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Marktstr. 2

Marktstraße in Scharmbeck ca. 1920
Marktstr. 2 (re. im Bild)
(Postkarte vermutlich um 1915. Die Kirchenstraße ist eigentlich nicht
abgebildet, sie beginnt erst an der Willehadi-Kirche im Hintergrund)

Vormals Hinter der Wurth bzw. Marktplatz.

Über Jahrhunderte stand hier einer der acht Vollhöfe Scharmbecks, das alte Bauernhaus existierte bis 1957. Heute wird die Ecke Marktstraße/Bahnhofstraße von einem Geschäftshaus eingenommen und war bis 2009 Standort der letzten Postfiliale Osterholz-Scharmbecks.

Besitzer: 1534/36 Segelke Tytken; 1629 Hinrich Titken. 1637, 1650 und 1670 Hinrich Tietjen (auch Titken und Titcken). 1677-1712(?) Jacob Titjen (1649-1717). 1712(?)-1716 Hinrich Tietjen. 1716-31 Karl Tietjen (1690-1731). 1731-33 Witwe von Karl Tietjen, 1733-47 dann ihr 2.Mann Albert Schnibben. 1747-73 Johann Friedrich Tietjen (1720-1804). 1773-1805 Johann Otto Flathmann (1752-1813, verheiratet mit Margarete Adelheid geb.Tietjen). 1805-28 Peter Friedrich Flathmann. 1828-77 Johann Flathmann (“Jan Grönland”, 1806-1896). 1877-1938 Johann Flathmann (1852-1938). 1938-51 Witwe von Johann Flathmann und Johann Flathmann (USA). Seit 1951 Fa. Gottfried Stehnke. (Quelle: Osterholz-Scharmbecker Heimatbuch 1967, J. Segelken, 1967 und Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1838 wurde die Durchgangsstraße -neuerdings ein Teil der Landstraße Bremen-Stade- gepflastert und auf 32 Fuß verbreitert, dafür musste das Bauernhaus auf die gegenüberliegende Straßenseite versetzt werden. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. I, R. Meenkhoff, 2004)

Das Bauernhaus wurde 1957 vom Eigentümer (Fa. Stehnke) abgerissen und durch eine vom Architekten Johannes Plantikow entworfene Esso-Tankstelle ganz im Stil der 50er-Jahre ersetzt. Bei den Baggerarbeiten fanden Mitarbeiter der Firma in einer Tiefe von 1.20 m einen Tonkrug mit ca. 360 Gold- und Silbermünzen aus dem 15. und 16. Jahrhundert, hauptsächlich aus dem späten Mittelalter (ca. 1512). Der restaurierte Schatz steht heute als Dauerleihgabe der Fa. Stehnke im Kreisheimatmuseum in der Museumsanlage Osterholz. 1969 übernahm G. Sikora die Tankstelle. (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren, Hrsg. Sigrid Hofmann, ca. 2004 und: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1975 wurde an Stelle der Tankstelle ein Geschäftshaus errichtet. (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983) Dort wurde im selben Jahr ein PLUS-Discountmarkt eröffnet. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

1998 eröffnen die Frauenärztinnen Elisabeth Plümpe-Maaß und Dr. Lioba Wekenborg ihre Praxis (zuvor Praxis Ahlers nebenan in der Bahnhofstr. 100). Im April 1999 wurde hier das neue Postamt eröffnet und das bisherige Hauptpostamt in der Bahnhofstr. 18 für den Publikumsverkehr geschlossen. 1999 Umzug der Naturheil-Praxis Reinhard Scheibel und Eröffnung des Lernzentrums Hansen. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

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Bahnhofstr. 88

An diesem Ort befand sich einer der acht Scharmbecker Vollhöfe, urkundliche Erwähnungen reichen bis 1629 zurück. Der Ahrenssche Hof war 1796 von Alheit und Otto Lütien erbaut worden. Quelle: H. Siewert Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Verl. H. Saade, 1983. S. 28.

1650 und 1700 war Jürgen Reiners als Hofbesitzer eingetragen, 1750 Dierck Schriefer, 1800 Otto Lütjen, 1822 Johann Finke, bis 1877 Adolf Christoph Ahrens, bis 1891 Heinrich Christian Ahrens, bis 1913 dessen Witwe Hedwig Ahrens geb. Finken, bis 1956 Ludwig Ahrens, Berlin. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1+2, 2004+2009)

Seit 1952 betrieb das “Radiohaus Schröder” (seit 1932 in der Rübhoffstr. 12) in der Bahnhofstr. 88 (später 86) eine Filiale. 1956 erwarb der Bauunternehmer Wilhelm Brummerhop das Grundstück. 1957 errichtete er ein Wohn- und Geschäftshaus, an dem bei einem Brand am 23.12.1960 erheblicher Sachschaden entstand. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Nach anderen Quellen wurde der Hof 1955 abgerissen und an seiner Stelle 1983 (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren. Hrsg. S. Hofmann, ca. 2004) oder 1955 (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983) ein Geschäftshaus errichtet.

1960 richteten Dr. Dietrich Emme und seine Frau ihre Praxis ein.
1961 eröffneten Oswaldo und Carlo Gerardini das Eis-Cafe “Cortina”.
1970 zog Gustav Jansen mit seinem Schreibwaren-, Bücher- und Kunstgewerbe-Laden von der Bahnhofstraße 93 her.
1974 EWI-Bekleidungs-Discount.
1976 Drogerie-Markt Weidlich, 1978 übernommen von Olaf Klaembt.
1982 eröffnete Bäckerei Budelmann (Inh. Klaus Gerken) eine Filiale.
1984: Eröffnung des Tee- & Kräuterladens.
1988: Raubüberfall auf das Schmuckgeschäft, Beute DM 40.000.
1989: Fachgeschäft für exklusive Wäsche (Jutta Bünger).
1990: Parfümerie Täsler (Inh. Petra Kurafeiski).
1993: Geßner-Mode für den Mann (Inh. Iris Geßner) und “Mode für Sie” (Boutique, Inh. Bärbel Wenker).
1996: “Der Herr” (Internationale Herrenmode)
1998: Geschenkboutique “Minotaurus” (Inh. Sabine Nebeling); Olivier Giancario aus Cortina übernahm das Eis-Café “Cortina”.
1999: Umzug der Fahrschule Manfred Schucher
2000: VGH-Versicherungsbüro Uwe Flathmann
2001: Wiedereröffnung des “Cortina” durch Antonio Grossi

2010: Tee- und Kräuterladen, Eiscafe Cortina (Inh. seit 2001 Antonio Grossi), Gaststätte Akropolis (Nr. 88a)

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Rönn, Albertus von

„Der Alte aus der Mühle“ lebte 1867-1958 und genoss in Osterholz-Scharmbeck hohes Ansehen. Albertus von Rönn stammt aus einer alten Müllerfamilie, bereits sein Großvater Martin Hinrich von Rönn (1788-1841) und sein Vater Christian Wilhelm von Rönn (1831-1911) übten dieses Handwerk aus. Albertus wurde 1867 in Cadenberge geboren und wurde zunächst Kaufmann. 1895 übernahm er die Windmühle in Scharmbeck von seinem verstorbenen älteren Bruder Wilhelm von Rönn (1663-1895), der diese 7 Jahre zuvor gekauft hatte. 1910 wurde er Müllermeister. (Quelle: Chronik der Familie von Rönn)

1908 wurde Albertus in Scharmbeck zum Bürgervorsteher 3. Klasse, 1909 in den Magistrat, 1910 zum 1. Ratsherrn und 1929 zum Landtagsabgeordneten in Hannover gewählt. (Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1).

Anlässlich seines 90sten Geburtstages erhielt Albertus 1957 das Bundesverdienstkreuz, überreicht vom Regierungspräsidenten im Namen des damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss. 1958 starb Albertus von Rönn in seinem 91. Lebensjahr.

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Kreiskrankenhaus

KreiskrankenhausDas Kreiskrankenhaus (Webseite) mit etwa 350 Mitarbeitern ist heute ein Gesundheitszentrum für die Region. Es bietet

  • stationäre Krankenhausversorgung (Grund- und Regelversorgung) mit 156 Planbetten und den Abteilungen Anästhesie, Chirurgie, Innere Medizin sowie Gynäkologie und Geburtshilfe und einem Belegarzt für Orthopädie
  • ambulante Versorgung mit einem Medizinischen Versorgungszentrum (Chirurgie, Innere Medizin/Gastroenterologie, Kinderheilkunde und Urologie), Ermächtigungambulanzen der Chefärzte für Abdominal-, Gefäß- und Orthopädische Chirurgie, Hämatologie und Onkologie, Kardiologie und Radiologie
  • eine Physiotherapieabteilung für ambulante und stationäre Behandlungen
  • eine Gesundheitsschule mit dreijähriger Krankenpflegeausbildung sowie Kursen, Vorträgen und Seminaren für die Bevölkerung

Geschichte

Fast wäre bereits 1927 eine Klinik entstanden: Damals beschloss der Osterholzer Kreistag, dem Ottersberger Arzt Dr. Martins ein Darlehen von 35.000 Mark zum Ankauf des Hauses von Maurermeister Steeneck in Scharmbeck und Errichtung einer Klinik dortselbst zu gewähren. Quelle: R. Menkhoff: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Band 1
Geschichte:

Das Kreiskrankenhaus wurde im Januar 1945 provisorisch im Gebäude der heutigen Schule Lindenstraße und einigen ausgelagerten Räumlichkeiten eingerichtet. Zunächst wurden ca. 100 Betten bereitgestellt, zuzüglich 22-24 Betten in der “Isolierbaracke” an der Blumenthaler Straße und 12 Betten im Entbindungshaus Am Stadtpark 8. Erster Klinikarzt war Dr. Thiernagel, ihm folgte Dr. Schliemann, der auch in der Marktstraße 5 bzw. ab 1946 in der Lindenstraße 17 eine Praxis unterhielt. 1947 wurde Dr. Wilhelm Willemer Chefarzt, im Juni bewilligte der Kreistag DM 100.000 zum Grundstückskauf für ein neues Krankenhaus. 1948 war unter Willemers Leitung Dr. Heinz Voigtlaender 2. Arzt, als weiterer Arzt wurde Dr. Paul Brandenburger eingestellt. 1956 wurde der als einer der letzten Kriegsgefangenen aus sowjetischer Haft zurückgekehrte Dr. Helmut Krausmüller eingestellt. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)

Die heutigen Gebäude wurden Mitte der 50er-Jahre auf den damals leeren Wiesen am Koppelberg errichtet, am 25. Oktober eingeweiht und Ende 1957 bezogen. Chefärzte waren derzeit Dr. Voigtlaender (Chirurgie) und Dr. Brandenburger (Innere Medizin), neuer Oberarzt wurde Dr. Grossmann. 1966 wurde eine Röntgenanlage für DM 230.000.- beschafft. 1972 wurde Dr. Jörg Hartje Nachfolger von Dr. Brandenburger als Chefarzt der Inneren Abteilung, 1976 übernahm Dr. Joachim Bothe die Leitung der Chirurgie von Dr. Voigtlaender.

1979 wurde Dr. Oktai Ferdowsi Nachfolger des in den Ruhestand verabschiedeten Chefarztes der Gynäkologie Dr. Gerd Maaß. 1984 kündigte Dr. Joachim Bothe, der als Nachfolger von Dr. Voigtlaender Chefarzt der Chirurgie geworden war. Nachfolger wurde Prof. Dr. Meyer-Marcotty aus Oberhausen. 1985 wurde Dr. Klaus Kühn als Nachfolger von Dr. Gisela Horn Chefarzt der Anästhesie. Nach 19-jähriger Amtszeit ging Verwaltungsleiter Günter Heinemann 1991 im Alter von 49 Jahren aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Nachfolger wurde Norbert Wellbrock. 1992 beendete der Landkreis das Arbeitsverhältnis mit Prof Meyer-Marcotty, sein Nachfolger war Dr. Michael Erttmann. Wellbrock wechselte 1994 nach Bremen, sein Nachfolger als Klinikleiter wurde Klaus Vagt. 1995 ging Dr. hartmut Scheel in den Ruhestand, sein Nachfolger als Chefarzt der Radiologie wurde Jan Kwarcinski. 1996 löste Dr. Wolfgang Schorscher als gynäkologischer Chefarzt den in Ruhestand gehenden Dr. Ferdosi ab. 1998 wurde für DM 850.000 ein CT angeschafft, ebenfalls 1998 wurde Dr. Manfred Clemens Chefarzt der Chirurgie. 1999 eröffnete die Nephrologin Dr. Cornelia Spauszus auf dem Klinikgelände ihre Dialyse-Praxis, Nachfolger von Dr. Jörg Hartje als Chefärzte der Inneren Abteilung wurden Jürgen Heuser und Dr. Abdollah Behboudi. (Quelle: Chronik von Osterholz-Scharmbeck Bd. II, R. Meenkhoff, 2009)


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