und Radfahren, Fotografie & Mac

Archiv zum Thema: Osterholz-Scharmbeck

Butenpad


Entfernung 14.5 oder 16.2 km
Fahrzeit 1 Std.
Steigung max. 2 %
Verkehr mäßig
Kinder Ältere ja
Route
 
naviki (inkl. GPS)
google maps
Fahrradportal Teufelsmoor

Schautafel Butenpad am Markt

Schautafel am Scharmbecker Marktplatz

Der Butenpad ist ein 14.5 oder 16.2 km langer Fuß- und Radweg um Osterholz-Scharmbeck herum. “Einmal rundrum” ist man mit dem Rad bei gemütlichem Tempo eine gute Stunde unterwegs und dabei nie weiter als 15 Minuten vom Stadtkern entfernt.

Die Idee zum ausgeschilderten Weg um die Stadt stammt aus dem Jahr 2003, der Name Butenpad wurde aus 80 von der Stadt eingeworbenen Publikums-Vorschlägen ausgewählt. Der Weg ist in Anlehnung an das Wappentier der Stadt durchgehend mit einem “lächelnden Bullen” als Logo ausgeschildert. Teile des Butenpades u. a. im Bereich Osternheide/Lintel sind mit ProLand-Fördermitteln finanziert und bis 2016 zweckgebunden.
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Post in Osterholz-Scharmbeck

Mo-Fr. 8.30-13.00 und 14.00-18.00
Sa 8.30-13.00

Die Zeiten prunkvoller Postämter wie dem 1906 am Bahnhof gebauten sind ja schon länger vorbei, aber seit der Privatisierung Mitte der 1990er-Jahre sterben auch die jüngeren Nachfolger deutschlandweit vielfach aus.

Kaiserliches Postamt Osterholz-Scharmbeck

Kaiserliches Postamt Osterholz-Scharmbeck

Das letzte Postamt in Osterholz-Scharmbeck in der Marktstr. 2 schloss 2009. Am gleichen Standort betrieb bis 2014 die Kolibri Schreibwaren GmbH (Inh. Birgit Reuter) eine Postfiliale, hat diese Kooperation aber wegen aus ihrer Sicht schlechter Vertragsbedingungen zum 31.3.2014 aufgekündigt. Am 1. April wurde dann die neue Filiale im Haus Marktplatz 1 (ehemals Neue Buchhandlung von Fr. Mader) im neuen “Osterholzer Schul&Office Shop” eröffnet, Betreiber ist Markus Dopmann (M.A.P.-Store (Fashion & More) in Lilienthal).

Das war auch dringend nötig, die 1998 in Kraft getretene Post-Universaldienstleistungsverordnung verlangt als Mindestanforderung nämlich nicht nur “mindestens 12.000 stationäre Einrichtungen…, in denen Verträge über Briefbeförderungsleistungen … abgeschlossen und abgewickelt werden können”. Sie deklariert auch recht genau, dass in Gemeinden mit mehr als 2.000 Einwohnern mindestens eine stationäre Einrichtung vorhanden sein muss. Und: “In Gemeinden mit mehr als 4.000 Einwohnern … ist grundsätzlich zu gewährleisten, dass in zusammenhängend bebauten Gebieten eine stationäre Einrichtung in maximal 2.000 Metern für die Kunden erreichbar ist”. Gleiches gilt für Paketbeförderungslesitungen. Bei Veränderungen der stationären Einrichtungen ist frühzeitig, mindestens zehn Wochen vor der Maßnahme das Benehmen mit der zuständigen kommunalen Gebietskörperschaft herzustellen. Spätestens Mitte Januar muss hier also Klartext her, so verstehe ich das. Wo doch für Bürger in Ahrensfelde und Lintel schon die heutigen Verhältnisse nur grenzwertig zumutbar sind.

Derzeitige Postfilialen und -shops in OHZ

Über Öffnungszeiten und Leistungsangebot informiert die Standortsuche der Deutschen Post.

  • Postfiliale
    in: Osterholzer Schul&Office Shop
    Marktplatz 1
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • DHL Paketshop
    in: Eggert-hifi+tv+sat-Systeme
    Sandbergstr. 2
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • Verkaufspunkt Brief- und Paketmarken am Bahnhof
    in: Teufelsmoor Gastronomie u. Service gGmbH
    Bahnhofstr. 24-28
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • Postfiliale Westerbeck
    in: FREIZEIT & CAMPING Ronald Trenke
    Westerbecker Str. 46
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • Postfiliale Buschhausen
    in: Famila Warenhaus Hannover GmbH&Co.KG
    Hördorfer Weg 44-50
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • Postfiliale Scharmbeckstotel
    in: Fa. Murken
    Hauptstr. 34
    27711 Osterholz-Scharmbeck
  • Postfiliale Sandhausen
    (beim Stallings)
    Myhler Str. 26
    27711 Osterholz-Scharmbeck

Radler-Quiz OHZ Teil 2

Radwegskizze Loger Str. / Ritterhuder Str. in Osterholz-Scharmbeck

Übersicht (Foto-Standorte und Blickrichtungen in blau)

Der Radler-Quiz macht mir irgendwie Spaß. Eigentlich habe ich nur nach einer Möglichkeit gesucht, die gegenwärtige Diskussion um eine “Fahrradfreundliche Stadt Osterholz-Scharmbeck” zu unterstützen, ohne die anderenorts dann schnell aufkeimende Polemik zwischen Rad- und Autofahrern zu schüren. Beim 1. Teil des Quiz sind mir dann selbst zwei, drei Lichter aufgegangen, wie schwierig es im Detail sein kann, absolut StVO-konform Rad zu fahren.

Machen wir also weiter, wenn’s recht ist: Heute möchte ich gerne mit Ihnen den Weg vom Quiz-Teil 1 fortsetzen. Lassen Sie uns vom Loger Eck auf der Loger Straße und Ritterhuder Straße bis zum Linteler Kreisel bei REWE fahren. Das sind 1.300 Meter, mit dem Rad sollten wir das in etwa 5 Minuten schaffen. Die Straße ist in jeder Richtung 1-spurig mit einer mittleren Verkehrsdichte von etwa 5.000 Kfz/24 Std. bis zur Kreuzung An der Handloge und etwa 8.000 Kfz/24 Std. im weiteren Verlauf.

Jetzt der Quiz:

Frage: Wie oft müssen Sie die Fahrbahn auf diesem Weg kreuzen, wenn Sie Sich an die StVO halten?
Nachtrag: gemeint ist, wie oft man die “Hauptfahrbahn” (also die Loger Str. bzw. später Ritterhuder Straße) überqueren, sprich die Fahrbahnseite wechseln muss. Und auch hier gilt: Als Rad Fahrender, nicht als Schiebender (sofern möglich :-) )

Teilnahmebedingung: Hinterlassen Sie die Antwort als Kommentar ganz unten auf dieser Seite. Start ist an der Kreuzung Bahnhofstraße/Baustraße (re. oben in der Skizze), ordnungsgemäß ganz rechts auf der Fahrbahn fahrend. Ziel ist der Kreisel bei REWE (ganz li. unten in der Skizze).

Tipp: Nach reiflicher Überlegung glaube ich, dass es gar keine absolut richtige Antwort gibt … Aber wir werden sehen. Die Örtlichkeiten können Sie entweder persönlich in Augenschein nehmen oder sich an folgenden Fotos orientieren. Die Standorte und Blickrichtungen der Fotos sind in der Skizze blau eingezeichnet, zum Vergrößern der Fotos einfach draufklicken.

Loger Strasse in Osterholz-Scharmbeck

Standort 1: Start ist bei der Loger Str. 2 (re. im Bild vor dem "Loger Eck")

Ritterhuder Strasse in Osterholz-Scharmbeck

Standort 2: Ritterhuder Straße Ecke Berliner Straße

Radler-Quiz OHZ Teil 1

Radfahrern wird ja gerne mangelnde Kenntnis der Verkehrsregeln vorgeworfen. “Kampfradler” nannte sie unser Ex-Verkehrsminister, die da kreuz und quer auf Fußwegen und auf der falschen Straßenseite andere Verkehrsteilnehmer terrorisieren. Natürlich gibt es die, würde ich sagen. Ebenso wie es Autofahrer und Fußgänger gibt, die es mit den Vorschriften der Straßenverkehrsordnung (StVO) nicht so genau nehmen. Aber ist das die Mehrheit? Schauen wir uns doch mal um im Alltag in Osterholz-Scharmbeck: Sind das Kampfradler auf den Fußwegen? Oder sind das unsere Nachbarn auf Rädern, die sich vielerorts nicht auf oder über die Straße trauen?

Sind es womöglich gar höfliche und interessierte Menschen, die einfach nicht wissen, wie man StVO-gerecht mit dem Fahrrad von A nach B kommt? Na, denen wollen wir es jetzt mal beweisen: Man braucht ja nur ein wenig gesunden Menschenverstand und ein paar Gesetzesregeln im Kopf zu haben, dann geht das wie von selbst.

Radweg Bahnhofstraße in Osterholz-Scharmbeck

Übersicht (Foto-Standorte und Blickrichtungen in blau)


Dann legen Sie mal los:

Aufgabe: Erläutern Sie bitte, wie man als Rad Fahrender unter Beachtung der geltenden Verkehrsregeln von der Bahnhofstraße in die Loger Straße gelangt. Wohlgemerkt: als Rad Fahrender und nicht als Rad Schiebender (das ist zu einfach, dann ist man nämlich Fußgänger).

Teilnahmebedingung: Lösungsweg möglichst knapp aber präzise als Kommentar hinterlassen, ganz unten auf dieser Seite. Start ist an der Kreuzung Hinter der Wurth (ganz re. in der Skizze), Ziel ist die Loger Str. nach 100 m (ganz li. unten in der Skizze).

Tipps: Es gibt meines Wissens zwei (bzw. drei) Lösungsmöglichkeiten, alle überraschend gefährlich für Sie als Radler. Die Örtlichkeiten können Sie entweder persönlich in Augenschein nehmen oder sich an folgenden Fotos orientieren (Standorte und Blickrichtungen sind in der Skizze blau eingezeichnet)

Untere Bahnhofstr. in Osterholz-Scharmbeck

Standort 1 mit Blick in die "untere Bahnhofstraße"

Radweg Bahnhofstraße 98 in Osterholz-Scharmbeck

Standort2 vor der Schatulle: Radweg noch 1.41 m breit, inkl. Kantstein

Standort 3 vor der Kreuzung Marktstraße: Wo ist der Radweg?

Standort 4 an der Kreuzung Marktstraße: Blick in die Loger Str.

Radwege in OHZ 1

Sackgasse an der Marktweide
Wie lange hätte so eine Verkehrsführung wohl auf der Fahrbahn Bestand ... ?

Mit den Radwegen ist das so eine Sache. Auch in Osterholz-Scharmbeck. Da freue ich mich doch sehr, dass dieses Thema jetzt im Wahlkampf zur Sprache kommt. So geschehen Anfang Februar 2014 bei einem Treffen des Bürgermeisterkandidaten Werner Schauer mit ADFC-Vertretern. Am drauffolgenden Montag dann gar im Kreisblatt auf Seite 1.

Und es gibt hier wirklich viel zu tun, das ist mir in den letzten Monaten immer klarer geworden. Allerdings müssen wir uns zu Beginn ein wenig mit den Fakten befassen, sonst brechen wir wie in vielen anderen Städten einen unschönen und völlig unnötigen Glaubenskrieg vom Zaum, wo denn nun die Radfahrer hingehören.

Worum geht es überhaupt?

Sehr viele Verkehrsteilnehmer -und bis 2013 gehörte ich auch dazu- glauben, dass Radfahrer auf Radwegen grundsätzlich besser aufgehoben sind als auf der Fahrbahn. Das aber ist schlichtweg falsch, ob man es jetzt persönlich befürwortet oder ablehnt. Die Gründe dafür sind vielfältig. An Kreuzungen und Einmündungen führt die Trennung von Auto- und Radverkehr zu einem höheren Unfallrisiko, was u. a. auf mangelnde Sichtbarkeit und falsches Sicherheitsgefühl zurückgeführt wird. Auch sind Unfälle zwischen Radfahrern und Fußgängern häufiger, wenn diese sich den Verkehrsraum teilen.

Radweg

Zeichen 237

Radweg

Zeichen 240

Diese Erkenntnis führte 1997 zu einer Novelle der StVO, mit der die generelle Radwege-Benutzungspflicht abgeschafft wurde. Seither sind Radwege nur benutzungspflichtig, wenn sie mit einem Zeichen 237, 240 oder 241 versehen sind. Auf einem Gehweg übrigens dürfen nur Kinder bis zum 10. Geburtstag fahren, Kinder bis zum 8. Geburtstag müssen das sogar.

Die Benutzungspflicht für einen Radweg darf nach Auffassung des Bundesverwaltungsgerichtes vom November 2010 (BVerwG 3 C 42.09) “nur angeordnet werden, wenn aufgrund der besonderen örtlichen Verhältnisse eine Gefahrenlage besteht, die das allgemeine Risiko einer Rechtsgutbeeinträchtigung erheblich übersteigt (§ 45 Abs. 9 Satz 2 der Straßenverkehrs-Ordnung – StVO)”.

Radweg

Zeichen 241

Straßenverkehrsordnung und höchstrichterliches Urteil sind da für mich als Laien recht unmissverständlich: Benutzungspflicht für Radwege darf nur unter ganz bestimmten Umständen angeordnet werden. Und als solche Umstände gelten ausschließlich Gefahren aufgrund besonderer örtlicher Verhältnisse.

Beschaffenheit benutzungspflichtiger Radwege

Doch damit nicht genug, es gibt auch noch die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) vom 22. Oktober 1998 in der Fassung vom 17. Juli 2009. Auszüge daraus:

Ist aus Verkehrssicherheitsgründen die Anordnung der Radwegebenutzungspflicht mit den Zeichen 237, 240 oder 241 erforderlich, so ist sie, wenn nachfolgende Voraussetzungen erfüllt sind, vorzunehmen. Voraussetzung für die Kennzeichnung ist, daß

  1. eine für den Radverkehr bestimmte Verkehrsfläche vorhanden ist oder angelegt werden kann. Das ist der Fall, wenn
    • a) von der Fahrbahn ein Radweg baulich oder ein Radfahrstreifen mit Zeichen 295 “Fahrbahnbegrenzung” abgetrennt werden kann oder
    • b) der Gehweg von dem Radverkehr und dem Fußgängerverkehr getrennt oder gemeinsam benutzt werden kann,
  2. die Benutzung des Radweges nach der Beschaffenheit und dem Zustand zumutbar sowie die Linienführung eindeutig, stetig und sicher ist. Das ist der Fall, wenn
    • a) er unter Berücksichtigung der gewünschten Verkehrsbedürfnisse ausreichend breit, befestigt und einschließlich einem Sicherheitsraum frei von Hindernissen beschaffen ist. Dies bestimmt sich im allgemeinen unter Berücksichtigung insbesondere der Verkehrssicherheit, der Verkehrsbelastung, der Verkehrsbedeutung, der Verkehrsstruktur, des Verkehrsablaufs, der Flächenverfügbarkeit und der Art und Intensität der Umfeldnutzung. Die lichte Breite (befestigter Verkehrsraum mit Sicherheitsraum) soll in der Regel dabei durchgehend betragen:
      • aa) Zeichen 237
        – baulich angelegter Radweg: möglichst 2,00 m, mindestens 1,50 m
        – Radfahrstreifen (einschließlich Breite des Zeichens 295): möglichst 1,85 m, mindestens 1,50 m
      • bb) Zeichen 240
        – gemeinsamer Fuß- und Radweg: innerorts mindestens 2,50 m, außerorts mindestens 2,00 m
      • cc) Zeichen 241
        – getrennter Fuß- und Radweg: Für den Radweg mindestens 1,50 m

      Zur lichten Breite bei der Freigabe linker Radwege für die Gegenrichtung vgl. Nummer II 3 zu § 2 Abs. 4 Satz 3.

      Ausnahmsweise und nach sorgfältiger Überprüfung kann von den Mindestmaßen dann, wenn es aufgrund der örtlichen oder verkehrlichen Verhältnisse erforderlich und verhältnismäßig ist, an kurzen Abschnitten (z. B. kurze Engstelle) unter Wahrung der Verkehrssicherheit abgewichen werden.

    • b) die Verkehrsfläche nach den allgemeinen Regeln der Baukunst und Technik in einem den Erfordernissen des Radverkehrs genügendem Zustand gebaut und unterhalten wird und
    • c) die Linienführung im Streckenverlauf und die Radwegeführung an Kreuzungen und Einmündungen auch für den Ortsfremden eindeutig erkennbar, im Verlauf stetig und insbesondere an Kreuzungen, Einmündungen und verkehrsreichen Grundstückszufahrten sicher gestaltet sind.
Besonders gefährlich: “Linke” Radwege

Auf der eigentlich falschen Seite leben Radfahrer innerhalb geschlossener Ortschaften besonders gefährlich. Dem trägt die o. g. Verwaltungsvorschrift deshalb besonders Rechnung:
“Freigabe linker Radwege (Radverkehr in Gegenrichtung)

  1. Die Benutzung von in Fahrtrichtung links angelegten Radwegen in Gegenrichtung ist insbesondere innerhalb geschlossener Ortschaften mit besonderen Gefahren verbunden und soll deshalb grundsätzlich nicht angeordnet werden.
  2. Auf baulich angelegten Radwegen kann nach sorgfältiger Prüfung die Benutzungspflicht auch für den Radverkehr in Gegenrichtung mit Zeichen 237, 240 oder 241 oder ein Benutzungsrecht durch das Zusatzzeichen „Radverkehr frei” (1022-10) angeordnet werden.
  3. Eine Benutzungspflicht kommt in der Regel außerhalb geschlossener Ortschaften, ein Benutzungsrecht innerhalb geschlossener Ortschaften ausnahmsweise in Betracht.
  4. Am Anfang und am Ende einer solchen Anordnung ist eine sichere Querungsmöglichkeit der Fahrbahn zu schaffen.
  5. Voraussetzung für die Anordnung ist, dass
    • a) die lichte Breite des Radweges einschließlich der seitlichen Sicherheitsräume durchgehend in der Regel 2,40 m, mindestens 2,0 m beträgt;
    • b) nur wenige Kreuzungen, Einmündungen und verkehrsreiche Grundstückszufahrten zu überqueren sind;
    • c) dort auch zwischen dem in Gegenrichtung fahrenden Radfahrer und dem Kraftfahrzeugverkehr ausreichend Sicht besteht.
  6. An Kreuzungen und Einmündungen sowie an verkehrsreichen Grundstückszufahrten ist für den Fahrzeugverkehr auf der untergeordneten Straße das Zeichen 205 „Vorfahrt gewähren.” oder Zeichen 206 „Halt. Vorfahrt gewähren.” jeweils mit dem Zusatzzeichen mit dem Sinnbild eines Fahrrades und zwei gegengerichteten waagerechten Pfeilen (1000-32) anzuordnen. Zum Standort der Zeichen vgl. Nummer I zu Zeichen 205 und 206. Bei Zweifeln, ob der Radweg noch zu der vorfahrtberechtigten Straße gehört vgl. Nummer I zu § 9 Absatz 3; Randnummer 8.”
Wie sieht’s in Osterholz-Scharmbeck aus?

Je länger ich mich mit den Hintergründen, gesetzlichen Regeln, Verwaltungsvorschriften und Urteilen beschäftige, umso klarer wird mir, dass kaum ein Radweg in Osterholz-Scharmbeck benutzungspflichtig sein dürfte. Die wichtigsten Radwege der Stadt will ich mir daraufhin allerdings im Detail ansehen, mit vorgefertigten Meinungen und Allgemeinplätzen ist niemandem geholfen. Angefangen habe ich mit einer Bestandsaufnahme der Radwegen an der Bahnhofstraße, demnächst hier nachzulesen.

Wohlgemerkt: Als Auto- und Radfahrer würde ich es sehr begrüßen, wenn Radler auf allen Hauptstrecken der Stadt geeignete und sichere Radverkehrsanlagen vorfinden würden. Um sie einerseits selbst zu nutzen und andererseits möglichst nie als Kfz-Führer in einen Unfall mit Radfahrer-Beteiligung verwickelt zu werden. Solange wir aber solche Radwege nicht haben, bleibt aus meiner Sicht gar keine andere Wahl, als die Benutzungspflicht vielerorts aufzuheben und zu lernen, mit Radfahrern auf der Fahrbahn zu leben.

Zunächst einmal ist es in meinen Augen sehr vielversprechend, dass die Stadtverwaltung im Ausschuss für Planung und Stadtentwicklung auf Antrag der SPD-Fraktion in der nächsten öffentlichen Sitzung (18. Februar 16.00 Uhr) einen “Sachstandsbericht zum Radwegenetz für den Alltagsverkehr” abgibt. Wir sollten am Ball bleiben, das Image einer “Fahrradfreundlichen Stadt” wird in Zukunft grad in der jüngeren Generation nicht ohne Bedeutung sein.

Bahnhofstraße 109

Bahnhofstraße 109 im Jahr 2013

Das Haus in der Bahnhofstr. 109 in Osterholz-Scharmbeck (früher Bahnhofstraße 375, auch “Alte Lohgerberei” oder “Dewitz’sches Haus”) ist nach Abriss seines Vorgängers 1915 (Segelken 1938) oder 1922 (Segelken 1967) erbaut worden. 1832 hatte Hinrich Böse, Sohn des in Bremen bekannten Hauptmanns Böse, hier die erste Lohgerberei Scharmbecks errichten lassen.

1903 wurde der Lohgerber Adolph Dewitz Scharmbecker Schützenkönig. (Quelle: Meenkhoff)

1954 Eröffnung von “Specht Kaffee”.
1960 übernahm Bäcker- und Konditormeister Werner Schott die “Wiener Konditorei”, die 1963 (ebenso wie der Laden in der Heidkampstr. 13) von Bäckermeister Alfred Merten übenommen wurde.
Gleichfalls 1963 machte R. Geske den “Schuh-Discount” auf.
1966 Schnellimbiss (Inh. Friedrich Burmeister und Frau).
1968 Tele-Service Bergemann (Rundfunk, Fernsehen, Phono; Inh. Horst Bergemann).
1976 Elektro-Francksen (Inh. Hans-Jürgen Lang), 1985 an Jürgen Blome übergeben.
1999 eröffnete Elke Möck den Esoterik-Shop Maya.
(Quelle: Meenkhoff)

Dezember 2013 Eröffnung “Kosmetikstudio Harmony”

Torsten Rohde

<<    #068 von 999 Gesichtern    >>
Torsten Rohde

Bei der Bürgerversammlung zur Teichfrage vor zehn Tagen habe ich auch Torsten Rohde kennengelernt. Auch er war einverstanden, bei den 999 Gesichtern dabei zu sein, vielen Dank dafür!

Wir hatten uns für Samstag zum “Shooting” verabredet und wollten eigentlich einen kleinen Gang durch Scharmbeckstotel machen, um beim Pläuschchen nach einem geeigneten Hintergrund für das Porträt zu suchen. Ich habe dann aber bei -9 °C gekniffen, offiziell um keine erfrorene Nase auf dem Bild zu haben. Inoffiziell kann ich bei dieser Temperatur selbst mit Handschuhen nach 20 Minuten die Kamera kaum noch auslösen. Stattdessen habe ich Heike Rohdes Kaffee-Angebot angenommen und keine fünf Minuten später waren wir drei in allerlei interessante Gespräche und ich eine Stunde später in einen zweiten Kaffee vertieft. Auch dafür Danke!

Torsten Rohde ist Diplombetriebswirt und als leitender Stadtverwaltungsdirektor bei der Stadt Osterholz-Scharmbeck für Organisation, Personal, Recht, Finanzen, Ordnungswesen und Soziales zuständig. Im Dezember 2013 hat er seine Kandidatur für die im Mai bevorstehende Bürgermeisterwahl bekanntgegeben (facebook-Seite), als unabhängiger Kandidat wird er dabei von CDU, Grünen, Bürgerfraktion und FDP unterstützt.

Teich oder Tümpel?

Starkes Teich in OHZ

Derzeit noch Teich

Die Diskussionen um Starkes Teich und das Bauprojekt Hinter der Kirche in der Innenstadt von Osterholz-Scharmbeck reißen nicht ab. Streckenweise mit recht amüsantem Hin und Her … wenn sie für die Zukunft der Innenstadt nicht so wichtig wären. Man sollte sie deshalb lieber ernst nehmen, oder nicht? Was denken Sie?
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H&M in Osterholz-Scharmbeck?

H&M-Filialen im Elbe-Weser-Dreieck

In der Diskussion um die Stadtentwicklung von Osterholz-Scharmbeck wird liebend gern über die Ansiedlung “großer Filialisten” geredet und geschrieben. Einerseits wird das Argument von 1.000 qm Flächenbedarf immer wieder zur Begründung für Großprojekte herangezogen, andererseits scheinen recht viele ein Bedürfnis nach einem entsprechenden Angebot zu haben, zuletzt beispielweise bei der Zufallsbefragung von Passanten durch das Kreisblatt. Sehr häufig fällt dabei der Name des Größten in der Textilbranche, Hennes & Mauritz (H&M). Wenn ich das höre, drängen sich mir immer gleich zwei Fragen auf:

1. Ist das realistisch?
2. Ist es für die (mittelfristige) Stadtentwicklung wünschenswert?

Wobei klar sein dürfte, dass man sich die Antwort auf die zweite Frage schenken kann, wenn die erste verneint wird. Reden wir also über Realisierbarkeit.

Realistisch?

Die Meinungen vermeintlicher und selbsternannter Fachleuten gehen dermaßen auseinander, dass man als Laie nicht umhin kommt, sich selbst ein wenig zu informieren:

Gegründet 1947 in Västerås, hat H&M 1980 seine erste Deutschland-Filiale eröffnet und erwirtschaftet jetzt hierzulande mit 412 Filialen (Ende August 2013) den mit Abstand größten Umsatz innerhalb des Konzerns. Im Jahr 2012 waren das 30.3 Mrd Schwedischen Kronen oder knapp 3.5 Mrd Euro. Laut manager-magazin 2012 erlöst H&M pro Quadratmeter Verkaufsfläche 3.800 Euro jährlich. Im Jahr 2013 hat sich H&M nach eigenen Angaben hauptsächlich auf Erweiterung in China und den U.S.A. konzentriert und den Internethandel vorangetrieben. (Quelle: H&M Press Conference 30 Jan 2013 Full-Year Report).

Die Ansiedlungspolitik ist bei H&M sehr detailliert vorgegeben und wird als Geschäftsgeheimnis betrachtet. Immer wieder wird betont, dass sich H&M grundsätzlich auf die “bedeutendsten” Städte eines Landes konzentriert und dass für neue Filialen das Prinzip der “besten Geschäftslage” gilt. Vor diesem Hintergrund: Würde H&M eine Filiale in Osterholz-Scharmbeck (30.500 Einw.) eröffnen, wenn die nächsten in Vegesack (15 km oder 20 Autominuten) und der Waterfront (19 km oder 22 Autominuten) liegen? Ein Blick auf die Neueröffnungen der letzten Jahre bringt vielleicht weiter:

  • 2011 wurde erstmals in Deutschland in Mühldorf eine Filiale in einer Stadt mit weniger als 30.000 Einw. eröffnet. Mit ca. 17.300 Einw. galt Mühldorf aber als interessanter Einzelhandelsstandort in Oberbayern, weil im Umkreis von 30 Autominuten mit 250.000 potenziellen Kunden gerechnet wurde und die nächste H&M-Filiale in Landshut 57 km und damit etwa eine Autostunde entfernt war.
  • 2012 wurde sogar eine Filiale im Ort Posthausen der Einheitsgemeinde Flecken Ottersberg mit 12.200 Einw. nur 19 km oder 15 Autominuten von der nächsten Filiale im Weserpark eröffnet, diese aber bei Dodenhof, dem größten Einkaufszentrum Norddeutschlands mit ca. 5 Mio. Besuchern jährlich.
  • Oktober 2013 neue Filiale mit 2.200 qm Verkaufsfläche in Nordhorn (52.000 Einw.) an der Grenze zur Niederlande. Nächste Filiale zuvor in Lingen (24 km oder 30 Autominuten).
  • November 2013 Neueröffnung in Buxtehude (39.700 Einw.) mit 1.700 qm Verkaufsfläche im neuen Rathausquartier. Zuvor nächste Filialen waren HH-Harburg (23 km oder 29 Autominuten) und Stade (24 km oder 24 Autominuten).
  • 2014 wird in Celle (69.000 Einw.) eine neue Filiale mit 1.800 qm eröffnet, bislang am dichtesten war Langenhagen (42 km oder 35 Autominuten).
  • Mai 2015 geplanter Baubeginn für einen Shop in Schwandorf (28.000 Einw.) in Bayern mit 2.300 qm Verkaufsfläche. Nächste Filiale derzeit in Amberg (25 km oder 25 Autominuten).
  • Herbst 2013 Umbau eines ehemaligen Textilkaufhauses in Ehingen (Baden-Württemberg, 24.600 Einw.) zur H&M-Filiale mit 2.000 qm, 26 km oder 30 Autominuten von der nächsten Filiale in Ulm entfernt.
  • Im Januar 2013 ließ die H&M-Pressestelle in Hamburg wissen, dass Stendal (40.000 Einw.) in Sachsen-Anhalt für H&M ein “interessanter Standort” sei. Die derzeit nächste Filiale in Magdeburg ist 63 km oder 50 Autominuten entfernt.

Diese öffentlich zugänglichen Informationen über aktuelle oder geplante Filialeröffnungen lassen den Schluss zu, dass eine Filiale in Osterholz-Scharmbeck zwar nicht völlig unrealistisch scheint, sicher aber eine weitere “Lockerung” der Ansiedlungskriterien seitens H&M voraussetzen würde. Nie zuvor ist eine Filiale in einem Ort dieser Größe eröffnet worden, wenn bestehende Filialen so gut erreichbar waren wie von uns aus. Eine H&M-Filiale würde auch kaum mit 1.000 qm Fläche auskkommen, sondern locker das Doppelte brauchen und dann einen Erlös von 7.6 Mio € jährlich versprechen müssen.

Wünschenswert?

Eine H&M-Filiale in Osterholz-Scharmbeck, dazu wird es immer verschiedene Meinungen geben. Soviel steht fest: zumindest ein Teil der Anwohner wäre mit dieser Nachbarschaft nicht einverstanden. Aber es ist nun einmal Innenstadt und ebenso wie die Nachbarn von Windkrafträdern oder Atommüllendlagern müssen auch Innenstadtbewohner ihre Interessen jenen der Allgemeinheit manchmal wohl unterordnen. Vorausgesetzt, dass es wirklich die Interessen der Allgemeinheit sind und nicht Partikularinteressen eines Investors oder gar eines anonymen Fonds.

Genau das ist ein wesentlicher Punkt: Niemandem hier vor Ort ist damit gedient, eine weitere seelenlose Asphaltfläche mit Parkplätzen a’la Aldi-Rückseite zu bewilligen, um noch einem Telefon-Shop, noch einer Versicherung und noch einem jährlich wechselnden “Start-Up” zweifelhaften Nutzens Herberge zu bieten. Geschweige denn 1.000 qm Leerstand, weil eine weitere Kette nach zwei Jahren wegen Insolvenz oder größeren Raumbedarfs mal eben umdisponiert. Eines ist mir bei den Recherchen klar geworden: H&M wäre mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit eine solide Ansiedlung, besteht aber auf der “1a-Lage”. Und die haben wir in Osterholz-Scharmbeck in absehbarer Zeit genau einmal zu vergeben. Wenn also diese Alternative in Betracht gezogen werden soll, dann muss es jetzt geschehen. Und dann muss man auch bereit sein, über mindestens 2.000 qm zu reden. Was eine nennenswerte Anzahl von Wohnungen an diesem Standort vermutlich ausschließt.

Fazit

Ich habe den Eindruck gewonnen, dass eine H&M-Filiale in Osterholz-Scharmbeck nicht gänzlich ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich ist. Wenn überhaupt, dann nur jetzt, nämlich “Hinter der Kirche” mit einer Fläche von mindestens 2.000 qm. Da die Firma H&M sehr feste Vorstellungen über ihre Ansiedlungspolitik hat, sollte sich die Frage von berufener Seite vermutlich rasch klären lassen. Andernfalls nämlich braucht man auch nicht mehr ständig nach “großen Filialisten” zu schielen und kann sich endlich machbaren und zukunftsfähigen Lösungen zuwenden.

Werner Schauer

<<    #067 von 999 Gesichtern    >>
Werner Schauer

Werner Schauer bei leichtem Nieselregen vor dem neuen Medienhaus am Campus in Osterholz-Scharmbeck. Etwas längere Geschichte, wie es vergangenen Samstag dazu kam. Wir kannten uns virtuell zwar schon länger, ich ihn aus der Zeitung und von seiner Internetseite und er mich von teufelsmoor.eu, haben uns aber erst bei der Bürgerversammlung am Mittwoch im Rathaus persönlich kennengelernt. Er war spontan einverstanden, bei den 999 Gesichtern mitzumachen, vor Ort jedoch war bei Kunstlicht streng von oben in Sachen Porträt nicht viel Staat zu machen. Also verabredeten wir uns locker für Samstag vormittag zum Shooting. Als wir dann telefonierten, schien auch alles prima: bewölkt aber trocken. Ich dachte: kann eigentlich nichts passieren, der Herr Schauer hat ja in den 1970er-Jahren eine Ausbildung beim Deutschen Wetterdienst absolviert. Hat aber nichts genutzt, eine halbe Stunde später nieselte es leicht vor sich hin. Zum Glück haben wir uns davon nicht stören lassen, danke dafür, Herr Schauer!

Werner Schauer ist Volljurist und Diplomkaufmann. Er kam vor knapp neun Jahren zum Landkreis Osterholz, wo er als Dezernent für Finanzen, Personal, Organisation und die Abfallwirtschaft zuständig ist. Im August 2013 wurde er von der SPD Osterholz-Scharmbeck zum Kandidaten für die im Mai bevorstehende Bürgermeisterwahl nominiert.

Beim Landkreis war er schon sehr früh mit den Planungen für das im Hintergrund schimmernde Medienhaus befasst, auf das er ziemlich stolz ist. Ich übrigens auch, das Quartier dort wird nach meiner Überzeugung 2014 mächtig zulegen. Macht als Hintergrund also schon inhaltlich viel Sinn, optisch sowieso.

OHZ gewinnt Zukunftspreis

Es war einmal 2017 …


Osterholz-Scharmbeck gewinnt Zukunftspreis


Niedersächsische Kreisstadt im europäischen Rampenlicht


Brüssel (jh). Die geladenen Vertreter der Kreisstadt am Rande des Teufelsmoores bei Bremen traf es fast unvorbereitet. Erst am Nachmittag der Preisverleihung war durchgesickert, was später von Pressevertretern als Überraschung des Abends gewertet wurde: Osterholz-Scharmbeck ist mit dem erstmals verliehenen Zukunftspreis der Europäischen Union für nachhaltige Stadtentwicklung ausgezeichnet worden und hat sich damit auf der Zielgeraden gegen London, Berlin und Hamburg durchgesetzt.

Die internationale Jury mit Stadtplanern aus sieben europäischen Staaten hat den mit 250.000 Euro dotierten Preis an das 2016 abgeschlossene Projekt Wohnen und Arbeiten am Teich vergeben, weil es “in herausragender Weise zeigt, dass Kommunen bei intelligenter Vernetzung von Bürgern, privaten Investoren und Verwaltungsorganen auch in Zeiten beschränkter finanzieller Ressourcen zukunftsweisende Bauprojekte realisieren können, die ihre Zentren für das Szenario von Demografie und Mobilität in den 2020er-Jahren befähigt.”

EU-Ratspräsident Sleuterdijk hob in seiner Laudatio die vorausschauende Berücksichtigung der Altersstruktur, den Schutz von Natur und Umwelt sowie die Verzahnung von lokalem Gewerbe mit Wohn- und Lebensraum hervor. Osterholz-Scharmbeck sei es gelungen, ein europaweit beachtetes Beispiel sanfter Stadtmodernisierung zu schaffen, das sich im Alltag bewähre und nicht nur ökologisch, sondern auch betriebwirtschaftlich funktioniere.

Bürgermeister Rubbellos aus der 30.000 Einwohner zählenden Kreisstadt im Elbe-Weser-Dreieck lobte bei der Preisverleihung den Ideenreichtum der Beteiligten vor Ort. Er betonte aber auch die “unbürokratische Hilfestellung” von Seiten der Kommunalverwaltung, ohne die eine Realisierung schwer vorstellbar sei. Das 2014 aus der Not geborene Teichprojekt sei mittlerweile in hohem Maße akzeptiert und habe zu einer spürbaren Verbesserung des Stadtklimas geführt. Eine Erweiterung um ein Nachbargrundstück mit Plänen für zwei weitere Ladengeschäfte sei bereits in Arbeit, das Preisgeld dafür hochwillkommen.

Stadtentwicklung im Genossenschaftsmodell: Das “Teichprojekt”

Osterholz-Scharmbeck im Jahr 2014: Ein Mittelzentrum mit den üblichen Problemen: sinkende Umsätze und Leerstand in der Innenstadt, prognostizierte Überalterung und klamme Stadtsäckel. Ein Investoren-Bauprojekt klassischen Zuschnitts führt zu Bürgerprotesten, weil ein Teil des alten Mühlenteichs für Parkplätze geopfert werden soll. Der Streit um den bis dato fast in Vergessenheit geratenen Teich schafft es bis ins Regionalfernsehen, eine Bürgerversammlung führt letztlich zur Ablehnung des Bauvorhabens. Der gordische Knoten aus Renditestreben und Sanierungszwang auf der einen, Umweltschutz und Förderung der Lebensqualität im Zentrum auf der anderen Seite scheint unauflösbar.

Es war eine konzertierte Aktion von Verwaltung, Politik, einem örtlichen Geldinstitut und zehn Bürgern der Stadt, die das Unvorhergesehene schaffte: Heute strahlt der Teich in lange nicht gekannter Schönheit und daneben steht ein modernes 2½-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus.

Kleiner als der ursprünglich geplante Bau lässt es beidseits Raum für einen freien Teichzugang. 15 seniorengerechte Komfortwohnungen sind dort entstanden und ihre Eigentümer teilen sich auch den Besitz an der Hausmeisterwohnung, den Ladengeschäften im Erdgeschoss und einem Fuhrpark mit zwei Elektro-Smarts, einem Hybrid-Kombi und vier Elektro-Fahrrädern. Die Gemeinde hat im Gegenzug eine attraktive Ausgleichsabgabe für fehlende Kfz-Einstellplätze nach § 47 der Niedersächsischen Bauordnung festgesetzt.

Die Geschäftsleute im Erdgeschoss wurden von der Hausgemeinschaft ausgewählt und genießen teilweise Sonderkonditionen deutlich unter marktüblichem Niveau. Sie bieten dafür Optionen auf Sach- oder Dienstleistungen, die von den Wohnungseigentümern nachgefragt werden. Bei Fertigstellung der Immobilie waren die drei Läden an einen ambulanten Pflegedienst, ein Bistrocafé und eine Hausverwaltung fest vergeben, weitere Interessenten stehen bereits auf der Warteliste.

Einwohnerversammlung Teich

Bürgerversammlung im Rathaus Osterholz-Scharmbeck

Jörg Fanelli-Falcke erläutert die Hintergründe der Bauplanung

Gestern abend war Einwohnerversammlung im Rathaus Osterholz-Scharmbeck. Gut 100 Interessierte waren der Einladung der Stadt in den großen Sitzungssaal gefolgt, um über die “Städtebauliche Entwicklung im Bereich Hinter der Kirche / Teichstraße” zu diskutieren. Die Bürgerversammlung war einberaumt worden, nachdem Bürgermeister Martin Wagener den Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes im Verwaltungsausschuss zurückgezogen und der Ausschuss dann im Oktober beschloss hatte, vor dem förmlichen Bebauungsplanverfahren (Bebauungsplan Nr. 77 „Teichstraße“ 2. Änderung) die Bürger in Form einer Einwohnerversammlung zu beteiligen. Zu den Hintergründen siehe Teich oder Tümpel.

Nach ausführlicher Einführung durch den Ersten Stadtrat Jörg Fanelli-Falcke entwickelte sich eine vom Bürgermeister souverän moderierte lebhafte Diskussion, an der sich mindestens 25 der Anwesenden beteiligten. Mein subjektives Fazit lautet:

  • Die deutliche Mehrheit der Diskussionsteilnehmer befürwortet den Bau zusätzlicher Wohnungen an diesem Ort.
  • Eine noch deutlichere Mehrheit lehnt allerdings den aktuell vorgelegten Plan ab.
  • Ablehnungsgründe waren vielfältig und wurden jeweils für sich genommen nicht unbedingt von Mehrheiten geteilt: Teichverkleinerung, Außenparkplätze statt Tiefgarage oder entfernter Parkplätze, “Riegelbau” mit versperrten Sichtachsen, Zweifel an der Vermarktungschance für Gewerbe, Zugänglichkeit des Teichs für die Öffentlichkeit …
  • Die Vorgehensweise der Stadt, den Planungsprozess vorerst zu unterbrechen und Bürgermeinungen einzuholen, stieß mehrheitlich auf große Zustimmung
  • Die Diskussion wurde stellenweise sehr emotional geführt, insgesamt herrschte aber ein eher konstruktives Klima gegenseitigen Respekts.

Ich persönlich habe dazugelernt, dass meine erklärte Präferenz für eine Tiefgarage statt eines unansehnlichen Innenhofparkplatzes mehrheitlich für zu kostspielig gehalten wird. Na gut, meinetwegen … ich habe eh’ schon eine neue bessere Idee. Die vermutlich noch unrealisierbarer ist :-) Dazu später mehr.

Bahnhofstr. 48

Bis Mitte 2013 spanisches Restaurant La Bodeguita

Im Januar 2014 wird die Immobilie mit 2 Häusern, 400 m2 Nutzfläche und 1.000 m2 Grundstück für € 499.000 zum Kauf angeboten

Maribondo-Supermarkt

Maribondo-Supermarkt Osterholz-Scharmbeck

Kein klassischer Supermarkt ...

Öffnungszeiten Maribondo-Supermarkt

aktuelle Öffnungszeiten

Für den Silvester-Getränkekauf habe ich endlich mal einen schon im November gefassten Vorsatz realisiert und bin zum Maribondo-Supermarkt am Bahnhof in Osterholz-Scharmbeck gefahren. Er ist eine der vielen Einrichtungen der Stiftung Maribondo da Floresta und dümpelt einem Bericht im Osterholzer Kreisblatt vom Oktober zur Folge mangels Kundschaft ein wenig vor sich hin.

Sehr schade, fand ich schon damals im Oktober, sowohl was die Ziele der Stiftung als auch den Versuch der Belebung des Bahnhofsquartiers betrifft. Insoweit bin ich froh, den Vorsatz endlich in die Tat umgesetzt zu haben. Und sehr angetan, wie komfortabel diese Form der Unterstützung ausfiel. Kein Parkplatzproblem, prompte und freundliche Bedienung und vollauf konkurrenzfähige Preise … so muss Einkauf :-)

Wenn man sich als Kunde mit Adresse registrieren lässt, erhält man noch 7,5 % Preisnachlass auf Alles außer Tabakwaren, Zeitschriften und alkoholische Getränke. Laut Zeitungsmeldung sollen die Stammkunden außerdem am letzten Mittwoch jedes Monats zu Kaffee und Kuchen eingeladen werden, um über deren Wünsche und Anregungen zu sprechen. Gute Idee, bin mal gespannt.

Wir jedenfalls wollen jetzt regelmäßig wenigstens die Grundversorgung mit Getränken (das Angebot ist überschaubar) bei Maribondo abwickeln. Und freuen uns, wenn Standort, Laden, Idee und Stiftung auch in Zukunft Bestand haben.

Kirchenstraße 18

Kirchenstrasse 18 in Osterholz-Scharmbeck

Dezember 2013 noch mit Eiscafé Durigon

Das Wohn- und Geschäftshaus in der Kirchenstraße 18 (früher Kirchenstraße 111) liegt in der Fußgängerzone von Osterholz-Scharmbeck. Das viele Jahre dort ansässige Eiscafé Durigon hat Ende 2013 seine Türen geschlossen, die Betreiber haben sich in ihr Eiscafé Dolomiti am Marktplatz (Marktstr. 9) zurückgezogen.
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Schlauchturm

Nov. 2013: es scheint es voran zu gehen

Update 28. Dezember 2013: Im April soll das Kreta einziehen … stay tuned ;-)
Lichtgrau für das Hauptgebäude des Anbaus war jetzt auf einmal doch wieder schicklich (vgl. Meldung vom April), der Wintergarten hat Lärchenholz-Paneelen erhalten. Wenn’s nach mir ginge, kann es so bleiben.
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Bahnhofstr. 71

Die mit Türmchen, eiserner Wetterfahne, Erkern und bunten Glasoberlichtern sehr auffallende Villa in der Bahnhofstr. 71 in Osterholz-Scharmbeck wurde 1897 oder 1898 für den Zigarrenfabrikanten Hermann Zülch erbaut, Schwager von Johann Bernhard Reemtsma. Als eines von ca. 300 Baudenkmalen im Landkreis Osterholz steht sie unter Denkmalschutz.
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Kirchenstr. 3

Ab Dezember 2013: menada

Nach langem Leerstand in der Kirchenstr. 3 (früher “Vor der Kirche” und Kirchenstr. 81) hat am 21.12.2013 das menada Bar – Restaurant – Café” (Tel. 04791 8078536) eröffnet.

Das Gebäude hat eine lange Geschichte, die im alten Flecken Scharmbeck Mitte des 19. Jh. beginnt. In Aufzeichnungen taucht bereits 1853 unter dieser Adresse der Name Helmken auf (Quelle: pers. Mitteilung s.u.), 1871 wurde der hier wohnhafte Musikus Georg Christoph Helmken Dirigent der Schützen-Liedertafel, nachdem sein Vorgänger Büggeln mit acht Sängern die Liedertafel verlassen und einen Männergesangsverein gegründet hatte. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck)

Um 1914 lebte die bei Kindern sehr beliebte Sophie Helmken (“Tante Phiechen”) in diesem Haus. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals)

1982 verkaufte die Witwe Ella Antony die Immobilie an Gerd Schmitz, der das Haus 1982-83 komplett umbauen ließ. 1983 hat dort ein Cafe eröffnet. (Quelle: pers. Mitt. der heutigen Besitzer) 1984 wurde das “Cafe am Markt” (Inh. Ferdinand Mertling) neu eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck) 1984 hat dann erstmals das Restaurant Bilbao eröffnet, das seit 1995 von Mohammad Sadat-Razavi geführt wurde. Das Gebäude verkaufte Schmitz 2003 an seine Söhne Christian, Sebastian und Stephan Schmitz. Das Bilbao schloss ca. 2011, im November 2013 wurde dann bekannt, dass die ehemaligen Betreiber des Sardegna in Garlstedt hier das menada eröffnen wollen.

Siehe auch: Übersicht Kirchenstraße

Marktstr. 2

Marktstraße in Scharmbeck ca. 1920

Marktstr. 2 (re. im Bild)
(Postkarte vermutlich um 1915. Die Kirchenstraße ist eigentlich nicht abgebildet, sie beginnt erst an der Willehadi-Kirche im Hintergrund)

Marktstr. 2 (früher Hinter der Wurth bzw. Marktplatz) ist heute ein Geschäftshaus an der Ecke Bahnhofstr./Marktplatz, das der Eigentümergemeinschaft Stehnke gehört. Von 1999 bis 2009 war hier das Postamt, seither eine “Post-Partner-Filiale” in den Geschäftsräumen von des Schreibwarenladens “Kolibri” (Inh. Birgit Reuter). Ende März 2014 wird die Post-Filiale hier schließen, was im Dezember 2013 eine lebhafte Diskussion im Kreisblatt und einschlägigen Internet-Foren zur Folge hatte.

Das zentral gelegene Grundstück hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die den Wandel vom Bauerndorf zur Kreisstadt illustriert. Viele Jahrhunderte stand hier einer der acht Vollhöfe Scharmbecks, das alte Bauernhaus existierte bis 1957. Besitzer waren: 1534/36 Segelke Tytken; 1629 Hinrich Titken. 1637, 1650 und 1670 Hinrich Tietjen (auch Titken und Titcken). 1677-1712(?) Jacob Titjen (1649-1717). 1712(?)-1716 Hinrich Tietjen. 1716-31 Karl Tietjen (1690-1731). 1731-33 Witwe von Karl Tietjen, 1733-47 dann ihr 2.Mann Albert Schnibben. 1747-73 Johann Friedrich Tietjen (1720-1804). 1773-1805 Johann Otto Flathmann (1752-1813, verheiratet mit Margarete Adelheid geb.Tietjen). 1805-28 Peter Friedrich Flathmann. 1828-77 Johann Flathmann (“Jan Grönland”, 1806-1896). 1877-1938 Johann Flathmann (1852-1938). 1938-51 Witwe von Johann Flathmann und Johann Flathmann (USA). Seit 1951 Fa. Gottfried Stehnke. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967 und Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1838 wurde die Durchgangsstraße -neuerdings ein Teil der Landstraße Bremen-Stade- gepflastert und auf 32 Fuß verbreitert, dafür musste das Bauernhaus auf die gegenüberliegende Straßenseite versetzt werden. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

Das Bauernhaus wurde 1957 vom Eigentümer (Fa. Stehnke) abgerissen und durch eine vom Architekten Johannes Plantikow entworfene Esso-Tankstelle ganz im Stil der 50er-Jahre ersetzt. Bei den Baggerarbeiten fanden Mitarbeiter der Firma in einer Tiefe von 1.20 m einen Tonkrug mit ca. 360 Gold- und Silbermünzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, hauptsächlich aus dem späten Mittelalter (ca. 1512). Der restaurierte Schatz steht heute als Dauerleihgabe der Fa. Stehnke im Kreisheimatmuseum in der Museumsanlage Osterholz. 1969 übernahm G. Sikora die Tankstelle. (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren, Hrsg. Sigrid Hofmann, ca. 2004 und: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1975 wurde an Stelle der Tankstelle ein Geschäftshaus errichtet. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983) Dort wurde im selben Jahr ein PLUS-Discountmarkt eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1998 eröffnen die Frauenärztinnen Elisabeth Plümpe-Maaß und Dr. Lioba Wekenborg ihre Praxis (zuvor Praxis Ahlers nebenan in der Bahnhofstr. 100). Im April 1999 wurde hier das neue Postamt eröffnet und das bisherige Hauptpostamt in der Bahnhofstr. 18 für den Publikumsverkehr geschlossen. 1999 Umzug der Naturheil-Praxis Reinhard Scheibel und Eröffnung des Lernzentrums Hansen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)