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Archiv zum Stichwort: 1968

Bahnhofstr. 18

Kaiserliches Postamt ca. 1908

Nachdem das 1862 an der Bahnhofstr. 31 noch von der Preußischen Post gebaute Postamt Anfang des 20. Jh. zu klein wurde, errichtete die Reichspost hier direkt gegenüber einen repräsentativen Neubau. 1906 eröffnete das neue “Kaiserliche Postamt”. 1934 wurde es modernisiert und erhielt eine neue Schalterhalle, eine Telefonzelle und 34 Schließfächer. 1935 wurde das Post-Selbstanschlussamt in Betrieb genommen, das 1901 mit seinerzeit 17 Teilnehmern begründete Fernsprechnetz hatte Ende 1934 in Osterholz-Scharmbeck 198 Teilnehmer.

Das Postamt wurde 1966 abgerissen, um einem Neubau Platz zu machen. Dieser wurde am 17. Juli 1968 eingeweiht.

Nicht unbedingt schöner ... der Neubau von 1968

Im Postamt gab es 1990 das erste bargeldlose Kartentelefon. 1992 eröffnete die Fachschule für Altenpflege (Leiterin Petra Speckmann) in der 1. Etage des Postgebäudes. 1999 wurde das langjährige Hauptpostamt für den Publikumsverkehr geschlossen, nachdem das neue Postamt in der Marktstr. 2 (Ecke Bahnhofstr.) eröffnet worden war. Quelle: Menkhoff

Im April 2008 veräußerte “Deutsche Post World Net” das Gebäude mit ca. 1.200 weiteren Objekten an den in Luxemburg ansässigen Lorac Investment Fund. Nachdem die Postfachanlage 2009 und der Postzustellstützpunkt Anfang 2012 ausgezogen sind, soll die Immobilie mit einer Gesamtfläche von 1.767 m² und dem Grundstück von 3.580 m² jetzt (Januar 2012) für € 788.000 verkauft werden. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 30.1.2012)

Landkreis Osterholz

Der Landkreis Osterholz mit einer Fläche von 650.73 km² und (am 31.12.2008) 112.486 Einwohnern liegt in Niedersachsen unmittelbar nördlich der Hansestadt Bremen. Im Jahr 2010 feierte er seinen 125. Geburtstag.

Nach Annektion des Königreichs Hannover durch Preußen im Jahr 1866 (nach der Schlacht bei Langensalza) entstand bereits am 1. Oktober 1867 -zunächst aber nur hinsichtlich der Steuerverwaltung und des Militärwesens- aus den ehemals hannöverschen Ämtern Osterholz, Blumenthal und Lilienthal der Kreis Osterholz. Eigenständiger Verwaltungsbezirk wurde der Kreis am 1. April 1885 mit Inkrafttreten der preußischen Gebietsreform. Er umfasste die vorherigen Ämter Osterholz und Lilienthal, während Blumenthal mit Teilen des Amtes Hagen den Kreis Blumenthal bildete. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)
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Spiel ohne Grenzen

Im Jahr 1968 erhielt Osterholz-Scharmbeck durch die Teilnahme an der Spieleshow Spiel ohne Grenzen vorübergehend große nationale und internationale Beachtung.

Die OHZ-Manschaft wurde unter maßgeblicher Beteiligung des VSK von Karl-Wilhelm Herlinghaus, Hans Lucht und Heinrich Hallfeldt trainiert. Fritz Wätjen fungierte bei der Stadtverwaltung als Fernsehkoordinator. Gegen Dinslaken gewann OHZ mit 20:2. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Durch Siege in Harrogate (August) und Brüssel (September) wurde OHZ Jahres-Gesamtsieger der Show.

Bahnhofstr. 01-03

1964 feierte die AOK für den Landkreis Osterholz-Scharmbeck in der Geschäftsstelle “an der AOK-Kreuzung” ihr 50-jähriges Bestehen. 1968 bezog sie den damaligen Neubau, der heute noch steht. (Quelle: Menkhoff)

Die AOK verließ diesen Standort 2007 und zog in einen Neubau an der Poststraße. Im hinteren Gebäude Bahnhofstr. 3 residiert seit März 2008 die Tagespflege Osterholz (Inhaberinnen Jutta Krüger und Martina Gramatzki).

Marktstr. 5

Marktstraße in Scharmbeck ca. 1920
Marktstr. 5 (3. Haus von li.)
(Postkarte vermutlich um 1915. Die Kirchenstraße ist eigentlich nicht
abgebildet, sie beginnt erst an der Willehadi-Kirche im Hintergrund)

Früher Marktstr. 75.

1844-45 ließ Zimmermeister Johann Tietjen hier an der “Kreuzstraße”, wie die Häuser an der Kreuzung damals allgemein genannt wurden, von Maurermeister Hinrich Segelken ein 2-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus errichten. Als sein Schwiegersohn Johann Steeneck 1896 in sein neues Haus in der Bahnhofstraße 44 zog, verkaufte er die Marktstr. 5 an den Kaufmann Bernhard Ruroede, der hier ein Kolonialwarengeschäft etablierte.

1861-99 wohnte und praktizierte im Obergeschoss Dr. Neander (Arzt aus Geismar in Hessen, Nachfolger von Dr. Tasche). Nach dem Weggang von Dr. Kettler aus Osterholz war Neander von 1865 bis 1888 der einzige Arzt in Osterholz und Scharmbeck. Nach seinem Tod übernahm 1899 Dr. Richard Cohen die Praxis. Zunächst quartierte er sich in Stagge’s Hotel ein, 1901 zog er in die Marktstr. 5 (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004) und 1902 kaufte er das Gebäude. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983)

1899 eröffnete Fritz Saade noch im Haus von Ruröde eine Buchdruckerei und Papierhandlung, sowie (im selben Haus nebenan) einen Zigarren-, Zigaretten- und Tabakladen. 1901 machte Wilhelmine Meyer ein Putz- und Hutgeschäft auf. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004) Die Buchdruckerei wurde 1902 zur Bahnhofstr. 81 verlegt. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967)

1923 wurde das Gebäude von der 17 Jahre zuvor gegründeten Spar- und Leihkasse bezogen (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967), die 1975 zur “Volksbank” umgenannt wurde.

1945 eröffnete Dr. K. Schliemann (Chefarzt des Krankenhauses) seine Praxis, 1946 verlegt er sie zur Lindenstr. 17. 1947-49 betrieb die “Hannoversche Presse” eine Lokalredaktion. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Das Gebäude wurde 1968 abgerissen, nachdem die Spar- und Leihkasse auf dem ehemaligen Holzplatz hinter dem Haus einen Neubau errichtet und am 22. Juni in Betrieb genommen hatte.

Heute residiert die Volksbank Osterholz-Scharmbeck im neuen Bankhaus Ecke Marktstraße/Baustraße (Postadresse Marktstr. 1-5).

Altes Kreishaus

Das damalige Landratsamt ca. 1937 (aus: J. Segelken “Heimatbuch”, 1938)
Amtsgericht OHZ
… und 2008

Das heutige Nebengebäude des Amtsgerichts Osterholz-Scharmbeck in der Rübhofstr. 4 war bis 1968 Sitz des Landkreises Osterholz. Das Gebäude wurde 1907-1908 als Landratsamt (Kreishaus) erbaut. Zuvor war das Kreishaus (bis 1885 Amtsverwaltung) seit 1858 in der 1. Etage des Amtsgerichtes untergebracht. Quelle: Osterholz-Scharmbeck in alten Ansichten, Band 2


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