Mai 102012
 

ca. 1920, fotografiert aus der 1. Etage der Jüdischen Synagoge

Vorgänger des eher schmucklosen 50er-Jahre Wohn- und Geschäftshauses in der Bahnhofstraße 88 war einer der acht Scharmbecker Vollhöfe, die den Ort über Jahrhunderte “ausmachten”. Urkundliche Erwähnungen reichen bis 1629 zurück, der später legendäre Ahrens’sche Hof wurde dann 1796 von Alheit und Otto Lütien erbaut. Quelle: H. Siewert Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Verl. H. Saade, 1983. S. 28.

1650 und 1700 war Jürgen Reiners als Hofbesitzer eingetragen, 1750 Dierck Schriefer, 1800 Otto Lütjen, 1822 Johann Finke, bis 1877 Adolf Christoph Ahrens, bis 1891 Heinrich Christian Ahrens, bis 1913 dessen Witwe Hedwig Ahrens geb. Finken und bis 1956 Ludwig Ahrens, Berlin. (Quelle: Menkhoff)

Seit 1952 betrieb das “Radiohaus Schröder” (seit 1932 in der Rübhoffstr. 12) in der Bahnhofstr. 88 (später 86) eine Filiale. 1956 erwarb der Bauunternehmer Wilhelm Brummerhop das Grundstück. 1957 errichtete er ein Wohn- und Geschäftshaus, an dem bei einem Brand am 23.12.1960 erheblicher Sachschaden entstand. (Quelle: Menkhoff)

Nach anderen Quellen wurde der Hof 1955 abgerissen und an seiner Stelle 1983 (Quelle: Osterholz-Scharmbeck in den fünfziger Jahren. Hrsg. S. Hofmann, ca. 2004) oder 1955 (Quelle: Rund um den Scharmbecker Marktplatz – damals. Hans Siewert, 1983) ein Geschäftshaus errichtet.

2011: Eiscafe Cortina feiert 50sten

1960 richteten Dr. Dietrich Emme und seine Frau ihre Praxis ein.
1961 eröffneten Oswaldo und Carlo Gerardini das Eis-Cafe “Cortina”.
1970 zog Gustav Jansen mit seinem Schreibwaren-, Bücher- und Kunstgewerbe-Laden von der Bahnhofstraße 93 her.
1974 EWI-Bekleidungs-Discount.
1976 Drogerie-Markt Weidlich, 1978 übernommen von Olaf Klaembt.
1982 eröffnete Bäckerei Budelmann (Inh. Klaus Gerken) eine Filiale.
1984: Eröffnung des Tee- & Kräuterladens.
1988: Raubüberfall auf das Schmuckgeschäft, Beute DM 40.000.
1989: Fachgeschäft für exklusive Wäsche (Jutta Bünger).
1990: Parfümerie Täsler (Inh. Petra Kurafeiski).
1993: Geßner-Mode für den Mann (Inh. Iris Geßner) und “Mode für Sie” (Boutique, Inh. Bärbel Wenker).
1996: “Der Herr” (Internationale Herrenmode)
1998: Geschenkboutique “Minotaurus” (Inh. Sabine Nebeling); Olivier Giancario aus Cortina übernahm das Eis-Café “Cortina”.
1999: Umzug der Fahrschule Manfred Schucher
2000: VGH-Versicherungsbüro Uwe Flathmann
2001: Wiedereröffnung des “Cortina” durch Antonio Grossi
9.5.2012: Francesco Carucci eröffnet sein italienisches Feinkostgeschäft

Mai 062012
 

Kaufhaus Davidsohn in Scharmbeck

Das Kaufhaus Davidsohn in der Poststraße (Foto von Bob Davidson mit frdl. Genehmigung von Jonathan Strauss)

Die jüdische Familie Davidsohn lebte etwa 200 Jahre lang in Osterholz und Scharmbeck. Unter ihnen waren hochangesehene Kaufleute und Lokalpolitiker, ihr Manufakturgeschäft und späteres Textilkaufhaus J. D. Davidsohn in der Poststraße war mehr als 160 Jahre lang eines der prägenden Merkmale von Stadtbild und Einkaufserlebnis. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden die hier ansässigen Familienmitglieder verfolgt und entrechtet, mindestens vier von ihnen kamen in Konzentrationslagern ums Leben. Insoweit ähnelt die Familie in Vielem der gleichfalls jüdischen Familie Cohen (vgl. u. a. Clara und Siegmund Cohen), über die einer der Nachkommen ein beeindruckendes Buch (Beer K: Ein Denkmal der Familie Cohen) veröffentlicht hat. Nach meiner bisherigen Kenntnis fehlen vergleichbare historische Betrachtungen zur Familie Davidsohn, so dass die Geschichte der Familienmitglieder nur bruchstückhaft geschildert werden kann. Wesentlichen Anteil an dieser Darstellung haben Bob Davidson (USA) und Jonathan Strauss (London), die als direkte Nachfahren der Scharmbecker Davidsohns mit Unterstützung von Klaus-Peter Schulz viele Informationen zusammengetragen und Fotografien zur Verfügung gestellt haben.
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Mai 052012
 

Storch auf dem Dammgut in Ritterhude

Dammgut in Ritterhude (2009)

Am ersten Märzwochenende 2012 und damit eine Woche später als im Vorjahr trafen die ersten Störche wieder in ihren Sommerresidenzen ein. Die über Spanien “westziehenden” Vögel kamen erwartungsgemäß zwei Wochen vor ihren “ostziehenden” Kollegen an. Anfang Mai 2012 zählte Ortwin Vogel, Storchenbeauftragter der NaBu, mit 16 Brutpaaren die höchste Zahl seit Beginn der Zählung 1950. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 5.5.2012)
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Mai 012012
 

Johann und Ilse Davidson

Johan und Ilse Davidsohn

Johan Davidsohn (später John Davidson; geb. 1. August 1904, gest. Sept. 1985) war ein Sohn der alteingesessenen und angesehenen Kaufmannsfamilie Davidsohn in Scharmbeck. Im Nationalsozialismus wurde er entrechtet und verhaftet, bevor ihm 1939 noch die Flucht über England in die USA gelang.

Johan war das älteste Kind von Sally Davidsohn und dessen Frau Toni, geb. Goldschmidt. Mit seiner 1906 geborenen Schwester Ilse wuchs er schräg gegenüber der Synagoge im Haus Bahnhofstr. 84 (“Kohlmannsches Erbe”) auf, das die Davidsohns 1902 gekauft hatten. Als 30-jähriger Gerichtsrefendar wurde John im November 1934 von 40-50 Männern zusammengeschlagen, in “Schutzhaft” genommen und nach Berlin gebracht, nachdem er mehrere Flugblätter entfernt hatte, die zum Boykott jüdischer Geschäfte aufriefen.

Polizeiprotokoll Henny Cohen Schutzhaft

Polizeiprotokoll betr. 'Schutzhaft'

Nach der sog. Reichspogromnacht (9./10. November 1938), in deren Verlauf SA-Männer im Anschluss an die vereitelte Brandstiftung an der ehemaligen Synagoge in die Wohnungen ansässiger Juden eindrangen und u. a. Johans Schwester Ilse schwer verletzten, wurden Johan und sein Cousin Ernst in “Schutzhaft” genommen.

Nachdem er am 31. März 1939 noch in Osterholz-Scharmbeck einen neuen Pass mit dem seit Anfang 39 für alle Juden verbindlich vorgeschriebenen roten “J” erhielt, konnte er am 11. August 1939 an Bord der MS Europa von Bremen nach Southamptom flüchten.

Vermutlich ist er 1940 in die USA eingereist. Dort heiratete er Elsa Eichwald, vor seinem Tod im September 1985 lebte er in Queens im Staat New York. Johns Cousin Ernst kam 1942 im Ghetto von Minsk ums Leben.

Pass 1939

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Apr 282012
 
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Jamie Davidson
After all, there is something extraordinary about the Worpsweder Himmel, isn’t it Jamie?

An ihrem vorletzten Tag in Osterholz-Scharmbeck haben wir es neben aller Ahnenforschung auch noch an die Hamme geschafft. Während wir bei Neu Helgoland noch ein wenig an der Hamme spazierten, plauderte ich mit Jamie Davidson über die verschiedenen Theorien zum Begriff des Worpsweder Himmels. Was angesichts grauer Wolken und vorübergehenden Nieselregens zunächst recht theoretisch blieb, dann aber in Ansätzen doch nachvollziehbar wurde. Jamie und Bob legten auf ihrer Europa-Rundreise einen 4-tägigen Stopp in Osterholz-Scharmbeck ein, um die hiesigen Wurzeln der Familie (früher Davidsohn) zu erforschen.

We had some very pleasant and interesting days with both of you, Jamie and Bob. Thank you for your visit! And thank you again for modeling, Jamie … that’s how celebrities feel like ;-)

 Davidson, Jamie  Veröffentlicht von  Gesichter  1 Antwort »
Apr 272012
 
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Bob Davidson
Letzte Woche hatten wir Besuch aus Übersee, wie man so schön sagt. Netten und interessanten Besuch, der eine ganze Menge mit teufelsmoor.eu zu tun hat. Das Porträt von Bob Davidson aus Gulf Shores in Alabama zeigt ihn auf dem Jüdischen Friedhof Osterholz-Scharmbecks vor den Gräbern seiner Urgroßeltern Jeanette und Isaac Davidsohn.

Bob schrieb mich vor mehr als zwei Jahren an, weil er von seinem entfernten Cousin Jonathan Strauß im Zuge gemeinsamer Bemühungen um die Erforschung ihrer Familiengeschichte auf diese Webseiten aufmerksam gemacht worden war. Bob und Jon sind Nachfahren der Kaufmannsfamilie Davidsohn, die bis zum 2. Weltkrieg eine bedeutende Rolle in Osterholz-Scharmbeck gespielt hat.

Wir tauschten zunächst einige Höflichkeiten und später viele Informationen und Fotografien aus, die Bobs Verständnis seiner Familiengeschichte und mein Bild der jüdischen Geschichte des Ortes immer detaillierter werden ließen. Im Laufe der Zeit reifte dann Bobs Entschluss, gemeinsam mit seiner Frau Jamie einen Trip nach Europa zu planen und sich dort auf die Spuren seiner Vorfahren zu begeben. Über Paris, Basel, Düsseldorf und Dülmen führte diese Reise sie schließlich nach Osterholz-Scharmbeck. Bürgermeister Martin Wagener begrüßte die beiden am Montag offiziell in OHZ und am Nachmittag fanden sich dann eine Reihe “virtuell Bekannter” im Cafe der St. Marienkirche ein, um bei Butterkuchen, Torte und Kaffee erste persönliche Kontakte mit Jamie und Bob zu knüpfen. Ilse Schröder und Reelf Menkhoff hatten sogar Zeitzeuginnen einladen können, die in den 1930er-Jahren enge Kontakte mit den letzten am Ort lebenden Davidsohns gepflegt hatten und davon berichten konnten. Die Berichterstattung in der Zeitung führte zu weiteren Begegnungen, Berichten und Erinnerungsstücken.

Als die Davidsons am Donnerstag gen Worpswede und Bremerhaven aufbrachen, hatten sie eine Reihe interessanter Begegnungen und Gepräche hinter sich. Have a safe journey back to Alabama, it was very nice to have you here, Bob!

 Davidson, Bob  Veröffentlicht von  Gesichter  1 Antwort »
Apr 072012
 

Auf dem ehemaligen Gelände der Kaffeerösterei HAG in Oldenbüttel soll eine Fotovoltaik-Anlage ähnlich der in der früheren Raketenstellung auf der Langen Heide entstehen. REON und SYBAC beabsichtigen, auf einer Fläche von etwa 20 ha eine 10 MW-Anlage mit einer geschätzten Jahresproduktion von 9 GWh, was etwa dem Verbauch von 2250 4-Personen-Haushalten entspräche. (Quelle: Osterholzer Kreisblatt 7.4.2012)

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Apr 072012
 

Osterfreuer

Bei Melchershütte

Auch im Teufelsmoor vertreiben wir am Ostersamstag die bösen Wintergeister mit Osterfeuern. Wegen der Feinstaubbelastung und Brandprävention werden neue Osterfeuer von der Behörde nicht mehr zugelassen, Traditionsveranstaltungen aber weiterhin genehmigt. Das Brennmaterial darf auf einer Fläche von max. 200 m2 höchstens 5 m hoch aufgeschichtet werden.

Eine Auswahl der Feuer in der Region:
Freißenbüttel (19:00 Uhr Hinterm Neuen Kamp)
Garlstedt (19:00 Uhr Sandgrube Buggehorn)
Grasberg (19:30 Uhr Dorfgemeinschaftshaus Otterstein)
Heilshorn (19:00 Uhr Alt Heilshorn)
Hülseberg (19:00 Uhr hinter dem Feuerwehrgerätehaus)
Melchers Hütte (ca. 18:30 Uhr)
Ohlenstedt (19:00 Uhr Biloher Straße)
Pennigbüttel (19:00 Uhr hinterm Sportplatz SV Komet)
Pennigbüttel (19:00 Uhr Weide am Sandbeckdamm)
Sandhausen (18:30 Uhr gegenüber Am Mühlenbach 13)
Teufelsmoor (19:00 Uhr hinter dem Feuerwehrgerätehaus)

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Apr 062012
 

Moorexpress in Osterholz

Moorexpress in Osterholz

Am 28. April 2012 beginnt die neue Saison für den Moorexpress (mehr Fotos …). Nachdem in den Wintermonaten wie üblich nur Sonderfahrten u. a. zu den Weihnachtsmärkten Stade, Osterholz-Scharmbeck und Worpswede stattfanden (siehe Moorexpress-Flyer), verkehren die historischen Triebwagen bis Oktober an Wochenenden und Feiertagen wieder nach Fahrplan 4-mal täglich zwischen Bremen und Bremervörde, 3-mal davon durchgehend bis Stade.

2009 feierte der Moorexpress seinen 100sten Geburtstag für die am 23. Juni 1909 offiziell eröffnete Teilstrecke Gnarrenburg-Bremervörde. Er verkehrt hauptsächlich auf der Trasse der früheren Kleinbahn Bremervörde-Osterholz, die 1942 in Bremervörde-Osterholzer-Eisenbahn (BOE) umbenannt wurde. Abgebildet sind Dieseltriebwagen vom Typ VT 168 (Baujahr 1962, Hersteller MAN, Betriebsnummer 168, Gewicht 20,7 t, Motorleistung 221 kW, Höchstgeschwindigkeit 90 km/h, Länge über Puffer 13,95 m), weitere Typen siehe “Historische Fahrzeuge” auf den Seiten der EVB – Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH.
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Apr 052012
 

Foto: Canon

3. März 2012: Jetzt ist die Katze aus dem Sack und scheint mir ein Volltreffer zu sein: Canon hat am 2. März die EOS 5D Mark III vorgestellt, Nachfolgerin der ohne Übertreibung legendären und bei Amateuren wie auch vielen Profis ungemein beliebten 5D Mark II. Den Daten (guckstu hier) und einem ersten Vorserientester (Jeff) zur Folge hat Canon alles richtig gemacht. Was mich angeht jedenfalls.

Das Gute (fast) beibehalten: Größe, Bildformat, Auflösung, Akku (der gleiche aus der Mark II !) …

Kleinigkeiten verbessert: Sucher, Display, Spritzwasserschutz, zweiter Kartenslot (SD!), Prozessor (DIGIC 5+), Geschwindigkeit, Menü, Extras …

Echte Ärgernisse beseitigt: Autofokus (das System der neuen 1Dx, wow!) …

Das Ganze soll ab Ende März für € 3299.- erhältlich sein. Viele Euros, in der Tat. Vorbehaltlich angemessener Qualität aber nicht ganz ungerechtfertigt für ein System, das dann ziemlich genau zwischen der “alten” 5D Mark II und der neuen 1Dx anzusiedeln wäre. Die Mark II gibt’s mittlerweile übrigens bei Amazon für € 1.777,79.

16.3.12: Wer sich dafür interessiert, kann bei canonrumors schon mal die Bedienungsanleitung (engl.) studieren …

Andere Meinungen
  • Canon-addict Jeff Ascough hat Anfang März offenkundig ein Vorserienmodell in Händen gehabt und äußert sich sehr positiv. Liest sich vll. etwas unkritisch …?
  • Ryan Brenizer zeigt am 25.3. erstmal einen 12.800 ISO “Schnappschuss” und wirkt als zuletzt überzeugter Nikon 3Ds-Nutzer ziemlich angetan: “… but it feels like they’ve really adapted Nikon’s innovations and combined them with Canon’s own to make a fantastic camera.” Am 30.3. dann sein vorläufiges Urteil: “More importantly, Canon has built a near-perfect wedding camera. Great at high ISOs, accurate and customizable autofocus, speedy and quiet operation and with versatile RAW resolution, this camera is finally a worthy companion to Canon’s huge array of lenses. On either the Nikon or Canon side, you can’t use the camera as an excuse anymore.”
  • Gizmodo
  • Engadget
  • 1. Teil (von 3en) eines Videos zum Vergleich EOS 5D Mark III vs. Nikon D800 unter Praxisbedingungen von The Camerastore in Calgary. 2. Teil folgt hier.