Sammelalbum Heimatbilder

Heimatbilder Osterholz-Scharmbeck
Rückseite des 1. Fotos der 1. Serie
Anfang der 1930er Jahre hat der Fotograf Ernst Krohn eine Sammlung von Fotos aus dem Landkreis Osterholz aufgelegt. Die Bilder müssen ungefähr 1930 bis 1935 entstanden sein und wurden unter dem Titel „Heimatbilder! Kennst du deine Heimat?“ in örtlichen Geschäften als Sammelobjekte abgegeben. Die Scans der historischen Fotografien verdanke ich Jürgen Heitmann aus Worpswede, vielen Dank dafür!
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Starke Truppe 2

VSK Frauenfußball

Vor zweieinhalb Jahren hatte ich ja schon mal das Vergnügen einer Foto-Session mit den Fußball-Frauen des VSK. Jetzt wollten sie gerne aktuelle Fotos, für einen neuen Sponsor und für ihre Facebook-Seite. Angesichts der Jahreszeit bot sich nur eine Indoor-Location an, also machte ich mich letzten Samstag auf den Weg in die Kreisporthalle am Gymnasium. Dort veranstalteten die Mädels das erste Hallenturnier für Frauen im Landkreis.
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Natur pur im Teufelsmoor

Maren Arndt, Dr. Karen Hammer und Karl-Heinz Marg
Maren Arndt (Mitte) mit Karen Hammer und Karl-Heinz Marg
von der Kulturstiftung Landkreis Osterholz
„Natur pur im Teufelsmoor“ ist der Titel der Ausstellung von Maren Arndts Naturfotografien im Norddeutschen Vogelmuseum. Bis zum 15. Juni zeigt sie dort eine Auswahl ihrer Vogelbilder, das Vogelmuseum ist Samstags und Sonntags jeweils von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Die gestrige Eröffnung der Ausstellung war sehr gut besucht. Erst nachdem fleißige Helfer aus allen Winkeln der Museumsanlage noch Sitzgelegenheiten beschafft hatten, konnten Dr. Karen Hammer, Geschäftsführerin der Kulturstiftung, und Maren selbst ihre Begrüßungsreden halten.

Außer einiger Störche, Kraniche und Graureiher habe ich mit dem Ablichten von Vögeln keine Erfahrung. Wenn ich mir Marens Bilder so ansehe, ahne ich aber lebhaft, wieviel Geduld und Brennweite man für solche Ergebnisse aufbringen muss. Respekt! Auch vor der „Taktung“ deiner Ausstellungsaktivitäten übrigens, Maren! Nach unserer gemeinsamen Ausstellung vor genau einem Jahr brauche ich definitiv noch etwa vierzehn Jahre, um mich von dem Stress zu erholen 🙂 .

Buch: Elbe-Weser-Dreieck

Elbe-Weser-Dreieck
Softcover, 458 S., ca. 1.000 Abb.
Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden (Hrsg.)
Redaktion: Frank Schlichting, Hans-Eckhard Dannenberg
Elbe-Weser-Dreieck
Eine kleine Landeskunde der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden
Schriftenreihe des Landschaftsverbandes der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden – Band 42
Stade, 1. Aufl. 2013, € 19.80
ISBN 978-3-931879-57-0

Veröffentlicht als Softcover mit finanzieller Unterstützung der Klosterkammer Hannover, der VGH-Stiftung, der Ritterschaft des Herzogtums Bremen sowie der Landschaft der Herzogtümer Bremen und Verden.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Landschaftsverbandes Stade legt er im Oktober 2013 eine kleine Landeskunde des Elbe-Weser-Dreiecks vor. Das Buch ist Ergebnis einer 2-jährigen Projektarbeit und richtet sich an junge Menschen und Erwachsene, deren Interesse für das Land zwischen Elbe und Weser geweckt werden soll.

13 jeweils sachkundige Autorinnen und Autoren (Dr. Axel Behne, Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, Dr. Michael Ehrhardt, Ingrid Fischer, Dr. Norbert Fischer, Sonja Domröse, Catrin Gold, Hans-Hinrich Kahrs, Dr. Hansjörg Küster, Daniel Nösler M.A., Dr. Ida-Christine Riggert-Mindermann, Dr. Frank Schlichting, Dr. Heike Schlichting) schreiben zu

Seite 402-403

  • Natur und Landschaft
  • Frühgeschichte und Archäologie
  • Hermann Allmers
  • Geschichte und Geschichten
  • Arbeiten und Wirtschaften
  • Bauen und Wohnen
  • Orte und Namen
  • Niederdeutsch und Hochdeutsch
  • Glaube und Kirche
  • Kultur und Bildung sowie
  • Verkehr und Mobilität.

Mir gefällt das Foto zum Kapitel Verkehr und Mobilität auf den Seiten 402 und 403 irgendwie besonders gut 🙂 Ich habe es für das Projekt gerne zur Verfügung gestellt, danke den Autoren für seine Verwendung und studiere das Belegexemplar mit großem Vergnügen!

Starke Truppe

Gediegene Aktion im September: Gruppen-Shooting mit der Frauenfußball-Mannschaft des VSK. Hier und da hab‘ ich ja schon Andeutungen gemacht, jetzt nochmal ausführlich und vor Allem mit ein paar Bildern:

Großes Kino: alle 18 Models im Abendlicht

Das neue Frauenfußballteam des VSK wollte gern ein paar Fotos für ihre Webseite, Vereinszeitung und vielleicht auch zukünftige Sponsoren. Ein geplantes Shooting mit so vielen Models war Neuland für mich, mit mehr als neun hatte ich -außer für gelegentliche Knipsbilder- keine Erfahrung. Also war ich einigermaßen gespannt, ob uns etwas Ansehnliches gelingen würde. Dann aber fügte sich eine Kette glücklicher Umstände so nahtlos und elegant aneinander, dass wir mit dem Ergebnissen sehr zufrieden sind … genau genommen bin ich ganz begeistert und einige der Bilder gehören derzeit zu meinen all time favorites.

Das liegt zu allererst natürlich an den Models … ich denke, die Bilder sprechen für sich.

Passt: Models, Licht und Location ... da konnte eigentlich nix schiefgehen

so krass ...
Was man auf den Fotos nicht ohne Weiteres erkennt, ist die Leichtigkeit, mit der sich die Mannschaft (und auch ihr Trainer Torsten) vor der Kamera präsentierten. Ein paar Bildideen reichten, um ganze Serien guter Aufnahmen in den Kasten zu bekommen. Ich weiß gar nicht, ob sie es womöglich schon tun und ob ich ihnen sonst diesen Floh in’s Ohr setzen soll, aber eine ganze Reihe der Mädels würde gut als Models zurechtkommen.

Nachdem ich von 450 Aufnahmen etwa 50 technisch Unzulängliche rausgeworfen hatte, stellte ich zu meiner Überraschung fest, dass höchstens 100 weitere mit einem oder mehr verunglückten Gesichtsausdruck aufwarteten. Und das bei fast immer 18 (!) Personen auf dem Bild, sowas hab‘ ich noch nicht erlebt. Die Durchsicht der Bilder am nächsten Tag hat so richtig Spaß gemacht!

Noch ein paar Sätze zur Technik und den Vorbereitungen, fall das jemanden interessiert:

... und ACTION!
„Gute Fotos machen“ hat viel gemeinsam mit „gutes Essen kochen“: gute Vorbereitung und edle Zutaten sind viel wichtiger als die Qualität der Töpfe. Oder anders: Kamera und Objektiv sind absolut zweitrangig, entscheidend sind die Models, die Location, das Licht und die Bildideen. Mir hat geholfen, am Anfang erstmal den gewünschten „Nutzen“ der Fotos zu ergründen. Welche moods sind erwünscht und kann man sie visualisieren? Darüber immer mal wieder nachzudenken und auch mit Anderen zu sprechen, war hilfreich. Toll ist natürlich, wenn sich jemand richtig reindenkt und kreative Vorschläge machen kann, danke Kim!

VSK-Zeitschrift 'Teamgeist'
Ich war froh, mir die Locations auch zur passenden Tageszeit zuvor mal angesehen zu haben. So konnte ich mir die Szenen halbwegs „lichtgerecht“ ausmalen und war mit Blitz und Funkauslöser gewappnet, obgleich ich mich sonst ja sehr gerne auf „available light“ beschränke.

Insgesamt wirklich eine Superaktion: Spaß gehabt, viel gelernt und tolle Fotos als Belohnung. Danke an die starke Truppe!

In der Stadionzeitschrift Teamgeist waren ein paar der Aufnahmen schon zu sehen, meine Auswahl der besten Bilder vom Shooting gibt’s in der Fotogalerie. Viel Spaß!

Fußball VSK Frauen

An Tagen wie diesen ...
Am Wochenende habe ich mal ein wenig Sportfotografie trainiert. Anlass war das Premieren-Punktspiel der frisch ins Leben gerufenen Frauen-Fußballmanschaft des VSK. Bislang konnten Spielerinnen, die den Juniorinnen-Trikots entwachsen waren, nur den Verein wechseln. Auf Initiative der A-Juniorinnen-Trainerin Luisza Mlynek geht jetzt 2013/14 erstmals eine Frauenmannschaft für den VSK an den Start. Sie wird von Torsten Langwich trainiert und spielt in der Kreisklasse Osterholz/Verden (mehr Infos auf ihrer Webseite).

Weil wir grad über ein paar Image-Fotos im Gespräch sind, hab‘ ich mir zum Kennenlernen ihr allererstes Punktspiel gegen die TSG Wörpedorf II angesehen und war mächtig beeindruckt. Unübersehbare Nervosität ließ sie sehr früh in einen 0:3 Rückstand geraten, so dass ich schon Schlimmstes befürchtete. Die Mädels hingegen legten echte mentale Stärke an den Tag und drehten das Spiel noch komplett. In der 2. Halbzeit zeigten sie zudem so dermaßen schnellere Beine, dass das Endergebnis von 5:3 in meinen Augen vollauf gerechtfertigt war.

Das Knipsen war übrigens sehr interessant, für gute Bilder man muss schon an Einiges denken. Ich hab‘ jedenfalls gelernt dabei und bin mit den Ergebnissen ganz zufrieden. Eine Auswahl folgt unten, alle Bilder hier.

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Foto als Wanddeko

Alu-Dibond im Wartezimmer
In letzter Zeit gelingt es mir immer häufiger, meine Fotos auch mal in dekorativer Größe an verschiedenen Wänden betrachten zu können. Und ich finde großen Gefallen daran. Es ist wirklich was Anderes, ob man die Bilder am PC-Bildschirm oder -wie hier- im Format 140 x 70 cm an der Wand hängen sieht.

Danke, Praxis am Markt, dass ihr euch für eines meiner Bilder entschieden habt. Mein Favorit ist derzeit Alu-Dibond, es ist so wunderbar „cool“ ohne Rahmen. Kostet in dieser Größe bei posterxxl.de als Direktdruck um die € 150.-. Wir haben anlässlich unserer Ausstellung im Kreiskrankenhaus verschiedene Oberflächen getestet, angeboten werden Direktdruck sowie Finart Matt und Fineart Glänzend (in diesem Format um € 200.-). Die Meinungen gingen durcheinander, besonders bei sehr kontrastarmen (Nebel-)Bildern oder sehr kontrastreichen Fotos war der Direktdruck keineswegs unbeliebter. Bei mittlerem Kontrast wirkte Fineart Glänzend zumindest auf mich „knackiger“, aber selbst das blieb Geschmacksache.

Foto-Ausstellung Teufelsmoor

Ab Ostersamstag im Kreiskrankenhaus
Jemand Lust auf viele schöne Fotos aus unserer Gegend?

Dann mal ab ins Kreiskrankenhaus! Da zeigen Maren Arndt und ich ab Ostersamstag knapp 70 unserer aktuellen Lieblingsfots und freuen uns über Schaulustige. Die Bilder sind vom 30. März 2013 bis Ende Juni in den Eingangsfluren der Klinik für Jedermann und Jederfrau frei zugänglich.

Neben vielen aus teufelsmoor.eu und teufelsmoor.org bekannten einschlägigen Motiven in oftmals ungewöhnlichem Licht zeigen wir ein paar Makros (Maren) und Porträts (ich). Alles zusammen soll zeigen, wie zufrieden wir mit unserem „Zu Hause“ sind.

Ich finde es übrigens auch interessant, bei dieser Gelegenheit Bilder unterschiedlicher Technik auf unterschiedlichen Materialien vergleichen zu können. Ausgestellt sind Fotopapier im Wechselrahmen, Leinwand, Alu-Dibond Direktdruck und Alu-Dibond FineArt glänzend.

Canon EOS 6D im Vergleich

Canon EOS 6D (li.) und 5D Mark II

Nach einigem gedanklichen Hin und Her habe ich Anfang März von der Canon EOS 5D Mark II zur EOS 6D gewechselt. Meine Erfahrungen damit dort: Canon EOS 6D. In diesem Artikel will ich meine Gedanken zur Kaufentscheidung darlegen und retrospektiv bewerten, vielleicht hilft das dem Einen oder Anderen, der „Vollformat“ haben möchte und noch zwischen 5D Mk II (evtl. gebraucht), 6D und auch 5D Mk III schwankt. Oder natürlich einer Nikon … oder gar ganz anderen Marke, aber das ich ja eher eine philosophische Frage. Mit der ich mich nicht auskenne ;-).

Vorweg ein Wort zu Kamera-Vergleichstests: Seit einigen Jahren sind „Bestenlisten“ und andere Rankings in meinen Augen (fast immer) völliger Blödsinn. Meine ausführliche Begründung dazu steht im „Vergleich“ Canon 5D Mk III vs. Nikon D800. Kurz gesagt sind die Kameras der Hauptanbieter in den letzten Jahren auf einem Qualitäts-Niveau angelangt, dass wertende Vergleiche nicht sinnvoll erscheinen lässt. Anders gesagt: Zwar unterscheiden sich einzelne Modelle teils deutlich, diese Unterschiede aber haben je nach Einsatzgebiet und Vorliebe völlig andere Vor- und Nachteile.

(Vorläufiges) Fazit

Der Wechsel von einer 5D Mk II zur 6D muss nicht sein, hat mir aber Spaß gemacht. Er wird mir einige wenige bessere Bilder und wahrscheinlich ein paar ganz neue Perspektiven ermöglichen. Seinen Preis von ca. 850.- Euro (inkl. neuer SD-Speicherkarten) ist mir der Wechsel wert.

Warum und Wieviel?

Warum überhaupt kommt man auf den Gedanken, die legendäre 5D Mk II auszutauschen? Welche Alternativen gab und gibt es und was kosten sie? Dazu gibt es viele verschiedene Antworten, ich kann hier nur meine präsentieren und versuchen, einen kurzen Überblick über andere zu bieten:

  • An der Bildqualität der 5D Mk II gab und gibt es kurz gesagt gar nichts zu meckern. Anfangs konkurrenzlos und selbst jetzt nach vier Jahren auf Top-Niveau absolut konkurrenzfähig. Jede detailliertere Betrachtung der Auflösung und ihrer Grenzen im Vgl. mit den Konkurrenten 6D, 5D Mk III und beispielsweise Nikon D600 oder D800 führt bei fast allen Tests in Zeitschriften und auf Webseiten fast regelhaft zu inkongruenten Ergebnissen je nach ISO-Empfindlichkeit und verwendeter JPEG-Engine. Mich langweilen diese Bewertungen, ich zitiere in diesem Zusammenhang lieber Brenizer mit seinem damals auf den Vergleich 5D Mk III / D800 bezogenen “on either the Nikon or Canon side, you can’t use the camera as an excuse anymore.”
  • Der Autofokus der 5D Mk II wurde bereits bei Neuerscheinung oftmals kritisiert und wird hinsichtlich der technischen Spezifikationen von vielen Konkurrenzprodukten übertroffen. Dies betrifft in der Hauptsache die Anzahl verfügbarer Sensoren und inbesondere die Anzahl höherwertiger Kreuzsensoren. Wie relevant die „AF-Schwäche“ im Alltag ist, hängt sehr vom Einsatzgebiet der Kamera ab. Schlichtes Durchzählen der AF-Sensoren ist übrigens ein gänzlich untauglicher Ansatz ist, um die AF-Qualität zu bewerten. Dazu später mehr …
  • Das WLAN-Modul der 6D ist für meinen Wechsel mitentscheidend gewesen. In Verbindung mit einem Smartphone ersetzt es Funkauslöser und jede Art von schwenkbarem Display, außerdem lässt es mich die verrücktesten Bildideen entwerfen (Luftaufnahmen per Oktopter-Drohne, Gorillapod auf dem Fahrradhelm und dergleichen …).
  • „Kleinigkeiten“ wie die (wie in der 5D Mk III in meinen Augen leider nur halbherzig) verbesserte ISO-Auto-Funktion und der „Silent-mode“.
  • Wieviel ist der (kleine) Schritt von der 5D Mk II zur Mk III oder 6D jetzt wert? Mir war der Wechsel zur Mk III 2012 nicht die Zuzahlung von ca. € 1.500.- (2.800 minus ca. 1.300 für den Verkauf der Mk II) wert. Jetzt waren für die 6D gut € 800.- fällig (1.800 minus 1.000). Als ich dann auch noch sehr Positives über den Autofokus der 6D las und sie beim Händler gut in der Hand lag, wollte ich damit gerne leben.
Erster Eindruck / Haptik
EOS 6D (ob.) und 5D Mark II

EOS 5D Mark II: Gewicht (inkl. Karte & Akku) 900 g; Maße (B x H x T) 152 x 114 x 75 mm
EOS 6D: Gewicht (inkl. Karte & Akku) 755 g; Maße (B x H x T) 144 x 111 x 71 mm

Der Unterschied zwischen 5D Mk II und 6D ist auf den ersten Blick recht gering. Bei genauer Betrachtung und im direkten Vergleich ist die 8 mm geringere Breite noch am ehesten erkennbar, 3 mm weniger Höhe und 4 mm geringere Tiefe fallen kaum ins Gewicht. Auch die 145 g Gewichtsersparnis sind nur mit gutem Willen spürbar, spätestens mit einem mittelgroßen Standardzoom ist der Unterschied nicht mehr relevant.

Der Handgriff der 6D ist exakt gleich hoch, aber etwas schmaler als jener der 5D Mark II. Meinen recht großen Händen liegen beide etwa gleich gut. Die Verarbeitung scheint sehr ähnlich, keinesfalls wirkt die 6D in dieser Hinsicht „unprofessioneller“, wie manchmal geschrieben wird. Die obere Gehäuseschale der 6D ist wegen des WLAN- und GPS-Moduls aus Kunststoff gefertigt, was ich ihr nicht anmerken kann. Insgesamt empfinde ich hier keinen Nachteil zur 5D Mk II.

Autofokus

Der technisch wohl größte Unterschied der 6D zu ihren Konkurrenten ist das bescheidener ausgestattete Autofokus-Modul. Es scheint sich auf den ersten Blick kaum von dem gefühlt uralten System der 5D Mk II zu unterscheiden:

                      5D Mk II        EOS 6D      Nikon 600D    5D Mk III

Anzahl Sensoren        9              11          39            61

Kreuzsensoren          1               1           9            41

Doppelkreuzsensoren    -              -            -             5

Empfindlichkeit       -0.5EV          -3EV        -1EV          -2EV

Über den Nutzen des aus dem Profimodell EOS 1D X übernommenen AF-Systems der 5D Mk III mit 61 Sensoren (davon 41 Kreuz- und davon wiederum 5 Doppelkreuz-Sensoren) habe ich mir im letzten Jahr schon ausgiebig Gedanken gemacht. Zusammengefasst glaube ich auch heute noch, dass es das Beste auf dem Markt ist … für Leute, die häufig Sport oder Möven im Vorbeiflug fotografieren. Ich mache das aber höchst selten.

Ich habe meist ganz andere Probleme mit der Schärfe. Porträts bei „available light“, mit Blende 1.4 und ISO 1.600 aufwärts … da häuft sich bei mir der unscharfe Ausschuss. Und da ich für 98 % dieser Fotos bewusst nur den zentralen AF-Sensor verwende, würden mir die anderen 60 gar nicht helfen können, selbst wenn sie wollten. Für mich -und ich betone: mich- ist also die Güte des zentralen AF-Sensors von vorrangiger Bedeutung, und der ist an der 6D ganz einfach Spitze. Für mich war letztlich dieser Satz über die 6D kaufentscheidend: “Mit ‘nur’ einem Kreuzsensor und zehn flankierenden Fadensensoren fällt sie auf dem Papier hinter das Testfeld zurück. Tatsächlich ist dieser eine Kreuzsensor den Mitbewerbern aber so deutlich überlegen, dass Canon hier einen klaren Etappensieg verbucht. Selbst wenn fast gar kein Licht vorhanden ist, agiert die EOS zielsicher und schnell – Chapeau!” PHOTOGRAPHIE 03/2013 im Test Canon 6D, Nikon D600 und Sony Alpha 99.

Auch bei der Motivverfolgung im AF-Dauerbetrieb AI Servo ist dieser zentrale Sensor der 6D durch seine höhere Empfindlichkeit und den schnelleren Digic 5+ Prozessor deutlich agiler und präziser geworden als jener der 5D Mk II. Dies gilt aber nur, wenn das Motiv durchgehend mit dem zentralen AF-Sensor anvisiert wird. Die „Übergabe“ des Motivs an benachbarte Sensoren ist keine Stärke der 6D und auch wer gewöhnt ist, die AF-Sensoren gezielt auszuwählen und vor der Aufnahme manuell zu wechseln, wird mit dem wesentlich besser ausgestatteten System der 5D Mk III viel bessere Ergebnisse erzielen.

Canon EOS 6D

Foto: Canon
Anfangs ging es mir mit der neuen Canon EOS 6D wie vor einem Jahr mit der 5D Mark III (hier nachzulesen): Ich war ganz angetan, konnte mich aber nicht entscheiden, ob der Wechsel von meiner gut drei Jahre alten 5D Mark II lohnt … . Anfang März habe ich mich durchgerungen und jetzt bin ich glücklich mit dem guten Stück. Vielleicht helfen diese Zeilen dem Einen oder Anderen, der vor einer ähnlichen Entscheidung steht.

Bei der 5D Mark III habe ich mich bis heute enthalten, für mich persönlich war das auch richtig. Die Vorteile der Mark III im Vergleich zu Mark II rechtfertigen für meine Einsatzgebiete die Zuzahlung nicht. Wie auch, wenn ich fast immer nur den zentralen Autofokus-Sensor verwende und wenig Sport und andere schnell bewegliche Motive fotografiere.

Bei der 6D sah die Sache etwas anders aus. Mit einem Listenpreis von € 1.999.- (5D Mark III: € 3.299.-) und einem Straßenpreis Anfang 2013 um € 1.900.- (5D Mark III: € 2.900.-) ist sie deutlich günstiger. Und sie hat im Wesentlichen vier manchmal entscheidende Vorteile gegenüber meiner bisherigen 5D Mark II:

  • WLAN-Hotspot mit umfangreicher Fernbedienung via iPhone und iPad. Echtes Killer-feature, die möglichen Einsatzgebiete kann ich nur erahnen. Wildlife … (Kinder-)Porträts … Drohnen … ungeahnte Möglichkeiten, denke ich.
  • Besserer Autofokus mit insbesondere sehr lichtempfindlichem zentralen Sensor. Für mich als großen Anhänger des zentralen AF-Punktes außerordentlich nützlich, noch lichtempfindlicher als der in der 5D Mark III (EV -3 vs. -2). Lt. Vergleichstest in der PHOTOGRAPHIE und auch meinen eigenen Erfahrungen zur Folge hält er auch, was Canon verspricht.
  • Etwas besseres Rauschverhalten des Sensors bei ISO 1.600 und höher. Alle Fotos mit ISO 6.400, die ich bislang im Netz und in der PHOTOGRAPHIE (Kamera-Vergleichstest 3/2013) gesehen habe, waren ziemlich beeindruckend. Meine eigenen Aufnahmen haben es zumindest mir dann klar gezeigt: selbst ISO 12.800 ist für journalistische Zwecke durchaus zu gebrauchen (s. u.).
  • eine etwas flexiblere Auto-ISO-Funktion. Wie bei der Mark III funktioniert Auto-ISO bei der 6D auch im manuellen Modus M, außerdem können untere und obere ISO-Grenzwerte und eine maximale Verschlusszeit von 1 bis 1/250 s definiert werden. Über den Sinn habe ich hier schon mal nachgedacht, aber besser als Nix …

Details über Unterschiede zur 5D Mk II und Mk III sowie Überlegungen dazu habe ich weitgehend in EOS 6D im Vergleich verlagert, hier soll es hauptsächlich um die 6D selbst gehen.

Erster Eindruck / Haptik

Canon EOS 6D (li.) und 5D Mark II
Gewicht inkl. Karte & Akku 755 g; Maße (B x H x T) 144 x 111 x 71 mm (zum Vgl. EOS 5D Mark II: Gewicht inkl. Karte & Akku 900 g; B x H x T 152 x 114 x 75 mm)

Der Unterschied zwischen 5D Mk II und 6D ist auf den ersten Blick gering. Die 8 mm geringere Breite ist noch am ehesten erkennbar, 3 mm weniger Höhe und 4 mm geringere Tiefe fallen kaum ins Gewicht. Auch die 145 g Gewichtsersparnis sind nur mit gutem Willen spürbar, spätestens mit einem mittelgroßen Standardzoom ist der Unterschied nicht mehr relevant.

Der Handgriff der 6D ist gleich hoch, aber etwas schmaler als jener der 5D Mark II. Meinen recht großen Händen liegen beide etwa gleich gut. Die Verarbeitung scheint sehr ähnlich. Jedenfalls wirkt die 6D in dieser Hinsicht nicht unprofessioneller, wie manchmal geschrieben wird. Die obere Gehäuseschale ist wegen des WLAN- und GPS-Moduls aus Kunststoff gefertigt, was ich ihr nicht anmerke.

Erfahrungen

73 mm / ISO 12.800 / f/4.0 / 1/50 s
Um es zusammenzufassen: Ich bin sehr zufrieden. 90 % der Nutzung ist praktisch identisch zur 5D Mk II, bei normalen Lichtverhältnissen und den gleichen Objektiven (Canon 4/24-105, 1.4/50 und 2.8/70-200 sowie Sigma 1.4/85) merke ich absolut keinen Unterschied. Die etwas anders sortierten Knöpfe und Schalter kosteten mich anfangs etwa eine Stunde, um mich mit den Standardhandgriffen vertraut zu machen. Jetzt nach 2 Wochen denke ich schon nicht mehr daran.

Heute aber habe ich mir ein kleines Loch in den Bauch gefreut. Bei einem „Bücherfrühstück“ mit kleinen Lesungen hat die 6D genau das gemacht, was ich mir erhofft hatte: das Auslösegeräusch im „silent mode“ störte zu keinem Zeitpunkt und der zentrale AF-Sensor erwies sich auch bei wirklich wenig „available“ Licht als sehr treffsicher. Er arbeitet bei schlechten Lichtverhältnissen in der Tat exakter als jener der 5D Mk II.

Ausschnitt 100 %
100 % Ausschnitt ... ISO 12.800 (!!)
Zu Hause nach dem Einspielen der RAW-Dateien und einer nur oberflächlichen Rauschreduzierung in Lightroom ein weiterer Lichtblick. Ich habe zwar noch keinen direkten Vergleich mit den eh‘ schon sehr guten High-ISO-Ergebnissen der 5D angestellt, mein subjektiver erster Eindruck war aber außerordentlich positiv, siehe den 100 %-Ausschnitt dieses Aufnahme bei ISO 12.800. Natürlich rauscht es da ordentlich, aber für dokumentarische Zwecke ist das sowohl für Web als auch für Print voll ausreichend. Und wer Fineart-Prints mit 12.800 macht, ist schließlich selbst schuld … oder verbindet damit eine Bildaussage 😉

Lektüre dazu
  • Technische Daten der 6D bei Canon
  • Bedienungsanleitung 6D
  • Ausführliches Review von Amadou Diallo bei dpreview.com (Februar 2013)
  • Vergleichtest von Canon 6D, Nikon D600 und Sony Alpha 99 in PHOTOGRAPHIE 03/2013. Testsieger: EOS 6D mit besonderer Erwähnung des AF-Systems: „Mit ’nur‘ einem Kreuzsensor und zehn flankierenden Fadensensoren fällt sie auf dem Papier hinter das Testfeld zurück. Tatsächlich ist dieser eine Kreuzsensor den Mitbewerbern aber so deutlich überlegen, dass Canon hier einen klaren Etappensieg verbucht. Selbst wenn fast gar kein Licht vorhanden ist, agiert die EOS zielsicher und schnell – Chapeau!“. Übrigens: die dort von Tester Tolksdorf vermisste AF-Feinjustierung ist zumindest lt. Kamera-Manual (S. 318) durchaus vorhanden.
  • Vergleichstest Canon 6D vs. Nikon D600 bei Ralfs-Foto-Bude
  • Sehr ausführliches Review von Ken Rockwell, der die 6D knapp hinter der 5D Mark III für die zweitbeste DSLR am Markt hält, besser als seine D600.

meinfoto.com

meinfoto com (2)Traf sich passend zur Anschaffung der Neuen, dass sich meinfoto.com gerne von mir erwähnt wissen wollte. Hatte ich den Laden doch schon für den Batteriegriff mit 2 Zusatzakkus für € 89.90 ins Visier genommen.

Die Erwähnung hier bereitet mir kein Problem, im Gegenteil. Der vor über 4 Jahren dort erworbene Phottix Funkfernauslöser leistet bis heute gute Dienste, ebenso die ETTL-Blitzverlängerung. Und der Kauf war völlig problemlos. Das geht nicht nur mir so, bei Amazon kann der Berliner Spezialversand für Kamera- und Studiozubehör mit 98 % positiven Kundenbewertungen und durchschnittlich 4.8 von 5 Sternen aufwarten.

Beim Durchblättern des eMail-Newsletters sind mir immer mal wieder ausgefallene Sachen untergekommen, von deren Existenz ich nicht mal wusste. Interessante Auswahl nützlicher Zubehörteile und meines Erachtens immer ihren Preis wert.

Postkarten Winter 2012

Winter-Wunderland OHZ
Falls noch jemand Postkarten mit Wintermotiven sucht: Das Kolibri in OHZ (Ecke Bahnhofstraße/Marktstraße, ehemalige Post) hat jetzt diese vorrätig, die ich persönlich sehr nett finde. Zufällig kenne ich den Fotografen … 😉

KPICASA_GALLERY(KartenKolibri2012)

Canon 5D Mark III vs Nikon D800

Canon 5D Mk III
Canon EOS 5D Mark III mit dem 2.8/24-70 (Foto: Canon)
Vor etwas über einem Jahr hatte ich schon einmal meinen Unmut über Kamera-Vergleichstests geäußert, damals den Vergleich zwischen Canon 600D und Nikon D5100 betreffend. Derzeit sind wir mal wieder mit einer Welle mehr oder weniger sinnvoller Vergleiche zwischen der Canon EOS 5D Mark III und der Nikon D800 bzw. D800E konfrontiert. Und erneut kann man sich beim Studium einiger dieser Betrachtungen ein gehöriges Kichern nicht verkneifen.

Fazit vorneweg

Kaufinteressenten einer der der beiden Modelle möchte ich mein Fazit aus dem bisher Gelesenen gleich vorweg kundtun: Ich bin absolut sicher, dass man mit keiner der beiden Kameras einen Fehlkauf tätigt. Einige wenige Spezialisten, von deren Existenz ich allerdings nicht überzeugt bin, könnten ihre hochgesteckten Erwartungen in zwei speziellen „Ausnahmesituationen“ evtl. ein wenig enttäuscht sehen:

  • Wer regelhaft mit Empfindlichkeiten oberhalb von ISO 1600 fotografiert, wird bei der Nikon hin und wieder über Bildrauschen lästern und
  • wer fortwährend kleine Bildausschnitte seiner Fotos auf DIN A3 vergrößert, wird an der Auflösung der Canon mäkeln.

Für alle anderen kann ich als Fazit eigentlich nur Ryans Botschaft weitergeben: „On either the Nikon or Canon side, you can’t use the camera as an excuse anymore.“

Nutzlose Vergleiche

Das ändert aber nichts an meiner Sicht, dass nämlich ein direkter Vergleich zwischen den beiden Kameras schlicht unnütz ist. Ich werde deshalb gar nicht erst damit anfangen, das Resultat wäre doch nur Ausdruck meiner subjektiven Bewertung von Qualitätsmerkmalen.

Nikon D800
Nikon D800 mit dem 2.8/24-70 (Foto: Nikon)
Woran liegt es, dass man zwei auf den ersten Blick so ähnliche Kameras kaum miteinander vergleichen kann? Beide sind doch „Vollformat“, kosten ähnliche Unsummen, haben ähnliche Ausmaße und sind auch noch fast zeitgleich auf den Markt gekommen. Mir geht dabei immer durch den Kopf: Was ist besser, Maserati GranCabrio (nettes Video übrigens) oder Porsche Cayenne Turbo (das Video ist nicht ganz so „italienisch“, finde ich)? Die haben auch beide 4 Sitzplätze, 8 Zylinder, imposante Preislisten und Höchstgeschwindigkeiten um die 280 km/h. Trotzdem wird kaum jemand ernsthaft diese beiden Modelle direkt miteinander vergleichen wollen. Oder doch?

Randbemerkungen

Getan wird’s natürlich trotzdem, das will ich nicht verschweigen. So etwa im fotoMAGAZIN 6/2012: Da wird die 5D Mark III mit insgesamt 87 % (Bildqualität 88 %, Geschwindigkeit 82 %, Ausstattung 89 % und Bedienung 85 %) bewertet, die D800 mit insgesamt 86 % (Bildqualität 86 %, Geschwindigkeit 80 %, Ausstattung 93 % und Bedienung 85 %). Merkwürdiges Resultat, muss ich sagen. Hat doch in nahezu allen anderen Vergleichstest die Nikon gerade in Sachen Bildqualität die Nase vorn, bei niedriger Empfindlichkeit jedenfalls. Und was genau rechtfertigt die 4 Prozentpunkte „Ausstattung“, mit denen die Nikon vorne liegt … der eingebaute Systemblitz etwa??

Das ganze hat für mich auch eine amüsante „psychologische Komponente“: Wer vor 3-4 Jahren glaubte, wegen der wesentlichen höheren Auflösung der 5D Mark II im Vergleich zur D700 von Nikon zu Canon wechseln oder in diversen Foren lautstark dazu aufrufen zu müssen, wird beim jetzt fälligen Rücktausch abermals seinen gesamten Objektivpark auswechseln müssen. Genauso geht es jenen, die wegen der ach so viel besseren Autofokusleistung und Serienbildgeschwindigkeit seinerzeit von Canon zu Nikon geschwenkt sind. Tja, Pech gehabt … 😉