Birdwatch bei Sonnenaufgang

Guten Morgen, Verlüßmoor!

Während an schönen Abenden bereits recht viele Schaulustige den allabendlichen Einflug der Kraniche zu ihren Übernachtungsplätzen im Günnemoor verfolgen, bleibt die Zahl der “Sehleute” am Morgen meist überschaubar. 1.5 Minusgrade waren heute bei Sonnenaufgang zu verzeichnen, als sich wieder einmal Tausende von Rastvögeln zu den Futterplätzen in der Region aufmachten. Seit Jahren haben mehrere Tausend der “westziehenden” Kraniche die Teufelsmoorregion zum Zwischenstopp erkoren, um sich während einer mehrwöchigen Rast auf dem Weg nach Frankreich, Spanien oder Nordafrika zu sammeln und Reserven für den Weiterflug anzufressen.

Die Biologische Station Osterholz (BioS) bietet am 22. und 23. sowie 29. und 30. Oktober 2011 geführte Kranichbeobachtungen an, zu Fuß oder kombiniert mit einem Moorexpress-Ausflug.

Verlüßmoor ist übrigens ein Ortsteil der Gemeinde Vollersode, die ihrerseits zur Samtgemeinde Hambergen gehört. Mehr Fotos aus Verlüßmoor gibt es hier.

 

Beek im Teufelsmoor bei Nacht

Beekbrücke um halb elf: Blick nach Bremen

Auf die Idee muss man erstmal kommen: Den lieben Besuch aus Hannover nachts um elf bei dichtem Bodennebel quer durch die Hammeniederung zu scheuchen. Und das auch noch Anfang Oktober.

Aber nur so kamen wir zu diesem Genuss der besonderen Art. Als wir auf dem Heimweg von Worpswede nach OHZ am bekanntlich ganz außergewöhnlich warmen 1. Oktober 2011 kurz nach zehn Uhr abends bei der Worpsweder Mühle in den Herbstnebel eintauchten, verringerte sich die Sichtweite fast schlagartig auf 20-30 m. Kühl-feucht kroch es die Ärmel hoch und spätestens bei Neu Helgoland fühlten wir uns wie Horst Tappert auf der Flucht vor dem Hund von Blackwood Castle. Die Abzweigung zur Beekbrücke war im Nebel erst im letzten Moment zu erkennen, über der Beek aber lichtete sich plötzlich der Nebel und wir konnten bis Bremen schauen.

Diese nachhaltig beeindruckende Nacht- und Nebelfahrt war aber nur das i-Tüpfelchen auf einem äußerst gelungenen Ausflug, den ich deshalb als Moor-Biathlon spezial wärmstens zur Nachahmung empfehlen kann:

Die eingangs geschilderte Abenteuer-Heimfahrt kann diesen Ausflug natürlich nur bei geeigneten Wetterbedingungen abrunden, trotz Klimawandel wird der Oktober sicherlich nicht jedes Jahr dafür in Frage kommen.

 

Teufelsmoor

Teufelsmoor

Der Begriff “Teufelsmoor” ist mehrdeutig, meist wird damit eine Landschaft in Niedersachsen bezeichnet, die einen großen Teil der Hammeniederung nördlich von Bremen einnimmt (vgl. den Wikipedia-Artikel Teufelsmoor). Eine verbindliche Grenzdefinition gibt es nicht, Größenangaben schwanken zwischen einer Ausdehnung von max. 20 x 20 km und einer Fläche von 500-600 km². Dieses “Teufelsmoor im erweiterten Sinn” ist als Kulturland Teufelsmoor oder Erlebnis Teufelsmoor zu einem Symbol für die natur- und kulturorientierten Bemühungen um eine Stärkung des Tourismus in der Region geworden. Wohldefiniert hingegen ist Teufelsmoor (damals Düwelsmoor) als der im 14. Jh. erstmals dokumentierte Name einer kleinen Ortschaft, die heute zur Stadt Osterholz-Scharmbeck gehört.
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Weg ins Teufelsmoor

Frühnebel über den Postwiesen

Unter dem Titel Wege ins Moor veranstaltet die Biologische Station Osterholz seit 1991 Vorträge und Führungen, die einen naturverträglichen Einblick in die Entwicklung, Flora und Fauna der Teufelsmoorregion gewähren sollen. Das Programm können Sie im Internet ansehen.

“Echtes Moor” ist heutzutage nicht mehr leicht zu Gesicht zu bekommen. Die größten Teile des ehemals zusammenhängenden Teufelsmoores sind mindestens trockengelegt, überwiegend aber auch “kultiviert” und landwirtschaftlich genutzt.
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Meine Lieblinge aus dem Jahr 2010:
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Wollgrasblüte im Hamberger Moor

Wollgrasblüte im Hamberger Moor

Das Hamberger Moor (Standortmehr Fotos …) ist ein ehemaliges Hochmoor, das wie Günnemoor, Niedersandhausener Moor und Önersmoor zum “Teufelsmoor im engeren Sinne” gerechnet wird (vgl. Teufelsmoor). Es liegt zwischen der Beek im Osten und den Ortschaften Ströhe und Spreddig (an der Bundestraße 74) im Westen. Nach jahrhundertlangem Torfabbau -hier ausschließlich als bäuerlicher Torfstich im Sodenstechverfahren- ist das heutige ca. 300 ha große Landschaftsschutzgebiet Hamberger Moor (vgl. Verordnung des Landkreises von 1978) planmäßig und großflächig wiedervernässt worden.
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Das Bremische Moor.
(Nach zwei Aufsätzen im Bremer Sonntagsblatte, 1853, No 26 und 1854 No 46, 47; von Herrn Hermann Allmers.)

Aus: Alterthümer, Geschichten und Sagen der Herzogthümer Bremen und Verden, gesammelt und herausgegeben von D. Friedrich Köster. 1856. Gefunden bei und zitiert nach Wikisource.

Diese drei Landstriche geben nun auch den Bewohnern desselben einen eigenthümlichen Charakter; dem Lande wie den Leuten nach, könnte man der Geest ein sanguinisches Temperament zuschreiben, der Marsch ein phlegmatisches und dem Moor ein melancholisches.

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Schmales Wasser - Planungsskizze Landkreis Osterholz

Planungsskizze Landkreis Osterholz

Das Schmale Wasser (Standort) ist ein künstliches Gewässer links der Hamme, das 2008-2009 im Zuge des GR-Projektes Hammeniederung im Bereich der sog. Worpsweder Pferdeweiden angelegt wurde. Als Pendant zum weiter flussabwärts rechts der Hamme gelegenen Breiten Wasser soll so der ursprüngliche Verlauf der begradigten Hamme als “naturnaher Lebensraum” entwickelt werden.
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Jan 242009
 
Verlauf Giehler Bach und Hamme
Giehler Bach und Hamme
(Grafik von CWitte, aus Wikipedia
unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation)

Die Hamme gilt als Nebenfluss der Wümme, mit der sie sich bei Ritterhude zur Lesum vereinigt. Die Lesum wiederum mündet nach wenigen Kilometern in die Weser. Die Hamme selbst ist gut 27 km lang und fließt in überwiegend südwestlicher Richtung durch das Urstromtal Hammeniederung, das einen großen Teil des Teufelsmoores ausmacht.

Zusammen mit ihrem Quellgewässer Giehler Bach, der auf der Langen Heide (hier) zwischen Osterholz-Scharmbeck und dem Forst Elm entspringt, kommt sie auf eine Gesamtlänge von 48 km. Mit einem Höhenunterschied von nur 4 m auf einer Länge von 28 km zwischen Viehspecken und Ritterhude weist die Hamme nur eine sehr geringe Strömung auf. Gezeiteneinfüsse sind seit dem Bau der Ritterhuder Schleuse im Jahr 1875 nicht mehr vorhanden.

Im 19. Jahrhundert ist die Hamme insbesondere zwischen Osterholz und Ritterhude stark begradigt worden, wobei die zahlreichen Mäander an insgesamt sieben Stellen durchstochen wurden. Auf Satellitenaufnahmen (z.B. hier bei google maps) sind die Altarme noch gut erkennbar. Auf diese Weise verkürzte sich der Flusslauf in diesem Abschnitt von 9 auf 4,3 km.
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