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

1963 eröffnete Berthold Fischer einen Elektrohandel. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

2009: AHA fashion

Siehe auch: Übersicht Kirchenstraße

 

Ehemals Hinter der Kirche bzw. Kirchenstr. 85.

Das ehemalige Schulgebäude neben der Willehadi-Kirche mit Lehrerwohnung und zwei Klassenräumen wurde 1753 erbaut. Tische und Bänke reichten für über 200 Kinder. Um 1791 betrug das Schulgeld für Sommer- und Winterschule jeweils 36 Grote zuzüglich vier Eier oder 1 Grote zu Ostern pro Kind, ab dem dritten Kind war das Schulgeld erlassen. In der Heizperiode musste jedes Kind täglich ein Stück Holz, Torf oder anderes Feuermaterial mitbringen.

1823 erwarb der Bäckermeister Sagehorn das Gebäude und eröffnete eine Bäckerei. Die Schule zog zur heutigen Marktstr. 7 um. 1831 bot Sagehorn sein Haus der “Ortscommission gegen die Cholera”, die vorsorglich ein künftiges Krankenhaus suchte, zum Verkauf an. Die Landdrosterei in Stade gab allerdings einer Bürgerinitiative “überhaupt aller Einwohner nahe der Kirche zu Scharmbeck” Recht und ordnete an, die Klinik am Ortsrand zu platzieren. Als Standort wurde dann das Wohnhaus des Tischlers Philipp Pflug auf dem Scharmbecker Winterberg ausgewählt und auch vertraglich fixiert. Ob es allerdings jemals in Betrieb gegangen ist, ist nicht bekannt. Sagehorn aber verkaufte die Bäckerei noch 1831 an seinen Kollegen Johann Diedrich Spilner, der sie bis 1859 betrieb.

1899 wohnte der neue 2. Pastor in Scharmbeck, Rektor Georg Friedrich Fiedler aus Bremervörde, im Haus. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

1967 war das Haus Dienstwohnung des Superintendenten i.R. Dr. Parpert. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967)

 

Anlässlich ihres 100-jährigen Bestehens stifteten die Stadtwerke einen Brunnen, der 2000 eingeweiht wurde. Gleichzeitig wurde der neu gestaltete und jetzt gepflasterte Kirchenplatz der Öffentlichkeit vorgestellt.

 

1972 verlegten Hans Ellmers und Frau ihren Damen- und Herrensalon zur Kirchenstraße 17, wo er (in der Nachfolgegeneration) noch heute besteht (siehe Ellmers Frisör).

1999 eröffnete die Ev. Freikirchliche Christuskirche ihre Beratungsstelle “Horizonte” mit den Beratern Johannes Schwarz und Dirk Ludorf (siehe Horizonte-Lebensberatung).

2001 eröffnete Manuela Dornstedt ein Kosmetikstudio. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Sie auch: Übersicht Kirchenstraße

 

Bis 1934 Kirchenstraße 111.

1910 ließ Lothar Schindler das Gebäude abreißen und das heutige Wohn- und Geschäftshaus “mit Türmchen” errichten, das etwas weiter zurück und damit in eine Flucht mit den Nachbarhäusern stand. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

Bis 1929 hatte der Möbelfabrikant Schindler hier seine Verkaufsräume, wo u. a. die um die Jahrhundertwende sehr beliebten Worpsweder Möbel mit Binsengeflecht erhältlich waren. Danach residierte hier eine Filiale der Hamburger Lebensmittelkette Thams & Garfs. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983)

Lt. Stadtchronik hatte sich Josef Kaufold im Auftrag der Fa. Schindler & Co bereits 1926 um einen Verkauf der Immobilie samt Einrichtung und Holzlager “Wegen anderweitigen Unternehmens” bemüht. In diesem Jahr wurde dann von F. W. Aukamp ein Schuhhaus eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

1967 zog die Drogerie Bruns von der gegenüberliegenden Nr. 15 in das Haus Nr. 18. 1999 musste das Gebäude nach einem Brand mit großem Sachschaden vollständig geräumt werden. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

2009: Eiscafe Durigon

Siehe auch: Übersicht Kirchenstraße

 

“Haus Eckstein”, früher mit dem “Studio Eckstein”.

1927 erweiterte Uhrmacher und Goldschmied Max Zirkler sein Geschäft um eine Porzellan- und Glaswarenabteilung. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

1956 fertigte Eugen Eckstein eine Amtskette für den Bürgermeister. Der renommierte Goldschmied und Künstler starb 1967 im Alter von 64 Jahren. Er hatte u. a. auch das Linteler Ehrenmal entworfen.

1968 wurde der Textil-Selbstbedienungsladen “Plus-Kauf” eröffnet. 1994 verlegte Renate Addicks ihr Geschäft “Leder-Flathmann” von der Poststr. 7 hierher. Im Oktober 1995 kam es zu einem Brand mit einem Sachschaden von ca. DM 250.000. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

 

Ehemals Kirchenstr. 107.

Standort eines der acht Vollhöfe Scharmbecks, dessen Geschichte bis 1534 zurückverfolgt werden kann. Das letzte Bauernhaus stand hier von ca. 1700 bis 1966.

Besitzer: 1534 und 1536 Frerych Wedemanns (oder Wesemanns). 1586 und 1596 Friedrich Wedemann(s). 1629 und 1650 Friedrich Wedemann. 1670 Otto Wedemann. 1686 Otto Arfmann. 1692 Magnus Arnken. 1694 Johann Hermann Bauer, Gerichtsschreiber. 1700 Johann Detmer (Dettmer), Kontributionseinnehmer (=Steuereintreiber). 1712 Drostin von Sternthal. 1725 Johann Detmer als Colonus (=Pächter) eingesetzt. 1737-60 Johann Hinrich Detmer, Kontributionseinnehmer. 1760 Daniel Hinrich Schröder, Schwiegersohn des Vorgängers und ebenfalls Kontributionseinnehmer. Bis 1801 Johann Hilmer, Kontributionseinnehmer. 1801-ca. 1840 Johan Schriefer, Kaufmann und Kornhändler. Ca. 1840 Finke. 1845-75 Hinrich Gloistein. 1875-88 Johann Hinrich Gloistein (im Jahr 1876 ca. 7 ha Ländereien). 1888-1904 Witwe von Johann Hinrich Gloistein. 1904-63 Joh. Gloistein. 1963-1966 oder 1967 Heinrich Brinkmann. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967 und: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Im Haus der Witwe Gloistein machte sich 1898 Sattler und Tapezierer Wilhelm Meyerhoff selbständig. Im Jahr 1900 übernahm Hermann Rohlfs das Rollfuhrwerk der Witwe Cyriaks aus der Poststraße. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

1966 wurde das alte Bauernhaus abgerissen und ein Jahr später im neuen Gebäude der “Deutsche Supermarkt (DS)” eröffnet. 1992 wurde der bis heute bestehende “Schuh-Karton” aufgemacht. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

 

Bis 1934 Kirchenstraße 109.

Johann Dierk Pape gründete 1800 das Gasthaus Pape, das 1837 von seinem Sohn Hinrich Pape übernommen wurde. Als dieser 1881 früh starb, war sein Sohn Johann noch nicht volljährig. Das Lokal wurde nacheinander an Wilhelm Struß, Christian Sievecke und Johann Diedrich Arps verpachtet. Johann Pape übernahm 1902 Gastwirtschaft und Kolonialwarengeschäft wieder von seinem Pächter Christian Sievecke (?), als Letzterer das Haus Winterbergstraße 56 (später 15) gekauft und dort eine Mineralwasserfabrik gegründet hatte. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

Der Lebensmittelladen Pape war 1939 neben Habekost in der Bahnhofstr. 117 (Bäckerei) und Seedorf in der Koppelstr. 23 (Schlachterwaren) eines von drei Geschäften, in denen die wenigen übrig gebliebenen Juden Osterholz-Scharmbecks in Folge der Rassegesetzgebung der Nationalsozialisten noch einkaufen durften, und dies nur in der Zeit von 12:00 bis 13:00 Uhr. (Quelle: Die Geschichte der Juden in Osterholz-Scharmbeck. hagalil.com)

1964 übergab Grete Erasmi die Fa. Johann Pape an Carl Marx. 1989 Eröffnung des Kosmetikgeschäftes “Spinnrad” (Inh. S. Hirsch). 1994 eröffnete “Die Margerite” (Floristik-Creativ, Inh. Heidi Böttjer). (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)