Wormeck, Hans-Jürgen

<<    #047 von 999 Gesichtern    >>

Hans-Jürgen Wormeck

Wer angesichts meiner Kunst etwas fühlt, ist mir auf der Spur. Kunst ist nicht an Raum und Zeit gebunden, an keine Moral, an keine Konvention. Sie geht von einem Ort aus, den es gibt, und sucht einen anderen Ort, der in uns selbst ist. Sie umkreist unser Innen.
Nur so viel: meine Kunst ist ein Geheimnis. Was immer wir darüber sagen, wie immer wir es lüften wollen, wie immer wir es teilen – es bleibt eines. Es hat die Qualität von Animation, von Einkehr und einem unendlichen Weg.    (Hans-Jürgen Wormeck – zitiert aus seinem Blog)

Der Künstler und Kunstpädagoge Hans-Jürgen Wormeck ist ein „Querdenker, Poet, Forscher und Spieler“, wenn man seiner Biografie bei kuenstlergruppe.de glauben darf. Und ich bin geneigt, das zu tun. Gestern war er unsere erste Anlaufstation bei der Premiere der Offenen Ateliers 2011 in OHZ und ich war mehr als beeindruckt. Hauptsächlich von seiner Präsenz und Verbindlichkeit, und gerade das fand ich bemerkenswert. Zweifellos auch seine in rauhen Mengen im Haus verstreuten Kunstwerke, na klar. Ganz besonders aber deren Schöpfer, der uns um sie herum und durch sie hindurch führte. Und der mit seinen 70 Jahren mit leuchtenden Augen von seinen jüngsten Erlebnissen als Rakubrenner berichtete. Ich hoffe, ich darf das mit dem Alter überhaupt schreiben, aber er schreibt es schließlich selbst so ins Internet, auf seinem Blog und seiner Homepage.

Dankeschön, Herr Wormeck, für die interessante und kurzweilige Führung durch Ihr Reich. Und für’s Mitmachen bei den 999 Gesichtern!

angeblich erträglich

angeblich erträglich
angeblich erträglich (Foto: Jan Albers)
angeblich erträglich ist eine Anfang 2010 gegründete A-capella-Band aus Osterholz-Scharmbeck (myspace-Seite).

Alina Hinrichs (Sopran), Annika Kück (Alt), Mirko Schelske (Bariton, Vocal Percussion) und Yannick Schwarzkopf (Bass) bestreiten ihre selbst arrangierten und choreografierten Auftritte also nur mit dem Mund … und wahlweise Eggshakern, wie sie selber schreiben, „klatschen ist auch mal erlaubt“.

Mittlerweile sind die Vier nach einer ganzen Reihe von Auftritten in der Region und umzu schon recht bekannt. Ihr Repertoire ist vielseitig, da finden sich u. a. Hit the road Jack, Rum and Coca-Cola (Video) oder The Lion sleeps tonight, aber auch Maria durch ein Dornwald ging (Video) und die „911-Hymne“ Only time (Video).

Nach den Kleinstadthelden womöglich die nächste Truppe, die in OHZ Anlauf nimmt, um die deutsche Kulturszene zu bereichern? Mal sehen, Anfang 2011 gehörten sie schon mal zu den Gewinnern einer Casting Show mit Axel („Moin“) von energy Bremen.

Hiddensee

Osteestrand auf Hiddensee
Windstärke 5
Gerhart Hauptmann verbrachte viele Sommer auf Hiddensee, erstmals 1885 als 22-Jähriger. Jahrzehnte später erwarb Haus Seedorn in Kloster, dem nördlichsten der drei kleinen Inseldörfer, wo er die Sommer 1926-43 lebte und arbeitete.

1899 schrieb er:

Hiddensee ist eines der lieblichsten Eilande, nur stille, stille, dass es nicht ein Weltbad werde.

Ich fürchte, dass er Recht hatte. Und hoffe, dass wir ihr jetzt nicht den Rest gegeben haben. Zeitweise geht es nämlich zumindest in Vitte und Kloster ein wenig wie auf Helgoland zu, wenn sich zwischen 10.00 und 17.00 Uhr Fährschiff-Ladungen von Tagesgästen durch die ansonsten wirklich beschaulichen Dörfer quetschen.

Nach der vorangegangenen 97-km-Etappe bis Stralsund waren wir angenehm überrascht, dass auch für Fahrrad-Reisende eine Fährverbindung bereits von Stralsund direkt nach Hiddensee existiert. Auf der Insel ist das Fahrradfahren ein Genuss, wir speisten und nächtigten ausgesprochen angenehm in der Pension Wieseneck in Kloster, DZ inkl. Frühstück für € 92.00.

Kulturmühle

Max und Moritz Lesung
Martin Leßmann in der Rönn'schen Mühle
2010 könnte als Gründungsjahr der Kulturmühle in die Osterholz-Scharmbecker Stadtchronik eingehen. Glaskugel-Prophezeiungen sind ja sonst nicht meine Art, und der Name Kulturmühle ist zugegebenermaßen ausgedacht. Aber was Ideengeber Paul Mahrt, Veranstalter Bürgerverein und Sponsor Volksbank am 15. September in der Rönn’schen Mühle auf die Beine gestellt haben (mehr Fotos hier), verlangt ganz einfach nach hoffentlich vielen Wiederholungen und Ergänzungen.

Der Schauspieler Martin Leßmann bot eine „szenische Lesung“ verschiedener Werke von Wilhelm Busch, unter Anderem natürlich „Max und Moritz„, wofür sich diese Bühne auf’s Trefflichste anbot. Die Anwesenden waren sich einig, dass dies der Auftakt für eine regelmäßige Nutzung der Mühle als Kulturstätte sein sollte.

Update 2011: Die Veranstalter des letztjährigen events haben weitergemacht: am 29. und 30. Juni stand Martin Leßmann erneut auf der Bühne des Maschinenbodens, diesmal mit einer szenischen Lesung von Morgenstern. Wir haben es ebenso genossen wie im Jahr zuvor!

Stolpersteine

Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf
Stolpersteine in Hamburg-Eppendorf
Stolpersteine (siehe auch www.stolpersteine.com und Wikipedia-Artikel „Stolpersteine“) sind ca. 10 x 10 x 10 cm große Steine mit Gedenktafeln aus Messing, die seit den 1990er-Jahren in mittlerweile über 500 Orten Deutschlands und mehreren Ländern Europas ins Trottoir eingelassen sind. Sie sollen am jeweils letzten selbstgewählten Wohnort an die Opfer der NS-Zeit erinnern. Das Projekt wurde von dem Kölner Künstler Gunter Demning ins Leben gerufen.

„Ein Mensch ist erst vergessen, wenn sein Name vergessen ist“ (Gunter Demnig)

„Stolpersteine“ weiterlesen

Kleinstadthelden

Kleinstadthelden
Kleinstadthelden 2008
Die Kleinstadthelden (Webseitemehr Fotos) sind eine 2004 gegründete Band, deren Mitglieder (von li. nach re.) Felix Weidenhöfer (git/piano/voc), Simon Lam (git/voc) und Nils Freesemann (bs) aus Osterholz-Scharmbeck stammen. Die Helden machen „trash pop for truckers in love“, ihre erste CD Resignation und Aufstehen veröffentlichten sie im Mai 2008 (Hörprobe). Seit 2008 ist Produzent Uli Wortmann auch als Schlagzeuger dabei. Die neue Single Indie Boys (Video), mit der die Band auch den Song Contest im Oktober bestreiten wird, ist am 27.8.2010 veröffentlicht worden.

Am 31. Mai 2010 wurden die Kleinstadthelden für den Bundesvision Song Contest am 1. Oktober in Berlin nominiert, Lena Meyer-Landrut hat sie bereits zu einer ihrer Lieblings-Bands erklärt.
„Kleinstadthelden“ weiterlesen

Worpsweder Himmel

Breites Wasser im Teufelsmoor
Weiter Himmel über dem Breiten Wasser
Der Begriff „Worpsweder Himmel“ beschreibt die besondere Bedeutung des Himmels für die Landschaftsmalerei der 1. Generation Worpsweder Künstler im ausgehenden 19. Jh. insbesondere beim Blick vom Weyerberg über das Teufelsmoor. Der Himmel wurde anfangs besonders von Fritz Overbeck hervorgehoben. Eine verbindliche Beschreibung der Eigenschaften dieses Himmels scheint nicht zu existieren, häufig genannt werden der Eindruck besonderer Weite, Höhe oder Größe sowie Veränderlichkeit. Heute gehört der „Worpsweder Himmel“ zu den touristischen Markenzeichen der Teufelsmoor-Region, das einen Bezug zu der damaligen Künstlerbewegung herstellt, „in der es um Nähe zur Natur und zum Menschen, gleichzeitig um neue Ausdrucksformen und Befreiung von bürgerlichen Konventionen ging. Der hohe Himmel und das weite Land waren Symbole der Orientierung nach neuen Horizonten.“ (Quelle: Begleittext zur Kunstausstellung „Hoher Himmel – Weites Land“ im Bachman-Museum in Bremervörde 2010)
„Worpsweder Himmel“ weiterlesen

Barkenhoff

Der Barkenhoff (plattdeutsch für Birkenhof) in Worpswede war vor 110 Jahren der Mittelpunkt der damals neu entstandenen Kunstszene am Weyerberg. Der Bremer Heinrich Vogeler, der sich 1894 als 22-jähriger der Künstlerkolonie um Fritz Mackensen, Otto Modersohn und Hans am Ende angeschlossen hatte, kaufte die Bauernkate 1895 von seinem Erbe und lebte hier mit Unterbrechungen bis zum Verkauf an die Rote Hilfe im Jahr 1924. Zunächst baute Vogeler Barkenhoff und Grundstück zu einem Gesamtkunstwerk im Jugendstil um, in dem sich die Barkenhoff-Familie mit Rainer Maria Rilke und seiner Frau Clara Rilke-Westhoff, Otto Modersohn und seiner Frau Paula Modersohn-Becker, Paulas Schwester Milly, und den Vogelers sowie Vogelers Bruder Franz mit dessen Frau Philine allsonntäglich inszenierte. Zu den Besuchern zählten damals Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann, Carl Hauptmann, Thomas Mann, der Gründer des Insel-Verlags Rudolf Alexander Schröder und Max Reinhardt. Die Rilkes, Modersohns und Vogelers heirateten 1901, doch bereits 1902 stellten sie nicht mehr als Gruppe aus und die Ehen zeigten erste Risse
„Barkenhoff“ weiterlesen

Große Kunstschau

Das Hoetger-Ensemble in Worpswede
Das Hoetger-Ensemble in Worpswede
Das 1924-27 erbaute Museum ist Teil eines vom Bildhauer Bernhard Hoetger entworfenen Ensembles aus Museum, Kaffee Worpswede („Cafe Verrückt„), einem Logierhaus für Künstler (heute Geschäftsstelle der Kulturstiftung Landkreis Osterholz) und Skulpturenpark (u. a. mit der ca. 1925 von Hoetger erschaffenen Figur Bonze des Humors, die den buddhistischen Mönch Budai darstellt). Die Anlage (vgl. Planungmodell) ist heute neben dem Barkenhoff und dem Haus im Schluh einer der Besuchermagneten Worpswedes.
(mehr Fotos aus Worpswede …)

Neben einer Auswahl von Werken der sog Worpsweder Künstler im restaurierten alten Teil beherbergt das Museum (Webseite) in einem Anfang der 1970er-Jahre entstandenen Erweiterungsbau zeitgenössische Kunst und Sonderausstellungen, u. a. zum alljährlichen Kunstpreis des Landkreises Osterholz.
„Große Kunstschau“ weiterlesen

Worpsweder Kunsthalle

Kunsthalle Worpswede
Worpsweder Kunsthalle
Standortmehr Fotos aus Worpswede …

Die Worpsweder Kunsthalle wurde 1919 von Friedrich Netzel als private Galerie errichtet. Bereits sein Vater, Buchbindermeister Friedrich Netzel, hatte den Worpsweder Künstlern seinen Laden als Ausstellungsraum zur Verfügung gestellt. Nach dem Tod des Galeriegründers führten zunächst ab 1945 seine Ehefrau und später ihr Sohn Friedrich (III., 1929-94) die Einrichtung weiter.

Nach dessen Tod wurde auf seinen Wunsch die Worpsweder Kunststiftung Friedrich Netzel errichtet, um die reichhaltige Sammlung zu erhalten.

Im Rahmen umfangreicher Sanierungsmaßnahmen Worpsweder Kulturstätten 2009-2013 soll die Kunsthalle € 250.000 aus EU-Fördermitteln und Stiftungsgeldern erhalten.

Moornächte (Worpswede-Krimi)

Am 8. September 2009 erschien Moornächte: Ein Worpswede-Krimi von Helga Beyersdörfer. Das Taschenbuch aus dem Knaur-Verlag (€ 7.95) präsentiert die spannend geschriebene Geschichte des Engländers John Magnus, der als Reaktion auf die schlechten Arbeitsbedingungen für hiesige Ärzte nach vielen Jahren in Deutschland seine Hamburger Praxis aufgibt und nach England übersiedelt. Zum Abschied besucht er das Grab seines besten Freundes auf dem Friedhof der Worpsweder Zionskirche.

Geheimnisvolle anonyme Botschaften am Grab und später auch anderswo veranlassen ihn, die mysteriösen Umstände der Übersiedlung seines Freundes nach Worpswede sowie seines Todes zu recherchieren. Die Ereignisse dieser Tage führen ihn quer durch Worpswede und dessen Umgebung, wobei immer wieder auch die „alten Worpsweder Künstler“ rund um Modersohn und Vogeler eine gewichtige Rolle spielen. Die überaus interessante Mischung aus Kriminalroman und Lokalkolorit hat mir ein sehr kurzweiliges Lesevergnügen bereitet.

… und ja, das Umschlagbild darf Ihnen bekannt vorkommen. Ich habe mich sehr gefreut, dass Autorin und Agentur an dem Foto Gefallen gefunden und es so „spannend“ aufbereitet haben.

Blickpunkt Heimat

Blickpunkt Heimat
Im Juli 2009 hat der Landkreis Osterholz die 106 Seiten starke Broschüre Blickpunkt Heimat veröffentlicht. Mit einer Startauflage von 1.500 Exemplaren werden 75 Vereine und Institutionen der Teufelsmoor-Region, die sich der Heimat- und Kulturpflege verschrieben haben, in Wort und Bild vorgestellt. Die gedruckte Broschüre ist zum Stückpreis von € 2.50 erhältlich, der Download als PDF-Datei (3 Mb) von den Internetseiten des Landkreises ist kostenlos.